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Episoden

1 Stunde 36 Minuten
Tiefes Wissen: Kann KI menschliche Medizin?

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin. Sie kann Hautkrebs auf Bildern erkennen, medizinische Daten nach Mustern durchsuchen und Ärztinnen und Ärzte bei Diagnosen unterstützen. Doch bedeutet eine bessere Diagnose automatisch eine bessere Medizin? Und was geht verloren, wenn wir Entscheidungen zunehmend Maschinen überlassen?

In dieser Folge von Tiefes Wissen spricht Thomas Ramge mit Prof. Dr. Martin Hirsch, Neurowissenschaftler und Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Hirsch hat mehrere Unternehmen im Bereich digitaler Gesundheit mitgegründet und beschäftigt sich mit der Frage, wie KI sinnvoll in die medizinische Praxis integriert werden kann.

Im Gespräch geht es um die Chancen und Grenzen medizinischer KI: Wo sind Maschinen Menschen bereits überlegen? Wann sollten Ärztinnen und Ärzte einer KI vertrauen dürfen – und wann braucht es menschliches Urteilsvermögen? Warum ist die Kombination aus Mensch und Maschine nicht automatisch besser als jeder für sich? Und weshalb könnte der Einsatz von KI dazu führen, dass angehende Mediziner wichtige Fähigkeiten gar nicht erst entwickeln?

Hirsch erklärt, warum die großen Versprechen der KI in der Medikamentenentwicklung bislang nur teilweise eingelöst sind, weshalb die Medizin trotz ihrer riesigen wissenschaftlichen Literatur unter Datenmangel leidet und warum wir weiterhin in Grundlagenforschung investieren müssen. Außerdem geht es um implizites Wissen, menschliches Lernen aus wenigen Beispielen und die Frage, wie Denken und bildliche Vorstellungskraft zusammenhängen.

Im Zentrum steht eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet Menschlichkeit in einer Medizin, in der Maschinen immer mehr Aufgaben besser erledigen können? Für Hirsch ist sie unverhandelbar. Denn medizinische Entscheidungen betreffen nicht nur Diagnosen und Messwerte, sondern auch Ängste, Hoffnungen, persönliche Wertvorstellungen und die Endlichkeit des menschlichen Lebens.

Seine Überlegungen reichen über die Medizin hinaus: Wie schaffen wir Vertrauen in KI-Systeme? Brauchen ihre Entwickler einen eigenen ethischen Kodex? Und könnte künstliche Intelligenz uns sogar dabei helfen, besser zu verstehen, was den Menschen ausmacht?

Wo KI in Diagnostik und Therapie bereits heute helfen kann

Hautkrebs erkennen, Herz- und Lungengeräusche analysieren und Insulin automatisch steuern

Warum die Verantwortung für medizinische KI neu geregelt werden muss

Weshalb Mensch und Maschine gemeinsam nicht immer bessere Entscheidungen treffen

Menschlichkeit, Empathie und Vertrauen in der Medizin

Die Grenzen von KI in der Medikamentenentwicklung und die Bedeutung der Grundlagenforschung

Warum medizinische Daten oft lückenhaft sind – trotz Milliarden wissenschaftlicher Publikationen

Implizites Wissen: Was erfahrene Ärztinnen und Ärzte wissen, ohne es vollständig erklären zu können

Wie KI das Lernen und die Ausbildung künftiger Mediziner verändern könnte

Warum Menschen aus wenigen Beispielen lernen und in Bildern denken

Die Vision einer KI, die nicht nur Wissen vermehrt, sondern der Menschheit hilft, ihre großen Probleme zu lösen

Über den Gast: Prof. Dr. Martin Hirsch ist Neurowissenschaftler, Unternehmer und Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Er war Mitgründer des digitalen Gesundheitsunternehmens Ada Health und forscht zur Anwendung von KI in der Medizin sowie zu den Wechselwirkungen zwischen menschlichem Denken und künstlicher Intelligenz.

Tiefes Wissen ist der Wissenschaftstalk mit Dr. Thomas Ramge. In ausführlichen Gesprächen mit führenden Forschenden geht es um neue Erkenntnisse, offene Fragen und die großen Zusammenhänge hinter den Schlagzeilen.

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1 Stunde 50 Minuten
Kann man sich wirklich in eine KI verlieben?

Wird der Chatbot bald unser bester Freund?

Und wer drückt hier eigentlich wessen Knöpfe?

In dieser Folge spricht Host Dr. Thomas Ramge mit dem Autor, Journalisten und KI-Experten Christoph Koch.

Christoph ist einer der profiliertesten Beobachter der Wirkung digitaler Systeme auf uns Menschen und Autor mehrerer Bücher zu diesem Thema, darunter der Spiegel-Bestseller "Ich bin dann mal offline", "Die Vermessung meiner Welt" und "Digitale Balance".

Sein neues Buch "Hallo, wie fühlst du dich heute? Wie künstliche Intelligenz unsere Beziehungen verändert" erscheint am Tag der Veröffentlichung dieser Folge bei kein & aber.

Entstanden ist es während eines Fellowships am Cyber Valley in Tübingen, wo Christoph erforschte, wie KI-Systeme zu Freunden, Therapeuten, Zuhörern und sogar romantischen Partnern werden können.

Wichtige Aspekte des Gesprächs sind:

Der Selbstversuch mit "Ben": Christoph hat sich selbst einen KI-Freund gebaut und berichtet, wie schnell Empathie, Monetarisierung und emotionale Bindung ineinandergreifen.

Companion-Apps versus Allzweck-KI: Was unterscheidet Replika, Character AI und Co. von ChatGPT oder Gemini, wenn es um emotionale Nutzung geht?

Sycophancy als Gefahr: Warum übertriebene Zustimmung von Chatbots in psychisch fragilen Situationen fatale, teils tödliche Folgen haben kann – reale Fälle aus den USA.

Regulierung im Ländervergleich: Warum US-Bundesstaaten und China beim Thema emotionale KI aktuell weiter sind als die EU mit ihrem AI Act.

Wer verliebt sich in eine KI? Eine überraschende Studie zeigt: Nicht Einsamkeit, sondern romantische Fantasiefähigkeit ist der stärkste Prädiktor.

Graveyard AI: Chatbots von Verstorbenen – Trost oder gefährliche Überschreibung echter Erinnerungen?

Vom Eliza-Effekt zu "Her": Was Joseph Weizenbaums erster Chatbot mit Spike Jonzes Science-Fiction-Klassiker gemeinsam hat.

Ausblick: Wie sich Companion-Apps, soziale Roboter in Pflegeheimen und humanoide Begleiter in den nächsten Jahren entwickeln könnten.

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Der Podcast Tiefes Wissen entsteht in Kooperation mit "Wissenschaft im Dialog".
2 Stunden 22 Minuten
Was ist die Gleichzeitigkeitswende? Lassen sich "wicked problems" überhaupt lösen? Bereiten wir uns auf die falsche Zukunft vor? Oder leben wir einfach im falschen Jahrhundert?

In dieser Folge spricht Host Dr. Thomas Ramge mit dem Soziologen und Ökonomen Prof. Dr. Stephan A. Jansen. Stephan forscht und lehrt an der Karlshochschule in Karlsruhe, der UdK Berlin und dem Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG). Zudem berät er Regierungen und große Unternehmen, u.a. zu Mobilitätsfragen.

Wichtige Aspekte des Gesprächs sind:

Warum wir die Welt falsch lesen: Stephan erklärt, weshalb die bisherigen ökonomischen und politischen Denkmodelle nicht mehr ausreichen.

Die "Gleichzeitigkeitswende": Klimawandel, Geopolitik, Demografie, Digitalisierung und Deindustrialisierung wirken gleichzeitig – und erzeugen "vertrackte Probleme" (wicked problems), die sich nicht isoliert lösen lassen.

Das Ende des europäischen Selbstbilds: Europa ist nicht länger das Zentrum der Welt. Warum wir unsere geopolitische Perspektive grundlegend ändern müssen.

Vier verlorene Wetten Deutschlands: Sicherheit, billige Energie aus Russland, Wachstum durch China und eine funktionierende Demografie – weshalb dieses Erfolgsmodell nicht mehr trägt.

Neue Transformationsdesigns statt alter Institutionen: Warum UNO, Weltbank und viele politische Strukturen des 20. Jahrhunderts an ihre Grenzen stoßen und welche Alternativen nötig wären.

Sprunginnovationen neu gedacht: Nicht bestehende Technologien verbessern, sondern vom "Übermorgen" aus denken und völlig neue Systeme entwickeln – von Mobilität bis KI.

Demokratie unter Druck: Wie überforderte Institutionen autoritäre Sehnsüchte fördern – und warum kollektive Intelligenz heute wichtiger ist als einfache Lösungen.

Was Hoffnung macht: Warum Stephan trotz aller Krisen überzeugt ist, dass Wissenschaft, neue Kooperationen und ideenreiche Debatten den Weg in eine bessere Zukunft eröffnen können.

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Der Podcast Tiefes Wissen entsteht in Kooperation mit "Wissenschaft im Dialog".
1 Stunde 49 Minuten
Was ist eine soziale Klasse? Wie bilden sich Statushierarchien? Und nehmen die Klassenunterschiede zurzeit in Deutschland zu?

In dieser Folge spricht Thomas mit dem Dr. Hanno Sauer. Hanno ist Philosophieprofessor an der Universität Utrecht und Autor des Spiegel-Bestellers "Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten", erschienen im Pieper Verlag.

Zentrale Themen im Podcast sind:

02:02 – Nehmen Klassenunterschiede in Deutschland zu, ab oder sind sie stabil?

03:09 – Belege aus dem World Values Survey: Wohlstand verschiebt Interessen hin zu Status, Identität und Selbstverwirklichung

08:54 – Wie misst man überhaupt sozialen Status? Indirekte Methoden, Longitudinalstudien, das Problem fehlender Langzeitdaten

11:00 – Statusängste: Warum sich Menschen trotz materiellem Wohlstand unsicherer fühlen als ihre Eltern (Nullsummenlogik von Statuswettbewerben)

~36:55 – Kritik am „Sieben-Klassen-Modell" von Mike Savage und Bourdieus Kapitalarten

~38:06 – Hannos Alternative: ein Vier-Klassen-Modell auf Basis der Theorie kostspieliger, fälschungssicherer Signale (inkl. Parallelen zu Dahrendorf und Piketty)

~43:05 – Die MacArthur-Leiter: Status per Selbsteinschätzung messen – und Hannos eigene 9,5

~57:45 – Gab es schon in der Steinzeit Statushierarchien? Die dünne Evidenzlage und die Kontroverse um Graeber/Wengrows The Dawn of Everything

~1:02:02 – Ist das Buch bloß eine Rechtfertigung der Klassengesellschaft? Kritik, Rezeption und Polarisierung

~1:05:39 – Warum ihn negative Reaktionen kaum stören: Bühne vs. Hinterbühne, Provokation als bewusstes Stilmittel

~1:22:15 – Korreliert sozialer Status mit persönlichem Wohlbefinden – und ist das Kausalität oder Korrelation?

~1:27:47 – Gedankenexperiment: Wer hat höheren Status – der Selfmade-Millionär oder der Erbe?

~1:29:52 – Warum ist Gleichheit nicht automatisch gerecht? Chancengleichheit vs. Verteilungsgerechtigkeit

~1:36:22 – Die These „Klasse trumpft Rasse": Klassenmarker vs. Hautfarbe in Bias-Studien, Intersektionalität

~1:43:38 – Hannos nächstes Projekt: ein demokratieskeptisches Buch – „von links, nicht von rechts"

Der Podcast Tiefes Wissen entsteht in Kooperation mit "Wissenschaft im Dialog".
2 Stunden 6 Minuten
Warum wissen wir so wenig über China? Leben wir bereits in einer G2 Welt, in der die USA und China alle geopolitischen Fragen unter sich ausmachen? Wie beliebt ist Xi im Land? Und ist China wirklich so innovativ, wie wir denken?

In dieser Folge spricht Thomas mit der Sinologin und Autorin Dr. Marina Rudyak von der Universität Heidelberg. Marina ist u.a. Autorin des Buchs "Dialog mit dem Drachen - Wie uns strategische Empathie gegenüber China stärken kann", kürzlich erschienen im Campus Verlag.

Kernthemen der Folge:

Die Symbolik des Drachens in China und im Westen

Herausforderungen im Verständnis Chinas durch Sprach- und Kulturbarrieren

Die Bedeutung strategischer Empathie in der Außenpolitik

Chinas historische Selbstwahrnehmung und Rückkehr ins Zentrum der Welt

Die Rolle von Sprache und Begriffen in der internationalen Wahrnehmung

Chinas technologische Strategien und Abhängigkeiten

Die Ambitionen Chinas im globalen Machtgefüge

Die Bedeutung Europas in der multipolaren Welt Chinas Entwicklungshilfe und Kredite in Afrika

Strategie hinter der Belt and Road Initiative

Demografische Herausforderungen und Automatisierung

Chinas Einfluss in den Vereinten Nationen

Soziale Kontrolle und Überwachung in China

Geopolitische Beziehungen zu Russland und den USA Chinas strategische Ausrichtung und Experimentierpolitik

Die komplexen Beziehungen zwischen China, Russland und den USA

Der Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen auf die globale Machtbalance

Die Bedeutung der Seefahrtswege und die Kontrolle im Südchinesischen Meer

Die Zukunft Taiwans und die chinesische Strategie der kognitiven Kriegsführung

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die globale Konfliktlage

Vergleich der aktuellen Situation mit historischen Konflikten wie dem Kalten Krieg

Chinas Vision einer modernen, technologiebasierten Gesellschaft

Die Bedeutung wirtschaftlicher Verflechtungen für die Stabilität oder Konflikte

Die Rolle der Narrativen und Informationskriege in der heutigen Welt

Keywords:

China, Strategische Empathie, Missverständnisse, Global Governance, Aufstieg, Rückkehr, Kultur, Geschichte, Außenpolitik China, Entwicklungshilfe, Belt and Road, geopolitik, Infrastruktur, Demografie, Innovation, soziale Kontrolle, Wirtschaft, Außenpolitik China, USA, geopolitische Strategien, internationale Beziehungen, Digitalisierung, Zukunft, Konflikte, Macht, Wirtschaft, Militär

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Über diesen Podcast

Tldr: Lex Fridman für die DACH-Wissenschaftslandschaft In "Tiefes Wissen" spricht der Autor Dr. Thomas Ramge mit eloquenten und prominenten Wissenschaftlern und Denkern aller Disziplinen: von den Lebens- und Naturwissenschaften über Geschichte, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Philosophie bis hin zu Jura und den Ingenieurswissenschaften. Wer es nicht oberflächlich mag, ist hier richtig. Die Gespräche dauern zwei bis vier Stunden. "Tiefes Wissen" wird produziert in Kooperation mit "Wissenschaft im Dialog"
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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