Podcaster
Episoden
18.03.2026
1 Stunde 33 Minuten
Eine war eine Matinee der besonderen Art: engagiert, literarisch, musikalisch, lehrreich, unterhaltsam.
Wir hatten die Bestsellerautoren Tanja Kinkel und Jörg Bongzu Gast. Beide haben in ihren jüngsten Werken und Projekten die Revolution von 1848 und die vielen spannenden Geschichten, die sie erzählt, für sich entdeckt. Warum werden gründlich recherchierte historische Romane und (digitale)publizistische Projekte als Bausteine einer demokratischen Erinnerungskultur immer wichtiger? Darüber kamen wir ins Gespräch, und natürlich auch über »1848« selbst.
Denn auch wenn sie scheiterten: Die Revolution von 1848/49und die Nationalversammlung und Verfassung der Paulskirche waren der wichtigste Schritt hin zur Einheit in Freiheit für Deutschland im 19. Jahrhundert. Viele ihrer internationalen Bezüge sind heute aber wenig bekannt: etwa, dass vieleder demokratisch Engagierten nach dem Scheitern der Revolution Deutschland verließen. Skandinavien, die Schweiz und Frankreich waren naheliegende Ziele, das wichtigste aber waren die USA, wo viele der »48ers« eine zweite Karriere inPolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft machten.Demokratiegeschichte ist also sehr oft auch Migrationsgeschichte, und umgekehrt.
Musik: Für musikalische Begleitung unserer revolutionär-literarischen Matinee sorgten Michael Zacchcial, Sänger der »Grenzgänger«, und der Akkordeon-Virtuose Felix Kroll. Gemeinsam gaben sie beeindruckende Revolutions- und Emigrantenlieder ausdem 19. Jahrhundert zum Besten – abgerundet durch eine ganz besondere Interpretation der Ode an die Freude.
Unsere Gäste:
Tanja Kinkel ist eine der erfolgreichsten Autorin historischer Romane in Deutschland. In ihrem jüngsten Buch »Im Wind der Freiheit« erweckt sie historische Figuren von 1848 wie Louise Otto, Amalie Struve oder Robert Blum zu literarischem Leben. Aus weiblicher Perspektive erzählt, liegt auch hier ein selten gewagter Blick auf die Revolution an, nämlich der der Frauen. Dr. Jörg Bong ist Publizist, Verleger, Herausgeber und Vielen vielleicht eher als »Jean-Luc Bannalec« und Autor der Bretagne-Krimis mit Kommissar Georges Dupin bekannt. Als Sachbuchautor machte er seinen echten Namen etwa mit dem Spiegel-Bestseller »Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/1849« bekannt. Anfang 2025 ging sein online-Projekt demokratisches-deutschland.de als »Archiv der deutschen Demokratinnen und Demokraten« ans Netz.
Moderation:
Dr. Kai-Michael Sprenger ist Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, mit der wir die Veranstaltung gemeinsam organisiert haben.
Foto: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
Wir hatten die Bestsellerautoren Tanja Kinkel und Jörg Bongzu Gast. Beide haben in ihren jüngsten Werken und Projekten die Revolution von 1848 und die vielen spannenden Geschichten, die sie erzählt, für sich entdeckt. Warum werden gründlich recherchierte historische Romane und (digitale)publizistische Projekte als Bausteine einer demokratischen Erinnerungskultur immer wichtiger? Darüber kamen wir ins Gespräch, und natürlich auch über »1848« selbst.
Denn auch wenn sie scheiterten: Die Revolution von 1848/49und die Nationalversammlung und Verfassung der Paulskirche waren der wichtigste Schritt hin zur Einheit in Freiheit für Deutschland im 19. Jahrhundert. Viele ihrer internationalen Bezüge sind heute aber wenig bekannt: etwa, dass vieleder demokratisch Engagierten nach dem Scheitern der Revolution Deutschland verließen. Skandinavien, die Schweiz und Frankreich waren naheliegende Ziele, das wichtigste aber waren die USA, wo viele der »48ers« eine zweite Karriere inPolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft machten.Demokratiegeschichte ist also sehr oft auch Migrationsgeschichte, und umgekehrt.
Musik: Für musikalische Begleitung unserer revolutionär-literarischen Matinee sorgten Michael Zacchcial, Sänger der »Grenzgänger«, und der Akkordeon-Virtuose Felix Kroll. Gemeinsam gaben sie beeindruckende Revolutions- und Emigrantenlieder ausdem 19. Jahrhundert zum Besten – abgerundet durch eine ganz besondere Interpretation der Ode an die Freude.
Unsere Gäste:
Tanja Kinkel ist eine der erfolgreichsten Autorin historischer Romane in Deutschland. In ihrem jüngsten Buch »Im Wind der Freiheit« erweckt sie historische Figuren von 1848 wie Louise Otto, Amalie Struve oder Robert Blum zu literarischem Leben. Aus weiblicher Perspektive erzählt, liegt auch hier ein selten gewagter Blick auf die Revolution an, nämlich der der Frauen. Dr. Jörg Bong ist Publizist, Verleger, Herausgeber und Vielen vielleicht eher als »Jean-Luc Bannalec« und Autor der Bretagne-Krimis mit Kommissar Georges Dupin bekannt. Als Sachbuchautor machte er seinen echten Namen etwa mit dem Spiegel-Bestseller »Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/1849« bekannt. Anfang 2025 ging sein online-Projekt demokratisches-deutschland.de als »Archiv der deutschen Demokratinnen und Demokraten« ans Netz.
Moderation:
Dr. Kai-Michael Sprenger ist Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, mit der wir die Veranstaltung gemeinsam organisiert haben.
Foto: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
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16.12.2025
1 Stunde 32 Minuten
Deutschland ist eine Migrationsgesellschaft. Was man zurzeit oft hört, ist keine Neuigkeit. Denn die Migrationsgeschichte zeigt: das war schon immer so. Auswandern und Einwandern, Binnenmigration, Flucht und Vertreibung, Gast- und Vertragsarbeiter: Es gibt das moderne Deutschland nicht ohne Migration. Das gilt auch für die Zeit des geteilten Deutschland, als man in der DDR nicht nur besang, wie schön die Heimat sich gemacht habe, sondern auch Millionen deutsche Vertriebene integrierte und zahlreiche Gast- und Vertragsarbeiter aus ‚sozialistischen Bruderländern› aufnahm. In Ost- und Westdeutschland haben all diese und noch mehr Migrationsgeschichten ihre Spuren hinterlassen.
Wie überall in Europa wurde auch in Deutschland seit mindestens 200 Jahren daher immer wieder neu verhandelt, was »Heimat« ist, wer »dazu« gehört und wer »fremd« ist. Wieso weckt der Begriff der Heimat bei so Vielen positive Gefühle der Geborgenheit, während für andere bei dem Wort auch Ausgrenzung, Abschottung, ja vielleicht sogar Abwehr des »Fremden« mitschwingt? Und: ist der Umgang mit »Heimat« (und »Fremde«) wirklich so typisch deutsch? Was sagen unsere europäischen Nachbarn dazu und wie gehen sie selbst mit ihren Migrationsgeschichten um?
Gäste:
Dr. Susanne Scharnowski ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem zu Natur, Nostalgie und Identitäten. 2019 erschien ihr viel beachtetes Buch »Heimat: Geschichte eines Missverständnisses«. Dr. Patrice Poutrus ist Historiker an der Universität Osnabrück und beschäftigt sich unter anderem mit der jüngeren Migrationsgeschichte in deutsch-deutscher Perspektive. Seine Forschungen zu »Fremde und Fremdsein in der DDR« spiegeln dabei auch seinen eigenen Lebensweg als afrodeutscher Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR wider. Dr. Ségolène Plyer ist Historikerin an der Universität Straßburg und forscht unter anderem zur Migrationsgeschichte des Elsass, Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Bildung transnationaler Wirtschaftsregionen in Zentraleuropa, besonders in Böhmen – oder anders gesagt: zu Fremde und Heimat in europäischer Perspektive.
Moderation:
Dr. Justus H. Ulbricht ist Germanist und Historiker und ist seit Jahrzehnten als Moderator, Referent und Gesprächspartner in der historischen und kulturellen Bildung tätig, vor allem in seinen beiden neuen Heimaten Thüringen und Sachsen.
Graphic Recording:
Salea Rackwitz ist Mediengestalterin, freie Illustratorin und Dozentin an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Mit ihren live-Illustrationen gibt sie Veranstaltungen und Diskussionsrunden einen besonderen Touch und sorgt für witzig-charmante-nachdenkliche »Protokolle«. Das Ergebnis seht Ihr im Video.
Alle Fotos: Jana Groß
Graphic Recording: Salea Rackwitz
Wie überall in Europa wurde auch in Deutschland seit mindestens 200 Jahren daher immer wieder neu verhandelt, was »Heimat« ist, wer »dazu« gehört und wer »fremd« ist. Wieso weckt der Begriff der Heimat bei so Vielen positive Gefühle der Geborgenheit, während für andere bei dem Wort auch Ausgrenzung, Abschottung, ja vielleicht sogar Abwehr des »Fremden« mitschwingt? Und: ist der Umgang mit »Heimat« (und »Fremde«) wirklich so typisch deutsch? Was sagen unsere europäischen Nachbarn dazu und wie gehen sie selbst mit ihren Migrationsgeschichten um?
Gäste:
Dr. Susanne Scharnowski ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem zu Natur, Nostalgie und Identitäten. 2019 erschien ihr viel beachtetes Buch »Heimat: Geschichte eines Missverständnisses«. Dr. Patrice Poutrus ist Historiker an der Universität Osnabrück und beschäftigt sich unter anderem mit der jüngeren Migrationsgeschichte in deutsch-deutscher Perspektive. Seine Forschungen zu »Fremde und Fremdsein in der DDR« spiegeln dabei auch seinen eigenen Lebensweg als afrodeutscher Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR wider. Dr. Ségolène Plyer ist Historikerin an der Universität Straßburg und forscht unter anderem zur Migrationsgeschichte des Elsass, Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Bildung transnationaler Wirtschaftsregionen in Zentraleuropa, besonders in Böhmen – oder anders gesagt: zu Fremde und Heimat in europäischer Perspektive.
Moderation:
Dr. Justus H. Ulbricht ist Germanist und Historiker und ist seit Jahrzehnten als Moderator, Referent und Gesprächspartner in der historischen und kulturellen Bildung tätig, vor allem in seinen beiden neuen Heimaten Thüringen und Sachsen.
Graphic Recording:
Salea Rackwitz ist Mediengestalterin, freie Illustratorin und Dozentin an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Mit ihren live-Illustrationen gibt sie Veranstaltungen und Diskussionsrunden einen besonderen Touch und sorgt für witzig-charmante-nachdenkliche »Protokolle«. Das Ergebnis seht Ihr im Video.
Alle Fotos: Jana Groß
Graphic Recording: Salea Rackwitz
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07.11.2025
1 Stunde 26 Minuten
Es war kontrovers und unterhaltsam, aber auch nachdenklichund aufrüttelnd:
Zur Eröffnung unseres diesjährigen Festivals hatten wir das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 mit seiner Reihe „Die Gegenwart des Exils: Friedman fragt…“ zu Gast.
Passend zu unserem Jahres-Motto „Fremde (und) Heimat“ fragte Prof. Dr. Dr. Michel Friedman den ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat?
Beide kamen schnell ins Gespräch: Was bedeutet ‚Heimat‘ für zwei Menschen, die schon vor Langem nach Deutschland oder Thüringen ‚zugezogen‘ sind? Bald entwickelte sich die Frage angesichts des Zustands unserer Demokratie jedoch weiter: Wann ist das nicht mehr Deine Heimat?
Den geschichtlichen Hintergrund der Frage „Wie findet man Heimat?“ lieferte Dr. Sylvia Asmus, Direktorin des Exilarchivs: Sie stellte zu Beginn dar, wie Thomas Mann es nach 1945 begründete, nicht aus dem Exil nach Deutschlandzurückzukehren.
Alle Fotos: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
Zur Eröffnung unseres diesjährigen Festivals hatten wir das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 mit seiner Reihe „Die Gegenwart des Exils: Friedman fragt…“ zu Gast.
Passend zu unserem Jahres-Motto „Fremde (und) Heimat“ fragte Prof. Dr. Dr. Michel Friedman den ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat?
Beide kamen schnell ins Gespräch: Was bedeutet ‚Heimat‘ für zwei Menschen, die schon vor Langem nach Deutschland oder Thüringen ‚zugezogen‘ sind? Bald entwickelte sich die Frage angesichts des Zustands unserer Demokratie jedoch weiter: Wann ist das nicht mehr Deine Heimat?
Den geschichtlichen Hintergrund der Frage „Wie findet man Heimat?“ lieferte Dr. Sylvia Asmus, Direktorin des Exilarchivs: Sie stellte zu Beginn dar, wie Thomas Mann es nach 1945 begründete, nicht aus dem Exil nach Deutschlandzurückzukehren.
Alle Fotos: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
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22.10.2025
1 Stunde 16 Minuten
Etwa 100.000 Menschen kamen aus Vietnam in die DDR, und etwa 60.000 waren 1989/90 im Land. Eine von ihnen: Huong Trute. Schon Ende der 1970er kam sie mit 18 Jahren zum ersten Mal zur Ausbildung und zum Studium in die DDR, 1987 zum zweiten Mal, diesmal als Dolmetscherin für Vertragsarbeiter.Auch nach der Wiedervereinigung blieb sie. Heute betreibt die studierte Ingenieurs-Pädagogin das Restaurant “Orchidea Huong” in Wernigerode und wurde vielfach für ihr Engagement in der deutsch-vietnamesischen Community ausgezeichnet. Eine sehr persönliche Migrations- und eine sehr bewegte und bewegende Lebensgeschichte…
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17.10.2025
1 Stunde 6 Minuten
In den hitzigen Debatten über Migration und Integration unserer Tage wird schnell vergessen, wie gewaltig die Herausforderungen im Umgang mit den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg waren. Über 12 Millionen Menschen kamen aus Mittel- und Osteuropa in die westlichen und diesowjetische Besatzungszone, in denen die Städte zerstört waren und die Wirtschaft am Boden lag. Wie gelang trotz dieser Schwierigkeiten ihre Integration? Worin unterschied sich der Umgang in Ost und West? Und wie gehen wir heute mit diesem Teil der deutschen Migrationsgeschichte um?
Darüber sprachen wir mit Dr. Gundula Bavendamm, derDirektorin des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.
Foto: Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Darüber sprachen wir mit Dr. Gundula Bavendamm, derDirektorin des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.
Foto: Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung
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Über diesen Podcast
Auf unserem Podcast gibt es nun ausgewählte Aufzeichnungen unserer
Veranstaltungen, Gespräche mit Gästen und mehr. Das Weimarer
Rendez-vous mit der Geschichte ist Deutschlands einziges
internationales Geschichtsfestival, das einmal im Jahr und immer im
Herbst nach Weimar einlädt. Auf zahlreichen Veranstaltungen und in
verschiedenen Formaten laden wir zur Diskussion über historische
Themen und ihre Bedeutung für heute ein. Immer im Sinne einer
demokratischen, offenen Erinnerungskultur und der europäischen
Idee... Hören Sie gern mal rein...
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