10 Minuten Wissen - Kunst
Dein kompakter Kunstpodcast: Künstler, Kunstwerke, Hintergründe – klar und anschaulich erzählt, präzise recherchiert. In nur 10 Minuten.
Podcaster
Episoden
03.02.2026
21 Minuten
Im Winter neunzehnhundertvierundfünfzig steht Pablo Picasso in
seinem Pariser Atelier in der Rue des Grands-Augustins vor einer
radikalen Neubesinnung. Der Tod seines langjährigen Weggefährten
und Rivalen Henri Matisse hat eine Lücke hinterlassen, die nur
durch eine gewaltige künstlerische Antwort gefüllt werden kann.
In einer fieberhaften Schaffensphase wendet er sich dem Erbe der
Romantik zu – den „Frauen von Algier“. Was einst als
sehnsuchtsvoller, kolonialer Blick bei Eugène Delacroix begann,
wird unter Picassos Händen zu einer explosiven
Dekonstruktion der Form. Es ist ein Ringen mit
der Tradition, eine visuelle Schlacht aus Farben und Geometrie,
in der die passive Ruhe des Harems der vibrierenden Energie der
Moderne weicht. Für Picasso war diese Serie weit mehr als eine
formale Übung; sie war der Versuch, die Malerei aus der
Erstarrung zu befreien und die Geschichte der Kunst als einen
lebendigen, fortwährenden Prozess zu behaupten.
In dieser Folge von 10 Minuten Wissen: Kunst
entschlüsseln wir das radikale Spätwerk eines Mannes, der die
Kunstgeschichte nicht als abgeschlossenes Buch, sondern als
Material für die Zukunft begriff. Wir begleiten Picasso durch
jene sechzig Tage des Winters, in denen er fünfzehn Leinwände wie
in einem Marathon füllte, um das Vermächtnis von Matisse
anzutreten.
Weiterführende Links
• Die Serie im Überblick: Alle 15 Versionen (A
bis O) von Les Femmes d’Alger (FR)
• Die Serie im Detail: Les Femmes d’Alger –
Wikipedia
• Hintergrund zum Vorbild: Die Frauen von Algier
(Delacroix) – Wikipedia
• Die Inspiration der Odalisken: Henri Matisse
und seine orientalischen Motive
• Der Ausstellungskatalog: Katalog zur
Ausstellung „Picasso & Les Femmes d’Alger“ (Museum Berggruen)
bei Thalia
• Über den Künstler: Pablo Picasso – Wikipedia
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26.01.2026
14 Minuten
Auf der japanischen Kunstinsel Naoshima ruht das Werk
„Pumpkin“. Es ist ein Anblick von fast surrealer
Stille, der Besucher empfängt – ein bauchiger, erdverbundener
Wächter, der dem Rhythmus der Gezeiten trotzt. Doch hinter der
scheinbaren Ruhe der Skulptur und ihrem hypnotischen Muster aus
schwarzen Punkten verbirgt sich eine Geschichte von
existenzieller Dringlichkeit. Für Yayoi Kusama war dieser Kürbis
nie bloß ein dekoratives Objekt, sondern ein seelischer
Rettungsanker – ein vertrauter Begleiter aus den Gärtnereien
ihrer Kindheit, der ihr half, die stürmischen Halluzinationen
ihrer eigenen Psyche zu bändigen und in eine universelle Sprache
zu übersetzen.
In dieser Folge von 10 Minuten Wissen: Kunst
entschlüsseln wir das radikale Universum einer Frau, die ihre
tiefsten Ängste in ein globales Phänomen verwandelte. Wir
begleiten Kusama von den strengen Traditionen Japans in das
rücksichtslose New York der 60er-Jahre, wo sie sich als Pionierin
gegen die Giganten der Kunstwelt behauptete. Wir erfahren, wie
aus der obsessiven Wiederholung eines Musters die Heilung durch
„Self-Obliteration“ – die Selbstauslöschung im
Unendlichen – wurde. Es ist die Reise einer Künstlerin, die
heute, mit weit über 90 Jahren, die Welt mit ihren Punkten
überzieht, um uns daran zu erinnern, dass wir alle Teil eines
größeren, unendlichen Ganzen sind.
Weiterführende Links zur Folge:
• Das Kunstwerk im Blick: Hochauflösendes Bild
von „Pumpkin“ am Gotanji-Steg
• Die Künstlerin verstehen: Yayoi Kusama auf
Wikipedia (Deutsch)
• Offizielle Webseite: Das Yayoi Kusama Museum
in Tokio
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20.01.2026
11 Minuten
Es ist ein flirrendes Spiel aus Blicken und Reflexionen: Das
matte Glänzen der schweren Seidenkleider, das geheimnisvolle
Dunkel des königlichen Ateliers und das flüchtige Spiegelbild
eines Herrscherpaars an der Rückwand. In dieser Folge von
"10 Minuten Wissen: Kunst" treten wir ein in den
prunkvollen Alcázar von Madrid und blicken durch die Augen von
Diego Velázquez auf sein rätselhaftes
Meisterwerk „Las Meninas“. Wir erkunden den
Aufstieg des einstigen Hofmalers zum stolzen Ritter des
Santiago-Ordens und entdecken, wie er die Grenzen zwischen
Leinwand und Realität für immer auflöste.
Wir blicken hinter die Kulissen des strengen spanischen
Hofprotokolls im Jahr 1656, wo Velázquez sein privates Atelier im
Zimmer eines verstorbenen Prinzen schuf. Wir entschlüsseln das
radikale Konzept der perspektivischen Täuschung als „Wissenschaft
des Sehens“ und erfahren, wie das präzise Zusammenspiel von Licht
und Schatten den Betrachter zum eigentlichen Protagonisten der
Szene macht. Doch wir schauen auch in die Schatten der
Geschichte: Wir thematisieren die dramatische Rettung des Bildes
aus den Flammen des brennenden Palastes und das Erbe eines
Werkes, das für Genies wie Picasso zur lebenslangen Obsession
wurde.
Weiterführende Links:
• Das Werk in ultra-hoher Auflösung: Museo del
Prado – Entdeckt jedes Detail von „Las Meninas“
• Hintergrund zum Kunstwerk (Deutsch): Wikipedia
– Las Meninas
• Hintergrund zum Künstler (Deutsch): Wikipedia
– Diego Velázquez
• Picassos Variationen: Ein Blick auf die Serie
von 1957 im Museu Picasso
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13.01.2026
14 Minuten
Es ist ein flimmerndes Meer aus Licht und Farbe: Das leuchtende
Rot der Geranien, das tiefe Blau des Rittersporns und das
silbrige Glitzern des Wassers zwischen weißen Birkenstämmen. In
dieser Folge von "10 Minuten Wissen: Kunst"
reisen wir an das geschichtsträchtige Ufer des Großen Wannsees
und blicken durch die Augen des „Malerfürsten“ Max
Liebermann auf sein Sommerparadies. Wir erkunden die
Verwandlung des einstigen von der konservativen Kritik
verschmähten „Apostels der Hässlichkeit“ zum unbestrittenen
Meister des deutschen Impressionismus und entdecken, wie sein
Garten zum wichtigsten Freiluftatelier seines Spätwerks wurde.
Wir blicken hinter die Kulissen der Villenkolonie Alsen, wo
Liebermann ab 1909 sein privates Refugium schuf. Wir
entschlüsseln das radikale Konzept des „Reformgartens“ als
Wohnzimmer im Freien und erfahren, wie das präzise Zusammenspiel
von Architektur und Natur über 200 Gemälde und zahlreiche
Pastelle inspirierte. Doch wir schauen auch in die Schatten der
Geschichte: Wir thematisieren die unmittelbare Nachbarschaft zum
Ort der Wannsee-Konferenz und das tragische Schicksal der Familie
Liebermann, deren paradiesischer Rückzugsort zum Zeugnis von
Enteignung und Verfolgung wurde.
In dieser Folge erfahrt ihr:
• Der Rückzug des Meisters: Warum Max Liebermann
auf dem Höhepunkt seines Ruhms das hektische Berlin verließ und
am Wannsee sein „Schloss am See“ als familiäres Sommerdomizil
erschuf.
• Das Wohnzimmer im Freien: Die visionäre
Zusammenarbeit mit Alfred Lichtwark und Albert Brodersen und die
Idee eines Gartens, der die häusliche Geborgenheit unter den
freien Himmel erweitert.
• Die Alchemie des Lichts: Wie Liebermann das
Geheimnis der „Valeurs“ perfektionierte und die flüchtigen
Momente des brandenburgischen Sommers in unsterbliche Farbtupfer
verwandelte.
• Schönheit im Kohlkopf: Warum für den
Humanisten Liebermann die ästhetische Ordnung eines einfachen
Nutzgartens dieselbe künstlerische Wahrheit besaß wie ein
herrschaftliches Blumenbeet.
• Ein Erbe gegen das Vergessen: Die bewegende
Geschichte der Villa von der faktischen Enteignung 1940 bis zur
mühsamen, bürgerschaftlichen Rekonstruktion im Jahr 2002.
Eine Reise an den Wannsee:
Wir wandeln über den von zahlreichen Gemälden bekannten Birkenweg
und nehmen Platz auf den charakteristischen weißen Holzbänken
zwischen den geometrisch angeordneten Heckengärten. Wir begegnen
der Familie Liebermann in ihren unbeschwerten Sommermonaten und
verstehen die technische Meisterschaft eines Malers, der nicht
die Blume an sich, sondern das Tanzen des Lichts auf den Blättern
einfangen wollte. Es ist eine Reise zu einem Ort, der heute
wieder als lebendige Synergie von Kunst und Natur erlebbar ist –
ein Refugium der Freiheit, das als Zeugnis der Menschlichkeit die
Jahre der Verachtung überstanden hat.
Weiterführende Links:
• Die Max-Liebermann-Villa am Wannsee: Besuch
planen und die Rekonstruktion erleben
• Erfahre mehr: Besuch Die Max-Liebermann-Villa auf Wikipedia
• Finde die Wannsee-Gartenbilder: Eine Auswahl
bei Google Bilder Suche
• Biografie & Werk: Max Liebermann Wikipedia
Eintrag
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05.01.2026
10 Minuten
Sie ist die wohl berühmteste Woge der Weltgeschichte: Eine blaue
Wand aus Wasser, deren schäumende Gischt wie hunderte kleiner
Krallen nach den Menschen greift. In dieser Folge von "10
Minuten Wissen: Kunst" tauchen wir ein in das tosende
Meer von Katsushika Hokusai und sein Meisterwerk „Die
große Welle vor Kanagawa“. Wir erkunden die Geschichte
des „alten Mannes, der verrückt nach Malerei war“ und entdecken,
wie ein preiswertes Massenprodukt aus dem 19. Jahrhundert zur
globalen Ikone der Moderne wurde.
Wir reisen in das Japan der Edo-Zeit, eine Epoche zwischen
strenger Isolation und verborgener Neugier auf den Westen. Dabei
lüften wir das Geheimnis des revolutionären Preußisch Blaus und
erklären, warum der heilige Berg Fuji im Zentrum des Chaos die
eigentliche Hauptrolle spielt. Wir verfolgen den Weg des
Holzschnitts von den Fischerbooten der Bucht von Tokio bis in die
Ateliers von Van Gogh und Monet, wo Hokusais Wellenschlag die
europäische Kunst für immer veränderte.
In dieser Folge erfahrt ihr:
• Die Jagd nach der Unvergänglichkeit: Warum
Hokusai erst im hohen Alter seine größten Meisterwerke schuf und
warum er überzeugt war, erst jenseits der 70 die wahre Natur zu
begreifen.
• Das Pigment aus Europa: Wie das importierte
„Preußisch Blau“ (Berlin-Blau) die visuelle Sprache des
Holzschnitts revolutionierte und der Welle ihre ungeahnte Tiefe
verlieh.
• Vom Soba-Preis zum Welterbe: Der faszinierende
Prozess der Massenproduktion, bei dem ein Druck ursprünglich
nicht mehr kostete als eine einfache Mahlzeit.
• Der Berg im Auge des Sturms: Die spirituelle
Bedeutung des Fuji als unerschütterlicher Ankerpunkt zwischen der
flüchtigen Gewalt der Natur und der Ewigkeit.
• Japonismus – Eine kulturelle Schockwelle: Wie
Hokusais Werk die westliche Moderne befreite und den Grundstein
für die Kompositionen eines Vincent van Gogh oder Claude Debussy
legte.
Eine Reise in die Welt von Edo:
Wir begegnen den mutigen Ruderern in ihren Oshiokuri-bune, die im
Morgengrauen gegen die Elemente kämpften, und blicken hinter die
Kulissen der Holzschneidewerkstätten, in denen Präzision und
Handwerk eine Symbiose eingingen. Wir verstehen die Sakoku-Ära,
in der Japan sich abriegelte, und erleben den Moment, in dem die
„Bilder der fließenden Welt“ (Ukiyo-e) ihre traditionellen
Grenzen sprengten, um die Natur selbst zum Helden zu erklären.
Weiterführende Links:
• Das Werk in hoher Auflösung: The British
Museum – Entdeckt die Details der „Großen Welle“
• Hokusai bei Google Arts & Culture:
Virtuelle Ausstellungen und Hintergrundwissen
• Hintergrund zum Künstler (Deutsch): Wikipedia
– Katsushika Hokusai
• Die legendäre Serie (Deutsch): Wikipedia – 36
Ansichten des Berges Fuji
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Über diesen Podcast
Alles, was du schon immer über Künstler, Kunstwerke, ihre
Geschichte und Bedeutung wissen wolltest, kompakt und klar
erklärt. Jede Folge nimmt dich mit zu einer Künstlerin oder einem
Künstler und zu einem ihrer bedeutenden Werke: wie es entstand,
welche Idee dahinter steckt und warum es bis heute zählt. Klar
und anschaulich erzählt, präzise und sorgfältig recherchiert – in
nur 10 Minuten.
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