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25 Minuten
Fast zwei Drittel der Arbeiter in Sachsen-Anhalt haben AfD gewählt, vor fünf Jahren war es ein Drittel. Das Wahlprogramm der Partei kostet mindestens 1,6 Milliarden Euro im Jahr, gegenfinanziert sind davon weniger als zehn Cent pro Euro. Und Ulrich Siegmund bedankt sich am Wahlabend bei Friedrich Merz für dessen Wahlkampf. Für Patrick Kaczmarczyk ist das kein Widerspruch, sondern die Logik einer Politik, die seit sechs Jahren Krise verwaltet: Die AfD braucht keine Lösungen, solange die anderen keine liefern. Er erklärt, warum die Partei ohne eigene Mehrheit in der bequemsten Position ist, wer von ihren Steuerplänen tatsächlich profitiert und was die Union mit ihren Bürgergeld-Rechnungen vorgemacht hat. Dazu: das blinde Huhn, die Berliner Käseglocke und warum Reform nicht Kürzung heißt.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Sachsen-Anhalt nach der Wahl

02:48 – Babygeld, Kitas, Kommunen: Was die AfD verspricht und was es kostet

05:10 – Die IWH-Studie: Nur 28 von über 100 Maßnahmen bezifferbar

06:42 – Ohne Mehrheit in der bequemsten Position

08:39 – Siegmund bei Lanz: 500 Millionen Gegenfinanzierung

09:43 – Abschiebeoffensive und Rotstift: Das Union-Playbook

12:19 – Weniger als zehn Cent pro Euro gedeckt

13:57 – Zwei Drittel der Arbeiter wählen AfD: Warum?

16:20 – Siegmund am Wahlabend: Danke, Merz

17:26 – Wie die anderen Parteien das Original stärken

18:35 – Reform oder Kürzung: Die Abrechnung mit der Bundespolitik

22:22 – Was Merz jetzt tun sollte

24:25 – Outro

Collage 01: Surplus, Material: IMAGO / Rainer Unkel

Collage 02: Surplus, Material: IMAGO / Rainer Unkel, IMAGO / Political-Moments

Collage 03: Surplus, Material: IMAGO / Political-Moments

#afd #sachsenanhalt #landtagswahl #patrickkaczmarczyk #ulrichsiegmund #merz #wahlprogramm #wirtschaft #surplus
31 Minuten
Die AfD verspricht in Sachsen-Anhalt Aufschwung und Wohlstand. Eine Studie des DIW kommt zu einem gegenteiligen Schluss: Ausgerechnet die Regionen, in denen die Partei besonders stark gewählt wird, würden unter ihrer eigenen Politik am härtesten getroffen.

Patrick Kaczmarczyk ordnet die Studie ein: Warum reagieren strukturschwache Kreise so viel empfindlicher? Was würden ein Euro-Austritt, ein Zuwanderungsstopp und die geplanten Steuersenkungen konkret bedeuten? Und warum ist ausgerechnet der Osten besonders verwundbar? 

Am Ende spricht er mit Co-Host Ciara Cesaro-Tadic darüber, welche massiven wirtschaftlichen Potenziale im Osten liegen. Und weil ihr euch mehr konkrete Maßnahmen gewünscht habt, sprechen die beiden darüber, was die Politik anders machen müsste, um der AfD den politischen Nährboden zu entziehen.

Hier könnt ihr euch die Originalstudie des DIW anschauen.

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Kapitel:

00:00 – Intro: "Wir machen den Anfang": Der AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

00:23 – Was das DIW berechnet hat

01:05 – Kontext: Drei Landtagswahlen im September

02:17 – Belastungstest und AfD-Schock: die Methode

03:18 – Die Ergebnisse: minus 4 Prozent Einkommen, minus 7 Prozent Löhne

04:00 – Die Grafik: Je mehr AfD-Stimmen, desto höher der Verlust

04:46 – Sachsen-Anhalt: 200 Euro weniger Lohn im Monat

05:51 – Patricks Kritik: Muss man die AfD beim Wort nehmen?

09:42 – Brexit, Newcastle und "this is your bloody GDP"

12:49 – Trump-Vergleich und die Gefahr der illiberalen Demokratie

14:54 – Wie Schwarz-Rot der AfD den Weg bereitet

16:42 – Währungsunion, Treuhand, Trauma: Warum es den Osten härter trifft

20:28 – Zwickau und die E-Mobilität: Ein Lehrstück über verspieltes Vertrauen

24:54 – Politik oder Unternehmen: Wer hat das angestossen?

25:22 – Patricks Plan fürs Kanzleramt: Industriepolitik, Stahl, Konjunkturpaket

29:19 – Nachtrag: Warum "mitnehmen" paternalistisch ist

Collage 01: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

Collage 02: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

Collage 03: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

#afd #sachsenanhalt #diw #landtagswahl #ostdeutschland #zwickau #industriepolitik #wirtschaft #patrickkaczmarczyk #surplus
21 Minuten
Der Iran-Krieg hat 14 Millionen Barrel pro Tag aus dem Weltmarkt genommen, bei einem globalen Verbrauch von gut 100 Millionen. Nach jeder Lehrbuchlogik hätte der Ölpreis explodieren müssen. Er ist gestiegen, aber die Katastrophe blieb aus. Der Grund liegt nicht bei OPEC, die während der Krise so schwach war, dass die Emirate ausgestiegen sind. Er liegt in Peking. China hat seine Ölimporte von 10 bis 11 Millionen Barrel am Tag auf knapp über 5 Millionen halbiert. Das ist fast die Hälfte der Anpassung, die während der Coronakrise stattfand, als die halbe Weltwirtschaft stillstand.

Adam Tooze erklärt, wie China das durchgesetzt hat: über strategische Reserven von mehr als einer Milliarde Barrel, gekauft in den Jahren niedriger Preise, über einen Exportstopp für Raffinerieprodukte, über angeordnete Verbrauchskürzungen in der Petrochemie und über den schnellen Umstieg auf Elektromobilität. Ohne Peking hätte der Preis wohl 20 bis 30 Dollar pro Barrel höher gelegen. Dazu: warum Öl anders funktioniert als Pipelinegas und ein niedriger Preis deshalb allen Nettoimporteuren nützt, allen voran dem globalen Süden, warum Monopsonie das entscheidende Stichwort ist und China diese Macht auch bei Eisenerz, Kupfer und seltenen Erden einsetzt, bis zur Verhaftung von Managern, und warum Tooze davon ausgeht, dass China den Peak Oil längst hinter sich hat. Erstaunlich bleibt, wie wenig Peking politisch daraus gemacht hat.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Der Ölschock, der ausblieb

00:39 – 14 Millionen Barrel Ausfall, keine Preisexplosion

02:18 – China halbiert seine Ölimporte

03:54 – Die drei Machtmittel: Reserven, Exportstopp, Elektroauto

05:40 – Wer profitiert vom niedrigen Ölpreis?

06:12 – Öl ist fungibel: ein Preis für den ganzen Weltmarkt

08:07 – Der globale Süden als größter Gewinner

10:18 – Preiskontrolle statt Übergewinnsteuer

10:55 – Monopsonie: Wenn der Kunde wirklich König ist

12:53 – Eisenerz, Kupfer, seltene Erden: Chinas härtere Mittel

13:54 – Dauerhafte Machtverschiebung oder Taktik?

14:16 – Peak Oil in China und der Fünfjahresplan

16:49 – Blick zurück: 1973, 1979 und das Ende einer Epoche

18:53 – Eine Welt nach OPEC

19:38 – Outro

Collage: Surplus, Material: Doro Zinn

#china #ölpreis #opec #iran #geopolitik #energie #elektromobilität #globalersüden #wirtschaft #surplus
20 Minuten
Der Pegel bei Kaub fällt auf wenige Zentimeter, und damit fällt der wichtigste Engpass der deutschen Binnenschifffahrt aus. Nur 5 % der Logistik laufen über den Rhein, aber es sind die kritischen 5 %: Energie und Rohstoffe für die Industriezentren im Westen. Das Niedrigwasser 2018 kostete rund 0,4 % des BIP. Das entspricht ungefähr dem gesamten Wachstum, das für Deutschland im kommenden Jahr überhaupt erwartet wird.

Adam Tooze erklärt, warum die Rheinkrise nur zur Hälfte ein Klimathema ist und zur anderen Hälfte ein Planungsversagen: Die Felsen in der Kaub-Enge sollten schon unter Kohl beseitigt werden, die Arbeiten würden einige zehn Millionen Euro kosten und sind jetzt für die 2030er geplant. Dazu: Warum es historisch keine große Stadt ohne Wasserweg gibt und die Lage am Fluss jetzt vom Standortvorteil zum Risiko wird, warum die Bahn den Ausfall nicht auffangen kann und was Chinas Elektro-Lkw mit Wechselbatterien über die Zukunft der Logistik verraten.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Der Rhein und das deutsche Wachstum

00:38 – Kaub: Die Flussenge Deutschlands fällt aus

02:41 – Baustelle seit Kohl: Warum die Felsen noch da sind

04:09 – Was Niedrigwasser kostet: Die Lehren aus 2018

06:42 – Zehn Millionen Ursache, Milliarden Schaden

08:38 – Warum alle großen Städte am Wasser liegen

12:29 – Schiff gegen Schiene: Wer transportiert die Zukunft?

15:06 – Deutsche Bahn, USA, China: Drei Logistiksysteme

16:42 – Ausblick: Dürre als Normalfall

18:47 – Outro

Collage: Surplus, Material: Doro Zinn, IMAGO/Jochen Tack/Bihlmayerfotografie

#rhein #niedrigwasser #kaub #infrastruktur #klimakrise #logistik #industrie #adamtooze #wirtschaft #surplus
19 Minuten
Rekordtemperaturen in Europa, leergefegte Straßen wie im Lockdown und massive wirtschaftliche Schäden, von denen nicht alle gesellschaftlichen Schichten gleich betroffen sind. Was kostet uns die Hitze langfristig und kurzfristig wirklich? Adam Tooze analysiert, warum das europäische BIP bis 2030 um fünf bis sieben Prozent schrumpfen könnte, welche Rolle die fehlende Klimatisierung im Vergleich zu den USA und China spielt, und warum der Zugang zu kühlen Räumen zu einer existenziellen Klassenfrage geworden ist. 

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Kapitel:

00:00 – Intro: Hitzewellen und technische Ausfälle bei Surplus 

01:30 – Lockdown-Gefühle in Paris 03:30 – Allianz-Studie: Vernichten Hitze-Sommer das europäische Wirtschaftswachstum? 

05:15 – Klima als Klassenfrage 

07:14 – Europas Rückstand: Warum Wohnungen ohne Klimaanlage in China und den USA undenkbar sind 09:20 – Hitzearmbänder und Solarenergie: Die notwendige Anpassung an neue Realitäten 

11:18 – Die gigantische Aufgabe der Gebäudesanierung in Europa 

14:25 – Chinas Dominanz: Die industriepolitische Herausforderung beim Klimaanlagen-Ausbau 

16:24 – Ausblick: Ist der Zug für reinen Klimaschutz bereits abgefahren? 

18:41 – Outro 

Collage 01: Surplus, Material: Foto von Pawel Janiak auf Unsplash

Collage 02: Material: Getty Images via Unsplash 

#Hitzewelle #Wirtschaft #AdamTooze #Klimawandel #Ökonomie #Surplus #Klimatisierung #Klassenfrage #Europa #Hitzeschock
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Über diesen Podcast

Surplus ist das Wirtschaftsmagazin, das sich um die Interessen der großen Mehrheit und nicht der Reichsten dreht. Dafür bringen wir weltweit führende ökonomische Denkerinnen und Denker zusammen. Täglich veröffentlichen wir Texte, wöchentlich Video- und Podcastformate und zweimonatlich ein digitales sowie gedrucktes Magazin.
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