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Surplus Magazin Archiv

64 Episoden
29 Minuten
Kurz nach dem Start von Surplus saß der Gründer Lukas Scholle im Interview mit einem Kollegen vom Handelsblatt. Der sagte ganz selbstbewusst: Man schreibe aus der Perspektive der Manager und Unternehmenseigentümer. Lukas will mit Surplus eine andere Perspektive einnehmen. Auf der LABOR.A 2026 der Hans-Böckler-Stiftung erklärt er, warum es ein Wirtschaftsmagazin aus Sicht der Mieter und Beschäftigten braucht und was er unter Wirtschaftsdemokratie versteht.

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Zu allen Beiträgen von Lukas Scholle: https://www.surplusmagazin.de/autoren/lukas-scholle/

Kapitel:

00:00 – Intro

00:20 – Sachsen-Anhalt und die Angst vor steigenden Preisen

02:01 – Warum es Surplus gibt

04:52 – Warum ein Printmagazin

06:24 – Die Interessen der großen Mehrheit

09:50 – Wie unabhängig ist Wirtschaftsjournalismus?

13:16 – Das Beispiel Spanien

16:06 – Wirtschaftsdemokratie

20:00 – Tom Krebs und die Vergesellschaftung

23:35 – Raus aus der Bubble

26:01 – Outro

Aufzeichnung: Hans-Böckler-Stiftung, LABOR.A 2026, Moderation: Dr. Julia Kropf

Collage: Surplus, Material: Surplus Magazin, Forschungsstelle Arbeit der Zukunft Hans-Böckler-Stiftung/LABOR.A

#lukasscholle #handelsblatt #wirtschaftsjournalismus #wirtschaftsdemokratie #medien #labora #hansböcklerstiftung #wirtschaftspolitik #wirtschaft #surplus
25 Minuten
Zohran Mamdanis Zustimmungswerte in New York sind seit seinem Amtsantritt von rund 40 auf über 60 Prozent gestiegen. Am 20. September wird auch in Berlin gewählt, mit der Chance auf das erste linksgeführte Rot-Rot-Grün der Stadt. Adam Tooze erklärt, was Mamdanis Erfolg ausmacht und was eine progressive Berliner Regierung davon lernen könnte.

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Zu allen Beiträgen von Adam Tooze

Collage: Surplus, Material: IMAGO / ZUMA Press
23 Minuten
Der renommierte Ökonom Tom Krebs spricht sich in der aktuellen Surplus-Ausgabe zum Thema Wohnen für die Vergesellschaftung großer Wohnkonzerne aus. Das Besondere dabei: Er argumentiert nicht mit Marx, sondern mit Nachfrageeffekten. Adam Tooze ordnet in dieser Folge Krebs' Argumentation ein. Und er nimmt den Artikel zum Anlass, um über die Vergesellschaftung in Deutschland zu sprechen. Die ist laut Grundgesetz nämlich möglich, der Artikel wurde aber (noch) nie genutzt.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Vergesellschaftung in Berlin und die neue Mieten-Ausgabe

01:10 – Tom Krebs: Ein Top-Ökonom für die Vergesellschaftung

04:54 – Wien vs. Berlin: Warum Neubau allein nicht reicht

06:22 – Eigentum ist nicht heilig: Schumpeter und die kreative Zerstörung

09:45 – Artikel 14 und Artikel 15: Der Unterschied im Grundgesetz

12:38 – Investoren-Mythen und BlackRock bei Vonovia

16:00 – Die Drohung mit dem Kapitalabzug

18:35 – Location, Location, Location: Wem der Mehrwert gehört

20:47 – Ausblick: Rot-Rot-Grün und der Widerstand

22:03 – Outro

Collage 01: Surplus, Material: Doro Zinn, IMAGO/SOPA Images

Collage 02: Surplus, Material: IMAGO/Sven Ellger, Hannes Woidich/Joko

Collage 03: Surplus, Material: Doro Zinn, IMAGO/SOPA Images

#vergesellschaftung #enteignung #vonovia #deutschewohnen #mieten #berlin #blackrock #adamtooze #wirtschaft #surplus
25 Minuten
Fast zwei Drittel der Arbeiter in Sachsen-Anhalt haben AfD gewählt, vor fünf Jahren war es ein Drittel. Das Wahlprogramm der Partei kostet mindestens 1,6 Milliarden Euro im Jahr, gegenfinanziert sind davon weniger als zehn Cent pro Euro. Und Ulrich Siegmund bedankt sich am Wahlabend bei Friedrich Merz für dessen Wahlkampf. Für Patrick Kaczmarczyk ist das kein Widerspruch, sondern die Logik einer Politik, die seit sechs Jahren Krise verwaltet: Die AfD braucht keine Lösungen, solange die anderen keine liefern. Er erklärt, warum die Partei ohne eigene Mehrheit in der bequemsten Position ist, wer von ihren Steuerplänen tatsächlich profitiert und was die Union mit ihren Bürgergeld-Rechnungen vorgemacht hat. Dazu: das blinde Huhn, die Berliner Käseglocke und warum Reform nicht Kürzung heißt.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Sachsen-Anhalt nach der Wahl

02:48 – Babygeld, Kitas, Kommunen: Was die AfD verspricht und was es kostet

05:10 – Die IWH-Studie: Nur 28 von über 100 Maßnahmen bezifferbar

06:42 – Ohne Mehrheit in der bequemsten Position

08:39 – Siegmund bei Lanz: 500 Millionen Gegenfinanzierung

09:43 – Abschiebeoffensive und Rotstift: Das Union-Playbook

12:19 – Weniger als zehn Cent pro Euro gedeckt

13:57 – Zwei Drittel der Arbeiter wählen AfD: Warum?

16:20 – Siegmund am Wahlabend: Danke, Merz

17:26 – Wie die anderen Parteien das Original stärken

18:35 – Reform oder Kürzung: Die Abrechnung mit der Bundespolitik

22:22 – Was Merz jetzt tun sollte

24:25 – Outro

Collage 01: Surplus, Material: IMAGO / Rainer Unkel

Collage 02: Surplus, Material: IMAGO / Rainer Unkel, IMAGO / Political-Moments

Collage 03: Surplus, Material: IMAGO / Political-Moments

#afd #sachsenanhalt #landtagswahl #patrickkaczmarczyk #ulrichsiegmund #merz #wahlprogramm #wirtschaft #surplus
31 Minuten
Die AfD verspricht in Sachsen-Anhalt Aufschwung und Wohlstand. Eine Studie des DIW kommt zu einem gegenteiligen Schluss: Ausgerechnet die Regionen, in denen die Partei besonders stark gewählt wird, würden unter ihrer eigenen Politik am härtesten getroffen.

Patrick Kaczmarczyk ordnet die Studie ein: Warum reagieren strukturschwache Kreise so viel empfindlicher? Was würden ein Euro-Austritt, ein Zuwanderungsstopp und die geplanten Steuersenkungen konkret bedeuten? Und warum ist ausgerechnet der Osten besonders verwundbar? 

Am Ende spricht er mit Co-Host Ciara Cesaro-Tadic darüber, welche massiven wirtschaftlichen Potenziale im Osten liegen. Und weil ihr euch mehr konkrete Maßnahmen gewünscht habt, sprechen die beiden darüber, was die Politik anders machen müsste, um der AfD den politischen Nährboden zu entziehen.

Hier könnt ihr euch die Originalstudie des DIW anschauen.

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Kapitel:

00:00 – Intro: "Wir machen den Anfang": Der AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

00:23 – Was das DIW berechnet hat

01:05 – Kontext: Drei Landtagswahlen im September

02:17 – Belastungstest und AfD-Schock: die Methode

03:18 – Die Ergebnisse: minus 4 Prozent Einkommen, minus 7 Prozent Löhne

04:00 – Die Grafik: Je mehr AfD-Stimmen, desto höher der Verlust

04:46 – Sachsen-Anhalt: 200 Euro weniger Lohn im Monat

05:51 – Patricks Kritik: Muss man die AfD beim Wort nehmen?

09:42 – Brexit, Newcastle und "this is your bloody GDP"

12:49 – Trump-Vergleich und die Gefahr der illiberalen Demokratie

14:54 – Wie Schwarz-Rot der AfD den Weg bereitet

16:42 – Währungsunion, Treuhand, Trauma: Warum es den Osten härter trifft

20:28 – Zwickau und die E-Mobilität: Ein Lehrstück über verspieltes Vertrauen

24:54 – Politik oder Unternehmen: Wer hat das angestossen?

25:22 – Patricks Plan fürs Kanzleramt: Industriepolitik, Stahl, Konjunkturpaket

29:19 – Nachtrag: Warum "mitnehmen" paternalistisch ist

Collage 01: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

Collage 02: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

Collage 03: Surplus, Material: IMAGO / Christian Schroedter

#afd #sachsenanhalt #diw #landtagswahl #ostdeutschland #zwickau #industriepolitik #wirtschaft #patrickkaczmarczyk #surplus
21 Minuten
Der Iran-Krieg hat 14 Millionen Barrel pro Tag aus dem Weltmarkt genommen, bei einem globalen Verbrauch von gut 100 Millionen. Nach jeder Lehrbuchlogik hätte der Ölpreis explodieren müssen. Er ist gestiegen, aber die Katastrophe blieb aus. Der Grund liegt nicht bei OPEC, die während der Krise so schwach war, dass die Emirate ausgestiegen sind. Er liegt in Peking. China hat seine Ölimporte von 10 bis 11 Millionen Barrel am Tag auf knapp über 5 Millionen halbiert. Das ist fast die Hälfte der Anpassung, die während der Coronakrise stattfand, als die halbe Weltwirtschaft stillstand.

Adam Tooze erklärt, wie China das durchgesetzt hat: über strategische Reserven von mehr als einer Milliarde Barrel, gekauft in den Jahren niedriger Preise, über einen Exportstopp für Raffinerieprodukte, über angeordnete Verbrauchskürzungen in der Petrochemie und über den schnellen Umstieg auf Elektromobilität. Ohne Peking hätte der Preis wohl 20 bis 30 Dollar pro Barrel höher gelegen. Dazu: warum Öl anders funktioniert als Pipelinegas und ein niedriger Preis deshalb allen Nettoimporteuren nützt, allen voran dem globalen Süden, warum Monopsonie das entscheidende Stichwort ist und China diese Macht auch bei Eisenerz, Kupfer und seltenen Erden einsetzt, bis zur Verhaftung von Managern, und warum Tooze davon ausgeht, dass China den Peak Oil längst hinter sich hat. Erstaunlich bleibt, wie wenig Peking politisch daraus gemacht hat.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Der Ölschock, der ausblieb

00:39 – 14 Millionen Barrel Ausfall, keine Preisexplosion

02:18 – China halbiert seine Ölimporte

03:54 – Die drei Machtmittel: Reserven, Exportstopp, Elektroauto

05:40 – Wer profitiert vom niedrigen Ölpreis?

06:12 – Öl ist fungibel: ein Preis für den ganzen Weltmarkt

08:07 – Der globale Süden als größter Gewinner

10:18 – Preiskontrolle statt Übergewinnsteuer

10:55 – Monopsonie: Wenn der Kunde wirklich König ist

12:53 – Eisenerz, Kupfer, seltene Erden: Chinas härtere Mittel

13:54 – Dauerhafte Machtverschiebung oder Taktik?

14:16 – Peak Oil in China und der Fünfjahresplan

16:49 – Blick zurück: 1973, 1979 und das Ende einer Epoche

18:53 – Eine Welt nach OPEC

19:38 – Outro

Collage: Surplus, Material: Doro Zinn

#china #ölpreis #opec #iran #geopolitik #energie #elektromobilität #globalersüden #wirtschaft #surplus
20 Minuten
Der Pegel bei Kaub fällt auf wenige Zentimeter, und damit fällt der wichtigste Engpass der deutschen Binnenschifffahrt aus. Nur 5 % der Logistik laufen über den Rhein, aber es sind die kritischen 5 %: Energie und Rohstoffe für die Industriezentren im Westen. Das Niedrigwasser 2018 kostete rund 0,4 % des BIP. Das entspricht ungefähr dem gesamten Wachstum, das für Deutschland im kommenden Jahr überhaupt erwartet wird.

Adam Tooze erklärt, warum die Rheinkrise nur zur Hälfte ein Klimathema ist und zur anderen Hälfte ein Planungsversagen: Die Felsen in der Kaub-Enge sollten schon unter Kohl beseitigt werden, die Arbeiten würden einige zehn Millionen Euro kosten und sind jetzt für die 2030er geplant. Dazu: Warum es historisch keine große Stadt ohne Wasserweg gibt und die Lage am Fluss jetzt vom Standortvorteil zum Risiko wird, warum die Bahn den Ausfall nicht auffangen kann und was Chinas Elektro-Lkw mit Wechselbatterien über die Zukunft der Logistik verraten.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Der Rhein und das deutsche Wachstum

00:38 – Kaub: Die Flussenge Deutschlands fällt aus

02:41 – Baustelle seit Kohl: Warum die Felsen noch da sind

04:09 – Was Niedrigwasser kostet: Die Lehren aus 2018

06:42 – Zehn Millionen Ursache, Milliarden Schaden

08:38 – Warum alle großen Städte am Wasser liegen

12:29 – Schiff gegen Schiene: Wer transportiert die Zukunft?

15:06 – Deutsche Bahn, USA, China: Drei Logistiksysteme

16:42 – Ausblick: Dürre als Normalfall

18:47 – Outro

Collage: Surplus, Material: Doro Zinn, IMAGO/Jochen Tack/Bihlmayerfotografie

#rhein #niedrigwasser #kaub #infrastruktur #klimakrise #logistik #industrie #adamtooze #wirtschaft #surplus
19 Minuten
Rekordtemperaturen in Europa, leergefegte Straßen wie im Lockdown und massive wirtschaftliche Schäden, von denen nicht alle gesellschaftlichen Schichten gleich betroffen sind. Was kostet uns die Hitze langfristig und kurzfristig wirklich? Adam Tooze analysiert, warum das europäische BIP bis 2030 um fünf bis sieben Prozent schrumpfen könnte, welche Rolle die fehlende Klimatisierung im Vergleich zu den USA und China spielt, und warum der Zugang zu kühlen Räumen zu einer existenziellen Klassenfrage geworden ist. 

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Kapitel:

00:00 – Intro: Hitzewellen und technische Ausfälle bei Surplus 

01:30 – Lockdown-Gefühle in Paris 03:30 – Allianz-Studie: Vernichten Hitze-Sommer das europäische Wirtschaftswachstum? 

05:15 – Klima als Klassenfrage 

07:14 – Europas Rückstand: Warum Wohnungen ohne Klimaanlage in China und den USA undenkbar sind 09:20 – Hitzearmbänder und Solarenergie: Die notwendige Anpassung an neue Realitäten 

11:18 – Die gigantische Aufgabe der Gebäudesanierung in Europa 

14:25 – Chinas Dominanz: Die industriepolitische Herausforderung beim Klimaanlagen-Ausbau 

16:24 – Ausblick: Ist der Zug für reinen Klimaschutz bereits abgefahren? 

18:41 – Outro 

Collage 01: Surplus, Material: Foto von Pawel Janiak auf Unsplash

Collage 02: Material: Getty Images via Unsplash 

#Hitzewelle #Wirtschaft #AdamTooze #Klimawandel #Ökonomie #Surplus #Klimatisierung #Klassenfrage #Europa #Hitzeschock
20 Minuten
Google, Meta und Oracle galten als bombensichere Anlagen. Jetzt verschulden sich die Tech-Konzerne mit hunderten Milliarden für den KI-Ausbau, und der Markt beginnt, sich dagegen zu versichern: Credit Default Swaps auf Big-Tech-Anleihen, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab, kosten bei Oracle inzwischen fast 2 Prozent. Damit rutschen die Papiere in den Junk-Bereich – ein Alarmzeichen.

Adam Tooze erklärt, warum die Kreditrisiken der entscheidende Frühindikator sind, was für eine handfeste Finanzkrise noch fehlt (Wetten mit geborgtem Geld in schwachen Bilanzen) und warum schon ein Abflachen der KI-Investitionen reichen könnte, um eine Abwärtsbewegung auszulösen, wie die Zentralbank von Singapur warnt. Dazu: das ausgebrochene OpenAI-Modell und die Vertrauensfrage in die Technologie selbst, die drei Stimmungsphasen des Marktes von Modellen über Chips bis Apple, und die Frage, ob wir im Rückblick diesen Sommer als den Moment betrachten werden, in dem es hätte klar sein müssen. Aus der Finanzgeschichte gesehen: die 2007-Frage.

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Kapitel:

00:00:00 – Intro: Zwei KI-Nachrichten der Woche

00:58:00 – Credit Default Swaps: Wie der Markt Angst einpreist

02:53:00 – Meta bei 1 Prozent, Oracle bei 2: Big Tech im Junk-Bereich

04:54:00 – Was für eine echte Krise fehlt: Leverage und schwache Bilanzen

07:51:00 – Singapurs Warnung: Wenn die KI-Investitionen abflachen

12:48:00 – Ausgebrochenes OpenAI-Modell: Die Vertrauensfrage

15:49:00 – Drei Phasen des Marktes: Modelle, Chips, Apple

18:24:00 – Ausblick: Die 2007-Frage

20:20:00 – Outro

Bild: IMAGO / MAXPPP

#ki #kiblase #adamtooze #bigtech #openai #nvidia #börse #finanzkrise #wirtschaft #surplus
26 Minuten
Der Sozialstaat sei "nicht mehr finanzierbar", sagt Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte: Die Sozialquote liegt seit Jahrzehnten stabil bei rund 30 Prozent des BIP. Und das Bürgergeld, über das am lautesten gestritten wird, macht gerade einmal 4,2 Prozent der Sozialausgaben aus, während Rente und Krankenversicherung mehr als die Hälfte stellen.

Patrick Kaczmarczyk erklärt, warum die geplanten Kürzungen keine Entlastung sind, sondern eine Verlagerung der Kosten auf Beschäftigte und Mittelschicht. Dazu: warum die "Stabilisierung" der Krankenkassenbeiträge de facto eine Kürzung ist, was der Blick in die USA über private Absicherung verrät (ähnlich hohe Gesamtausgaben, deutlich schlechtere Ergebnisse) und wie Reformen aussähen, die den Sozialstaat stärken statt schrumpfen.

Außerdem: Das ist die erste Folge mit unserer neuen Co-Hostin Ciara Cesaro-Tadic.

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Zu allen Beiträgen von Patrick Kaczmarczyk: https://www.surplusmagazin.de/autoren/patrick-kaczmarczyk/

Kapitel:

00:00 – Intro: Merz und die neue Sozialstaatsdebatte

01:15 – Neue Co-Hostin: Ciara stellt sich vor

01:49 – Was der Sozialstaat umfasst: drei Arten von Leistungen

03:20 – Wer finanziert den Sozialstaat?

04:17 – Sozialausgaben als Wirtschaftsfaktor

06:30 – Sind die Sozialausgaben explodiert?

08:05 – Zwischenfazit + Klingbeil: "Kein Recht auf Faulheit"

10:14 – Grafik: Bürgergeld ist nur 4,2 Prozent des Sozialbudgets

11:23 – Überblick: Diese Kürzungen sind auf dem Tisch

12:28 – Krankenkassen-Reform: Klingt gut, ist eine versteckte Kürzung

14:50 – USA-Vergleich: Beim Zahnarzt ohne Versicherung

18:47 – Zwischenfazit: Die Kosten verschwinden nicht, sie wandern

21:40 – Reformen: Wenn Patrick im Kanzleramt sässe

25:43 – Outro und euer Feedback

Collage 01: Surplus, Material: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie, IMAGO / photothek

#sozialstaat #bürgergeld #merz #klingbeil #rente #krankenversicherung #sozialpolitik #wirtschaft #surplus
42 Minuten
In Dänemark versichern erste Regionen keine Immobilien und Infrastruktur mehr. Die Trump-Administration sanktioniert Richterinnen persönlich über ihre Zahlungsdienstleister. Und Palantir wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 400 bewertet. Für Maja Göpel sind das keine Einzelfälle, sondern Symptome einer Polykrise, in der ein digital-finanziell-militärischer Komplex die Definitionsmacht darüber übernimmt, was die Wirtschaft der Zukunft sein soll. Adam Tooze erklärt, warum die westliche Standardantwort auf diese Krise, die grüne Modernisierung, nicht mehr trägt. Dazu: die Jungs vom Mars, das Wettrennen in den Abgrund und warum Wachstum nicht nur eine Höhe hat, sondern eine Richtung.

Den ganzen Talk mit dem Impuls von Adam Tooze und der Diskussion gibt es nur für Surplus-Abonnenten: https://www.surplusmagazin.de/new-economy-talk-polykrise-adamtooze-majagopel/

Kapitel:

00:00 – Cold Open

00:40 – Keynote Maja Göpel: Was ist neu an der Polykrise?

06:10 – Erpressung und das Wettrennen in den Abgrund

16:45 – KI, Datencenter und Überwachung

20:10 – Die Jungs vom Mars

27:35 – Der digital-finanziell-militärische Komplex

29:05 – Fragen aus dem Publikum

33:25 – Input Adam Tooze: Polykrise und grüne Modernisierung

41:30 – Outro

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Collage: Surplus, Material: Doro Zinn

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#polykrise #majagöpel #adamtooze #wirtschaft #inflation #china #trump #greenwashing #surplus
27 Minuten
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die Zentralbank der Zentralbanken, skizziert ein radikales Szenario: Sollte KI die versprochene transformative Wirkung entfalten, könnte der Anteil der Arbeit am Volkseinkommen bis 2060 von 60 auf 20 Prozent fallen. 

Wirtschaftshistoriker Adam Tooze analysiert, was das bedeuten würde: eine vollständige Umkehrung der Machtverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit, die Entwertung von Bildung und Humankapital und ein Silicon Valley, das offen damit plant, möglichst viele Menschen arbeitslos zu machen. Außerdem: Warum OpenAI der US-Regierung 5 Prozent seiner Anteile anbietet, was Bernie Sanders' 50-Prozent-Forderung damit zu tun hat und wieso die großen KI-Gewinne bisher bei den Chipherstellern anfallen und nicht bei OpenAI und Co.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Die BIS-Prognose zum Arbeitsanteil am Volkseinkommen

01:00 – 60 auf 20 Prozent: Warum Adam fassungslos ist

06:25 – Was der Rückgang konkret bedeutet: Zeithorizont 2060

08:18 – Werden wir alle arbeitslos? Der Plan des großen Geldes

10:14 – Arbeitgeber oder Arbeitnehmer: Die Entwertung des Humankapitals

12:15 – Doppelschock: China-Schock trifft KI-Schock

13:30 – Fünf private Manhattan-Projekte: Marx in Beijing

16:38 – Bernie Sanders' 50 Prozent und OpenAIs 5-Prozent-Angebot

18:29 – New Deal für KI? Wo die Gewinne wirklich anfallen

22:44 – Schweinezyklus: Finanzrisiken in der KI-Lieferkette

23:40 – Ausblick: Ein neuer Gesellschaftsvertrag für KI

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Collage: Surplus, Material: picture alliance/Ger Harley/EdinburghElitemedia, IMAGO/Rene Traut

#ki #adamtooze #arbeitsmarkt #wirtschaft #openai #kapitalismus #siliconvalley #surplus
19 Minuten
100.000 Stellen sollen bei VW wegfallen, vier Werke in Deutschland schließen. Und das ist erst der Anfang. Die Boston Consulting Group rechnet für Europa mit einer Überkapazität von über 5 Millionen Autos und der Schließung von bis zu 30 Werken. Adam Tooze erklärt, warum die Krise dreifach ist: hausgemachte Überexpansion, über 40 Milliarden Euro Dividenden statt Zukunftsinvestitionen, amerikanische Zölle und Chinas massiv geförderte Elektro-Offensive. Dazu: Warum chinesische Hersteller jetzt europäische Werke kaufen wollen, wie realistisch eine BYD-Übernahme von VW ist und warum hier der deutsche Gesellschaftsvertrag selbst auf dem Spiel steht.

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Kapitel:

00:00 – Intro: 100.000 Stellen bei VW?

02:55 – Das Auslastungsproblem der Hersteller

04:59 – Der zweite Chinaschock

05:22 – Die dreifache Krise: Überexpansion, US-Zölle, Chinas EV-Offensive

08:52 – Gewerkschaften, Aufsichtsrat und der Stellenabbauplan

09:49 – Kauft BYD Volkswagen? Chinesen wollen Werke, nicht Marken

13:07 – Ende eines Tabus: Der deutsche Gesellschaftsvertrag wackelt

15:22 – Ausblick: EU-China-Einigung oder fauler Kompromiss?

18:16 – Fazit

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Collage: Surplus, Material: picture alliance/Ger Harley/EdinburghElitemedia, IMAGO/Sven Simon/DeFodi

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#vw #volkswagen #autoindustrie #china #byd #adamtooze #deindustrialisierung #wirtschaft #surplus
22 Minuten
Elon Musk ist seit dem Börsengang von SpaceX so reich wie nie: rund eine Billion Dollar, etwa viermal so viel wie noch vor Kurzem und mehr als die Plätze zwei bis fünf der Reichstenliste zusammen. Aber wie real ist dieses Vermögen? Adam Tooze analysiert, wie dieser Reichtum überhaupt zustande kommt, was Tesla und SpaceX so besonders macht und warum Musks Billionenvermögen fast vollständig an Börsenkursen hängt. Dazu: warum SpaceX gemessen am Umsatz erstaunlich klein ist, welche Spielräume ein viermal größeres Vermögen für weitere Zukäufe eröffnet und wie sich das Machtgefälle unter Donald Trump verschiebt, wenn ein Einzelner mit Staatsaufträgen und Börsenkursen gleichzeitig spielt.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Musk wird Billionär 

01:40 – Die neue Evolutionsstufe: reicher als Platz 2 bis 5 zusammen

05:37 – Das Volumen: mit einem Viertel kaufte er Twitter

06:14 – Erst am Anfang: Jahrzehnte der Akkumulation vor sich

06:56 – Was Tesla und SpaceX so besonders macht

12:27 – Fundamentaldaten gegen Börsenkurs: wie schnell das Vermögen schrumpfen kann

12:57 – Musk unter Trump: das verschobene Machtgefälle

15:43 – SpaceX und die Staatsaufträge

16:10 – Was macht Musk mit dem Buchvermögen?

19:48 – Ausblick

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Collage: Surplus, Material: Collage: Surplus, Material: picture alliance/Ger Harley/EdinburghElitemedia, IMAGO/Image Press Agency

#elonmusk #spacex #tesla #billionär #milliardäre #trump #ungleichheit #adamtooze #wirtschaft #surplus
17 Minuten
Ein greifbares Abkommen zwischen den USA und dem Iran, sinkende Ölpreise, aufgehobene Sanktionen und ein Frieden, von dem nicht alle gleich profitieren. Wie wirkt sich der Deal ökonomisch aus, kurzfristig und langfristig? Adam Tooze analysiert, warum der Ölpreis mittelfristig sogar unter das Vorkriegsniveau fallen könnte, welche Rolle Chinas eigene Förderung und neue Quellen in Brasilien und Afrika spielen, und warum billiges Benzin Trumps eigentliches Motiv sein dürfte. Dazu: das 300-Milliarden-Investitionsprogramm im Iran, die Abgabe auf die Strasse von Hormus als stilles Druckmittel und die Frage, welche Preise für die Masse sinken und welche für die Elite oben bleiben.

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Kapitel:

00:00 – Intro: Der Iran-Deal und die neue Ausgabe "Der Preis des Kriegs"

01:30 – Was ein Abkommen für die Wirtschaftslage bedeutet

03:50 – Fällt der Ölpreis unter das Vorkriegsniveau? (China, Brasilien, Afrika)

06:00 – Benzinpreise in Europa und den USA: Trumps Motiv

06:20 – Das 300-Milliarden-Programm und die Sanktionen

09:30 – Strasse von Hormus: neue Druckmittel auf dem Tisch

10:30 – Die Hormus-Abgabe: 50 bis 100 Milliarden im Jahr

12:35 – Wirtschaftliche Folgen für Asien und Afrika

14:30 – Masse vs. Elite: Wer profitiert vom billigen Öl?

16:00 – Ausblick

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Collage: Surplus, Material: picture alliance/Ger Harley/EdinburghElitemedia, IMAGO/UPI Photo

#iran #ölpreis #öl #trump #inflation #hormus #naherosten #adamtooze #wirtschaft #surplus