Episoden

Folge 12 mit Anne Waterstraat
26.01.2026
1 Stunde 4 Minuten
Der Kinderbeistand als Schutzschirm für Kinder imTrennungskonflikt der Eltern - Das österreichische Vorbild wird in Deutschland in einem besonderen Pilotprojekt erprobt Kinderbeistand, Trennung, Scheidung, Trennungstrauma, Erziehungs- und Familienberatung, Familiengericht, Verfahrensbeistand, Kindeswohlgefährdung  In der zwölften Episode unseres Podcasts – dem Finale unserer ersten Staffel – knüpfen wir an die vorherige Folge zum Thema Trennung an. Zu Gast ist Anne Waterstraat, Expertin in der Beratung hochstrittiger Eltern im Trennungskonflikt. Als Psychologische Beraterin verfügt sie über langjährige Praxiserfahrung, hat wissenschaftlich zu diesem Themenfeld geforscht und veröffentlicht und ist als Dozentin am Evangelischen Zentralinstitut für Familienberatung tätig. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht das Modell des Kinderbeistandes, an dessen Umsetzung in einem Pilotprojekt Anne Waterstraat maßgeblich beteiligt ist. Das von Helmuth Figdor entwickelte Konzept wird derzeit aus Österreich in die Erziehungs- und Familienberatungsstellen übertragen, sodass sich aktuell auch in Berlin erste Berater:innen zu Kinderbeiständen ausbilden lassen können. Wir sprechen darüber, wie Kinderbeistände Kindern im hoch eskalierten Trennungskonflikt eine eigene Stimme geben und sie vor Loyalitätsdruck und innerer Spaltung schützen können. Thematisiert wird auch die große Hilflosigkeit von Fachkräften, wenn Eltern einander nur noch alsGegner:innen wahrnehmen und die Bedürfnisse ihrer Kinder aus den Augen verlieren. Wo fachliche Appelle oft nicht mehr greifen, kann das Hören der individuellen Botschaft des eigenen Kindes jedoch neue Bewegung ermöglichen – und vielleicht doch noch einen Ausweg eröffnen. Zur Vertiefung: https://www.ezi-berlin.de/ueber-uns/team-der-dozentinnen/anne-waterstraat  Waterstraat, A. (2022). "Es ist alles ein großes Dilemma." Hochkonflikthafte Trennungsfamilien - ein komplexes Phänomen (Teil I). In: EKFuL (Hrsg.): Fokus Beratung, Heft 38, S. 37-48. Waterstraat, A. (2022).“Es ist alles ein großes Dilemma." Hochkonflikthafte Trennungsfamilien - ein komplexes Phänomen (Teil II). In: EKFuL (Hrsg.): Fokus Beratung, Heft 39, S. 44-55. Waterstraat, A. (2022). Vom Blick aufs Kind zur Stimme des Kindes. DerKinderbeistand als Unterstützung und Sprachrohr im familiengerichtlichen Verfahren. In: Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ), Heft 9/10, 2022, S. 327-333. Waaterstaat, A. (2024). Das österreichische Konzept der Kinderbeistandschaft: Wie Kinder in Trennungskonflikten der Eltern wirklich eine Stimme bekommen. In: Trialog, Heft 24, S. 27-30. Figdor, Helmuth (2012): Patient Scheidungsfamilie. Ein Ratgeber für professionelle Helfer. Psychosozial-Verlag: Gießen  
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Folge 11 mit Helmuth Figdor: Das Trauma der Trennung und verantwortete Schuld
22.12.2025
1 Stunde 17 Minuten
Trennung, Scheidung, Pflegekinder, Trennungstrauma, verantwortete Schuld, Erziehungsberatung, ADHS, Psychoanalytische Pädagogik In der elften Episode unseres Podcasts unternehmen wir eine assoziative Reise in die Psychoanalytische Pädagogik, insbesondere hinsichtlich Trennung und Trauma:Helmuth Figdor, Erziehungswissenschaftler, Psychoanalytiker und Kinderanalytiker gibt berührende Einblicke in seine Berufsbiografie, in deren Zentrum die Unterstützung von Familien im Kontext von Trennung und Scheidung liegt. Unser Gast erzählt, wie er als Promovend überhaupt zu diesem Thema kam, wie er dabei das Trennungskind in sich selbst entdeckte und was Trennungen für Kinder bedeuten, nämlich einen Zusammenbruch aller bisheriger Kontinuität. In diesem Zusammenhang erläutert Helmuth Figdor das Konzept der Verantworteten Schuld, welches geeignet scheint, die innere Not der Kinder zu verstehen und sichtbar zu machen. Denn darin liegt die wesentliche Voraussetzung für die Verarbeitung eines solch gravierenden Lebenseinschnittes, so dass Eltern hier erfahren, wie sie ihre Kinder gut begleiten können. Auch Pflegekinder sind mit der Erfahrung von Trennung konfrontiert, und zwar der von den leiblichen Eltern, in der Regel zum Schutz des Kindeswohls. Unser Gespräch verdeutlicht, dass auch diese Trennungserfahrung trotz bester Absichten potenziell traumatisierend sein kann und wie das Konzept der Verantworteten Schuld auch hier Haltungen verändert. Denn nicht selten führt die unbewusste Trennungswut der Kinder zu schweren Konflikten innerhalb der Pflegefamilien, die unverstanden zerstörerisch wirken und die Gefahr des Scheiterns und weiterer Traumatisierung in sich tragen. Schließlich teilt Helmuth Figdor mit uns noch seinen ganz persönlichen Blick auf die Diagnose ADHS und was daran so verführerisch erscheint.    Zur Vertiefung: Figdor, Helmuth (2012): PatientScheidungsfamilie. Ein Ratgeber für professionelle Helfer. Psychosozial-Verlag:Gießen Figdor, Helmuth (2017): ADHS-Eine fatale Verführung https://www.app-wien.at/images/doku/Figdor2017ADHS.pdf  https://www.app-wien.at/images/doku/hfigdor-publikationslistestandsept2018.docx https://www.app-wien.at/
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Folge 10 mit Marianne Rauwald: Transgenerative Weitergabe von Trauma im Kontext von Flucht und Migration
17.11.2025
49 Minuten
Transmission, Transgenerative Weitergabe von Trauma, Sequenzielle Traumatisierung, Psychoedukation, Parentifizierung, Ehrenamt, Care for Caregivers, Sekundäre Traumatisierung In der zehnten Episode unseres Podcasts haben wir mit Marianne Rauwald eine Expertin zu Gast, die als Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin seit vielen Jahren Menschen mit komplexen Traumatisierungen begleitet und behandelt. Dabei gibt sie berührende Einblicke in die zerstörerischen Folgen von Traumatisierung und die Möglichkeiten heilsamer Begegnungen. Im Gespräch erfahren wir, wie wichtig Präsenz und Offenheit in einer haltenden therapeutischen Beziehung sind, um traumatisierten Menschen zu helfen, sich zu öffnen, ihre erschütternden Erfahrungen zu teilen und Vertrauen wiederzugewinnen. Anschaulich illustriert Marianne Rauwald zudem die Mechanismen der transgenerativen Weitergabe von Trauma, wenn Eltern ihre überwältigende innere Not unbewusst an dieKindergeneration weitergeben, damals im Nachkriegsdeutschland und auch heute im Kontext von Migration und Flucht. Dass auch Helfersysteme – gerade im ehrenamtlichen Bereich – in Gefahr geraten, von den extremen Gefühlen und Bildern nach Kriegs- und Fluchterfahrungen überflutet zu werden, ist ein weiterer Aspekt unseres Gesprächs. Wir beleuchten, welche Schutzmaßnahmen Menschen vor den Folgen sekundärer Traumatisierung bewahren können. Zur Vertiefung: https://www.institut-fuer-traumabearbeitung.de/ http://ueber-grenzen.org/  Quindeau, I., & Rauwald, M. (2016).Transgenerationale Weitergabe von Traumatisierungen. In W. Weiß, T. Kessler& S. Gahleitner (Hrsg.), Handbuch Traumapädagogik (S. 385-393). Weinheim:Beltz.
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Folge 9 mit Olaf Schulz: Partizipative Haltung im Kinderschutz bewahren – Profession zwischen Wächteramt und Beziehungsorientierung
20.10.2025
1 Stunde 1 Minute
Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung,Hochstrittigkeit, Herausfordernde Beratungspraxis, Kinderbeistand In dieser Episode sprechen wir mit Olaf Schulz, Diplom-Sozialpädagoge, Mediator, Supervisor, systemischer Familientherapeut und Fachberater für Psychotraumatologie. Seit über zwei Jahrzehnten ist er in unterschiedlichen Rollen im anspruchsvollen Feld von Beratung und Kinderschutz tätig. Er ist Gründungsmitglied der Beratungsstelle „Lösungsweg“ in Potsdam, die heute in Trägerschaft des EJF weitergeführt wird. Seine spannende Berufsbiografie beginnt in der ehemaligen DDR, wo er sich, der eigenen Widerständigkeit folgend, zunächst für die Binnenschifffahrt ausbilden lässt. Nach dem Mauerfall studierte er Sozialpädagogik und sattelte Weiterbildung um Weiterbildung auf, um sich für die Arbeit mit hochbelasteten Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften ausreichend zu qualifizieren. Im Gespräch erfahren wir, warum es unumgänglich ist, Eltern im Kinderschutzkontext zu beteiligen und ihnen beziehungsorientiert zu begegnen, auch wenn Empörung und Verurteilung näher lägen.  In diesem Zusammenhang teilt OlafSchulz mit uns sein „Geheimnis“ gegen Mitempfindungsmüdigkeit, die sich gerade in der dauerhaften Auseinandersetzung mit schwer aushaltbaren Fällen oft als Schutzschild Bahn zu brechen droht. Vor dem Hintergrund der transgenerativen Weitergabe von Trauma sind Traumapädagogik und Kinderschutz zwei eng aufeinander bezogene Perspektiven. Und schließlich  überlegen wir gemeinsam, wie die Bedürfnisse von Kindern sogenannter hochstrittiger Eltern besser in den Blick geraten können und hören auch, wo die Erfahrungen als Matrose an Soziale Arbeit und professionelle Beratung anschlussfähig sind. Wer mehr wissen möchte, kann hier weiterlesen: https://www.ejf.de/einrichtungen/beratungsstellen/beratungsstelle-loesungsweg-teltow https://www.ejf.de/einrichtungen/beratungsstellen/beratungsstelle-loesungsweg-potsdam Schmid,M., Lang, B., Schröder, M. (2024). Traumapädagogische Konzepte im Kinderschutz und der öffentlichenJugendhilfe. Psychosozial-Verlag. (Einzelartikel). https://doi.org/10.30820/2752-2121-2024-4-35 Waterstraat, A. (2022). "Es ist alles ein großesDilemma." Hochkonflikthafte Trennungsfamilien - ein komplexes Phänomen (TeilI). In: EKFuL (Hrsg.): Fokus Beratung, Heft 38, S. 37-48. Waterstraat, A. (2022).“Es ist alles ein großesDilemma." Hochkonflikthafte Trennungsfamilien - ein komplexes Phänomen (TeilII). In: EKFuL (Hrsg.): Fokus Beratung, Heft 39, S. 44-55. Waterstraat, A. (2022). Vom Blick aufs Kind zur Stimme des Kindes. Der Kinderbeistand als Unterstützung und Sprachrohr im familiengerichtlichen Verfahren. In: Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ), Heft 9/10, 2022, S. 327-333. Waaterstaat, A. (2024). Das österreichische Konzept der Kinderbeistandschaft: Wie Kinder in Trennungskonflikten der Eltern wirklich eine Stimme bekommen. In:Trialog, Heft 24, S. 27-30.
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Folge 8 mit Bärbel Derksen: Frühe Belastungen - Frühe Hilfen
15.09.2025
1 Stunde 9 Minuten
Entwicklungspsychologie, Bindung, Schwangerschaft und Geburt, Frühe Hilfen, Schütteltrauma, Kinderschutz In Episode 8 von „Hilfe Trauma“ sprechen wir mit der Psychologin Bärbel Derksen. Sie ist Gründungsmitglied des Familienzentrums an der Fachhochschule Potsdam und dort sowohl wissenschaftlich als auch in der beraterischen Praxis tätig. Seit Bestehen des Bundesverbands Frühe Hilfen arbeitet sie zudem als Landesbeauftragte für Brandenburg. Im Laufe ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit hat sie selbst viel geforscht – unter anderem gemeinsam mit renommierten Kolleginnen wie Mechthild Papoušek und Christiane Ludwig-Körner. Ihr besonderes Interesse gilt der Entwicklungspsychologie und deren praktischer Relevanz für die Beratung und Unterstützung von Eltern, die – aus ganz unterschiedlichen Gründen – Schwierigkeiten haben, feinfühlig auf die Bedürfnisse ihrer Säuglinge und Kleinkinder einzugehen. Derksen beschreibt den Kern ihrer Arbeit als das Ermöglichen einer neuen Perspektive: Der Moment, in dem Eltern trotz eigener Zweifel oder Irritation den Mut fassen, sich Hilfe zu holen, markiert oft den Beginn eines neuen, heilsamen Blicks auf das eigene Handeln und Erleben. In diesem Zusammenhang sprechen wir über die Bedeutung sicherer Bindungserfahrungen in den ersten Lebensjahren, über frühe Anzeichen von Belastung bei Babys und wie Eltern und Fachkräfte unterstützend agieren können. Anschaulich teilt Bärbel Derksen mit uns ihre Praxiserfahrungen: Warum z.B. gerade stille Kinder in Krippe und Kita nicht übersehen werden dürfen, wie videobasierte Beratung wirkt und was Eltern hilft, wenn der Alltag mit dem Baby zur Herausforderung wird – all das erfahrt ihr in diesem spannenden Gespräch. Eine Folge, die nicht nur für Fachkräfte in Beratung, Frühförderung oder Kita von großem Interesse ist, sondern auch für Eltern in ganz unterschiedlichen Lebenslagen hilfreiche Impulse bietet. Weiterführende Tipps und Materialien: Derksen, Bärbel/Lohmann, Susanne (2013): Baby-Lesen. Die Signale des Säuglings sehen und verstehen. Hippokrates, 2. akt. Auflage Ludwig-Körner, Christiane (2025a). Die frühe Zeit. Forum der Psychoanalyse 41, 1–3 (2025). https://doi.org/10.1007/s00451-025-00574-2 Ludwig-Körner, Christiane (2025b). Psychoanalytische Konzepte der Prävention und Intervention in der frühenKindheit. Forum der Psychoanalyse 41, 1, 35-49. https://doi.org/10.1007/s00451-025-00577-z Papoušek, Mechthild (2001): Intuitive elterliche Kompetenzen.Ressource in der präventiven Eltern-Säuglings-Beratung und –psychotherapie. Verfügbar unter: https://www.liga-kind.de/fk-101-papousek/ https://www.fruehehilfen.de/ https://www.familienzentrum-potsdam.de/index.html
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Über diesen Podcast

Zu wenig Zeit zum Lesen, aber viele Fragen zum Thema Trauma in Kindheit und Jugend? Dann ist dieser Podcast genau das Richtige für dich! Wir tauchen tief in die Welt der Traumapädagogik ein, beleuchten Problemfelder und Lösungswege und zeigen, wie pädagogische Beziehungen als heilender Anker dienen können. Denn trotz aller Schwere gibt es Wege, sich einander feinfühlig anzunähern und Kindern durch korrigierende Erfahrungen einen Neustart zu ermöglichen. Praxisnah, fundiert und mit viel Herz – hör rein und lerne, wie du junge Menschen auf ihrem Weg unterstützen kannst!

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