Podcaster
Episoden
22.02.2026
27 Minuten
Beratungen buchen unter:
https://astro-via.com/astrologische-beratung-selbsterkenntnis-orientierung/
Diese Episode trägt den Titel „Schattenzündung – Sonnenfinsternis
im Wassermann“. Und sie ist bewusst nicht nur eine klassische
Deutung einer Finsternis, die bereits ein paar Tage zurückliegt.
Denn gerade bei Sonnenfinsternissen ist es spannend, im
Nachhinein zu beobachten, was sich tatsächlich gezeigt hat. Was
hat sich verschoben? Wo spürt man ein Kippen, einen Ruck,
vielleicht eine innere Neujustierung? Finsternisse wirken selten
nur punktuell – sie setzen Prozesse in Gang.
Astrologisch ist eine Sonnenfinsternis immer ein Neumond, aber in
einer besonderen Intensität. Der Mond schiebt sich zwischen Erde
und Sonne, das Licht wird verdeckt. Symbolisch geht es um
Verdichtung, Beschleunigung und das Sichtbarwerden von Themen,
die zuvor im Schatten lagen. Manchmal sind es äußere Ereignisse,
manchmal sehr persönliche Entwicklungen. Oft merken wir erst im
Rückblick, dass hier ein Wendepunkt markiert wurde.
Diese Finsternis fand auf 28 Grad Wassermann statt und stand im
Quadrat zu Uranus. Und genau das macht sie so elektrisierend.
Uranus regiert den Wassermann. Wenn er im Spannungsaspekt steht,
geht es um Freiheitsimpulse, um plötzliche Einsichten, um das
Bedürfnis auszubrechen. Besonders betroffen sind die späten Grade
der fixen Zeichen: Wassermann, Stier, Löwe und Skorpion. Wer dort
Planeten stehen hat, könnte diese Energie deutlicher spüren – als
innere Unruhe, als Reibung, als Wunsch nach Veränderung.
Wassermann unterscheidet sich grundlegend von seinem Gegenzeichen
Löwe. Während Löwe fragt: Wer bin ich?, definiert sich Wassermann
oft über Abgrenzung. So bin ich nicht. Es geht um Individualität,
um Andersartigkeit, um das Gefühl, nicht in das Gewohnte zu
passen. Das kann sich im Beruf zeigen, in Beziehungen oder im
eigenen Selbstverständnis. Vielleicht entsteht der Wunsch nach
mehr Freiraum. Vielleicht merkt man, dass man alte Rollen nicht
mehr tragen möchte. Vielleicht fühlt man sich plötzlich fremd im
eigenen Alltag.
Parallel dazu wirkt der Wechsel von Saturn in den Widder, wo er
auf Neptun trifft. Diese Konstellation erzeugt eine merkwürdige
Mischung aus Aufbruch und Nebel. Einerseits das Bedürfnis, neu zu
beginnen, sich zu behaupten, selbstbestimmt zu handeln.
Andererseits eine diffuse Erschöpfung, ein Gefühl von
Unsicherheit, von nicht klar sehen können. Diese Spannung bildet
den Hintergrund, vor dem die Finsternis wie eine Zündung wirkt –
eine Schattenzündung. Etwas wird angestoßen, auch wenn wir noch
nicht genau wissen, wohin es führt.
Viele Menschen berichten derzeit von erhöhter Reizbarkeit. Die
Nerven liegen blank. Kleine Bemerkungen treffen härter,
Entscheidungen fühlen sich schwerer an. Vielleicht ist das kein
Zufall. Wir leben in einer Zeit massiver digitaler
Beschleunigung. Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsfelder,
soziale Medien verkürzen Aufmerksamkeitsspannen, Vergleichsdruck
ist allgegenwärtig. Das Nervensystem steht unter Dauerstrom. Und
genau hier wird die Frage nach Selbstbestimmung akut.
In dieser Folge spreche ich auch darüber, wie leicht wir
beginnen, uns selbst zu optimieren. Mit Filtern, mit bearbeiteten
Bildern, mit künstlich erzeugten Versionen unserer
Persönlichkeit. Wie verführerisch es ist, eine makellose
Oberfläche zu präsentieren. Und wie schwierig es wird, sich
selbst ehrlich zu zeigen. Authentizität ist kein romantischer
Begriff mehr, sondern eine echte Herausforderung. Wer bin ich –
jenseits von Projektionen, Erwartungen und digitalen Spiegeln?
Das chinesische Neujahr im Zeichen des Feuerpferds verstärkt
diese Dynamik. Feuer steht für Identität, Mut und
Selbstbehauptung. Das Pferd bringt Tempo und Innovationskraft.
Diese Energie passt zur Widder-Betonung und erhöht den Druck,
etwas zu wagen. Gleichzeitig bremsen Saturn und Neptun. Aufbruch
und Müdigkeit stehen nebeneinander. Tempo und Nebel. Genau darin
liegt die Ambivalenz dieser Zeit.
#sonnenfinsternis2026 #astrologie2026 #saturnneptun
Mehr
08.02.2026
30 Minuten
Saturn trifft Neptun – wieder einmal. Diese Konjunktion hat uns
durch 2025 bereits intensiv begleitet, und jetzt steht sie erneut
bevor. Neptun wartet geduldig, Saturn springt in den nächsten
Tagen über die kosmische Schwelle in den Widder und holt ihn ein.
Und genau darüber spreche ich in dieser Folge: über Saturn, über
Neptun – und darüber, warum gesellschaftlich gerade so viel
Erschöpfung in der Luft liegt. Dieses diffuse Grummeln. Diese
Müdigkeit, die tiefer geht als nur „zu wenig geschlafen“.Außerdem
beginne ich am 14. März eine neue Astro-Lounge-Reihe zum Thema
Saturn: Saturn in Zeichen, Häusern, Aspekten, Beziehungen. Ein
Kernthema im Horoskop. Wer mitarbeiten möchte, kann mich gerne
kontaktieren.In den letzten Wochen habe ich über 100 Stunden
Webinar-Material aus zehn Jahren gesichtet, geschnitten, neu
strukturiert. Daraus ist ein modulares Lernangebot entstanden:
Wer bestimmte astrologische Themen vertiefen möchte – Aspekte,
Häuserherrscher, Uranus, Neptun oder andere Planeten – kann
Webinaraufzeichnungen erwerben und zusätzlich Einzelstunden
buchen. Ein flexibles Format für alle, die gezielt Lücken
schließen möchten.Saturn–Neptun steht für Erschöpfung und
Desillusionierung – aber auch für Verantwortung im Mitgefühl.
Neptun möchte verschmelzen, träumen, hoffen. Saturn setzt
Grenzen, strukturiert, prüft Realität. Wenn diese beiden
zusammenkommen, entsteht Druck. Man dreht ein bisschen hohl.
Sehnsucht trifft auf Begrenzung. Idealismus auf
Ernüchterung.Gerade nach Neptun in den Fischen – einer Phase, die
uns zwischen Ekstase und Verlorenheit pendeln ließ – wirkt Saturn
wie der Kater am nächsten Morgen. Und jetzt, mit dem Übergang in
den Widder, glauben viele: Neustart, alles wird neu. Ich sehe das
differenzierter. Widder bringt Energie, ja. Aber auch
Konfrontation. Druck. Eigenverantwortung.Besonders betroffen sind
alle mit Planeten oder Achsen auf den ersten Graden kardinaler
Zeichen (Widder, Krebs, Waage, Steinbock). Hier kann sich der
innere Konflikt zuspitzen: Ich bin ausgelaugt – und gleichzeitig
sagt eine Stimme: „Reiß dich zusammen.“In meinen Beratungen
arbeite ich stark erdend. Listen machen. Ziele definieren.
Realistische Schritte planen. Nicht von Enttäuschung zu Traum zu
Enttäuschung taumeln, sondern regulieren. Verantwortung
übernehmen. Sich selbst führen.Ein großes Thema ist auch
künstliche Intelligenz. Der Algorithmus weiß längst, was uns
interessiert. Überall tauchen Angebote auf: „Lass die KI dein
Buch schreiben, deine Kurse erstellen, Millionär werden ohne
Aufwand.“ Die Botschaft schwingt mit: Wer noch selbst denkt und
arbeitet, ist dumm.Das erzeugt Stress. Filtergesichter,
künstliche Stimmen, austauschbare Werbung – eine neptunische
Welt, die sich selbst berauscht. Und Saturn fragt: Was ist echt?
Wo ist Substanz?Ich plädiere für Ecken und Kanten. Für
Authentizität. Für wackelige, aber echte Präsenz. Wir hungern
nach echten Begegnungen. Nach Inhalten mit Haltung. Nach
Menschen, die etwas Persönliches sagen.Saturn und Neptun können
auch konstruktiv wirken: Trost plus Struktur. Mitgefühl plus
Verantwortung. Wie in einer Kirchengemeinde, in der Menschen Halt
suchen. Oder im Freundeskreis, wenn man aktiv Kontakt aufnimmt,
statt auf den ersten Schritt des anderen zu warten.Es geht um
Balance: Anspannen und Entspannen. Arbeiten und Innehalten.
Verantwortung übernehmen – ohne sich auszubrennen.Astrologisch
gesehen stehen wir an einer Schwelle. Historisch erinnert Neptun
im Widder an Phasen missionarischer Expansion. Aber auf
globalpolitische Prozesse haben wir wenig Einfluss. Auf unser
eigenes Leben schon.Saturn ist die Zeit. Der Körper. Die
Endlichkeit. Neptun ist die Ahnung von Ewigkeit. Beides stimmt.
Und genau in dieser Spannung leben
wir.#SaturnNeptun#SaturnImWidder#NeptunImWidder#PsychologischeAstrologie#Identitätskrise
Mehr
24.01.2026
31 Minuten
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit einem Thema, das in
der Astrologie gerade große Wellen schlägt: Neptun in Widder.
Dies ist ein Transit, der viele spannende und auch
herausfordernde Themen aufwirft. Es gibt jede Menge Hoffnungen
und Chancen, die mit diesem Transit verbunden sind, aber auch
ebenso viele Ängste und Befürchtungen. Wie immer bei Neptun: Es
ist wichtig, alle Perspektiven zu betrachten, bevor wir zu
schnellen Schlussfolgerungen kommen. Ich versuche in dieser Folge
diese verschiedenen Facetten zu beleuchten.Neptun in Widder
läutet einen Prozess ein, den wir alle persönlich spüren können,
auf gesellschaftlicher und individueller Ebene. Es ist der Beginn
eines langsamen Wandels, ein energetischer Neustart, der uns dazu
einlädt, unsere Visionen zu hinterfragen und neu zu definieren.
Doch genauso wie es große Chancen für uns als Menschheit gibt,
können auch Enttäuschungen und Konflikte auftreten. Neptun will
uns dazu anregen, Visionen zu entwickeln, aber auch Illusionen
und idealisierte Vorstellungen zu entlarven, damit wir uns nicht
in der Täuschung verlieren.Ein wichtiger Punkt, den wir im
Zusammenhang mit diesem Transit immer berücksichtigen müssen, ist
der größere astrologische Kontext. Neptun ist ein langsamer
Planet, und wie alle Langsame-Läufer müssen wir uns bewusst sein,
dass seine Wirkungen über einen langen Zeitraum entfaltet werden.
Neptun braucht ca. 165 Jahre, um einmal durch den Zodiak, es geht
also um tiefere, subtile, langsam wirkende Themen. Dabei ist es
wichtig, dass wir auch die anderen Langsamläufer wie Pluto und
Uranus mit berücksichtigen. Pluto im Wassermann hat in den
letzten Jahren große gesellschaftliche Umbrüche ausgelöst und uns
die Themen Individualität, Rechte und Freiheit näher gebracht.
Demokratie und Humanismus werden auf den Kopf gestellt. Der
Pluto-Transit im Wassermann ist eine wichtige Grundlage für die
Zeit, in der wir uns gerade befinden. Es geht darum, die
bestehenden Strukturen und Systeme infrage zu stellen und zu
sehen, wie sich das Bild des „Mensch-Seins“ in einer zunehmend
digitalisierten Welt verändert. Hier geht es um die Frage, was
uns als Menschen ausmacht und wie wir uns als Individuen
innerhalb einer Gesellschaft begreifen.Der Eintritt von Neptun in
Widder im März 2025 war ein bedeutender Moment für uns alle. Wenn
du also wichtige Planeten in den ersten Gradzahlen der kardinalen
Zeichen (Widder, Waage, Krebs, Steinbock) hast, dann wird dieser
Transit dich besonders ansprechen. Widder ist ein Zeichen, das
für Mut, Neuanfang und Selbstbehauptung steht. Ein idealer
Zeitpunkt, um die eigenen Visionen zu hinterfragen und sich zu
fragen: Was will ich wirklich? Neptun wird euch auffordern, eure
Vorstellungen von Erfolg, Selbstverwirklichung und eure
Lebensziele zu hinterfragen. Habt ihr euch vielleicht zu sehr in
eine Idealisierung eines Traums oder Ziels verrannt? Wo hast du
dich vielleicht getäuscht oder enttäuscht? Neptun lädt uns immer
dazu ein, uns von falschen Illusionen zu befreien und die
Realität zu sehen. Vielleicht erkennst du, dass ein langfristiger
Traum nicht mehr zu dir passt, oder du fühlst dich in deinem
aktuellen Lebensweg blockiert. Doch statt in Enttäuschung zu
versinken, geht es darum, neue Visionen zu entwickeln und sich
mutig auf einen neuen Weg zu begeben.Ein weiteres bedeutendes
Thema, das Neptun in dieser Zeit anspricht, ist die digitale
Revolution. Durch das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz und
sozialen Medien haben wir die Möglichkeit, uns selbst und unsere
Welt in einer Weise darzustellen, die in der Vergangenheit
unvorstellbar war. Doch diese neue Ästhetik hat auch ihren Preis.
Neptun im Widder wird uns möglicherweise dazu auffordern, über
die Authentizität in einer digitalen Welt nachzudenken. Wir leben
in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, zwischen echten
und künstlich erschaffenen Bildern und Stimmen zu unterscheiden.
Mehr
03.01.2026
35 Minuten
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Astromanie. Heute
geht es um Chiron. Um den verwundeten Heiler. Und vor allem
darum, wie ich mit Chiron im Horoskop arbeite. Nach meinem
Verständnis hat Chiron sehr viel mit Intimität zu tun. Mit Trost.
Und mit der Frage, wie wir mit unseren Wunden leben – und wie nah
wir anderen Menschen mit ihnen kommen dürfen.Warum also Chiron?
Zum einen, weil im Januar im Rahmen meiner Astro-Lounge eine
dreiteilige Chiron-Reihe startet. Zum anderen, weil ich bei
berühmten Persönlichkeiten immer wieder sehe, wie deutlich Chiron
biografisch wirkt. Ein aktuelles Beispiel ist Brigitte Bardot.Sie
wird bis heute als Ikone gefeiert: schön, sinnlich, unvergessen.
Gleichzeitig war sie zutiefst verbittert, homophob, voller Hass,
politisch radikalisiert. Auch die Beziehung zu ihrem einzigen
Sohn war von Ablehnung geprägt. Und dennoch engagierte sie sich
mit großer Hingabe für den Tierschutz. Im Horoskop finden wir
Chiron im sechsten Haus – unter anderem das Haus der Haustiere –
auf ihrem Zwillingsmond. Diese Verschiebung von Fürsorge auf
einen Bereich und radikale Abwendung von Menschen begegnet mir
immer wieder. Tiere als Projektionsfläche für Liebe, weil die
Enttäuschung über Menschen zu groß geworden ist.Damit sind wir
beim Mythos Chiron. Entdeckt wurde er 1977, in einer Zeit großer
gesellschaftlicher Umbrüche. Mythologisch ist Chiron ein
Zwitterwesen, halb Mensch, halb Pferd. Gezeugt von Kronos, der
sich in Pferdegestalt einer Nymphe näherte. Diese schämte sich
für das Kind und verstieß es. Chiron wuchs zurückgezogen auf,
entwickelte heilerische Fähigkeiten, wurde Lehrer vieler Helden –
und blieb doch selbst unheilbar verwundet. Seine Wunde heilte nie
vollständig. Sie wurde immer wieder aktiviert.Astrologisch zeigt
Chiron genau dort im Horoskop eine Verletzung, die tief sitzt.
Eine Wunde, die oft nicht offen sichtbar ist, sondern
kompensiert, überdeckt oder verleugnet wird. Gerade in einer
Leistungsgesellschaft ist wenig Raum für Schwäche. In meiner
Arbeit frage ich deshalb immer: Wie wurde mit dieser Wunde in der
Kindheit umgegangen? Gab es Trost oder Scham? Mitgefühl oder
Verdrängung?Ich sage oft: Dort, wo Chiron steht, liegt das größte
Potenzial für Intimität. Und Intimität hat nichts zwangsläufig
mit Sexualität zu tun. Man kann Sex haben und dabei vollkommen
unberührt bleiben. Intimität entsteht dort, wo man sich zeigen
darf – mit Unsicherheit, mit Narben, mit Dingen, für die man sich
schämt. Ohne bewertet zu werden. Ohne Mitleid. Sondern mit echtem
Mitgefühl.In der Paartherapie arbeite ich genau damit. Hinter
Reizbarkeit, Bissigkeit oder Rückzug liegt fast immer ein Gefühl
von Hilflosigkeit oder Angst. Wenn Menschen sich trauen, diese
Ebene zu zeigen, entsteht Verbindung. Besonders dann, wenn sich
ähnliche Chiron-Themen begegnen. Ich nenne das gern: gemeinsam
Wunden lecken. Wie Tiere es tun, wenn sie verletzt sind. Oder wie
Narben, die verheilen – oder manchmal noch einmal geöffnet werden
müssen, damit sie richtig zusammenwachsen.Chiron steht zwischen
Saturn und Uranus. Zwischen Körper und Geist. Seine Umlaufzeit
beträgt etwa 50 Jahre, seine Bahn ist hoch elliptisch. Er ist ein
Grenzgänger – astrologisch wie symbolisch.Je nach Element zeigt
sich die Wunde unterschiedlich: In Feuerzeichen geht es um
Identität und Selbstwert, oft überkompensiert durch Stärke. In
Erdzeichen um Sicherheit, Körperlichkeit und Halt. In Luftzeichen
um Nähe, Distanz und Verstehen. In Wasserzeichen um tiefe
emotionale Verletzungen, Angst vor Verlust oder Ohnmacht.Zum
Schluss noch der Hinweis auf meine dreiteilige Chiron-Reihe in
der Astro-Lounge: Am 10. Januar geht es um Chiron in den zwölf
Häusern, am 14. Februar um Chiron-Aspekte und am 14. März um
Chiron in Beziehungen. Alle Termine werden aufgezeichnet, man
kann also auch später einsteigen. Alle Infos und die Anmeldung
findet ihr auf meiner Webseite
unterhttps://astro-via.com/astrologie-lerngruppe-astrolounge-horoskopdeutung/
Mehr
20.12.2025
32 Minuten
Herzlich willkommen zu Folge 31. Warum ist dieser letzte Neumond
des Jahres 2025 ein bisschen bittersüß? Weil er zwar im
optimistischen Zeichen Schütze stattfindet, aber ein unbequemes
Quadrat von Neptun bekommt. Der Schütze will höher, schneller,
weiter, er will glauben, hoffen, planen, wachsen. Neptun dagegen
bringt Sehnsucht, Vernebelung, Illusion und Desillusionierung.
Und genau dieses Spannungsfeld nehmen wir heute unter die Lupe.
Jupiter steht für Visionen, Sinn, Weite und das
Glücksversprechen, dass es „schon gut gehen wird“. Beim Schützen
passt das perfekt. Da ist dieses Bild vom Zentauren mit Pfeil und
Bogen: Der Pfeil fliegt ins Universum, wir sehen nicht, wo er
ankommt, und manchmal geht es genau darum. Nicht um das Ziel,
sondern um die Reise. Feuer muss brennen. Es gibt in diesem
Zeichen eine Selbstverständlichkeit, fast so ein „Die Welt ist
meine Auster“. Und zugleich ist in diesem Optimismus immer auch
die Möglichkeit von Ernüchterung eingebaut.
Fische ist feiner, ambivalenter, widersprüchlicher. Es sind zwei
Fische, die in entgegengesetzte Richtungen schwimmen und doch
verbunden bleiben. Da ist der Wunsch nach Auflösung, nach dem
Entkommen aus dem Alltag, nach Erlösung. Fische hat viel mit
Träumen, Visionen, Kreativität und Mitgefühl zu tun, aber auch
mit Selbstaufgabe. Neptun verstärkt diese doppelte Bewegung:
Verzauberung und Enttäuschung liegen nah beieinander. Täuschung
und Enttäuschung sind zwei Seiten derselben Münze. Und genau das
ist die Botschaft dieses Quadrats: Pass auf, wo du dich zu leicht
verführen lässt. Pass auf, wo Hoffnung unrealistisch wird.
Ich kenne diese Dynamik auch persönlich. In meinem Horoskop steht
Neptun im Quadrat zu Jupiter, und mein Vater hat mich als Kind
oft „Traumtänzer“ genannt. Ich konnte wunderbar abdriften, in
Hörspiele, Filme, Fantasiewelten. Und ehrlich gesagt: Das machen
wir alle. Wir tauchen ein, wir projizieren, wir knüpfen an Bilder
Gefühle. Und in meiner Arbeit als Paartherapeut und
astrologischer Berater sehe ich täglich, wie stark dieses Thema
ist. Menschen kommen mit Plänen, Sehnsüchten, Hoffnungen.
In Beziehungen zeigt sich Jupiter-Neptun oft als Idealbild: die
große Liebe, der Seelenverwandte, dieses „bis dass der Tod uns
scheidet“. Aber je größer das Ideal, desto größer die Fallhöhe.
Enttäuschungen entstehen manchmal aus winzigen Situationen. Einer
sagt: „Ich habe dir doch den Tisch repariert, ich war einkaufen,
ich habe mich da durchgequält, nur dir zuliebe.“ Und der andere
denkt: „Ich will nicht, dass du es mir zuliebe machst, ich will,
dass du es gern machst.“ Oder jemand kündigt eine Überraschung
an, und am Ende ist es etwas Banales. Gut gemeint, aber schlecht
gelesen. Dann kippt Liebe in Frust, weil Erwartungen nicht
übereinstimmen.
Was hilft in diesem neptunischen Gelände? Selbstklärung. Ich
arbeite gern mit Schulz von Thun: Jede Nachricht hat mehrere
Ebenen. Besonders wichtig ist die Selbstkundgabe. Statt „Guck
mich nicht so böse an“ lieber: „Ich werde unsicher, wenn ich
deinen Blick nicht deuten kann.“ Das ist weniger Angriff und mehr
Verbindung. Es entwirrt den Kuddelmuddel, bevor er sich
festzieht.
Und genau deshalb passt dieser Neumond so gut ans Jahresende. Wir
sind oft ausgelaugt, zwischen Weihnachten und Silvester schwingen
Hoffnung und Müdigkeit gleichzeitig. Wir ziehen Bilanz: Was war
schön? Was war bitter? Wo habe ich mich getäuscht? Was ist
trotzdem kostbar gewesen? Vielleicht ist das die stille Einladung
dieses Neumonds: Träume nicht wegwerfen, aber sie erden. Ideale
nicht verteufeln, aber sie entkleben. Und die kleinen, echten
Dinge mitnehmen, die uns wirklich tragen.
Zum Schluss noch einmal der Hinweis auf den Astro Evolution
Kongress vom 2. bis 11. Januar. Kostenlos während des Kongresses,
und wer möchte, kann den Premiumzugang für 59 Euro buchen. Ich
spreche über den Deszendenten und seinen Herrscher. Link in den
Show Notes. Ich wünsche euch viel Freude beim Zuhören.
Mehr
Über diesen Podcast
ASTROMANIE ist mein ganz persönlicher Astro-Podcast. Ich bin Martin
Sebastian Moritz, Psychologe und Astrologe mit 30 Jahren Erfahrung.
Hier teile ich mit dir meine ganz persönliche Sicht auf die Welt
der Astrologie. Ich erkläre Horoskope und deute Planetenzyklen und
was die jeweilige Zeitqualität für uns bedeuten mag. Astrologie ist
eine faszinierende Symbolsprache, die es lohnt, zu ergründen. Mein
Stil ist sehr persönlich, mit Tiefgang und einer Prise Humor. Wenn
du dich beraten lassen möchtest oder an Ausbildung interessiert
bist, dann klicke hier: https://astro-via.com/
Kommentare (0)