Wir streiten über das, was Deutschland bewegt
Podcaster
Episoden
16.07.2026
41 Minuten
Serap Gülers Vater sprach bis zu seinem Lebensende nur gebrochenes Deutsch. Trotzdem, so die Staatsministerin des Auswärtigen Amts, sei er besser integriert gewesen als viele Migranten, die fliessend Deutsch sprächen. Gülers Vater kam 1968 als türkischer Gastarbeiter ins Ruhrgebiet und arbeitete fast 40 Jahre als Bergmann unter Tage. «Das war seine Heimat, und im Türkischen sagt man: Ich lasse auf etwas, was mir ganz lieb ist, kein Staubkorn aufkommen», erzählt Güler in dieser Folge von «NZZ Machtspiel». Für Güler zeigt sich eine gelungene Integration vor allem durch eine klare Verbindung zu den Werten des Landes. Trotzdem brauche es auch die nötige Infrastruktur – Jobs, Schulbildung, Sprachkurse und Begleitung für traumatisierte Flüchtlinge. «Und damit das weder die Menschen, die kommen, noch die Gesellschaft, die aufnimmt, herausfordert und das wirklich auch im humanistischen Sinne funktioniert, braucht es eine Zahl, die die Infrastruktur trägt. Und wir waren längst drüber», so Güler. Die Migrationswende der Regierungskoalition sei deshalb richtig gewesen, erklärt sie im Gespräch mit Beatrice Achterberg, diesmal vor besonderer Kulisse bei der Brost-Stiftung in Essen. Im Wohnzimmer der verstorbenen Verlegerin Anneliese Brost und vor Publikum diskutieren die beiden auch über Bürokratie beim Wohnungsbau, den Bundeshaushalt, ein mögliches AfD-Verbot und die gegenwärtigen Herausforderungen in der Innen- und Aussenpolitik. Gast: Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt Host: Beatrice Achterberg, Redaktorin NZZ Deutschland Foto Serap Güler: André Krass Redaktion: Dominik Schottner Produktion: Sarah Ziegler [Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen.](https://probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&utm_medium=podcast&utm_campaign=0726_NZZCH_Podcast) Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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09.07.2026
39 Minuten
Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Reiner Holznagel hauptberuflich mit Steuern und Abgaben: Als Präsident des Bundes der Steuerzahler ist er für die einen der hartnäckigste Mahner gegen einen immer größeren Staat, für die anderen ein Lobbyist für niedrige Steuern. Mit seinem Verein setzt sich Holznagel dafür ein, dass der Staat die Bürger nicht übermäßig belastet, sparsam mit Steuergeld umgeht und klug investiert. In dieser Woche hat die Bundesregierung ihren Haushaltsentwurf für 2027 beschlossen. Geplant ist eine Neuverschuldung von knapp 110 Milliarden Euro, mit den Sondervermögen kommt man auf fast 200 Milliarden Euro. Die Episode wirft die Frage auf, was der Haushalt über den Zustand Deutschlands aussagt. Aus Holznagels Sicht sind nicht fehlende Einnahmen das Problem, sondern schlecht organisierte Ausgaben. Daher plädiert er dafür, vor allem die staatlichen Kapazitäten bei Planung und Preiskontrolle aufzustocken. Gast: Rainer Holznagel, Präsident Bund der Steuerzahler Host: Florian Eder, Chefredaktor NZZ Deutschland Redaktion: Dominik Schottner, Max Kuball [Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen.](https://probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&utm_medium=podcast&utm_campaign=0726_NZZCH_Podcast) Weiterführende Informationen zu dem Thema der Folge: Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums: ["Bundeshaushalt 2027 - Für ein starkes und krisenfestes Deutschland"](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/07/2026-07-06-regierungsentwurf-bundeshaushalt-2027.html) Bund der Steuerzahler zum Haushalt 2027: ["210 Milliarden neue Schulden – und das im Eiltempo!"] (https://www.steuerzahler.de/aktuelles/detail/210-milliarden-neue-schulden-und-das-im-eiltempo/?cHash=c3f8717a32715292db69063918594d43&L=0) Ein Welt-Artikel zum Haushalt 2027: ["'Müssen drei Jahrzehnte aufholen' – Klingbeil rechtfertigt neue Verteidigungsschulden"] (https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a4bc990b2ab39bc4a323288/haushalt-2027-muessen-drei-jahrzehnte-aufholen-klingbeil-rechtfertigt-neue-verteidigungsschulden.html) Reiner Holznagel im ZDF-Interview: ["'Wir erleben eine Selbstverherrlichung von Reformpaketen'"] (https://www.zdfheute.de/video/phoenix-vor-ort/phoenix-wir-erleben-eine-selbstverherrlichung-von-reformpaketen-100.html) Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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02.07.2026
47 Minuten
Am 4. Juli 2026 findet in Erfurt der Parteitag der Alternative für Deutschland statt. In der Landeshauptstadt Thüringens werden, wie schon bei früheren AfD-Versammlungen, grosse Gegenproteste erwartet – für die AfD selbst könnten bereits die damit verbundenen medialen Bilder zum ersten Erfolg des Wochenendes werden. Vor den wichtigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin dient der Bundesparteitag aber auch als Standortbestimmung: Wer führt die Partei eigentlich wirklich - der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke oder die beiden Bundessprecher Alice Weidel und Tino Chrupalla? Darüber spricht NZZ-Deutschland-Redaktorin in dieser Folge mit dem Politikjournalisten und Autor Martin Debes vom "Stern", selbst Thüringer und exzellenter Kenner der AfD-Machttektonik. Gast: Martin Debes, Journalist und Autor Host: Beatrice Achterberg, NZZ-Deutschland-Redaktorin Redaktion: Utz Dräger, Dominik Schottner [Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen.](https://probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&utm_medium=podcast&utm_campaign=0726_NZZCH_Podcast) Weiterführende Links zum Thema: Martin Debes erzählt in seinem Buch [Deutschland der Extreme](https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-digital/deutschland-der-extreme/978-3-8412-3502-2), wie Thüringen schon einmal zum Experimentierfeld extremer politischer Strömungen wurde. Wie tickt Jean-Pascal Hohm, der Chef der AfD-Nachwuchsorganisation "Generation Deutschland"? Die Antwort liefert er [im Interview](https://www.nzz.ch/deutschland/wenn-wir-irgendwann-allein-regieren-haben-wir-keine-ausreden-mehr-sagt-afd-jugendchef-jean-pascal-hohm-ld.10009910) mit Beatrice Achterberg. Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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25.06.2026
42 Minuten
Für Ihr Buch "Wir verlieren dieses Land" hat die Journalistin Liv von Boetticher mit Polizeibeamten aus allen Bundesländern sowie verschiedenen Hierarchieebenen gesprochen. Aus den Gesprächen ist ein Stimmungsbild entstanden, wie Polizistinnen und Polizisten auf ihre Arbeit blicken - mit besonderem Fokus auf Kriminalität und Migration. Die Episode geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass Straftaten heute vergleichsweise geringe Konsequenzen haben. Nach von Boettichers Analyse hat die heutige Entwicklung mit der EU-Osterweiterung begonnen: Um den europäischen Gedanken nicht zu beschädigen, sei Kriminalität nicht thematisiert und seien Tätergruppen nicht benannt worden. Gast: Journalistin und Autorin Liv von Boetticher Host: NZZ-Deutschland-Redaktorin Beatrice Achterberg Redaktion: Hanna Ender, Max Kuball Lust auf noch mehr digitale Inhalte der NZZ? [Probier's drei Monate aus.(https://abo.nzz.ch/25077808-2/)] Weiterführende Informationen zu dem Thema der Folge: ["Wir verlieren dieses Land. Polizisten erzählen, worüber niemand offen spricht"(https://www.deutscherwirtschaftsbuchverlag.com/products/wir-verlieren-dieses-land)] Das ["Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung 2024"] findet ihr hier: (https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_2024.html?nn=62336) Ein Focus-Artikel zum Thema ["Clans wollen viele Babys, um 'Krieg gegen Polizei' zu gewinnen"]: (https://www.focus.de/panorama/clan-experte-sehen-deutschland-als-beutegesellschaft_bfb2ec00-d865-437f-a454-8627ab7e3f7a.html) ["Eine Reportage zeigt, wie gerne afghanische Flüchtlinge ihre Heimat besuchen"](https://www.nzz.ch/international/urlaub-im-land-aus-dem-man-floh-eine-reportage-ueber-afghanische-asylmigranten-ld.1843902) ["Steigert Migration die Kriminalität? Ein datenbasierter Blick"](https://www.ifo.de/publikationen/2025/aufsatz-zeitschrift/steigert-migration-die-kriminalitaet-ein-datenbasierter-blick) Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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18.06.2026
48 Minuten
Der Journalist und Autor Ulf Poschardt analysiert in seinem neuen Buch "Bückbürgertum", warum Liberale und Konservative in Deutschland seiner Ansicht nach kulturelle Kämpfe immer wieder kampflos aufgegeben haben. Er spart dabei nicht mit scharfer Kritik an prominenten politischen Figuren wie Friedrich Merz und Angela Merkel, die er als symptomatisch für dieses Phänomen sieht. Darüber hinaus wirft die Episode einen Blick auf aktuelle gesellschaftliche Debatten. Poschardt teilt seine provokanten Ansichten zur deutschen Staatsquote, zur Brandmauer gegenüber der AfD und erklärt auf Basis von Kommunikationstheorien, warum Ausgrenzung im Diskurs für ihn der falsche Weg ist. Gast: Journalist und Autor Ulf Poschardt Host: NZZ-Deutschland-Redaktorin Beatrice Achterberg Redaktion: Utz Dräger, Dominik Schottner Lust auf noch mehr digitale Inhalte der NZZ? [Probier's drei Monate aus.](https://abo.nzz.ch/25077808-2/) Weiterführende Informationen zu dem Thema der Folge: ["Bückbürgertum"](https://westendverlag.de/Bueckbuergertum/2443) von Ulf Poschardt ["Das Shitbürgertum ist schon wahnsinnig nervös" ](https://www.nzz.ch/feuilleton/das-shitbuergertum-ist-schon-wahnsinnig-nervoes-weil-seine-rolle-schwindet-darueber-zu-entscheiden-was-demokratie-ist-und-was-nicht-ld.1866343) Ein NZZ Artikel zu Ulf Poschardts Bestseller Buch "Shitbürgertum". ["Ist Deutschlands Meinungsfreiheit nur mit der Kettensäge zu retten?" ](https://www.nzz.ch/podcast/ist-deutschlands-meinungsfreiheit-nur-mit-der-kettensaege-zu-retten-ulf-poschardt-ld.1899509) Ulf Poschardt, 2025 zu Gast bei "Machtspiel". ["Die Mechanikerin der Macht"](https://www.nzz.ch/feuilleton/angela-merkels-memoiren-authentisch-aber-ohne-selbstkritik-ld.1859975), ein NZZ-Artikel über die Memoiren von Angela Merkel. ["Welche Freiheit wollen wir?"](https://www.youtube.com/watch?v=YPcJgFhrIf8) Ulf Poschardt im Gespräch mit dem Verfassungsrechtler Christoph Möllers. Feedback und Kontakt zur Redaktion: machtspiel@nzz.de
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Über diesen Podcast
Die Debatten in Deutschland laufen oft gleichförmig, egal ob es um
Migration, Wirtschaft oder die AfD geht. Im Politik-Podcast
«Machtspiel» debattiert NZZ Deutschland-Redakteurin Beatrice
Achterberg mit Gästen, die auch mal unbequem sein dürfen.
Faktenbasiert und meinungsstark. «Machtspiel» ist eine Kooperation
zwischen NZZ und Brost-Stiftung. Fragen und Feedback gerne an:
machtspiel@nzz.de
Kommentare (1)
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leider ist kein wirkliches Machtspiel, kein Streitgespräch erkennbar. Eher gegenseitige Beweihräucherung. wie kann gesagt werden, eine Koalition zwischen CDU und Grünen wäre nicht möglich, wenn eine aktuelle Außenministerin schon genau die CDU Linie fährt? Der Anteil Realos bei den Grünen ist weitaus höher als der Linke. Wieso wird gesagt, die Aussage der Altkanzlerin hätte keinen Einfluss innerhalb der CDU? Irgendwie sehr schlecht recherchiert und recht flach, das ganze...