Podcaster
Episoden
05.02.2026
1 Minute
Oper von Dmitri Schostakowitsch
Libretto von Alexander G. Preis und vom
Komponisten
Nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolaj S.
Leskow
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Katerina Ismailowa ist eine junge, unglücklich verheiratete und
zutiefst einsame Frau in der russischen Provinz. Ihr reicher
Ehemann Sinowi ist unfähig zu lieben und ohnehin meistens auf
Reisen, während der tyrannische Schwiegervater Boris ihr das
Leben zur Hölle macht. Sie lebt in einer Welt voller Zwänge und
Grausamkeiten. Ein Ausweg scheint sich zu eröffnen, als sie dem
Arbeiter Sergej begegnet und sich in eine Affäre mit ihm stürzt.
Diese Flucht aus ihrer despotischen und grausamen Bürgerlichkeit
fordert jedoch Opfer, die mit dem Mord an Schwiegervater und
Ehemann beginnen und mit Deportation und Tod enden.
Katerinas Kampf um ein glücklicheres Leben schließt das Verlangen
nach sexueller Erfüllung ein – die drastische Darstellung dieses
Moments führte zum langjährigen Verbot der Oper in der
Sowjetunion. Wie weit darf ein Mensch gehen, um sich aus
unwürdigen Verhältnissen zu befreien? Eine Frau wird zur Mörderin
und doch gelten ihr die Sympathien, zumindest des Komponisten,
der in seiner Partitur alle Gefühlsebenen meisterhaft auslotet
und neben tragischer Heftigkeit auch das Groteske, Satirische zu
Wort kommen lässt.
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22.01.2026
1 Minute
Musical in zwei Akten
Musik von Tom Kitt
Buch und Gesangstexte von Brian Yorkey
Deutsch von Titus Hoffmann
»Next to Normal« erzählt die Geschichte einer »fast normalen«
Familie, in der gemeinsam gefrühstückt, gestritten und gefeiert
wird. Doch der Ersteindruck trügt. Diana, die Mutter, leidet an
einer bipolaren Störung und wird immer wieder von ihrer
Vergangenheit eingeholt, was das Familienleben auf eine harte
Probe stellt. Die Familie steht hinter ihr und unterstützt sie
bei ihren Therapieversuchen, gleichzeitig bröckelt die Fassade.
Zwischen Medikamenten, Therapie und schmerzhaften Erinnerungen
entfaltet sich eine ergreifende Geschichte über Liebe, Verlust
und dem Wunsch nach »Normalität«.
Das Stück zeichnet das intime Porträt einer Familie und ihrem
Umgang mit Verlust, Krankheit und Trauer. »Next to Normal« bringt
die extremen Gefühlsschwankungen einer bipolaren Störung auf die
Bühne. Entsprechend groß ist auch die musikalische Bandbreite des
Stücks: Von einfühlsamen Balladen bis zu mitreißenden Songs mit
großen Musical-Finali bringt »Next to Normal« die ganze Klaviatur
menschlicher Emotionen zum Klingen.
Das Musical war in den USA ein außerordentlicher Erfolg und wurde
für elf Tony Awards nominiert, erhielt mehrere Kritikerpreise und
den Pulitzer-Preis 2010, der nur äußerst selten an eine
Musicalproduktion vergeben wird.
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09.01.2026
1 Minute
Drei choreografische Uraufführungen
Im Demo-Mode kann man die technischen Fähigkeiten von Geräten
ausprobieren, ohne sie wirklich zu benutzen. Die Idee der
Demokratie fand erstmals Erwähnung bei Herodot um ca. 430 v.
Chr., nachdem diese Staatsform bereits einige Jahrzehnte
praktiziert worden war. Wer dann per Definition zum »regierenden
Volk« zugeordnet wird, war und ist historisch veränderlich. Die
neuen Werke des Ballettabends beschäftigen sich mit
unterschiedlichen Aspekten zum Thema Demokratie.
Wir können uns so glücklich schätzen: sprechen zu können, ohne zu
flüstern, wählen zu können, ohne Angst, zu debattieren, ohne uns
zu verstecken, herauszufordern – einfach wir selbst zu sein. In
seiner neuen Arbeit beleuchtet der französische Gastchoreograf
Guillaume Hulot, wie fragil die Grundrechte wie Meinungsfreiheit,
Gleichheit und Gerechtigkeit sind und dass unser Wertekanon nur
funktioniert, wenn wir ihn immer wieder mit Leben füllen.
Bei den 16. Internationalen Tanztagen im Mai 2025 gab es erstmals
eine Plattform für »Junge Choreograf:innen«. Das Publikum hat
sein Lieblingsstück gewählt und die Gewinnerin Nicol Omezzolli
kreiert mit »Vincula Invisibilia Fracta« ein Stück, das sich mit
der Befreiung aus häufig zunächst gar nicht bemerkter
Einflussnahme und Manipulation z. B. durch Marken, Mode und
Meinungen beschäftigt.
Die australische Gastchoreografin Alice Topp hinterfragt, welchen
Einfluss Algorithmen auf die Demokratie haben. Durch den stetigen
Anstieg der Reichweite von Sozialen Medien mit ständiger Werbung
und damit einhergehender Einflussnahme auf politische
Ausrichtungen können Algorithmen durch die Speicherung
persönlicher Daten und Klicks der User:innen Trends steuern. Ist
das die Zukunft unserer politischen Meinungsbildung?
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21.11.2025
13 Minuten
Von Henrik Ibsen
Der Arzt Tomas Stockmann macht eine folgenschwere Entdeckung: Das
Wasser des örtlichen Heilbades ist verseucht. Als Wissenschaftler
und Erfinder des Bades hat er keine Wahl – er muss die Ergebnisse
veröffentlichen. Von dieser Notwendigkeit zutiefst überzeugt,
versucht er, seinen Bruder, den Stadtrat Peter Stockmann, zu dem
nötigen Umbau zu bewegen. Doch der wertet das Vorhaben als
Angriff auf seine Autorität und spinnt eine Intrige gegen Tomas.
Bald geht der Konflikt über die Grenzen eines Bruderzwists hinaus
– denn der Wohlstand der ganzen Stadt fußt auf dem finanziellen
Erfolg des Heilbades. Innerhalb kürzester Zeit hat Tomas auch die
Presse und in der Folge die gesamte Stadtgesellschaft gegen sich.
Im Spannungsverhältnis von Lüge und Wahrheit kommt es zu einer
dramatischen öffentlichen Abstimmung mit ungeahnten Folgen.
Milena Paulovics, leitende Regisseurin am Oldenburgischen
Staatstheater, geht Ibsens 1883 uraufgeführtem Drama auf den
Grund: Welcher Wahrheit schenken wir Glauben, wenn es um unser
eigenes Wohl geht? Was bedeutet Demokratie in einer Gesellschaft,
in der Meinungen mehr zählen als Fakten? Und ist die
gesellschaftliche Mehrheit automatisch im Recht? Eine packende
Geschichte, in der das Handeln der Figuren auf tragikomische
Weise die Fragilität gesellschaftlichen Zusammenlebens entlarvt.
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17.11.2025
5 Minuten
DAS ENDE DES WESTENSVon Lars
Werner
Wenn Lügen zur Wahrheit werden
Sascha will schnell viel Geld verdienen und arbeitet daher in
einer Trollfabrik. Dort produziert die junge Frau unter
zahlreichen Tarnnamen Falschmeldungen – bis sie der Kontakt zu
einer Kollegin in ungeahnte Gefahr bringt.
Ein namenloser sowjetischer Geheimagent erhält im Dresden der
1980er Jahre seinen ersten großen Auftrag: Er soll eine Wanze zum
Abhören der politischen Opposition installieren. Nichts lässt
ahnen, dass er als Politiker zu Weltgeltung und als Produzent der
Serie »Das Ende des Westens« zu zweifelhaftem Erfolg kommen wird.
Die US-amerikanische Außenministerin Madeleine Albright ist auf
dem Flug nach Moskau. Als erste westliche Politikerin wird sie
dem neuen Präsidenten Russlands begegnen und dieses Treffen
später in ihrer Autobiografie schildern.
Inzwischen hat sich Künstliche Intelligenz mit rasanter
Geschwindigkeit entwickelt: Die Hoffnung auf ewiges Leben ist mit
ihr ebenso verbunden wie die Angst vor der Auslöschung der
Menschheit. Mehr und mehr scheint sie eine eigene Persönlichkeit
zu entwickeln.
Lars Werner beschäftigt sich in seinen Theatertexten immer wieder
mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Für das
Oldenburgische Staatstheater schreibt er nun als Auftragswerk
»Das Ende des Westens«. In der Uraufführung seines neuen Stückes
trifft analoges Spiel auf die Mittel der Digitalität.
Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für
Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Deutschen
Literaturfond e.V.
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Über diesen Podcast
Warum ist diese Inszenierung Teil unseres Spielplans? Welche
Überlegungen stecken hinter den einzelnen Entscheidungen und was
waren unsere Gedanken zur Produktion? In unserem Podcast geben
Ihnen die Dramaturg:innen eine kurze, aber aufschlussreiche
Einführung in die aktuellen Produktionen. Bereiten Sie sich optimal
auf Ihren Theaterbesuch vor oder hören Sie einfach rein, um mehr
über die kreative Arbeit am Oldenburgischen Staatstheater zu
erfahren.
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