Oldenburgisches Staatstheater | Stückeinführungen

Oldenburgisches Staatstheater | Stückeinführungen

0 0

Episoden

Der blinde Passagier
04.06.2026
1 Minute
Von Maria Lazar


Die junge Nina Petersen ist mit Vater und Bruder auf See. Die Familie besitzt ein kleines Schiff, welches den Handel an nicht zu fernen Küsten besorgt. Was an Land passiert, davon erfahren sie im Radio. Die Zeiten sind hart, wirtschaftlich und politisch. Zwischen Ninas Bruder Carl und Jörgen, ihrem Verlobten, entbrennt eine Auseinandersetzung um die politische Lage in dem Land, mit dem sie Handel treiben. Der Streit wird zu einer moralischen Angelegenheit und schließlich zur Frage des Überlebens, als nach und nach allen Besatzungsmitgliedern klar wird, dass sich ein blinder Passagier an Bord befindet, der aus seinem Herkunftsland fliehen musste.


Maria Lazar schrieb dieses sprachlich und politisch präzise Stück 1938 im dänischen Exil, unter dem Eindruck ihrer eigenen Flucht vor dem Nationalsozialismus aus Wien. Kein Theater in Kopenhagen wagte es, den Text aufzuführen.


Ebru Tartıcı Borchers verbindet mit dieser Arbeit ihr Interesse an der Geschichte und Gegenwart von Flucht und Migration mit ihrer Faszination für Maria Lazars Sprache und Figurenzeichnung
Mehr
Wozzeck
29.05.2026
1 Minute
von Manfred Gurlitt


Musikalische Tragödie in 18 Szenen und 1 Epilog Nach dem Dramenfragment »Woyzeck« von Georg Büchner Ergänzt um Perspektiven aus »Wozzeck« von Alban Berg


Zum 100. Jubiläum der Uraufführung bringen wir Manfred Gurlitts »Wozzeck« zurück auf die Bühne – ein Werk, das nur sehr selten zur Aufführung kommt. Zeitgleich mit Alban Bergs bekannter Version entstanden, erzählt Gurlitts Oper dieselbe Geschichte nach Georg Büchners eindrücklicher Vorlage, aber in seiner ganz eigenen musikalischen Sprache.


Im Mittelpunkt steht der Soldat Wozzeck, der von allen Seiten unter Druck gerät: von seinem Hauptmann gedemütigt, von einem Arzt als Versuchsperson missbraucht – und das alles nur, um seine kleine Familie irgendwie durchzubringen. Marie, die mit ihm und einem unehelichen Kind in bitterer Armut lebt, sieht keinen Ausweg mehr aus ihrem tristen Alltag. Ihre Entscheidung, sich auf die Avancen des Tambourmajors einzulassen, bringt alles ins Wanken – mit tragischem Ausgang.


Was als leises Kammerspiel beginnt, entwickelt sich unaufhaltsam zu einer Tragödie mit erschütterndem Ausgang – vom Komponisten in kurzen Szenen atemlos auf den tragischen Höhepunkt zusteuernd. Anders als Berg erhält Gurlitt den Fragmentcharakter der Büchner-Vorlage, „nimmt sie trocken und brüchig wie sie sind, und setzt sie unmittelbar in Töne um“ (Universal Edition AG). Gurlitts Musik zeichnet diese Welt schonungslos: roh, unmittelbar und psychologisch fein. Die Inszenierung von Generalintendant Georg Heckel folgt dieser Klarheit. An ausgewählten Momenten öffnen musikalische Ergänzungen aus Bergs »Wozzeck« neue Perspektiven auf das Innenleben der Figuren. 
Mehr
Wohnen | Wahnen
11.05.2026
1 Minute
Stadt:Ensemble#3


Ein theatrales Rechercheprojekt zu den vier Wänden der Oldenburger:innen Kooperation zwischen Theatervermittlung und Niederdeutschem Schauspiel In hoch- und niederdeutscher Sprache


Ein Dach über dem Kopf gehört zu den existenziellen Grundbedürfnissen der Menschen: Wir brauchen einen geschützten, warmen Raum, den wir im besten Fall ein »Zuhause« nennen können. Für unser Wohlbefinden ist ein Ort vonnöten, an dem wir ganz wir selbst sein und uns erholen können. Sorgenfreies Wohnen ist in Deutschland allerdings längst keine Selbstverständlichkeit mehr, auch nicht in Oldenburg. Steigende Mieten, Wohnungsknappheit, einschränkende Bedingungen in Mietwohnungen, explodierende Immobilien- und Grundstückspreise sowie die Verdrängung einkommensschwacher Schichten prägen den Wohnungsmarkt. Was bedeutet das für das gesellschaftliche Zusammenleben in der Stadt? Und wie werden wir als Stadtgesellschaft dem Thema vor allem sozial gerecht?


In der Probenarbeit von über einem halben Jahr hat sich das diesjährige Stadt:Ensemble mit dem Thema »Wohnen« befasst. Dabei ist auf der Grundlage von Interviews, Improvisationen, philosophischen, Sach- und eigens geschriebenen Texten ein Stück entwickelt worden, das die Immobilienbranche und ihren Einfluss auf unser alltägliches Wohnen in den Fokus rückt.


Hinweis: Um das Stück zu verstehen, benötigt man keine niederdeutschen Sprachkenntnisse.
Mehr
Shockheaded Peter
24.04.2026
1 Minute
Junk-Oper nach Motiven aus »Der Struwwelpeter« von Heinrich Hoffmann


Ein Musical von The Tiger Lillies, Julian Crouch und Phelim McDermott Musik von Martyn Jacques


Paulinchen, Struwwelpeter, Zappelphilipp und Suppenkaspar haben alle eines gemeinsam – sie sind unangepasst. Der Nervenarzt einer Kinderklinik Heinrich Hoffmann schrieb die schaurigen Geschichten 1844, seitdem wurden sie unzählige Male aufgegriffen, parodiert und neu interpretiert. So auch von der britischen Rockband »The Tiger Lillies«, deren erfolgreiche Junk-Oper »Shockheaded Peter« mit schrägem Humor und mitreißenden Songs seitdem weltweit gespielt wird. Lustvoll anarchisch sind es in dieser Inszenierung die grotesken Figuren selbst, die mit überbordender Fantasie fragen: »Was wird aus dem Kind, dem es an Zuneigung gebricht?« 


Das Ensemble lädt ein, zu einem Fest für das Bunte, Laute und Wilde, inszeniert von unserer leitenden Regisseurin Milena Paulovics und begleitet von einer vierköpfigen Live-Band unter der musikalischen Leitung von Jochen Kilian.
Mehr
Il barbiere di Siviglia
22.04.2026
1 Minute
Komische Oper von Gioachino Rossini


Text von Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Chaos in Sevilla! Der smarte Graf Almaviva hat ein Auge auf die schöne Rosina geworfen. Dumm nur, dass ihr geldgieriger Vormund Dr. Bartolo sie selbst ehelichen will. Also schlüpft Almaviva in allerlei Verkleidungen – mal als betrunkener Soldat, mal als schrulliger Musiklehrer – um Rosina heimlich den Hof zu machen. Unterstützt wird er vom gewitzten Figaro, der mit Tricks, Intrigen und gestohlenen Schlüsseln das Spiel aufmischt. Bartolo riecht den Braten, doch zu spät: Vor der Nase des Notars heiraten Almaviva und Rosina, und Bartolo schaut in die Röhre – wird aber mit Gold getröstet. Rossini pur: Musik, Turbulenz und ein Happy End inklusive!


Rossini komponierte »Il barbiere di Siviglia« mit 23 Jahren in nur drei Wochen – ein spritziges Meisterwerk der Opera buffa, basierend auf Beaumarchais’ Komödie von 1772.
Mehr

Über diesen Podcast

Warum ist diese Inszenierung Teil unseres Spielplans? Welche Überlegungen stecken hinter den einzelnen Entscheidungen und was waren unsere Gedanken zur Produktion? In unserem Podcast geben Ihnen die Dramaturg:innen eine kurze, aber aufschlussreiche Einführung in die aktuellen Produktionen. Bereiten Sie sich optimal auf Ihren Theaterbesuch vor oder hören Sie einfach rein, um mehr über die kreative Arbeit am Oldenburgischen Staatstheater zu erfahren.
15
15
Close