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Episoden

1 Stunde 21 Minuten
„Das ist bestimmt nur Placebo.“ – Diesen Satz haben wir alle schon einmal gehört oder sogar benutzt. Doch wird man damit einem Effekt gerecht, der nicht nur einen wesentlichen Anteil der Wirkung von Medikamenten ausmacht, sondern auch ganz unmerklich unseren Alltag durchdringt? Gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Martin Andree widmen wir uns in dieser Folge dem Placeboeffekt in all seinen Facetten. Wir sprechen über Placebos, Nocebos, Psychosomatik, Homöopathie, Medienwirkung, Placebo-Operationen, Marketing, Sport und Dr. Google. Außerdem klären wir, warum die Geschichte der Medizin eigentlich eine Geschichte des Placebos ist, warum Musik und Ärzt:innen wie Drogen wirken, ob man an einem Nocebo sterben kann und warum Beipackzettel einen Beipackzettel brauchen.
55 Minuten
Antidepressiva gelten in Zeiten steigender Depressionsraten und fehlender Therapieplätze für viele als Mittel der Wahl. Heute werden sie rund achtmal häufiger verschrieben als noch in den 1990er-Jahren. Gleichzeitig ist ihre Wirksamkeit seit Jahren Gegenstand kontroverser Debatten. Besonders seit 2008, als Irving Kirsch und sein Team in einer Metaanalyse unveröffentlichte und veröffentlichte Studien der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA auswerteten. Ihr Ergebnis: Antidepressiva wirken — wenn überhaupt — nur bei sehr schweren Depressionen stärker als ein Placebo. Sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschung herrscht bis heute Uneinigkeit: Sind Antidepressiva Fluch oder Segen? Viele Betroffene profitieren kaum oder gar nicht von der Einnahme, manche kämpfen mit starken Nebenwirkungen, andere haben große Schwierigkeiten beim Absetzen. Zu Gast ist Prof. Dr. Nils Kroemer. Er ist Professor für Medizinische Psychologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, leitet eine Arbeitsgruppe im Bereich Translationale Psychiatrie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und das NeuroMADLAB. Sein Forschungsschwerpunkt: die neurowissenschaftlichen Grundlagen von Motivation, Handlungen und Verlangen. Er untersucht, welche Rolle Motivation beziehungsweise Antriebslosigkeit im Rahmen einer Depression spielt und inwiefern sich Motivation durch körpereigene Mechanismen wiederherstellen lässt – um depressive Symptome lindern zu können. Im Gespräch erklärt er außerdem, wie Antidepressiva entwickelt wurden, wie sie wirken und warum er sie trotz aller Kritik für einen wichtigen Baustein in der Behandlung von Depressionen hält.
1 Stunde 1 Minute
„Die Obdachlosen sind die Zeugen der Wahrheit, die die Gesellschaft nicht hören will“, schreibt Adorno in seinen Minima Moralia. Diese Wahrheit ist unbequem. Sie zeigt sich im öffentlichen Raum, in Großstädten, in Köln etwa an Orten wie dem Neumarkt oder dem Wiener Platz. In dieser Folge fragen wir: Wem gehört der öffentliche Raum? Und was bedeutet er für diejenigen, die keinen privaten Raum haben? Gemeinsam mit Claudia und Bina von Vision e.V. und dem Journalisten Max Hübner sprechen wir über die aktuelle Situation wohnungsloser und konsumierender Menschen am Beispiel Kölns, über Rückzugsorte, Drogenkonsumräume und darüber, was sich ändern muss. Diese Folge wurde am 19.06.2025 live in der Grotte des Schauspiel Köln im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Studiobüdchen" aufgenommen.
1 Stunde 15 Minuten
In dieser Folge erzählt der Anthropologe Nicolas Langlitz von seiner Forschung und aktuellen Entwicklungen im Feld der Psychedelika. Nicolas Langlitz ist Professor für Anthropologie an der New Yorker Universität The New School for Social Research. 2012 erschien sein Buch »Neuropsychedelia«, eine anthropologische Studie über die die Wiederaufnahme der Psychedelika-Forschung. Seitdem hat er zahlreiche weitere Artikel zum Thema Psychedelika veröffentlicht. Im Gespräch geht es um Feldforschung in neurowissenschaftlichen Laboren, die psychedelische Renaissance, Forschung zwischen Mystik und Materialismus, Aldous Huxley und seine perenniale Philosophie, psychedelische Plattitüden, die Paradoxien der geisteswissenschaftlichen Psychedelika-Forschung, Ich-Auflösungen in Zeiten von Identitätspolitik, das Interesse der politischen Rechten an Psychedelika und deren Liberalisierungsvorhaben, die Krise der Psychopharmakologie, nicht-psychedelische Psychedelika, der Stand von Psychedelika in Deutschland und das Buch als extrapharmakologischen Faktor. Auf Nicolas' Website könnt ihr viele der Artikel, die in dieser Folge thematisiert werden, herunterladen. http://www.nicolaslanglitz.de/
1 Stunde 13 Minuten
Augenringe, blasse Haut, extrem schlanke Körper – inszeniert vor heruntergekommenen Industriefassaden. Der Heroin Chic war eines der prägendsten und umstrittensten Modephänomene der 90er-Jahre und zumindest der Begriff erlebt seit kurzem ein Comeback. Aber wie genau funktioniert der Heroin Chic eigentlich? Warum kaufen wir Kleidung, die von kränklich wirkenden Models beworben wird? Und was verrät das über unsere Gesellschaft? Darum geht es im Gespräch mit Melanie Haller, Professorin für Geschichte und Theorie der Mode, des Designs und der Ästhetik an der Akademie Mode und Design der Fresenius Hochschule in Hamburg. Wir sprechen ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Heroin Chic, seine Abgrenzung zur Mode der 80er-Jahre, Fotografien von Corinne Day und Mario Sorrenti, Bill Clintons Kritik an der Modeindustrie, Mode und Vergänglichkeit, die Ästhetik des Krankseins, den Emo-Style, Ozempic Chic, Raf Simons, Christiane F. und den nicht-drogeninduzierten Rausch der Mode.
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Über diesen Podcast

Der Podcast über Drogen und alles, was damit zu tun hat: Substanzforschung, Geschichte, Substitution, Rausch, Abhängigkeit, Legalisierung. Einmal im Monat erzählt ein Gast neuen Input aus der Welt der bewusstseinserweiternden Substanzen. Ihr könnt provisorisch legal per E-Mail erreichen: provisorischlegal@gmail.com
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