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Episoden

52 Minuten
Kann man eine DiGA „mit Claude bauen“? Dr. Christoph Twesten (u. a. Geschäftsführer DoXplain, Board of Advisors der gematik, Vorstand im SVDGV) ordnet ein, warum KI in der Medizinprodukte-Entwicklung enormes Potenzial hat – und warum es gleichzeitig klare Leitplanken braucht.

Im Gespräch geht es um den Sweet Spot zwischen zwei Extremen: Auf der einen Seite die Hemmschwelle und Sorge vor Fehlern, Sicherheitslücken und Qualitätsproblemen – auf der anderen Seite der unkritische „Alles mit KI“-Ansatz. Christoph plädiert für ein strukturiertes Vorgehen: Statt sich in Chat-Outputs zu verlieren, empfiehlt er Spec-driven Development und das Prinzip „Files over Tools“ – also zuerst Ziele, Architektur, Do’s/Don’ts, No-Gos und Validierungsschritte festzulegen und erst dann die KI gezielt zu nutzen.

Besonders wichtig: Human-in-the-loop bleibt zentral. KI kann Code und Dokumentation beschleunigen, aber Qualitätssicherung, kritische Prüfung, Tests und regulatorische Einordnung müssen bewusst eingebaut werden – gerade im DiGA-/Medizinprodukte-Kontext. Außerdem spricht Christoph über Modell-Agnostik (Modellwechsel bei stabilen Spezifikationen), Scope-Management in bestehenden Codebasen und ein KI-„Vier-Augen-Prinzip“, indem ein zweites Modell als Reviewer eingesetzt wird.
44 Minuten
Wie kann KI im Gesundheitswesen ganz konkret entlasten – ohne dass sie „selbst entscheidet“? In dieser Folge spricht das DVKI-Team mit Katharina von Doctolib über den Weg vom bekannten Terminbuchungs-Tool zur umfassenden Praxis- und Klinik-Software – und darüber, wo KI heute schon echten Nutzen stiftet.

Katharina erklärt die drei zentralen KI-Anwendungsfelder bei Doctolib: den KI‑Telefonassistenten (weniger Unterbrechungen, mehr Ruhe am Empfang), den KI‑Sprechstundenassistenten (Mithören, Strukturieren, Dokumentieren – für mehr Blickkontakt und bessere Arzt‑Patienten‑Interaktion) sowie den Abrechnungsassistenten (Fehler früh erkennen, Quartalsstress reduzieren). Gemeinsam diskutieren wir außerdem: Wer setzt die Regeln im System – Softwareanbieter oder Leistungserbringende? Wie entsteht Akzeptanz bei Mitarbeitenden und Patient:innen? Und warum „sichere, zertifizierte Lösungen“ entscheidend sind, um Shadow AI zu vermeiden.

Inhalt / Kapitel

(00:00) Einleitung & Gastvorstellung

(03:15) Was ist Doctolib heute?

(05:28) Wo KI bei Doctolib eingesetzt wird (Überblick)

(06:30) KI‑Telefonassistent: Entlastung am Empfang

(10:55) Infrastruktur vs. Steuerung: Wer entscheidet Regeln & Priorisierung?

(14:01) KI‑Sprechstundenassistent: Dokumentation & Beziehung

(16:56) Abrechnungsassistent: Fehler früh erkennen

(27:00) Digital Health Report: Akzeptanz & Vertrauen

(35:00) Patient:innen-Erfahrung: Qualität entscheidet

(40:07) Daten-Narrativ: Datenschutz vs. Nutzen
49 Minuten
Wie lässt sich der wachsende Dokumentationsdruck im Gesundheitswesen lösen, ohne die Qualität der Versorgung zu gefährden oder die Menschen, die sie erbringen? In dieser Folge von Digitalversorgt mit KI sprechen Anisa Idris und Diana Meskendahl mit Carol Wildhagen von Tandem Health über KI-gestützte Patientendokumentation als Schlüssel zur besseren Versorgung.

Im Zentrum steht die Frage, wie eine KI, die im Arzt-Patienten-Gespräch zuhört, zusammenfasst und mit einem Klick in die Patientenakte überträgt, im Schnitt 30 % der Dokumentationszeit einsparen kann und was das für Ärztinnen und Ärzte, MFAs und letztlich für Patient:innen bedeutet. Carol erklärt, wie sie bereits 2016 mit ihrem Start-up Ariana KI-basierte Patientenunterstützung aufgebaut hat, warum die persönliche Beziehung zwischen Arzt und Patient die unveränderliche Kernwertschöpfung bleibt und welches Potenzial darin für Versorgungsqualität, Arbeitszufriedenheit und Patientensicherheit steckt.

Außerdem geht es um die Frage, wie weit KI im Versorgungsalltag noch gehen kann - von der Unterstützung bei Diagnose und Abrechnung über die Vernetzung mit der elektronischen Patientenakte bis hin zur großen Vision von Tandem Health: eine KI, die Ärztinnen und Ärzte durch den gesamten Behandlungsprozess begleitet.

Kapitelübersicht:

(00:00) Begrüßung & Vorstellung: Carols Weg von der Klinik zur KI

(03:00) Ariana Digital Health: KI im Gesundheitswesen schon 2016

(07:30) Patientenunterstützungsprogramme - Pflicht oder echter Mehrwert?

(12:00) Tandem Health: Was ist ein KI-Medical-Scribe?

(18:00) 30 % weniger Dokumentation - was bedeutet das in der Praxis?

(24:00) Vorbereitung, Codierung, Entscheidungsunterstützung: die Produktvision

(31:00) Wettbewerb im Scribe-Markt: Was unterscheidet Tandem?

(37:30) ePA, Interoperabilität und die deutsche Datenlage

(42:00) EU AI Act: Einordnung, Haltung und Zertifizierungsstrategie

(47:00) Abschluss: Warum Carol immer wieder in diese Industrie einsteigen würde
54 Minuten
Wie kann KI dabei helfen, den Pflegenotstand in Europa abzufedern?

In dieser Folge von Digitalversorgt mit KI sprechen Anisa Idris und Diana Meskendahl mit Dieter Weißhaar, CEO der myneva Group, über die Zukunft der Pflege und darüber, warum Digitalisierung längst keine Option mehr ist, sondern eine Notwendigkeit.

Dieter Weißhaar erklärt, wie KI-basierte Sprachdokumentation, intelligente Dienstplanung und digitale Assistenzsysteme Pflegekräfte entlasten können. Außerdem geht es um den enormen Zeitaufwand für Dokumentation, den Fachkräftemangel in der Pflege und darum, wie digitale Lösungen mehr Zeit für menschliche Betreuung schaffen können. Auch die Frage, was Deutschland von digital fortschrittlicheren Ländern in Europa lernen kann, spielt dabei eine Rolle.

Darüber hinaus sprechen wir über Datenschutz, Datensouveränität und die Bedeutung europäischer KI-Infrastrukturen im Gesundheitswesen.

Eine Folge über technologische Lösungen für eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Kapitelübersicht:

(00:00) Warum der Pflegenotstand Europa akut betrifft

(02:00) Dieter Weißhaar über myneva und seine persönliche Motivation

(03:00) Was Deutschland von digitalen Vorreitern in Europa lernen kann

(05:45) Vier Millionen fehlende Pflegekräfte bis 2030

(07:00) Wie KI Pflegekräfte im Alltag entlasten kann

(10:00) Sprach-KI, Dokumentation und digitale Pflegeprozesse

(15:20) Sensorik, Sturzerkennung und digitale Assistenzsysteme

(21:00) Datenanalyse, Qualitätssicherung und KI in der Pflegeplanung

(24:15) Regulatorik, Finanzierung und Hürden der Digitalisierung

(38:30) Datenschutz, Datensouveränität und europäische KI-Lösungen
33 Minuten
Wie lässt sich eine Verschlechterung bei Herzinsuffizienz erkennen, bevor Patient:innen überhaupt deutlich an Gewicht zunehmen oder in der Klinik landen? In dieser Folge von Digitalversorgt mit KI sprechen Anisa Idris und Diana Meskendahl mit Oliver Weiß von NOAH Labs über KI-gestützte Stimmanalyse als neuen Biomarker in der Herzmedizin.

Im Zentrum steht die Frage, wie sich kleinste Flüssigkeitseinlagerungen in Lunge und Stimmapparat über die Stimme erfassen lassen und warum genau das für Herzinsuffizienzpatient:innen einen echten Unterschied machen könnte. Oliver erklärt, wie neuronale Netze tausende Parameter in der Stimme auswerten, warum die Stimme ein früherer Marker als das Körpergewicht sein kann und welches Potenzial darin für Versorgung, Lebenserwartung und Gesundheitskosten steckt.

Außerdem geht es um Zulassung, MDR, EU AI Act, den US-Markt, klinische Studien, Investorenlogik im MedTech-Bereich und die größere Vision von NOAH Labs: Stimme als festen diagnostischen Marker im Gesundheitswesen zu etablieren.

Kapitelübersicht:

(00:00) Einführung und Vorstellung von Oliver und NOAH Labs

(02:02) Was NOAH Labs macht: KI-gestützte Stimmanalyse bei Herzinsuffizienz

(03:20) Wie die Technologie funktioniert und wo KI ins Spiel kommt

(05:00) Herzinsuffizienz verständlich erklärt: Symptome, Gewicht und Grenzen des bisherigen Monitorings

(06:28) Warum die Stimme früher warnt als die Waage

(09:00) Versorgungseffekte: Krankenhausaufenthalte vermeiden, Lebenserwartung erhöhen

(12:22) Finanzierung, Investoren und klinische Forschung bei NOAH Labs

(15:07) Zulassung, Kommerzialisierung, MDR und mögliche DiGA-Perspektiven

(18:00) EU AI Act, Unterschiede zu den USA und politische Rahmenbedingungen

(27:16) Herausforderungen beim Aufbau eines KI-MedTech Unternehmens in Deutschland und die Vision „Stimme als Biomarker“
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Über diesen Podcast

Der Podcast für alle, die an Themen rund um KI in der Medizin interessiert sind. Regelmäßig könnt Ihr Euch auf ein Deep Dive freuen, bei dem KI im Gesundheitswesen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Wir freuen uns auf Euch, Anisa (Vorstand im SVDGV verantwortlich für KI), Paul Hadrossek (Vorstandsvorsitzender des SVDGV) und Diana (Leiterin der AG KI beim SVDGV)
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„Digitalversorgt mit KI“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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