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Episoden
19.05.2026
22 Minuten
Ein paar grüne Kindersocken, Strampler in Blau, ein rotes Lätzchen – Babykleidung, flach an der Wand aufgereiht: hunderte Stücke aus buntem Glas. Nachempfunden der Kleidung aus dem Fundus der Abuelas de Plaza de Mayo. Seit knapp 30 Jahren schafft Silvia Levenson diese gläsernen Babykleider – als Erinnerung an eine Diktatur, die sie selbst erlebt hat. Silvia Levenson gehört zu den Künstlerinnen, deren Werk die Sammlung der Alexander Tutsek-Stiftung von Anfang an mitgeprägt hat. Ihre Arbeiten wurden in mehreren Ausstellungen der Stiftung gezeigt – darunter „So Much Love and Compassion" (2023) und „Love, Maybe" (2025). Das Herzstück der Zusammenarbeit ist das fortlaufende Werk „Recovered Identity": Die Alexander Tutsek-Stiftung erwarb die Serie 2018 mit damals 118 gläsernen Babykleidungsstücken. Seitdem wächst diese Serie – mit jeder wiedergewonnenen Identität. Heute zählt sie 133 Stücke. Ein lebendiges Archiv, das Silvia Levenson Jahr für Jahr ergänzt.
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13.05.2026
22 Minuten
Eine Metallverkleidung schwebt an Seilen im Ausstellungsraum BlackBox der Alexander Tutsek-Stiftung in München. Das Objekt sieht beinahe aus wie ein U-Boot. Im Metall sind Nieten sichtbar, die Form ist aerodynamisch. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus: es ist ein Teil eines Flugzeugs, genauer gesagt ein „Kanu“ von der Unterseite der Tragfläche. Eingelassen in die Seiten ist geschwungenes Bleiglas, das an traditionelle Kirchenfenster erinnert. Die koreanische Künstlerin Ju Young Kim hat dieses Werk Almost like Whale Watching genannt.
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06.05.2026
33 Minuten
Rote dreidimensionale Sterne mit harten Spitzen liegen symmetrisch angeordnet auf dem Boden verteilt. Das Werk trägt den Titel „Mine“ – im Englischen ein Wortspiel: mine bedeutet „meins“, aber auch Landmine – eine im Boden verborgene Waffe, die auf Menschen wartet. Kiki Smith hatte bei diesem Werk keinen Sternenhimmel im Kopf. Und weil sie aus Glas sind, tragen diese Sterne ein zweites Paradox in sich: Glas, das zerbricht, wird zu Scherben – aber auch zu Splittern. Was zart erscheint, kann verletzen.
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20.01.2026
28 Minuten
Die Skulptur "Andante" der deutsch-schwedischen Künstlerin Ann Wolff zeigt zwei Frauenfiguren aus bernsteinfarbenem Glas – die eine tritt hinein, die andere heraus. Dazwischen eine Leerstelle - das sind die Erfahrungsräume die Ann Wolff faszinieren. In dieser Folge geht es um das Leben und die Arbeit einer der bedeutendsten Künstler*innen, die mit Glas arbeiten. Seit mehr als vierzig Jahren schafft Ann Wolff Werke über Identität, über das Selbst und das Andere, über die großen Fragen des Menschseins. Von ihren Anfängen bis heute – Ann Wolffs künstlerischer Weg ist geprägt von ständiger Neuerfindung.
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19.12.2025
30 Minuten
"Der Bruch ist die Sünde" – das steht in goldener Schrift auf einem blauen Glaskopf, der den Künstler Erwin Eisch selbst zeigt. Mit seinem Riss, dem Bruch am Ohr, stellt dieses Werk alles infrage, was man von perfektem Glas erwartet. Erwin Eisch war der Mann, der die internationale Studioglasbewegung nach Deutschland brachte. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte einer legendären Begegnung im August 1962: Als Harvey Littleton, der "Vater der Studioglasbewegung", im Bayerischen Wald auf Erwin Eisch trifft, ist das der Beginn einer künstlerischen Revolution. Aus Glas wird Kunst statt Handwerk, die Funktion wird absichtlich sabotiert.
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Über diesen Podcast
Seit Jahren sammelt, bewahrt und erforscht die Alexander
Tutsek-Stiftung das Material Glas im Kontext der zeitgenössischen
Kunst. Was im Dezember 2000 als Vision begann - das
Vernachlässigte, Übersehene oder auch Besondere und Spezielle in
Kunst und Wissenschaft nachhaltig zu stärken - ist heute unter
anderem eine der bedeutendsten Sammlungen von zeitgenössischem Glas
in der Kunst weltweit geworden. In der Jubiläumsausstellung "Future
Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst" versammeln sich
Skulpturen und Installationen von rund 50 internationalen
Künstler*innen. Die 3. Staffel des Podcasts der Alexander
Tutsek-Stiftung nimmt Sie mit auf eine Reise durch diese
Kunstsammlung und die faszinierende Welt des Arbeitens mit Glas. In
jeder Folge kommen Künstler*innen aus der Ausstellung oder
Expert*innen zu Wort, die sich mit dem Material Glas in der
zeitgenössischen Kunst beschäftigen. Die sechs Folgen können als
Begleitung zur Ausstellung und zur Publikation "About Glass" oder
unabhängig davon gehört werden.
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