Episoden

Die schiefsten Typen der Stadt (New Orleans)
16.02.2026
27 Minuten
KALDI‘s       Ich gehe ins Kaldi's, einem der abgerisseneren Cafés in Lousiana. Obwohl New Orleans sich im bigottesten,  stirnackigsten, judenfeindlichsten, homophobischten und innigst Schwarze verachtenden Bundesstaat Amerikas befindet, hat sich die Stadt selbst - dank seiner  internationalen Geschichte - ein gehöriges Mass an Frechheit und Toleranz bewahrt.
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Ich bin der, der von Leichtigkeit nichts weiß
18.01.2026
27 Minuten
An jedem Ende des Jahres ziehe ich Bilanz, notiere die gelungenen Taten und die anderen, die auf den Holzweg führten. Und die unentschiedenen, die, für die noch kein Ergebnis vorliegt. Die Freude bringen oder Tränen. Wunderlicherweise gebe ich nie auf. Das hat etwas Rührendes. Zuletzt, ganz unten, am Fuß der jährlichen Abrechnung, steht: „Désirs“. Das sind meine Vorsätze, meine Sehnsüchte für die kommenden zwölf Monate. Von den banalsten Dingen – Teppichboden legen und Dusche neu streichen lassen – über die eher anstrengenderen – das Buch beenden und den vermaledeiten Rücken heilen – bis hin zur Mutter aller Sehnsüchte: Leichtigkeit.
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Die Frau ist eine Goldgrube (Palästina)
13.11.2025
16 Minuten
Mit einem Sammeltaxi nach Nablus. Eine Stunde lang muss ich mich um nichts kümmern, brauche nur da zu sein und zu schauen. Vorne lenkt einer und hinten sitzt einer, der jetzt durch wuchtige Landschaften fahren darf, nein, gefahren wird. Auf die Frage nach seinem Beruf antwortete einst Albert Londres, der Urvater aller französischen Reporter: „Je suis un voyeur“, ich bin ein Sehender. Das muss ein Traumberuf sein: die Welt ansehen. So fassungslos einen der Blick bisweilen zurücklässt. Aber der Reisende muss nicht in Akten wühlen, nicht die Stinklaunen seiner Arbeitgeber erdulden, nicht sich dabei ertappen, wie seine Lebenszeit bei einer Tätigkeit zuschanden kommt, von der er nie geträumt hat. Er schaut – und begreift sein Glück.
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Das Glück des Augenblicks (NewDelhi)
02.11.2025
28 Minuten
Mira lernte ich in der indischen Hauptstadt kennen, wo sie am Goethe Institut arbeitete. Wie hilfsbereit sie war, wie schnell im Kopf, wie scheu. Ich war als Reporter unterwegs, und sie wusste so vieles, von dem ich keine Ahnung hatte. Als sie mich Monate später im fernen Europa besuchen kam, wurde die Nähe intim. Und sie und Mira waren ein Desaster. Eine erwachsene Frau, erfolgreiche Literaturdozentin, mehrsprachig, so indisch schön, verfügte über das erotische Raffinement einer unglücklichen Nonne, eckig und linkisch, auch furchtsam, wohl Opfer – wie ich vermutete, und sie irgendwann bestätigte – einer typischen Tochtererziehung in ihrem Land: Sex ist eher ruchlos, Männer meist Schweine und beides zusammen der Nährboden endloser Katastrophen.
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Frida, Diego, Trotzky und das blaue Haus (Mexico City)
11.09.2025
25 Minuten
Auf nach Coyoacán, das Viertel hat koloniales Flair und wenig Hungernde. Ich komme am weltberühmten „casa azul“ vorbei, in dem Frida Kahlo bis zur ihrem Tod 1954 wohnte. Mit dem überdicken Diego Rivera, den sie als Frosch mit weißlich-grüner Haut bezeichnete, mit wabbeligen Hängebrüsten. Der sie liebte und nebenbei eifrig mit anderen Frauen schlief. Was sie ihm mit zahlreichen Liebhabern (und Liebhaberinnen) heimzahlte. Sie heirateten zweimal und kamen nie voneinander los. „Ich vermisse uns“, soll er gesagt haben, als Antwort auf ihre Frage, warum er sie nicht verlassen könne...
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Über diesen Podcast

Autor Andreas Altmann ist ein ständig durch die Welt reisender Reporter – der sich gerne faszinieren lässt von den Menschen, die er unterwegs trifft. Hier erzählt er mit viel Herzblut von den Menschen, die ihn besonders beeindruckt haben.

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