Die Welt von A bis A

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Episoden

Die Todeswallfahrt oder der eisige Penis (Pahalgam, Indien)
05.03.2026
38 Minuten
Aus ganz Indien sind sie gekommen: nach Pahalgam, nahe dem Himalaya, dem Ausgangspunkt der Wallfahrt. Seit einer Woche bin ich hier, um mich mit all den anderen, den so vielen, vorzubereiten: auf die 50 Kilometer hinauf in 4500 Meter Höhe, auf staubige Hitze und eisigen Wind, auf Schnee und Gletscher.


Mich treibt es zu den Sadhus, den »heiligen Männern«, die ihre Familien verließen, ihren Beruf, ihren Besitz. Nackt oder in Fetzen verbringen sie ihr Leben. Auf der Suche nach Erlösung, nach dem Ende aller Wiedergeburt. Der Marsch wird ihnen guttun, sagen sie. Ist er doch ihrem Gott, Lord Shiva, geweiht. Seine Nähe wird ihr Glück vermehren, wird sie geduldig machen. Auch um ihr armseliges Dasein zu ertragen.


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Die schiefsten Typen der Stadt (New Orleans)
16.02.2026
27 Minuten
KALDI‘s


     


Ich gehe ins Kaldi's, einem der abgerisseneren Cafés in


Lousiana. Obwohl New Orleans sich im bigottesten, 


stirnackigsten, judenfeindlichsten, homophobischten und


innigst Schwarze verachtenden Bundesstaat Amerikas


befindet, hat sich die Stadt selbst - dank seiner 


internationalen Geschichte - ein gehöriges Mass an Frechheit


und Toleranz bewahrt.
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Ich bin der, der von Leichtigkeit nichts weiß
18.01.2026
27 Minuten
An jedem Ende des Jahres ziehe ich Bilanz, notiere die


gelungenen Taten und die anderen, die auf den


Holzweg führten. Und die unentschiedenen, die, für die


noch kein Ergebnis vorliegt. Die Freude bringen oder


Tränen. Wunderlicherweise gebe ich nie auf. Das hat


etwas Rührendes.


Zuletzt, ganz unten, am Fuß der jährlichen


Abrechnung, steht: „Désirs“. Das sind meine Vorsätze,


meine Sehnsüchte für die kommenden zwölf Monate.


Von den banalsten Dingen – Teppichboden legen und


Dusche neu streichen lassen – über die eher


anstrengenderen – das Buch beenden und den


vermaledeiten Rücken heilen – bis hin zur Mutter aller


Sehnsüchte: Leichtigkeit.
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Die Frau ist eine Goldgrube (Palästina)
13.11.2025
16 Minuten
Mit einem Sammeltaxi nach Nablus. Eine Stunde lang muss


ich mich um nichts kümmern, brauche nur da zu sein und


zu schauen. Vorne lenkt einer und hinten sitzt einer, der


jetzt durch wuchtige Landschaften fahren darf, nein,


gefahren wird. Auf die Frage nach seinem Beruf antwortete


einst Albert Londres, der Urvater aller französischen


Reporter: „Je suis un voyeur“, ich bin ein Sehender. Das


muss ein Traumberuf sein: die Welt ansehen. So


fassungslos einen der Blick bisweilen zurücklässt. Aber


der Reisende muss nicht in Akten wühlen, nicht die


Stinklaunen seiner Arbeitgeber erdulden, nicht sich dabei


ertappen, wie seine Lebenszeit bei einer Tätigkeit





zuschanden kommt, von der er nie geträumt hat. Er schaut


– und begreift sein Glück.
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Das Glück des Augenblicks (NewDelhi)
02.11.2025
28 Minuten
Mira lernte ich in der indischen Hauptstadt kennen, wo sie


am Goethe Institut arbeitete. Wie hilfsbereit sie war, wie


schnell im Kopf, wie scheu. Ich war als Reporter


unterwegs, und sie wusste so vieles, von dem ich keine


Ahnung hatte.


Als sie mich Monate später im fernen Europa besuchen


kam, wurde die Nähe intim. Und sie und Mira waren ein


Desaster. Eine erwachsene Frau, erfolgreiche


Literaturdozentin, mehrsprachig, so indisch schön,


verfügte über das erotische Raffinement einer


unglücklichen Nonne, eckig und linkisch, auch furchtsam,


wohl Opfer – wie ich vermutete, und sie irgendwann


bestätigte – einer typischen Tochtererziehung in ihrem


Land: Sex ist eher ruchlos, Männer meist Schweine und


beides zusammen der Nährboden endloser Katastrophen.
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Über diesen Podcast

Autor Andreas Altmann ist ein ständig durch die Welt reisender Reporter – der sich gerne faszinieren lässt von den Menschen, die er unterwegs trifft. Hier erzählt er mit viel Herzblut von den Menschen, die ihn besonders beeindruckt haben.
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