Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Ruhrtal - Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim

Episoden

#75 - gelernt zu lernen
20.02.2026
1 Stunde 17 Minuten
Der Gast dieser Folge macht im Sommer 2026 seine praktische Prüfung zum Pflegefachmann. Hier erzählt er, der auch Ausbildungsbotschafter ist, wie er von einem Schüler, der nie Hausaufgaben gemacht hat, zu einem Lernenden wurde, der Pläne hat bald als Praxisanleiter kommende Schüler*innen auf den Weg zu bringen. Er berichtet von guten und schlechten Erfahrungen bei der Ausbildung; von seinem Freundeskreis, seinen Hobbys: nachts um 3 NBA gucken, japanische Kultur, irgendwann will er Japanisch lernen und auf dem Shibuya Square stehen, er spielt Basketball, und skatet – sein erstes Board hat ihm seine Mutter geschenkt, mit den zwei Halbgeschwistern von ihrer Seite ist er aufgewachsen; zu acht weiteren Halb- und Stiefgeschwistern von der Seite seines Vaters hat er, wie zu diesem selbst keinen engen Kontakt.
Mehr
#74 - Tannenbusch
06.02.2026
1 Stunde 20 Minuten
Geboren wurde sie 1939, am Tag nach Weihnachten; sie erzählt, was es bedeutet in einer großen Familie aufzuwachsen und bis heute aufgehoben zu sein. Wir erfahren, wie es ist, in einer abgelegenen, ländlichen Umgebung zu leben, einiges über Obst- und Gemüseanbau, von einer Schneckenplage, davon, wie man als junge Mutter mit einem Kinderwagen und zwei Kindern steile Feldwege überwindet, und dass regelmäßige Klassentreffen auch nach sehr langer Zeit möglich sind. Meine Gästin berichtet vom Elternhaus in Essen, heute noch im Familienbesitz, dessen Garten alle in der Nachkriegszeit ernährt hat und von familiären Verbindungen zum Sauerland. Es geht um die Kinder, das Backen und das haltbar machen dessen, was der Garten bietet, aber auch um das Sterben ihres ältesten Sohnes, ihrer Schwester und ihres Ehemannes. Dessen Begeisterung für das Hobby Tauben nimmt unter den geschilderten Freizeitaktivitäten viel Raum ein, und sie erinnert sich an ihre beiden Apfelbäume.
Mehr
#73 - Sahnequark
16.01.2026
1 Stunde 9 Minuten
1936 wurde sie geboren, am 24.12. – im Krieg kam sie bei einer Tante in Altena unter, ein Pferdefuhrwerk von ihrer Mutter und einige anderen Frauen gelenkt, von ihr und deren Kindern begleitet, ermöglichte es einigen Hausrat mit auf den nicht ungefährlichen Weg zurück nach Essen zu nehmen. Sie erzählt vom Ofen des Vaters, davon was der mit einer Flasche Schnaps zu tun hatte; sie berichtet von den scharfen Grenzen zwischen katholischen und evangelischen Schüler*innen; dass sie zuhause helfen musste – denn ihre Mutter musste im Haushalt eines Lebensmittelgroßhändlers dazu verdienen; in dessen Geschäft machte sie ihre Ausbildung und dort lernte sie ihren Mann kennen, als der seine Pausenbrötchen bei ihr kaufte. Es ist die Rede von einen Hausarzt, der mal schnell zum Kegeln weg ist, als es ernst wird, vom Tagebuchschreiben, von Haustieren, von Dornum, davon, dass sie und ihr Mann eigentlich nie Urlaub gemacht haben. Es geht um Ecuador, Emma, Enkel und Urenkel, aber auch um das Sterben des Mannes und darum, wie schwer es fällt die letzte frei gewählte Wohnung zu verlassen und dafür ein Zimmer in einem Pflegeheim zu beziehen. 
Mehr
#72 - Familiengeschichte
02.01.2026
21 Minuten
Der Gast dieser Folge wurde 1933 in Essen geboren; groß geworden ist er auf der Margaretenhöhe, wo er im Krieg auch, trotz der Risiken, bleiben wollte. Zwangsevakuierung ist bis heute seine Bezeichnung für den Versuch, ihn in Thüringen sicherer unterzubringen. Die Kindheit wird dementsprechend als angenehm geschildert, ein wichtiger Bezug: Großeltern und Nachbarskinder. Er berichtet, wie er zur Ahnenforschung kam, ein wenig vom Beruf, von seinen Reisen, vom Wandern, vom Bergischen Land, davon, dass man beim Feldhandball dabei sein musste und er schlägt erzählerisch eine Brücke hin bis zu seinen Urenkeln.
Mehr
#71 - 2 Jahre Pasta
19.12.2025
1 Stunde 5 Minuten
Geboren am 1.2.96 in Buon Ma Thuot mitten in Vietnam. Der Gast dieser Folge erzählt von seiner schweren Kindheit, von den Eltern verlassen, die Mutter war sehr jung, er wuchs er bei seinen Großeltern auf; zu seinem Vater hat er keinen Kontakt, er wurde unter anderem von einem buddhistischen Mönch erzogen; ist in philosophischen Betrachtungen, im Schweigen und in Meditation geübt. Wir erfahren ein bisschen was über Vietnam, von seiner Ausbildung in einer Apotheke, seinem Restaurant, er erklärt warum er eine Ausbildung zur Pflegefachkraft aufgenommen hat, warum gerade in Deutschland,  er berichtet von Diskriminierung; kulturellen Unterschieden, etwa beim Duzen; aber auch von Depression und Schlafstörungen. Zurzeit denkt er fast nur an seine bevorstehende Prüfung. Täglich kommuniziert er per Video Call mit seiner mittlerweile 90jährigen Großmutter.
Mehr

Über diesen Podcast

Hier könnt ihr Bewohner*innen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15