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12 Minuten
"Aus der Einsamkeit kommt die Grausamkeit. Alle Desinformationen heutzutrage kommen aus der Richtung, dass wir etwas verloren sind, dass wir unter einer Hypnosedecke liegen. Das alles bedeutet Hypnose. Aber ich wollte über Gutes und Böses, Schönheit und Hässlichkeit schreiben. Aber nicht in dieser schwarz-weißen märchenhaften Art."

Die tschechische Autorin Dora Kaprálová wurde für ihren Roman Die Mariborhypnose mit dem europäischen Literaturpreis 2026 ausgezeichnet. In dem Buch geht es um die Liebesgeschichte des Hypnotiseurs Leo Svengali und seiner Assistentin Elis, in die auch Marschall Tito verschossen ist, und um das 20. Jahrhundert – gesehen mit den Augen einer Stubenfliege in unserer Zeit. Dora Kaprálová nimmt uns mit in ihre Perspektive als mitteleuropäische Schriftstellerin und erzählt, wie ihr "raffiniertes Zeitporträt" (Irmtraut Gutschke, der Freitag) entstanden ist, "eine der originellsten Liebesgeschichten, die ich seit Langem gelesen habe" (Denis Scheck, ARD / Druckfrisch).

Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren und lebt in Berlin. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Ihr Kinderbuch Herr Niemand und die weiße Finsternis (Balaena-Verlag, 2023) stand auf der Shortlist für das beste tschechische Kinderbuch. Im gleichen Verlag erschienen bisher auch ihr Berliner Notizbuch (2019) und der Erzählband Inseln (2021). Bei mikrotext erhältlich sind Winterbuch der Liebe (2024) und ihr vielfach ausgezeichneter Roman Die Mariborhypnose (2026).
21 Minuten
"Ich wusste sofort, dass ich über diesen Ort schreiben musste. Ich wusste, ich muss das auf Deutsch machen. Und es muss in diesem Container-Dorf loslegen: ein Heim an einem Ort, der ein Heim war für nichts, jahrhundertelang, ... ein Ort der machbaren Ideen, die nicht gemacht werden."

Ariel Magnus wurde 1975 als Enkel deutsch-jüdischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. Er studierte in Deutschland und schrieb über Literatur und Kultur für verschiedene Medien in Deutschland (taz, Spiegel Online) und Lateinamerika. Zurück in Buenos Aires begann er, als literarischer Übersetzer aus dem Deutschen zu arbeiten und als Autor zu publizieren. Inzwischen hat er mehr als zwanzig Romane veröffentlicht, die zum Teil international ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurden, darunter auch ins Deutsche. Seit einigen Jahren lebt er wieder als freier Schriftsteller und literarischer Übersetzer in Berlin. Die Verbliebenen vom Tempelfeld ist der erste Roman, den er direkt auf Deutsch geschrieben hat.
18 Minuten
„Christiane Frohmann hat sich einen großartigen feministischen Scherz in Literatur erlaubt.“

Maryam Aras

Christiane Frohmann, geboren 1969, lebt in Berlin und in Italien. Sie studierte Literaturwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und an der Yale University, New Haven. Frohmann publiziert plattformübergreifend und vermischt die Rollen von Verlegerin, Autorin und Netzaktivistin. Ihr Stil ist persönlich, analytisch und von Optimismus geprägt. In Vier Wochen unternimmt sie den Versuch, das „instantane Schreiben“, das sie in Social Media entwickelt hat und in dem Leben, Reflexion und Literatur zusammenfließen, offline zu simulieren. Von ihr erschienen zuletzt Präraffaelitische Girls erklären das Internet, Präraffaelitische Girls erklären Hexerei, Präraffaelitische Girls erklären Demokratie (Frohmann Verlag).
13 Minuten
„Warum ist auf Zypern der Krieg noch präsent? Es gibt immer noch eine Grenze zwischen der türkischen und griechischen Seite."

Mit der britischen Autorin Katerina Vasililou saß ich in St. Pauli auf einem Sofa und sie erzählte mir von den Prägungen in ihrer frühen Kindheit: Nationalismus und Nachwirkungen von Krieg. Im Sommer war sie oft auf Zypern, wo ihr griechischsprachiger Vater herkommt. Warum sie nun das Memoir Komm, Komm über das Leben in verschiedenen Kulturen geschrieben hat, darüber, wie der Zypernkonflikt ihre Familie geprägt hat, und was eigentlich Staatsbürgerschaften für das eigene Leben bedeuten. „Ich will einen Teil meiner Identität wiederhaben." Katerina Vasiliou

Katerina Vasiliou ist in London aufgewachsen und lebt in Hamburg. Auszeichnungen: Scottish Book Trust New Writers Award (2010), Longlist für den Mslexia Novel Prize (2015). Ihr Debüt, das Memoir Komm, Komm stand auf der Shortlist für den First Pages Prize 2024.

Im Juni läuft eine Crowdfunding-Kampagne für Komm, Komm, wo man unter anderem einen Online-Writing-Workshop zum Memoir-Schreiben buchen kann.
21 Minuten
„Vielleicht ist es eine Katastrophe für meine Zukunft, aber ich denke, dass Ironie uns nicht rettet, aber doch etwas Sentimentalität und Pathos."

Einen Winter lang hat die tschechische Autorin Dora Kaprálová einen Text über die Sehnsucht zu einem anderen geschrieben. In Winterbuch der Liebe dreht sie den Blick um, der bei Péter Esterházy in seinem Buch Eine Frau auftaucht, wartet nicht auf die Liebe, sondern schaut mit beiläufiger Sehnsucht auf die Nähe zu anderen, sei es ein Müllmann, Jamie Oliver, eine Jugendliebe ... In gewitzter, liebevoller Sentimentalität entsteht ein Reigen über Vorstellungen von Männlichkeit, Beziehung, Weiblichkeit. Eine fragmentarische Sprache der Liebe.

„Hier schreibt eine Feministin – aber eine, die ihre Position nicht verteidigen muss und deshalb auch Nachsicht üben kann. Und die sich zu wilder Weiblichkeit bekennt: ,Wir sind Sklaven unserer Sehnsucht.’“

Irmtraud Gutschke, der Freitag

Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren, und lebt mit ihren zwei Töchtern in Berlin. Die Journalistin und Autorin studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Janáček Akademie für Darstellende Künste in Brno. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Winterbuch der Liebe (2024) ist ihr Debüt bei mikrotext in der Übersetzung von Nataša von Kopp.
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Über diesen Podcast

Hinter jedem Buch stecken Geschichten. Verlegerin Nikola Richter lädt Autorinnen und Autoren ihres Verlags mikrotext zum Gespräch ein.
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