Podcaster
Episoden
27.02.2026
1 Stunde 14 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit René Wildangel, Historiker,
Journalist und Nahost-Experte. Seine biografischen und
beruflichen Stationen führten ihn von Köln nach Jerusalem,
Damaskus, Ramallah und immer wieder nach Gaza – Erfahrungen, die
seinen Blick auf Israel/Palästina und die deutsche Debatte
nachhaltig geprägt haben.
Zu Beginn ordnen wir die Berlinale 2026 ein: Wie politisch ist
Kultur? Wir sprechen über die Kontroversen rund um ein Zitat von
Wim Wenders und die Debatte um Regisseur Al Khatib – und darüber,
was diese Auseinandersetzungen über den deutschen Diskurs
verraten.
Im Zentrum steht Wildangels Perspektivwechsel: Wann kam er
erstmals mit Besatzung und konkreten Ungerechtigkeiten in
Berührung? Wie haben seine Zeit als Leiter des Büros der
Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah und seine Aufenthalte in Gaza
– zuletzt kurz vor Oktober 2023 – seine Sicht verändert? Und
welche Rolle spielt seine Forschung zu „Palästina und der
Nationalsozialismus“ für heutige Debatten?
Wir sprechen über deutsche Erinnerungspolitik, ritualisierte
Gedenkkultur und die Frage, warum Empathie gegenüber
Palästinenserinnen und Palästinensern in Politik und
Öffentlichkeit oft so schwerfällt. Eine Folge über Geschichte,
Verantwortung und die Möglichkeit, festgefahrene Narrative zu
hinterfragen.
Gast: Dr. René Wildangel
Host: Shai Hoffmann
Links:
https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/515342/das-rebellische-spiel/
https://www.zdfheute.de/ratgeber/ahnenforschung-ns-vergangenheit-familiengeschichte-erforschen-100.html
https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/rene-wildangel/
https://www.sueddeutsche.de/politik/benjamin-netanjahu-biografie-israel-joseph-croitoru-li.3357417?reduced=true
https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/juli/denk-ich-an-gaza
Vielen Dank an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Simon
Eichinger (Postproduktion) sowie Jordi Kuragari (Video-Snippets)
Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und
entsteht mit Förderung der Robert Bosch Stiftung.
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20.02.2026
1 Stunde 11 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Sapir von Abel, Kuratorin für
Bildung und Vermittlung am Jüdischen Museum München. Geboren in
Jerusalem und seit vielen Jahren in München lebend, verbindet sie
persönliche Erfahrungen zwischen Israel und Deutschland mit
Bildungs- und Dialogarbeit.
Wir sprechen über arabisch-jüdische Identität, mizrachische
Perspektiven im deutsch-jüdischen Diskurs und die Frage, warum
jüdische Vielfalt im deutschen Diskurs oft unsichtbar bleibt.
Sapir von Abel erzählt von ihrer Familiengeschichte mit
marokkanischen Wurzeln, von innerjüdischen Spannungen und der
Dominanz aschkenasischer Narrative in der Erinnerungskultur.
Außerdem diskutieren wir, wie Antisemitismus und antimuslimischer
Rassismus zusammenwirken und warum Allianzen zwischen
Minderheiten entscheidend sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist ihre praktische Dialogarbeit – etwa
im jüdisch-muslimischen Kulturfestival ausARTen und in
Bildungsformaten, die historische Perspektiven mit aktuellen
Debatten verbinden. Wie kann Dialog in polarisierten Zeiten
gelingen? Und welche Rolle spielen Kulturinstitutionen dabei?
Gast: Sapir von AbelHost: Shai
Hoffmann
Links:
https://www.instagram.com/saphirush/
https://ausarten.org/about-us/
https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/wir/11323-sapir-von-abel
https://www.youtube.com/watch?v=xXH4UbMjmGQ
https://www.deutschlandfunkkultur.de/junge-juden-und-muslime-wir-brauchen-vertrauen-zueinander-100.html
Herzlichen Dank an Jordi Kuragari (Video-Snippets), Lea Volz und
365 Sherpas (Redaktion), sowie Simon Eichinger (Postproduktion)
Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und
wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung umgesetzt.
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13.02.2026
48 Minuten
In this episode, I speak with Dr. Revital Madar, political
theorist and Marie Skłodowska-Curie Fellow at the European
University Institute. Her research examines how state violence is
legalized, normalized, and contested, with a focus on Israel and
Palestine.
We discuss her project State Agents on Trial, analyzing trials of
security forces as sites where the boundaries of legitimate
violence are negotiated. Revital explains how legal frameworks
and media narratives shape which forms of violence are
sanctioned, ignored, or reframed, and reflects on the limits of
law, the role of academia, and the ethical responsibility to
critically engage with state power.
Guest: Revital MadarHost: Shai
Hoffmann
Links:
https://cadmus.eui.eu/entities/publication/f1ca9867-1621-485b-8018-db25f239defa
https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-031-74932-2_122-1
https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1070289X.2023.2259218
https://www.berghahnjournals.com/view/journals/conflict-and-society/9/1/arcs090105.xml
Vielen Dank an Simon Eichinger (Postproduktion), Jordi Kuragari
(Video-Snippets), Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion).
Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH,
realisiert mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.
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06.02.2026
1 Stunde 47 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Ido Arad, Dirigent, Aktivist und
Mitinitiator der Berliner Gesprächsreihe „Zeit zu reden“. Geboren
in den USA, aufgewachsen nahe Tel Aviv und seit vielen Jahren in
Deutschland als israelischer Jude lebend, ist seine Biografie von
unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten geprägt.
Arad studierte klassische Gitarre in Düsseldorf und Dirigieren an
der UdK Berlin. Er arbeitete unter anderem an der Deutschen Oper
Berlin, der Semperoper Dresden sowie an weiteren internationalen
Opernhäusern und Orchestern.
Im Gespräch geht es zunächst um seine Beobachtung als in
Deutschland lebender Jude und seine Erfahrungen der letzten
Jahre, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 innerhalb der
palästinasolidarischen Bewegung. Wir sprechen über die Rolle von
Kunst als Brückenbauerin in der Verständigung und welche
Projektionen und Grenzen sie hat. Darauf aufbauend sprechen wir
über die zunehmende Verengung politischer Debatten zu Israel und
Palästina, über Sprachlosigkeit, Angst vor sozialer
Sanktionierung und die Frage, warum viele Menschen sich aus
öffentlichen Gesprächen zurückziehen. Ido Arad erzählt, wie aus
dieser Situation heraus die Gesprächsreihe „Zeit zu reden“
entstanden ist – als bewusster Versuch, Räume zu schaffen, in
denen widersprüchliche Perspektiven nebeneinander stehen dürfen.
Wir diskutieren, was diese Räume anders machen als klassische
Podien, wo Dialog an Grenzen stößt und warum es trotzdem mehr
solcher Formate braucht. Zum Schluss geht es um Verantwortung,
Zuhören als politische Praxis und die Frage, was nötig ist, damit
gesellschaftliche Gespräche wieder möglich werden.
Gast: Ido Arad
Host: Shai Hoffmann
Links:
https://zeitzureden.org/
https://www.sueddeutsche.de/politik/palaestina-deutschland-dialog-stimmen-berlin-israel-li.3320315
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/in-der-deutschen-staatsraeson-steckt-antisemitismus/
https://www.radiodrei.de/programm/schema/sendungen/radio3_am_morgen/archiv/20250922_0600/radio3_aktuell_0710.html
https://www.tagesspiegel.de/kultur/neukollner-gesprachsreihe-zu-nahost-die-leute-sollen-miteinander-ringen-anstatt-nur-die-eigene-weltsicht-zu-verteidigen-13853131.html
Vielen Dank an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Jordi
Kuragari (Video-Snippets) sowie Simon Eichinger (Postproduktion)!
Ein Projekt von Gesellschaft im Wandel gGmbH, mit freundlicher
Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.
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30.01.2026
1 Stunde 30 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Kai Hafez,
Kommunikations- und Politikwissenschaftler und einem der
profiliertesten deutschen Forscher zu Medien, Islamfeindlichkeit
und internationaler Berichterstattung.
Seit 2003 ist er Professor an der Universität Erfurt für
Vergleichende Analyse von Mediensystemen und
Kommunikationskulturen. Er lehrte unter anderem in Kairo,
Cambridge, Oxford und Bern, war Mitglied im Unabhängigen
Expertenkreis Muslimfeindlichkeit der Bundesregierung und
akademischer Berater von Bundespräsident Johannes Rau. Bereits in
den 1990er Jahren arbeitete er intensiv zu Israel und Palästina
und begleitete Dialogformate sowie die frühen Jahre des
Oslo-Friedensprozesses.
Im Gespräch erfahren wir zunächst was über die Familiengeschichte
von Hafez bevor wir die die deutsche Berichterstattung zu Israel
und Palästina analysieren, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023.
Kai Hafez erklärt, wie sich Orientalismus und Muslimfeindlichkeit
in journalistischen Routinen niederschlagen, warum er von einer
publizistischen Einseitigkeit spricht und welche historischen
Muster sich immer wiederholen. Wir sprechen über Propaganda,
Selbstzensur, die Verengung der Debatte auf Antisemitismus statt
Konfliktanalyse sowie über die Frage, ob der Journalismus in
Deutschland gerade eine Krise durchlebt. Zum Schluss geht es
darum, wie Vertrauen in Berichterstattung und öffentliche
Debatten wiederhergestellt werden kann.
Gast: Prof. Dr. Kai Hafez
Host: Shai Hoffmann
Links:
https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Studien/uem-abschlussbericht.html
https://journalistik.online/ausgabe-2024/der-gaza-krieg-die-deutschen-medien-und-die-falsche-seite-der-geschichte/
https://www.uni-erfurt.de/philosophische-fakultaet/seminare-professuren/medien-und-kommunikationswissenschaft/personen/hafez-kai
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gespraech-mit-politikwissenschaftler-kai-hafez-warum-sich-deutsche-medien-mit-kritik-an-israel-schwer-tun.4010eac7-66c3-4c69-9bfe-152830d1f18a.html
https://perspective-daily.de/article/3865-du-aergerst-dich-ueber-die-nahost-berichterstattung-10-ideen-dagegen-vorzugehen/probiere
Vielen Dank an Jordi Kuragari(Video-Snippets), Lea Volz, Marisa
Raiser und 365 Sherpas (Redaktion) sowie Simon Eichinger
(Postproduktion).
Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und
wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung realisiert.
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Über diesen Podcast
Willkommen bei 'Über Israel und Palästina sprechen', dem Podcast,
der die Vielfalt der Meinungen zu diesem komplexen Thema in unserer
deutschen Gesellschaft hörbar macht. Begleitet uns auf einer Reise
durch Perspektiven von Expert:innen, Lehrkräften und Pädagog:innen
– mit und ohne Betroffenheitsperspektive – und taucht ein in den
facettenreichen Nahostkonflikt. Ein Podcast der gemeinnützigen
Gesellschaft im Wandel UG. Impressum:
https://www.israelpalaestinavideos.org/impressum/
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