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49 Minuten
71 - Reagieren wir in einer Partnerschaft eigentlich auf das tatsächliche Verhalten unseres Partners – oder vielmehr auf unsere eigenen Erwartungen, Interpretationen und inneren Filter? In der Psychologie wissen wir: Wahrnehmung ist nicht gleich Realität. Unser Gehirn zieht ununterbrochen Schlüsse, bewertet Situationen in Sekundenschnelle und baut tiefsitzende Überzeugungen darüber auf, wie eine Beziehung „zu laufen hat“. Doch genau diese unbewussten mentalen Prozesse können im Beziehungsalltag schnell zu emotionalen Sackgassen führen. Aber woran erkenne ich, ob eine Erwartung gut begründet ist, oder unrealistisch? Woher weiß ich, ob jemand sich wirklich danebenbenommen hat, oder ich eine Situation falsch interpretiere? Und wo setze ich eine für mich gesunde Grenze?

In dieser Episode widmen wir uns den kognitiven Methoden in der Paartherapie und wer überhaupt davon profitiert. Wir gehen der Frage nach, wie wir die verdeckten Denkmuster in Partnerschaften sichtbar machen können: Welche Mechanismen stecken hinter unseren alltäglichen Schlussfolgerungen und wie können sogenannte Attributionen – also die Ursachenzuschreibungen, die wir dem Verhalten des anderen geben – Konflikte befeuern oder entschärfen? Dabei schauen wir uns an, wie ein professionelles Reattributionstraining und die kognitive Umstrukturierung von Erwartungen in der therapeutischen Praxis funktionieren. Zudem werfen wir einen Blick auf praktische Übungen: Wie lassen sich z. B. Beziehungsbedürfnisse erkennen und einordnen? Am Ende der Episode erwartet Sie eine kleine Take-Home-Übung.
58 Minuten
70 - Stress endet selten dort, wo er entsteht. Belastungen aus Arbeit, Familie oder dem Alltag können ihren Weg in die Partnerschaft finden, und aus einem gemeinsamen Problem schnell ein Gegeneinander machen. Wir fragen uns: Was unterscheidet Paare, die an Belastungen zerbrechen, von denen, die daran wachsen? Warum fühlen sich manche Menschen in schwierigen Zeiten verstanden und getragen; sehen ihre Partnerschaft als Ressource – während andere sich trotz Beziehung zunehmend allein fühlen?

Wir kennen bereits den Zusammenhang zwischen Stress und Partnerschaft. In dieser Episode schauen wir uns die paartherapeutische Arbeit mit der Kompetenz des dyadischen Copings an: Wie können Paare lernen, Belastungen gemeinsam zu bewältigen, sich gezielt zu unterstützen und dabei nicht zusätzlich aneinander zu geraten?

Im Mittelpunkt steht die 3-Phasen-Methode: Emotionale Stresskommunikation, dyadische Unterstützung und Implementieren von Feedback. Dabei geht es auch um eine besondere Perspektive auf Stressgespräche; mit der sogenannten Trichtermethode kann sich hinter einem scheinbar banalen Stressor ein tieferliegendes Bedürfnis, eine Verletzung oder ein persönliches Schema zeigen.

Wir besprechen auch, wann eine solche Intervention überhaupt sinnvoll ist. Geht es dabei wirklich nur um Stressbewältigung? Denn vielleicht steckt in dieser Kompetenz noch etwas anderes: eine Möglichkeit, den Partner oder die Partnerin auf einer tieferen Ebene zu verstehen und emotional intimer zu werden.
41 Minuten
69 - Probleme gehören zum Alltag jeder Beziehung. Doch was passiert, wenn zwei Menschen bei einem Problem nicht nur unterschiedliche Meinungen, sondern auch unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen oder Werte haben? Eine Lösung zu finden, die für beide funktioniert, klingt zunächst selbstverständlich – ist in der Realität aber eine der Herausforderungen, an denen Partnerschaften immer wieder ins Stocken geraten. In dieser Episode sprechen wir über dyadische Problemlösung und darüber, warum Problemlösen in Beziehungen mehr bedeutet, als einfach einen Kompromiss zu finden. Wie kann eine gemeinsame Lösung aussehen, bei der nicht zwangsläufig eine Person nachgeben muss?

Wir schauen uns an, welche Rolle Problemlösekompetenzen für die Partnerschaft spielen, warum gerade die gemeinsame Suche nach Lösungen mehr bewirken kann als die Lösung eines einzelnen Problems, und welche Bedeutung unterschiedliche Bedürfnisse und Wertvorstellungen dabei haben. Dabei geht es auch um die Frage, wann Paare von einem gezielten Problemlösetraining in der Paartherapie profitieren können – und warum eine verbesserte Problemlösung nicht nur konkrete Konflikte entschärfen, sondern auch die Zusammenarbeit und das Erleben als Paar nachhaltig verändern kann.
1 Stunde 3 Minuten
68 - Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als „wäre die Person einfach so“ – Kommunikation ist keine angeborene Fähigkeit, sondern eine erlernte (und gut erlernbare) Kompetenz. So weit, so gut, aber womit selbst diejenigen von Ihnen, die bereits in unserer ersten Staffel zu Kommunikation dabei waren und dies schon längst wissen, nicht unbedingt rechnen, ist: Gute Kommunikationsfähigkeit kann auch einbrechen. Das heisst, selbst wenn Sie einst die Kompetenz beherrscht haben, könnten auch Sie sich in einer bestimmten Beziehung, mit einer bestimmten Person oder auch nach einer bestimmten Zeit plötzlich in der Situation wiederfinden, wo unkonstruktive Anschuldigungen auf Defensivität, Provokation und Rückzug treffen und Konflikte in Sackgassen fahren. Wie passiert das? Wie kann man das verhindern? Und wie macht man es rückgängig?

Ob das erstmalige Erlernen oder das Wiederherstellen einer einst funktionierenden Kommunikation: Das Kommunikationstraining ist eines der ältesten Module der Paartherapie. Nach jahrzehntelanger Paarforschung und Evidenz ist es ein konkretes, in Regeln, Übungen und Tipps eingedecktes Verfahren. In dieser Episode erfahren Sie nicht nur, wie die Kompetenz „Kommunikation“ erlernt und verlernt wird, sondern bekommen auch tieferen Einblick in die Kommunikationsarbeit in der Paartherapie inklusive Take-Home Übung. Sie lernen auch, wie Sie frühe Anzeichen einer einsinkenden Kommunikation in Ihren eigenen Beziehungen erkennen können, um frühzeitig dagegen vorzugehen.
56 Minuten
67 - Warum geraten manche Paare immer wieder in dieselben negativen Muster – selbst dann, wenn beide sich eigentlich vornehmen, freundlich, ruhig und konstruktiv zu bleiben? Warum kommen neutrale oder sogar positive Gesten und Intentionen nicht als solche an? Und weshalb fühlt es sich manchmal an, als würde die Beziehung automatisch in eine Negativspirale zurückfallen?

Wir schauen uns die psychologischen Prozesse dahinter an; wie entwickelt sich dieses Muster und wieso ist es so schwer, alleine zu durchbrechen?

Warum Kommunikation alleine oft nicht ausreicht und weshalb viele Paare trotz guter Vorsätze immer wieder in dieselben Konfliktdynamiken zurückfallen. In dieser Episode sprechen wir ausserdem über das Reziprozitätstraining in der Paartherapie, und wie dieses an Situationen, in denen sich über längere Zeit Enttäuschungen, Kritik und negative Erwartungen angesammelt und automatisiert haben, ansetzt, um die Grundlage der wohlwollenden Partnerschaft zurückzubringen, bevor weitere Schritte überhaupt gegangen werden können.

Eine Folge über Negativspiralen; Lerntheorie & Erwartungen – und darüber, wie Partner:innen in Beziehungen wieder lernen können, Positives zu sehen und zu gestalten, bevor sie daran scheitern, nur noch das Negative zu erwarten.
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Über diesen Podcast

Wie entsteht Beziehung? Ist der Mensch monogam? Wie kommunizieren wir? Wieso streiten wir? Wie funktionieren Beziehungen und was braucht es, diese glücklich zu leben? Wie öffnet man sich emotional? Was ist Commitment? Was sagt mein Bindungsstil über mich aus? In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten. Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.
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„Beziehungen verstehen.“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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