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Episoden

55 Minuten
Im Februar ist Hadija Haruna-Oelkers Vater gestorben. Sein Bild steht in ihrem Zimmer, jeden Morgen begrüßt sie ihn, und das innere Gespräch mit ihm hat nicht aufgehört. Die Journalistin, Autorin und Moderatorin verbindet in dieser Folge zwei Formen von Trauer, die selten zusammen besprochen werden: die private um einen geliebten Menschen und die politische um Menschen, die das öffentliche Erinnern gern übergeht.

Hadija erzählt von ihren ghanaischen und unterfränkischen Wurzeln, von Fragen, die sie ihren Großeltern nicht mehr stellen kann, und von dem Moment mit 16, als ihr das Buch „Farbe bekennen“ zeigte, dass es Schwarze deutsche Geschichte gibt, auch wenn sie kaum erzählt wird. Mit Lea und Michael spricht sie über den Kampf der Angehörigen von Hanau, die Namen der Ermordeten zu nennen und nicht den des Täters. Zur Erinnerung: Am 19. Februar 2020 erschoss ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven. Wer Namen kennt und wiederholt, holt Menschen aus der Anonymität und gibt ihnen ein Gesicht und eine Geschichte.

Es geht um das gut gemeinte Schweigen in Familien, das Unverarbeitetes an die nächste Generation weitergibt. Es geht um ihr Kind, mit dem sie ganz selbstverständlich über den Opa spricht, und um ein Erinnern, das nicht beim Ritual am Jahrestag stehen bleibt, sondern Verantwortung für heute übernimmt. Für Hadija heißt das: „Wenn ich mit den Toten fühle, dann gehe ich mit den Lebenden heute.“

Wer einem trauernden Menschen begegnet, muss den Namen des Verstorbenen nicht meiden. Hadijas Rat dazu: „Hab keine Angst, darüber zu reden. Es wird dir guttun und bedeutet auch, zu heilen und nicht allein zu sein.“

Hadija Haruna-Oelker hostet mit Max Czollek den Podcast „Trauer und Turnschuh“. Gemeinsam haben die beiden das Buch „Alles auf Anfang“ geschrieben.

Mutmacher konkret

Am Ende der Folge ordnet die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer den Mutmacher „Trag die Namen weiter“ ein und zeigt, was man im Alltag konkret tun kann. Nele ist Mitgründerin von grievy, der digitalen Trauerbegleitung. Ihr Buch „Shades of Grief – Dein Trauer-Guide durch die vielfältige Gefühlswelt des Abschiednehmens“ ist im EMF Verlag erschienen.

Über Sterben & Trauern

In „Sterben & Trauern“ sprechen Lea Reinhard und ihr Vater Michael Reinhard mit Menschen über Abschied, Tod und Trauer und darüber, was das für unser Leben bedeutet. Die dritte Staffel „Trau dich, hinzusehen“ stellt zehn Mutmacher-Impulse für ein bewusstes Leben mit dem Tod vor. Nicht der Tod ist unser Thema. Das Leben ist es.

Kanäle

Instagram: @sterben_trauern_der_podcast

Web: www.sterben-und-trauern.de

Kontakt: kontakt@sterben-und-trauern.de

Bücher (Verlag Herder)

„Sterben ungeschminkt“ (mit Prof. Dr. Ernst Engelke)

„Mit der Trauer weiterleben“

Neu ab Januar 2027: „weil heute zählt“

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53 Minuten
Carolina Baldin war Anfang dreißig, als ihr Leben in ein Davor und ein Danach zerfiel. Am 7. September 2023 starb ihr Mann Jacek bei einem Motorradunfall – an einem warmen Spätsommertag, an dem er nur noch einmal die Saison ausnutzen wollte. Von einem Nachmittag auf den anderen wurde sie zur Witwe und Alleinerziehenden, die gemeinsame Tochter nicht einmal zwei Jahre alt. Fast dreizehn Jahre waren die beiden ein Paar, fünf davon verheiratet – „er war nicht nur mein Mann, sondern mein bester Freund”.

Carolina nimmt uns mit in die Zeit danach – in den Moment, als sie durch eine Pressemeldung im Netz erfuhr, dass ein 36-jähriger Motorradfahrer noch an der Unfallstelle gestorben war, und begriff, dass es Jacek war. Sie spricht über den Schock und die Wut der ersten Zeit, über das quälende „Warum”, das anfangs alles beherrschte, und über ihre Entscheidung, an diesem Tod nicht zu zerbrechen – auch ihrer Tochter zuliebe. Was ihr geholfen hat: professionelle Begleitung, kleine Rituale wie die Kerze, die jeden Tag brennt, und die Erinnerungen, die Jacek für seine Tochter lebendig halten.

Unser Mutmacher dieser Folge heißt „Suche kein Warum, sondern ein Wofür“. Carolina glaubt nicht an „Alles hat seinen Sinn“ und an keinen Zwangsoptimismus – für sie ergibt ein Tod niemals Sinn. Und trotzdem hat sie einen Weg gefunden, weiterzuleben: nicht, indem sie nach einem Grund sucht, sondern indem sie dem Danach eine Richtung gibt. Aus dem „Warum ist das passiert?“ wurde ein „Wofür bin ich noch hier?“. Heute teilt sie ihre Trauer offen, begleitet andere Trauernde und findet klare Worte für das, was viele sprachlos macht.

Ein Gespräch über den plötzlichen Verlust, über die Liebe, die bleibt, und über die Frage, was trägt, wenn das Leben von einer Minute auf die andere ein anderes ist.

Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret”

Am Ende jeder Folge holen wir das große Thema herunter in den Alltag. Die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer ordnet den jeweiligen Mutmacher-Impuls ein und gibt konkrete Tipps für dein eigenes Leben – klar, warm und praktisch. Nele ist promovierte Psychologin, Trauerbegleiterin und Gründerin von grievy, einem digitalen Begleiter für Trauernde. Am 7. Oktober ist ihr Buch „Shades of Grief” (Edition Michael Fischer / EMF Verlag), in dem sie den vielen Facetten der Trauer nachgeht – einfühlsam und fern von richtig oder falsch.

Über „Sterben & Trauern”

„Sterben & Trauern“ ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne Floskeln.

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Unsere Bücher (beide im Herder Verlag)

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Habt ihr eigene Erfahrungen, Fragen oder Gedanken? Wir freuen uns über jede Nachricht – in den Kommentaren oder per Mail an kontakt@sterben-und-trauern.de.

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50 Minuten
Susen Tiedtke war eine der besten deutschen Weitspringerinnen – Medaillengewinnerin bei Weltmeisterschaften, Olympiateilnehmerin. Eine Frau, die gelernt hat zu funktionieren, durchzuhalten, zu kämpfen. Doch in diesem Gespräch ist sie aus einem anderen Grund bei uns: Vor gut einem Jahr ist ihr Sohn Max gestorben, mit 17 Jahren, völlig ohne Vorzeichen. Eine unentdeckte Herzerkrankung, keine Warnzeichen.

Susen nimmt uns mit in die Zeit danach – in den Moment, als aus der Spitzensportlerin, die immer ein Ziel vor Augen hatte, ein Mensch wurde, der sich fragte, was überhaupt noch Sinn ergibt. Sie spricht offen über die Schuldgefühle, die bleiben, obwohl es nichts zu erkennen gab. Über die Sinnfrage, die sich auftut, wenn man sein Kind verliert. Und über das, was ihr geholfen hat, weiterzumachen: der Austausch mit anderen betroffenen Eltern, aus dem sogar eine Freundschaft wurde, und ihre eigene Überzeugung, durch eine frühere Nahtoderfahrung, dass die Verbindung zu Max nicht abgerissen ist.

Unser Mutmacher dieser Folge heißt „Gib deiner Angst Worte". Susen hat sich entschieden, nicht zu schweigen, sondern öffentlich über ihren Verlust zu sprechen – vor Kameras, mit Tränen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sie erzählt, warum ihr das Reden mehr hilft als das Schweigen, warum sich so viele Menschen aus Hilflosigkeit zurückziehen, wenn es um den Tod geht, und warum sie trotzdem nie aufgehört hat, klare Worte zu finden. Ihr Antrieb: Vielleicht hört jemand zu, dem es ähnlich geht – und merkt, dass es einen Weg gibt, weiterzuleben.

Ein Gespräch über den größten Verlust, den ein Mensch erleben kann, über den Mut, der Angst Worte zu geben, und über die Frage, was trägt, wenn nichts mehr selbstverständlich ist.

Dieses Gespräch berührt auch Gedanken, nicht mehr weiterleben zu wollen. Wenn dich das Thema belastet, bist du nicht allein: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111.

Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret"

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„Sterben & Trauern" ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne Floskeln.

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54 Minuten
Tamara Brenner arbeitet als Pflegefachkraft im Bremer Hospiz Brücke. Mit 21 verliert sie ihren Vater – mitten in der Ausbildung zur Krankenpflegerin und doch vollkommen unvorbereitet. Nach über zwölf Jahren in der Unfallchirurgie, einem Ort der Geschwindigkeit und des Funktionierens, findet sie über eine Sinnkrise und viel Mut schließlich ins Hospiz. Als sie zum ersten Mal vor der alten Villa steht und die Tür aufgeht, geht für sie, wie sie sagt, die Sonne auf.

Im Gespräch erzählt Tamara, wie im Hospiz eine andere Form der Pflege entsteht. Eine, in der nicht das Symptom zuerst zählt, sondern die Frage, die ein Arzt bei ihrer ersten Visite einem Gast stellte: „Was möchten Sie mir erzählen?" Kein Pulk am Bett, keine Vorgabe, worum es zu gehen hat – nur der Mensch und das, was ihn bewegt. Tamara saß daneben und hatte Tränen in den Augen.

Sie räumt mit dem Bild vom dunklen, stillen Sterbeort auf. Ihr Hospiz ist hell und lebendig: Es gibt Lachen, gutes Essen, Nähe und manchmal erstaunlich viel Leichtigkeit. Einmal im Monat backt eine Ehrenamtliche Brot und stellt einen Ventilator auf, damit der Duft durchs ganze Haus zieht – und fragt die Gäste nach ihren Kindheitserinnerungen an Brot. Die Schwere verschwindet nicht, aber sie ist nicht das Einzige.

Tamara spricht darüber, warum echtes Dasein mehr hilft als jeder gut gemeinte Spruch. Warum das Wertvollste manchmal darin besteht, gemeinsam zu schweigen. Wie sie offen bleibt, ohne an den Schicksalen zu zerbrechen – „geteiltes Leid ist halbes Leid". Und warum ausgerechnet der Moment, vor dem sie am meisten Angst hatte, der letzte Dienst am Verstorbenen, heute zu den wertvollsten ihres Berufs gehört: als eine Frau im Hochzeitskleid Abschied nahm.

Ein Gespräch über echten Trost, über Ehrfurcht statt Angst und darüber, wie viel man im Hospiz für das Leben lernen kann.

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57 Minuten
Eric Wrede hat ein bemerkenswertes Leben hinter sich. Er hat Germanistik und Geschichte studiert, war DJ in Berlin und Musikmanager bei einer großen Plattenfirma – Westernhagen, Selig und Polarkreis 18 gehörten zu seinen Künstlern. Dann hat er einen radikalen Schnitt gemacht und ist Bestatter geworden. Heute führt er in Berlin mit seinem Team das Bestattungshaus „lebensnah" und begleitet Jahr für Jahr Hunderte Familien.

Aus dieser Erfahrung heraus sagt Eric etwas, das den Blick auf die ganze Vorsorge verändert. Er sagt: Nimm mal die Überschrift „Tod" weg. Reden wir stattdessen über Liebe, über Beziehung. Der Satz „Ich habe Angst, dass meine Oma stirbt" müsse eigentlich heißen: Ich liebe meine Oma und möchte sie nicht verlieren. Und daraus wird bei ihm ein ganz einfacher, berührender Rat: Sag ihr lieber, dass du sie liebst.

Für Eric ist Vorsorge im Kern kein Behördenthema und kein Aktenordner, sondern eine Frage der Beziehung. Es geht darum, den Menschen, die man liebt, die Last abzunehmen, bevor der Ernstfall kommt. Im Gespräch erzählt er, warum wir uns damit trotzdem so schwer tun, warum viele ein schlechtes Gewissen haben, überhaupt beim Bestatter anzurufen, und wie man ein solches Gespräch beginnt, ohne gleich mit dem Tod ins Haus zu fallen. Und er teilt eine überraschende Erkenntnis: dass Hinterbliebene sich später nie an den schönen Sarg erinnern, sondern an etwas ganz anderes.

Ein Gespräch über die Liebe hinter der Vorsorge – und darüber, wie man den Menschen, die bleiben, eine Last von den Schultern nimmt.

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Über diesen Podcast

Willkommen zur dritten Staffel von „Sterben & Trauern". Sie heißt „Trau dich, hinzusehen – 10 Mutmacher-Impulse für ein bewusstes Leben mit dem Tod" und startet am 23. Juli 2025. Was uns motiviert, ist eigentlich eine einfache Beobachtung: Wer anfängt, offen über den Tod zu reden, verändert die Art, wie er lebt. Bewusster. Aufmerksamer. Oft auch dankbarer. Diese Staffel dreht sich genau darum – nicht um das Sterben selbst, sondern um das, was ein ehrlicher Blick auf die eigene Endlichkeit mit uns macht. Zehn Mutmacher-Impulse - Gespräche mit Menschen, die uns gezeigt haben, dass das möglich ist: mit dem Wissen um den Tod zu leben, ohne ihn zu verdrängen. Die Journalistin und TV-Moderatorin Lea Reinhard und ihr Vater, der Journalist Michael Reinhard, sprechen mit außergewöhnlichen Gesprächspartnern – und auch miteinander. Über das, was diese drei Jahre Podcast mit ihnen gemacht haben. Über Familiengeschichten, die lange unerzählt blieben. Und über die Frage, was wir tun können, solange wir noch da sind. Der Podcast erscheint jeden Donnerstag. Er will nicht erklären, wie man richtig trauert oder stirbt. Er will zeigen, was möglich wird, wenn man aufhört, das Thema zu umgehen. Abonniert den Podcast, um keine Folge zu verpassen. https://www.instagram.com/_sterben_trauern_der_podcast_?igsh=MXQxZnhxdzV0azZwbg%3D%3D&utm_source=qr
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„Sterben & Trauern“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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