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Episoden
05.01.2026
45 Minuten
In dieser Episode spricht Sebastian mit Michael Diemer über
Männlichkeit, Verkörperung, Prägungen, Trauma und Sexualität. Ein
roter Faden des Gesprächs ist die Frage, von welcher Basis aus wir
auf Männlichkeit schauen und überhaupt sagen können, ich bin „Mann“
oder „das bin ich“? Michael Diemer ist Traumaexperte,
Körpertherapeut und Qigong Lehrer mit einem besonderen Fokus auf
Männerarbeit. Für Sebastian ist er ein wichtiger Mentor und Kollege
und so berührt das Gespräch auch viele gemeinsame Herzensanliegen
und gibt einen schönen Einblick in unsere geteilte Grundhaltung.
Wir sprechen u.a. darüber, wie sehr männliche Sozialisierung mit
Abspaltung und Entkörperung verbunden ist und welche Rolle dabei
früh erzwungene Prägungen spielen, die sich durch Biografien und
über Generationen hinweg fortsetzen. Ein zentrales Thema des
Gesprächs ist deshalb auch Verkörperung als die Fähigkeit, sich
selbst wieder im eigenen Körper wahrzunehmen, Empfindung, Emotion
und Denken als zusammengehörig zu erleben und aus einer inneren
Präsenz heraus in Beziehung treten zu können. Auch Sexualität wird
im Gespräch als wichtiges Forschungsfeld berührt: Als ein Ort, an
dem Prägung und Lebendigkeit aufeinandertreffen und an dem wir
gefordert sind, in aller Verantworlichkeit unsere ganz eigene
Sexualität zu leben. Insgesamt ist es ein forschendes Gespräch, das
bewusst keine fertigen Antworten formuliert, sondern dazu einlädt,
in den Fragen zu verweilen und neugierig auf sich selbst zu werden.
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08.09.2024
1 Stunde 3 Minuten
Ob in Unternehmen, Organisationen, ob in Gemeinschaft oder in der
Begleitung von Kindern, immer und überall findet Führung statt.
Doch wie wollen wir Führung leben und wie könnte eine
Führungskultur aussehen, die nicht auf Hierarchie und Kontrolle
setzt, sondern auf Vertrauen, Ko-Kreation und kollektive Prozesse
der Selbstorganisation und Führung? In dieser Episode spricht Timna
mit Carla Tradt und Leo Meyer-Schwickerath von tealbirds, die
Führungskräfte und Organisationen auf dem Weg in ein neues
Führungsparadigma begleiten. Als Pioniere in diesem Feld haben sie
über Jahre Formen kollektiver Führung sowohl an sich selber als
auch in Begleitungen von zahlreichen Organisationen erforscht,
weiterentwickelt und in der Praxis getestet. Dabei sind
verschiedene Formate entstanden, in denen Individuen und
Organisationen ihr Bewusstsein erweitern und Kompetenzen entwickeln
können, die es braucht, um nach Prinzipien der Selbstorganisation
und der kollektiven Führung zu arbeiten. Das Gespräch gibt einen
schönen Einblick in die Arbeit und die Visionen von tealbirds,
gleichzeitig berührt es ganz verschiedene Ebenen und Fragen rund um
Führung, die aktueller nicht sein können: Wie geht eigentlich
gelungene Ko-Kreation? Was bedeutet kollektive Führung? Woher
wissen wir, in welche Richtung ein selbstorganisierter Prozess
gehen soll? Wann braucht es welche Führungsform? Wie führen wir uns
selbst? Und last but not least: Wie können wir uns als Menschheit
im 21. Jahrhundert führen?
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05.06.2024
1 Stunde 21 Minuten
Was wären wir ohne unsere Fähigkeit zu spielen? Ist es nicht das
Spiel, das unser Leben lebenswert macht und in seiner radikalen
Offenheit, Freiheit und Individualität unserem Menschsein Würde und
Tiefe verleiht? In dieser Episode spricht Timna mit der
Spielforscherin Gerda Salis Gross, die bereits seit über 40 Jahren
das Spielen in all seinen Facetten erforscht, darüber schreibt und
lehrt und das Spielen auch in ihrer Praxis als Heilpädagogin auf
eindrückliche Weise einsetzt. Gerda Salis Gross arbeitet mit
grossem Engagement dafür, dass Kindern die Freiräume erhalten
bleiben, die sie zum Spielen brauchen – was in der heutigen Zeit
mit ihrer Verwertungslogik und einem ständig wachsenden
Leistungsdruck immer schwieriger wird. Auch uns Erwachsene erinnert
sie eindringlich daran, wie wichtig es ist, in unserem Leben wieder
mehr zu spielen und bietet in ihren Seminaren und Forschungsräumen
Unterstützung zur Wiederaneignung des Spiels. Der rote Faden des
Gesprächs ist die Unterscheidung drei verschiedener Arten des
Spielens, wie sie in Gerda Salis Gross’ Buch «Im Spiel dem Leben
Freiheit schenken» entwickelt werden. Zentral ist dabei der Begriff
des primären oder ursprünglichen Spiels, das alle Menschen mit auf
die Welt bringen und das von Natur aus frei, unvorhersehbar und
intrinsisch motiviert ist. Dem gegenüber steht das sekundäre Spiel,
das oft von aussen an uns heran getragen wird und uns sozusagen in
die Spielregeln der jeweiligen Kultur einführt. Das Gespräch
erforscht zunächst das Spannungsfeld dieser beiden Arten zu spielen
und wie wir immer wieder mit dem Primären in uns in Kontakt kommen
können. Sehr berührend sind die verschiedenen Beispiele in der
Mitte des Gesprächs, in denen Gerda Salis Gross davon erzählt, wie
sie mit Jugendlichen und Kindern arbeitet und wie heilend das
Spielen wirken kann. Zum Ende des Gesprächs spricht Gerda Salis
Gross noch über die Gamifizierung unserer Gesellschaft und wir
hören ein leidenschaftliches Plädoyer für die menschliche Würde in
einer Welt, in der unser Menschsein immer mehr auf das lebenslange
sammeln von Punkten reduziert wird. Mehr zu den Angeboten, über die
Gerda Salis Gross am Ende noch spricht, findest du auf ihrer
Webseite: https://gerdasalisgross.ch/ Das Buch «Im Spiel dem Leben
Freiheit schenken», das wir von Herzen empfehlen können, kannst du
hier und im Buchhandel beziehen:
https://www.futurumverlag.com/ch/futurum-verlag/kultur-und-kunst/im-spiel
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19.04.2024
1 Stunde 21 Minuten
Wie können wir Kinder dabei begleiten, ihren authentischen Weg zu
gehen und dabei Schritt für Schritt das in Ihnen angelegte
Potential zu verwirklichen? Welche Entwicklungsstufen und Übergänge
durchlaufen junge Menschen und was sind die spezifischen
Bedürfnisse, die damit zusammenhängen? In dieser Episode spricht
Timna mit Susanne Tobler, die zu diesen und damit zusammenhängenden
Fragen auf ihrem Lebens- und Berufsweg einen tiefen Erfahrungs- und
Wissensschatz gesammelt hat. Susanne ist Mitbegründerin und
Co-Leiterin der Monterana Schule in Degersheim (Schweiz), die in
ihren eigenen Worten «ein Lebens- und Entwicklungsort für alle
Menschen ist, die da sind». Die Monterana Schule existiert bereits
seit dreissig Jahren als sogenannte «freie Schule» und zählt
mittlerweile über 120 Kinder und Jugendliche sowie ca. 30
erwachsene Begleitpersonen. Susanne hat bereits früh in ihrem Leben
verstanden, dass der Schlüssel zu einer anderen Gesellschaft darin
liegt, wie wir Kinder in ihrer Entwicklung begleiten, ohne sie zu
verformen, wie es im herrschenden Schulsystem leider immer noch der
Fall ist. Dies war ein wichtiger Ausgangspunkt für sie, ihr Leben
dieser grossen Aufgabe zu widmen. Während das Gespräch einerseits
immer wieder Bezug auf die Montanara Schule nimmt und einen
Einblick in die Haltung und die verschiedenen Prozesse der Menschen
gibt, die an dieser Schule sind, entsteht im Verlauf des Gesprächs
andererseits ein Eindruck darüber, in welcher Tiefe und mit welchem
Bewusstsein an der Monterana Schule Menschen gemeinsam wachsen,
lernen und das Leben erforschen. Das Gefühl darüber, was möglich
sein kann, wenn wir wirklich vom Kind und seinen authentischen
Bedürfnissen und Potentialen ausgehen, hat uns am Gespräch mit
Susanne zutiefst berührt. Dabei kamen wir auch in Kontakt mit der
Trauer und der Wut über die eigenen Schulerfahrungen, die so
diametral anders gelaufen sind und für viele junge Menschen immer
noch so laufen. So bleibt eine wichtige Erkenntnis des Gesprächs,
wie viel wir Erwachsene eigentlich noch zu verlernen haben, wenn
wir es mit Kindern zu tun haben - was sie uns laufend zeigen und
wofür es zum Glück nie zu spät ist.
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24.03.2024
1 Minute
Freies Lernen ohne Druck und ohne Noten - wie geht das? Im zweiten
Teil unserer Serie zum Thema "freies Lernen" spricht Timna mit
Florian Knaus und Till Grossrieder, die beide als freilernende
Kinder aufgewachsen sind und nun mit Mitte 20 auf diesen Abschnitt
ihres Lebens zurückblicken und einige spannende Resümees ziehen.
Was heisst Freilernen für die Beiden, wie war es für sie in freien
Schulen zu lernen und ihren eigenen Weg ins Berufsleben zu finden?
Wo stehen Sie heute? Um diese Fragen dreht sich das Gespräch und
eröffnet auf berührende Weise neue Horizonte des Lernens. So
unterschiedlich die Wege von Florian und Till ins Berufs- und
Erwachsenenleben verliefen, so haben sie doch eines gemeinsam: Bei
beiden ist eine ausserordentliche Basis von Selbstwirksamkeit und
Vertrauen spürbar, die es ihnen ermöglicht hat, bei allen
Herausforderungen des Lebens sich selbst treu zu bleiben,
Verantwortung für sich zu übernehmen und ihren je eigenen Weg mit
Kreativität zu gehen. Gerade für Menschen, die einen Ruf spüren,
ihren eigenen Kindern einen Weg des Freilernens zu ermöglichen,
gibt dieses Gespräch Mut und Zuversicht und allen anderen eine neue
Perspektive, die viel zu denken gibt.
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Über diesen Podcast
Wie können wir in dieser herausfordernden Zeit die Orientierung
behalten und uns auf die Vision einer schöneren Welt ausrichten?
Timna und Sebastian sammeln in diesem Podcast Samen für das
Frühlingserwachen in eine neue Zeit. Sie begegnen Menschen, die das
Leben in der Tiefe erforschen. Menschen, die sich auf den Weg
gemacht haben, ein selbstermächtigtes Leben zu führen und die ihren
Alltag und all ihre Beziehungen zum Übungsfeld einer neuen Kultur
machen. Die Gespräche in diesem Podcast umspannen ganz verschiedene
Themenbereiche und Perspektiven. Sie bauen Brücken zwischen dem
Innen und Aussen und weben ein vielfältiges Bild konkreter
Alternativen in einer wachsenden Ökologie des Friedens.
https://www.frühlingserwachen.ch/podcast
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