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168 Episoden
3 Minuten
Neulich war ich im Supermarkt, müde, bisschen genervt von der Fülle und auch von den langen Schlangen an der Kasse. Ach, dachte ich, dann gehe ich zu der Kassiererin, die immer so freundlich und fröhlich ist, das tut gut.

Dann war aber die Schlange an der Kasse einfach zu lang. Gut, dachte ich, gehe ich zu der anderen Kasse. Aber dieKassiererin guckte so missmutig, unfreundlich. Und dennoch, ich stellte mich an, gab meiner Stimmung einen Ruck, sprach ein inneres Stoßgebet und entschied mich, ihr freundlich und fröhlich zu begegnen. Und siehe da, ihr Gesicht wurde heller, sie lachte und war sehr freundlich. Sie schien dankbar für ein paar aufheiternde Worte und Nachfragen.

Das beschämte mich beinahe. Es ist so einfach, einem Menschen eine Freude zu machen. Ein Lächeln genügt oft. Ein Lächeln gegen meine Vorurteile, ein Lächeln, das belebt, erfrischt, die Stimmung verwandelt und so gesund ist.

Denn: was ist die tiefste Sehnsucht in uns? Gesehen zu werden, freundlich angesehen, gemeint zu sein.

Eigentlich ist es so einfach, wenn ich mich selbst mit meiner schlechten Laune an Gott wende, Seinen liebevollen Blick auf mir weiß, Sein Lächeln und ich dann unter diesem Blick den anderen ansehen kann, sodass auch dieser Mensch sich angesehen weiß.

Da ist nicht nur unsere Sehnsucht, sondern auch eine große Sehnsucht Gottes nach uns.

Wie heißt es bei Zefanja 3,17: Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet. Er freut sich über dich mit Wonne, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel

Wenn Gottes Sehnen und unsere Sehnsucht zusammenkommen, dann berühren sich Himmel und Erde.

So ähnliches erlebte ich letzten Samstag bei unserem „Selsorge-to-Go-Dienst“ in der Heidelberger Fußgängerzone. Ein Herr verließ die Providenzkirche und ich fragte ihn, ob er einen Segen mit auf seinen Weg nehmen wolle. Er willigte ein. Ich reichte ihm die Karte „ich brauche Segen“ mit dem QR Code. Er sagte er habe kein Handy dabei und wir schauten mit meinem, welcher Segen ihm jetzt gelte.

Hab keine Angst und schrecke vor nichts zurück! Denn Gott ist mit dir bei allem, was du unternimmst! Josua 1,9b (Basis Bibel)

„Ja, so ist Jesus“, sagte der Mann und war ganz gerührt, wie sehr dieses Wort jetzt gepasst habe. Beschwingt und ermutigt ging er von dannen.

Diese Erfahrungen des liebevollen Angesehen Seins möge nicht nur in Euch und Ihnen ein Lächeln hervorlocken.

Das wünscht von Herzen, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
3 Minuten
Noch sechs Wochen haben wir in Kirche und Gemeindehaus einen Schatz von 80 Bildern zu Jesus-Geschichten aus den Evangelien. Wir stehen immer wieder vor den Bildern und staunen über ihre Originalität und Aussagekraft.

Gérard Lattier hat sie mit seiner eigenen Geschichte verbunden.

Ein Bild berührt mich besonders. In der Mitte steht Jesus. Seine rechte Hand hat er auf die rechte Schulter eines jungen Mannes gelegt. Der linke Arm ist ausgestreckt, die übergroße Hand ist geöffnet dem Betrachter zugewandt. Sein Blick geht wie seine Hand nach links. Sie ist dem Leben zugewandt. Den jungen Mann will er ins Leben mitnehmen.

Gérard Lattier ist Maler und Erzähler. Sein Bild hat er in einem Schriftband mit zwei Jesusworten betitelt: „Lass die Toten ihre Toten begraben und komme mit mir, denn ich bin das LEBEN.“ Ein Nachfolgewort und ein Ich-bin-Wort. Gérard erzählt:

Ein junger Mann sagt zu Jesus: „Ich will mit dir gehen und dir nachfolgen – aber mein Vater ist gerade gestorben, ich muss noch bleiben und ihn beerdigen, dann komme ich.“ Jesus sagt zu dem jungen Mann: „Lass die Toten ihre Toten begraben und komme mit mir, denn ich bin das Leben.“

Und dann erzählt Gérard persönlich seine Geschichte in die Jesusgeschichte hinein:

Auf diesem Bild hab ich mich selber gemalt, als kleinen Buben, mit meiner Mama, die mich als junge Witwe jeden Sonntagnachmittag auf den Friedhof von Sainte Baudile mitnahm, zum Grab von Papa. Mama, liebe Mama! Komm bitte du mit mir! Zum LEBEN müssen wir gehen!

Die Geschichten von Jesus in unser Leben hineinziehen. Und ihn in ihnen finden. Aber auch alles aufnehmen, was unser Leben ausmacht. Gérard Lattier hat Tod, Schmerz und Trauer in seinem Bild aufgenommen. Rechts von Jesus ein Leichenzug und Gräber und das Grab seines Vaters Marcel Lattier. Neben dem Grab die Mutter mit verhülltem Gesicht und er als kleiner Junge mit einer Blume in der Hand. Über allem ein dunkler Himmel und Flugzeuge die Bomben abwerfen. Feuerblitze. Der Tod ist mächtig.

Aber links von Jesus das blühende Leben, ein heller Himmel. Die Lieblingstiere des Künstlers: die Katze Kilou, die Ziehharmonika spielt, die Schildkröte mit Tröte und der Hase Duracell, der Dauertrommler. Und alle Tiere haben Junge. Und in einem Körbchen liegt ein Baby. Im Hintergrund das Heimatdorf seiner Großeltern, Ruoms mit Kirche, Hausberg und der Ardèche mit Brücke. Über allem ein heller blauer Himmel. Das Leben ist mächtiger als der Tod. Weil Jesus den Tod besiegt hat. „Zum LEBEN müssen wir gehen!“ sagt der Auferstandene zum jungen Mann.

Herzliche Einladung nach Linkenheim bei Karlsruhe und liebe Grüße

Hans-Martin Steffe
3 Minuten
Vieles entscheidet sich in wenigen Sekunden und bestimmt dann oft für lange Zeit unsere Befindlichkeit. In wenigen Sekunden entscheidet sich, wie ich reagiere und danach erkenne ich erst die Bedeutung der Ereignisse. Beim Schreiben merke ich, dass im Wort Bedeutung das Wort“ deuten“ steckt.

Es ist gerade erst 2 Wochen her. Ich fahre auf der Autobahn mit der erlaubten Geschwindigkeit, 120 Km/h. Ich bin auf der mittleren Spur als plötzlich alles wackelt und rüttelt. Ich halte das Lenkrad so fest ich kann, ein Blick in den Rückspiegel. Gott sei Dank, rechts direkt neben mir und hinter mir ist niemand. Ich ziehe rechts rüber, so schnell ich kann auf den Standstreifen. Und halte dort zitternd an. Ich steige auf der Beifahrerseite aus, weil soviel Verkehr auf der Autobahn ist und sehe es: Der rechte Vorderreifen ist geplatzt. Alles hat sich in Sekunden abgespielt. Kaum bin ich wieder im Auto, hält ein Polizeiauto hinter mir. Die Polizistin ist der reinste Engel. Sie sieht, dass ich völlig neben der Spur bin, hilft das Warndreieck aufzustellen und sagt, dass ich das Auto verlassen muss und jenseits der Leitplanke auf den Abschlepper warten muss. Sie ermahnt mich alles anzuziehen, was ich dabei habe, weil es so kalt ist.

Dort zwischen Schallschutzwand und Leitplanke bei wahnsinnigem Lärm und einigen Minusgraden stehe ich jetzt und fange an wie Paulus und Silas im Gefängnis Gott zu loben. Gestern erst hatte ich diese Geschichte den KursleiterInnen vorgestellt und jetzt erlebe ich es hautnah. Gott ist gegenwärtig. Er ist ein Gott, der mich sieht! Die Hand unseres Gottes war über mir! Dieser Vers aus Esra 8 ist zwei Tage später im Losungsbuch. Es gibt keinen Augenblick, in dem wir Jesus gleichgültig sind. ER ist mit mir im Auto. ER ist mit mir in meinem Lebensboot. Auch wenn ich denke, er schläft. ER sieht mich.ER sieht uns!  Wie gut, dass es an diesem Ort passiert ist. Dort waren es drei Spuren und es gab einen Standstreifen. Wenige Kilometer später ist es zweispurig und kein Standstreifen. Danke für die Polizisten und die anderen freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Danke Jesus für die Bewahrung und deine zuverlässige Gegenwart in meinem Leben. Danke, dass deine schützende Hand über uns ist.

Ihre und eure Traudel Krause
3 Minuten
Vor einiger Zeit haben wir angefangen online zusammen zu kommen, um für Menschen zu beten, die uns auf dem Herzen liegen. Wir beten mit einem Bibelvers – angeregt durch die Organisation „Moms in Prayer“.

Heute morgen hieß dieser Vers: Ich bete, dass … bei dir, dem höchsten Gott, Zuflucht und Schutz findet.

So viele Menschen fielen mir ein, für die ich das betete.

Und dabei hatte ich ein Bild vor Augen, wie Gott diese Menschen in seiner liebenden, warm-orange-rot-leuchtenden Hand hielt, bergend von unten und die andere Hand schützend darüber. Schutz vor Regen, Sturm, eine Höhle zum Unterstehen, eine Hand die „stoppt“, was auch immer bedrohend sich anbahnt…

Und dann kamen mir andere in den Sinn - Menschen in Palästina und die israelischen Geiseln der Hamas, die Flüchtlinge in ihren Booten, kleine und große Menschen, die ein gewalttätiges Zuhause haben, Christen, die verfolgt werden, Menschen um mich herum, die Not leiden in ihrer Seele…

Dass sie bei Dir, dem höchsten Gott, Zuflucht und Schutz finden….

Das ist mein Gebet für Viele. Auch für mich selbst.

Und gleichzeitig ringe ich darum mit meinen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer und ich frage mich und dich:

Was heißt dieser Vers aus Psalm 91 für mich?

Wo habe ich das schon erlebt? Gott ist meine Zuflucht und mein Schutz?

Wo spüre ich Enttäuschung bei diesem Vers?

Wo brauche ich das gerade heute?

 

Pausiert doch einen Moment und teilt eure Gedanken mit Gott. Sprecht es aus – laut und so wie es aus euch „rauskommt“.

Ich habe erlebt, dass Gott mir Zuflucht wurde. Bei ihm konnten meine Gefühle roh hinausfließen. Ich hatte „Sein Ohr“ und durfte mich ausheulen, ausschreien und fand Ruhe im Sturm.

Ich habe auch erlebt, dass ich Zuflucht bei Gott suchte und es war als klagte ich hinein in einen leeren Raum.

Beides ist in meinem Leben da.

Und so bete ich diesen Psalm Mose – von dem wir wissen,

dass auch er mit Gott durch Höhen und Tiefen ging,

gerungen hat mit Gott, vertraut hat, Großes erlebt hat und an seine Grenzen kam –

und richte meinen Blick auf die letzten Verse des Psalm 91:

Gott sagt:

Er – dieser Mensch - liebt mich, darum will ich ihn erretten;

er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. 

Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören;

Ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.

Das ist meine Hoffnung.

Das will ich tun:  ihn anrufen, ihn lieben, seinen Namen kennen.

Und ich lade dich ein, es auch zu tun!

Eine gesegnete Woche,

Eure Damaris Friedrich
3 Minuten
Lange habe ich das Projekt vor mir hergeschoben, jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. In den nächsten Wochen und Monaten steht mir eine große Aufgabe bevor: unser geplanter Hausumbau. Doch bevor etwas Neues entstehen kann, muss ich erst entrümpeln. Ausmisten, Schränke leeren, alte Sachen aussortieren, mich von Dingen trennen, die ich lange aufgehoben habe – vielleicht, weil sie schöne Erinnerungen beinhalten, vielleicht, weil sie mal wertvoll waren, vielleicht aber auch einfach nur aus Gewohnheit. Es fällt mir nicht leicht, Altes loszulassen, aber ich weiß: Nur wenn der Raum frei ist, kann etwas Neues entstehen.

 

Genau daran erinnert mich die Geschichte der Tempelreinigung in Matthäus 21, 12-17. Gleich in den ersten beiden Versen heißt es dort: “Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stände der Taubenkrämer. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle!”

Wir begegnen hier einem energischen, ja fast schon einem aggressiven und zornigen Jesus. Er betritt den Tempel in Jerusalem und sieht, dass dort nicht mehr Gottes Gegenwart im Mittelpunkt steht, sondern Geschäfte, Ablenkung, vielleicht sogar Ausnutzung. Also räumt er auf! Er wirft die Händler hinaus, stößt die Tische um und macht Platz für das, was wirklich zählt: die Begegnung mit Gott.

 

Auch mein Inneres ist ein Tempel, mein Herzenstempel. Wenn ich ehrlich bin, hat sich auch dort über die Jahre einiges angesammelt, was eigentlich gar nicht dorthin gehört. Es hat sich in den Ritzen meiner Seelenfalten eingenistet… Sorgen, Hetze, Dinge, die mich ablenken, statt mich Gott näherzubringen… Ich glaube, dass Jesus auch in meinem Leben aufräumen möchte – nicht, um mir etwas wegzunehmen, sondern um Platz für seinen Frieden, seine Liebe und seine Gegenwart zu schaffen. Bin ich bereit dazu, Altgewohntes und Liebgewordenes aufzugeben?  

 

So wie ich jetzt unser Haus entrümple, will ich auch mein Herz neu ordnen. Ich möchte loslassen, was mich belastet, und Platz machen für das, was Gott schenken will. Vielleicht kostet es mich Überwindung, vielleicht fühlt es sich erst ungewohnt an – aber ich weiß: Es lohnt sich.

Wer macht mit?

 

Eine gesegnete Woche wünscht Christina Stadelmann, Grünwald

Hoffnung

3 Minuten
In einem Vortrag habe ich diese Woche die Frage gehört: welche Hoffnung vermittelst Du ganz konkret.

Wer Hoffnung hat ist zuversichtlich. Es ist eine innere Überzeugung bzw. Erwartung, dass das Gewünschte eintritt.

Das kann sich auf ein ganz bestimmtes Ereignis beziehen - also z.B., dass es einem morgen gesundheitlich besser geht. Hoffnung ist aber auch eine grundliegende positive Ausrichtung auf die Zukunft.

Das Gegenteil der Hoffnung, also die Hoffnungslosigkeit bedeutet Resignation, Depression oder Angst.

Wer Hoffnung hat, lässt sich nicht so schnell entmutigen und sucht auch selbst nach Möglichkeiten, wenn Hindernisse auftreten. Wer keine Hoffnung hat, gibt auf.

Studien haben gezeigt, dass die Hoffnung auf einen guten Notendurchschnitt bzw. ein erfolgreiches Studium auch zu besseren Ergebnissen führt. Hoffnung wirkt sich positiv auf Leistungen bei Sportlern aus. In der Medizin ist vielen die Bedeutung der Hoffnung für den Genesungsprozess bekannt und bewusst.

Paulus schreibt in 1. Korinther 13, 13 „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von diesen ist die Liebe.“ Davor steht, dass wir jetzt nur stückweise erkennen, nur undeutlich sehen können. Hier brauchen wir den Glauben und die Hoffnung, um die Lücken zwischen der Erkenntnis zu schließen.

Glaube, Hoffnung und Liebe hängen eng zusammen. Ob ich in einem Satz sage: „ich glaube“ oder „ich hoffe“ hängt von meiner Tagesform ab. Wenn Zweifel hochkommen und mein Glaube nicht bombenfest ist, kann ich immer noch hoffen.

Als Christen sollten wir Hoffnung haben, sollten wir eine grundsätzliche positive Einstellung zur Zukunft haben in dem Glauben, dass Gott es gut mit uns, dieser Welt und ganz konkret mit unseren Mitmenschen meint.

Diese Hoffnung an andere weiterzugeben ist auch Liebe. Sie ermutigt andere. Jesus sagt „Ihr seid das Licht der Welt“. Ich verstehe das auch als Auftrag Hoffnung zu verbreiten. Ich wünsche mir von anderen als jemand wahrgenommen zu werden, der in positiver Erwartung lebt.

Deshalb finde ich die Frage spannend, an welchem konkreten Punkt ich eine Hoffnung vermittle, die für andere spürbar ist.

Seien Sie fröhlich in der Hoffnung

Ihre Christine Sommer

 
3 Minuten
Wie hast du Weihnachten dieses Jahr erlebt?  Wurde ich neulich gefragt.

Neben der Freude über und mit der Familie, gab es unerwartete weihnachtliche Momente schon vor Weihnachten.  So zum Beispiel beim Auslegen des Weihnachtsbodenbildes für geöffnete Kirchen in der Providenzkirche, mitten in Heidelberg.

Als ich das erste Mal hingefahren bin, um aufzubauen, kam ich einfach nicht durch, auch nach mehrmaligen Versuchen nicht. Ich entschied, nach Hause zu fahren. Einesteils verärgert, andererseits: vielleicht war das nicht der richtige Augenblick?

Eine Woche später ergab es sich, mein jüngster Sohn war schon in Heidelberg, und auch seine mexikanische Freundin. Irgendwie spürte ich: jetzt war der Moment zum Aufbauen. Die Freundin kam mit, wir konnten direkt bis vor die Türe, fahren.

Zusammen bauten wir das Bodenbild auf und ich freute mich an ihrer Begeisterung, ihrem feinfühligen Mitgestalten.

Und es begab sich…Der erste Betrachter, der kam, war ein Spanier. So konnte die Freundin meines Sohnes ihm den Weg erklären.

Und es begab sich…. Es kam eine Frau, die andächtig das Bodenbild betrachtete und Steine etc. in die große Krippe im Altarraum ablegte, nicht in die von uns erdachte. Wir kamen darüber später ins Gespräch, in dem sich herausstellte, dass unsere Krippe nicht als Krippe angesehen werden würde.

Gemeinsam überlegten wir, wie wir sie kenntlich machen könnten: der Stern brauche einen Schweif, meinte die Frau.  Tatsächlich hatte ich noch Papier zum Schneiden. Aber eine Schere? Die Frau hatte eine Nagelschere bei sich und so entstand ein neuer Stern und damit die Sichtbarkeit einer Krippe.

Und es begab sich….die Pfarrerin der Gemeinde interessierte sich für das Boden Bild und überlegte auch die Krippenfrage. Sie empfahl eine Art Futterkrippe, wie sie vor dem Altar stand, einzubeziehen und alle Beteiligten bauten mit auf, stellten zusammenund strahlten über das, was entstanden ist.

Und es begab sich…. Voller Freude und Dankbarkeit konnte ich nur staunen über das, was Gott gemacht hat aus den Anstößen zu Seiner Zeit. Deswegen sollte ich die Woche vorher nicht aufbauen? Das waren für mich weihnachtliche Momente.

So kam ganz viel in Bewegung in diesem Weihnachtsbodenbild. Die Sterne mit der Zusage „Friede sei mit dir“, waren ganz schnell aufgebraucht. Die Krippe füllte sich mit allem, was die Menschen zu Jesus gebracht haben.

Ich wünsche auch Ihnen und Euch immer wieder weihnachtlich-heilige Momente, in denen spürbar ist, wie sehr Gott führt, die rechten Zeitpunkte kennt, Aushalten und Abwarten, auch Umwege sich gelohnt haben.

Und es wird sich begeben….

Friede sei mit dir!
3 Minuten
Zurzeit hüten wir einen Schatz von 80 Bildern in unserer evangelischen Kirche und unserem Gemeindehaus in Linkenheim. Sie bilden die Ausstellung: Das Evangelium nach dem heiligen Lattier. Gérard Lattier hat diese Bilder zu Geschichten der Evangelien zu malen und zu erzählen begonnen, als er 68 Jahre alt war. Und er malt immer noch Bilder der Evangelien mit inzwischen 87 Jahren.

Vor einer Woche habe ich eines der Bilder im Gottesdienst in der Predigt aufgenommen.

Es heißt: „Die Abenteuer des kleinen Jesus“. Das Evangelium für den zweiten Sonntag nach dem Christfest ist in unserer Bibel sachlicher und nüchterner überschrieben: „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“. Aber Gérard Lattier formuliert fetziger: „Die Abenteuer des kleinen Jesus“.

Jesus sieht auf diesen Bildern eher wie ein Siebenjähriger aus mit kindlichen Zügen, einem Schnuller um den Hals und einem Teddybären am Armgelenk.

Gérard malt erzählend und erzählt malerisch: „Man weiß nicht sonderlich viel von der Kindheit Jesu. Er soll, scheint’s immer brav gewesen sein. Aber trotzdem: eines Tages war er für drei Tage verschwunden! Seine armen Eltern sind total aus dem Häuschen. Sie suchen ihn überall. Nach drei Tagen verrückt vor Angst, finden sie ihn endlich wieder. Er ist im Tempel mitten unter den Schriftgelehrten. Er diskutiert mit ihnen – und er verblüfft sie mit seiner frühen Weisheit.“

Von den vier comicartigen Bildern zur Geschichte in vier Szenen ist das dritte besonders provozierend. Maria aufgelöst in Tränen und voller Panik im ersten Bild, steht jetzt gelöst da, weint nur noch aus Glück über den wiedergefundenen Sohn und lächelt. Aber Josef ist sauer, schwingt einen Gürtel über dem Knaben: „Er schüttelt seinen Sohnemann und sagt zu ihm: ‚Du verflixter Lausebengel! Hättest du uns nicht sagen können, wo du hingehst? Deine Mutter ist schier wahnsinnig vor Unruhe. Wenn du sie noch weiter so in Panik jagst, dann bringst du sie noch um!‘“ 

Zum krassen Kontrast erscheint Jesus in den Bildern dieser Geschichte wie eine Ikone vom Segnenden Christus. Im letzten Bild erlöst er Maria von ihren Sorgen und entwaffnet Josef, denn der kleine Jesus lächelt und sagt: „Warum macht ihr euch den Sorgen um mich? Ich bin doch hier im Haus meines Vaters.“

Bis zum 24. Januar ist das Bild im Original noch zu sehen. Ab dem 25. Januar haben wir eine neue Ausstellung mit den Evangelienbilder von Gérard Lattier zu Passion, Ostern und Pfingsten.

Herzliche Einladung nach Linkenheim ein paar Kilometer nördlich von Karlsruhe gelegen

und liebe Grüße

Ihr und Euer Hans-Martin Steffe
3 Minuten
Ein Schmerz begleitet mich. Unterschwellig ist er immer da. Es ist der Schmerz, dass es so scheint, als ob Gott immer mehr an Bedeutung verliert für diese Welt. Spürbar ist der Schmerz immer dann, wenn ich merke, dass Gottes Botschaft und die Kirche immer mehr an Bedeutung verlieren.

Doch an Weihnachten habe ich wieder neu gehört: Gott ist in Jesus Christus für die GANZE Welt gekommen! Trotz der Macht von Herrschern wie Herodes hat Gott Möglichkeiten. Da tauchen plötzlich Weise  -sie sind zugleich Gelehrte, Astronomen, Sterndeuter und Priester-  aus dem babylonischen Zweistromland auf der Bildfläche auf. Sie hatten dort im Morgenland einen hellen, neuen Stern gesehen. Seit Johannes Kepler wissen wir: Zwei Planeten, Jupiter und Saturn kamen sich so nahe, dass es aussah, als erscheine ein riesiger Stern im Sternbild der Fische.

Als Priester der persischen Lichtreligion deuteten sie die Himmelserscheinung so: Wenn Jupiter  -der Stern des Weltherrschers-  dem Saturn  -er steht für das südliche Syrien-  im Sternbild der Fische ,  begegnet, dann muss dort in Israel der Weltenherrscher geboren werden. Diesen neuen König, den lange erwarteten Befreier und Retter, wollen die Weisen anbeten

Sie machen sich auf den 1000 km langen Weg. Sie finden ein winziges Kind in einem dunklen Stall. Das entspricht überhaupt nicht ihrem Weltbild. Denn sie glaubten bis dahin an eine scharfe Trennung von zwei Bereichen: Unten das Reich der Finsternis. Oben das Reich des Lichts. Die Weisen erwarten einen glorreichen Friedenskönig zu finden. Stattdessen finden sie ein Kind in einem Stall. Ein Stall,– das gehört nach ihrem Verständnis nicht zum Reich des Lichts.

Und dennoch, fast unglaublich: sie können ihr altes Weltbild ablegen. Sie begreifen, dass es EINE Welt ist – und sie gehört EINEM Gott. Sie fallen nieder vor dem Kind und beten es an. Sie bringen damit zum Ausdruck: mein Leben steht in deiner Hand. Du Gott sollst über mein Leben bestimmen.

Gott hält die ganze Welt in seiner Hand. Er selbst redet mit diesen Gelehrten, die in einer ganz anderen Religion in einem ganz anderen Erdteil leben. Hinter dem vordergründigen Geschehen in dieser Welt steht Gottes mächtiges Handeln. „Du Jesus Christus herrschst als König, alles wird dir untertänig, alles legt dir Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen, du Jesus seist der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.“

So grüße ich alle am Anfang des neuen Jahres

Ihre und Eure Traudel Krause

Gloria!

3 Minuten
Als ich es letztens im Auto hörte und sang, dieses Lied, in dem es gesungen wird, wusste ich: Das ist mein Titel für das S.a.O  zu Weihnachten.

Ich höre es auch jetzt in meinen Ohren: Glo-ooooo-o-oooo-o-oooo-o-ria

und als ich es hörte dachte ich mir:

Dieses Jahr will ich es laut singen. Ich werde es einfach laut singen – mit den Engeln.

Ja, ich will es trotzdem singen – in die Dunkelheit hinein –

mit meiner Trotzkraft entgegen der Dunkelheit.

Denn ich will immer wieder – mal mit viel Kraft und mal mit der wenigen, die gerade da ist – mich aufmachen und licht werden, leuchten, mit der Leuchtkraft die in mir ist.

Nicht mit mehr, aber auch nicht mit weniger.

 

Gerade weil es um mich herum Vieles gibt,

das mir immer wieder schwer auf dem Herzen liegt;

das mir Angst macht und das Gefühl der Ohnmacht und Resignation füttert;

und das ich nicht verstehe, dem Vielen, das ich nicht verstehe – auch Gott immer wieder überhaupt nicht verstehe.

 

Ich will leuchten.

Zart und zerbrechlich – wie ein kleines Kind.

Unperfekt, wie es wohl im Stall war – zumindest meinte das diese Woche eine Freundin.

Etwas stinkend, statt nach Rosen duftend – wie es die Hirten taten, aber einfach echt.

Hell leuchtend – wie der Stern von Betlehem – der den Weg zeigte zu Jesus.

 

Und das ist auch das Gute, das ich mir von 2024 in 2025 bewahren möchte –

ohne lange prüfen zu müssen:

Jesus in meinem Herzen.

Die Liebe, die mich umfängt und durchdringt

und zwar alles, was ich tue und auch das, was ich bewusst lassen werde,

damit ich strahlen kann,

da wo Gott mich hinstellt und

wo ich und andere es brauchen.

 

Was möchtest du dir 2025 bewahren?

 

In Jesaja heißt es:

Mache dich auf und werde licht –

denn DEIN Licht ist gekommen und kommt immer wieder in unsere zerbrechliche, kleine und große Welt.

 

Mit herzlichen und hoffnungsspendenden, lichterfüllte Weihnachts- und Neujahrsgrüßen beenden wir beim SaO das Jahr 2024 und starten am 7. Januar zusammen ins Jahr 2025.

Damaris Friedrich
3 Minuten
Was erwarte ich??? …ein bisschen mehr Zeit/ Besinnlichkeit – dass es stiller wird – vielleicht auch erst mal in mir??

„Advent“ kommt aus dem lateinischen: „Adventus“ heißt „Ankunft“!  

Wir erwarten die Ankunft von Jesus – jedes Jahr erinnert uns Weihnachten daran! Und eines Tages wird ER wiederkommen!!

 „Siehe dein König kommt zu dir – gerecht und ein Retter ist er!“

Was für eine starke Ankündigung! Der König kommt – ein Gerechter, ein Retter!

Nicht irgendein Herrscher, der den Ton angeben will.

Ein König der ganz anderen Art!

Ein König, der ganz klein in diese Welt kommt – der nicht standesgemäß in einem Palast geboren wird, sondern in einem Ausweichquartier in bescheidenen Verhältnissen. Sein erstes Bett ist eine Futterkrippe!

Die ersten Besucher sind Hirten, die bei Nacht frisch vom Feld kommen.

Ausgerechnet die Hirten, die nicht sehr angesehen waren, die nicht mal als Zeugen in Prozessen auftreten durften – ausgerechnet sie hat der Engel gerufen, die Ersten zu sein und das Wunder des neuen Lebens,

den neugeborenen König zu bestaunen!

Sie machen sich sofort auf den Weg… da gibt es kein zögern – sie wollen mit eigenen Augen sehen, was der Engel ihnen verkündet hat.

Der Engel verkündigt „große Freude“, die für Alle sein wird!

Die Hirten lassen sich anstecken von der Freude, von dem Licht, das der neugeborene König ausstrahlt!

ð Lasse ich mich auch anstecken von der Freude… von dem Licht??

Die Hirten waren die ersten Verkündiger der „frohen Botschaft“!

Sie waren so ergriffen, dass sie nicht anders konnten, als Gott zu loben und zu preisen! Was für eine Begeisterung!

Wo bleibt meine Begeisterung?

Kann ich wieder neu staunen über dieses Wunder der „Heiligen Nacht“?

Steckt mich dieses Staunen an zum Lobpreis für Gott?

Trage ich das Licht des Königs neu hinaus in meine kleine Welt… damit es ein bisschen heller wird und sich die Freude über den Retter ausbreitet?

„Siehe - dein König kommt zu dir!“

„Ja, mein König, DICH will ich erwarten! 

Dir neu meine Herzenstüre öffnen, dir Raum schaffen in mir, dein Licht hereinlassen, deinen Frieden neu in mich aufnehmen, dich loben und anbeten!“

Sei gesegnet und gestärkt durch Sein Licht und Seine Gegenwart in dir!

Herzliche Adventsgrüße von Ute Wolf
3 Minuten
Wann ist Weihnachten?

Die spontane Antwort auf diese Frage ist wohl der 24. oder 25. Dezember.

Das ist das Datum, an dem wir jährlich den Geburtstag von Jesus feiern. „Weihnachten ist Party für Jesus, Geburtstagsfeier bei Kerzenschein“, so ein Kinder-Weihnachtslied.

Was feiern wir?

Wir feiern ein Fest der Liebe. Wir sind Gott so wichtig, seine Liebe zu den Menschen ist so groß, dass Jesus als Mensch in die Welt kommt, alle Erfahrungen, die Mensch-sein bedeutet mit uns teilt. Jesus bringt uns mit seiner Lehre und Handeln Gottes Reich näher und er gibt sich selbst als Opfer hin, damit wir erlöst werden.

Die Freude über diese Liebe bringen wir in Geschenken zum Ausdruck. Die weihnachtlichen Lichter sollen daran erinnern, dass Jesus Licht in unsere Welt, in unser Leben bringt. Wir lesen Texte und singen Lieder, die davon erzählen, dass durch die Geburt dieses Kindes endlich der lang angekündigte Heilsplan zur Erfüllung kommt, davon dass von diesem Plan niemand ausgeschlossen ist, von Anbetung, Verwunderung, Freude, Hoffnung, geöffnetem Himmel und vielem mehr.

Menschen, die ein traumatisches Erlebnis hatten oder die eine schlimme Krankheit überlebt haben sagen manchmal: das ist wie mein zweiter Geburtstag, den ich dann jedes Jahr feiere oder sogar: ich feiere jeden Tag, dass ich noch am Leben bin.

Ich wünsche mir, dass ich Weihnachten ähnlich sehe. Im Dezember gibt es die große Party mit den Weihnachtsliedern, den vielen Lichtern, der Chance auf eine Auszeit und ganz vielen Gelegenheiten anderen etwas Gutes zu tun und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die mir wichtig sind.

Und dazwischen gibt es 364 Tage, in denen ich auf verschiedenste Art spüren kann, dass Gott mitten unter uns und in uns ist – und auch das will ich feiern und jeden Tag im Bewusstsein leben, wie groß dieses Geschenk ist.

Jede Gebetserhörung, jedes Zuwenden zu mir, meine Suche nach dem Heiland, jede Anbetung in seiner Gegenwart, ist ein weihnachtliches Erlebnis.

Jedes Mal wenn mir ein Licht aufgeht, wenn ich wieder Hoffnung habe, wenn er mich neu erlöst, wenn mir ein Engel begegnet, wenn die Liebe zu den Menschen siegt, wenn jemand bereit ist, Gottes Plan zu folgen, wenn jemand auf Platz verzichtet, um neuem Leben Raum zu geben, dann ist Weihnachten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gottes Anwesenheit auf Erden, in Ihrem Leben in dieser Advents- und Weihnachtszeit ganz neu spüren.

Ihre Christine Sommer
3 Minuten
Gérard Lattier: Die Ankündigung an Maria

Vor 2024 Jahren hört eines schönen Tages der Ewige auf, sein Akkordeon zu spielen, stellt es auf eine Wolke und kratzt sich am Kopf. Er hat nämlich etwas gegen die Vorstellung, die sich seine Kinder von ihm gemacht haben: Die Vorstellung von einem todernsten Gott, der eifersüchtig und tyrannisch ist und bösartige Späße treibt, um etwa den armen Abraham auf die Probe zu stellen, und zwar bloß so zum Spaß!

Klar ist ja: die Leute, die an gewichtigen Stellen hocken, die haben es nötig, Stellvertreter eines derart furchterregenden, mächtigen Gottes zu sein, um Macht zu haben und die Menschen zum Zittern zu bringen!

Aber: Scheibenkleister! Der Ewige ist gar nicht so. Er ist ganz bescheiden. Er nimmt gern in Kauf, dass man ihm gegenüber Zweifel hat. Er hat Mitgefühl. Er vergibt. Er liebt! Und er hätte gern, dass auch die Menschen untereinander sich lieb haben. Du lieber Himmel, das ist doch nicht schwierig: „Liebet einander!“ Also berät er sich mit seinem Sohn. Weil nämlich, in dieser Geschichte sind sie zu dritt: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist – und der Sohn ist einverstanden. Er wird hingehen und mal mit den armen Menschen reden.

Und bitteschön: Damit geht nun die MENSCHWERDUNG schon los. Der Engel Gabriel begibt sich sofort zu Maria.

So beginnt Gérard Lattier seine Bilderreihe zu Advent und zur Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Launisch-amüsant sind auch seine Bilder von der Ankündigung des

Engels Gabriel an die junge, ganz naive, unschuldige Maria und der Ankündigung an den erschreckten Josef. Der lässt sich von Marias Unschuld überzeugen.

Er nimmt Maria in den Arm, tröstet sie und sagt: „Ja, Maria, ich glaub dir ja. Und der Kleine, der da für mich vom Himmel kommt, den werde ich wie meinen eigenen Sohn aufziehen.“

Bis Mitte Januar haben wir die weihnachtlichen Bilder vom südfranzösischen Wort-/Bild-Künstler Gérard Lattier in unserer Kirche in Linkenheim hängen. Dann wechseln wir sie gegen andere aus bis Anfang April. Sie ziehen auch Menschen an, die selten zur Kirche kommen. Kunstinteressierte. Und für an deutsch-französische Begegnungen offene Zeitgenoss*innen. Die Bilder und die Erzählungen verlocken zum Innehalten. Sie schenken einen neuen Blick auf Altbekanntes. Die Geschichten von Jesus hat der Künstler in unsere Zeit hineingemalt und hineinerzählt. Sie laden zum Dialog ein.

Wie bei Stufen des Lebens entdecke ich, dass das Evangelium mich und dich persönlich meint. Oder mit den Worten des Josef: „Der Kleine, der da für mich vom Himmel kommt.“

Herzliche Einladung in die evangelische Kirche in Linkenheim mit adventlichen Grüßen

Hans-Martin Steffe
3 Minuten
Vor ca. 1 Jahr haben wir bei Stufen des Lebens in Baden Platzwechsel gefeiert. Ich machte den Schritt in die 2. Reihe und Rahel Becker übernahm die Leitung des Teams.

Nun, nach einem Jahr, habe ich den Eindruck, auf der neuen Lebensstufe angekommen zu sein. Zwischen den Stufen gestanden zu haben, war nicht so schön. Lag mir doch meine leitende Arbeit in der badischen Landeskirche sehr am Herzen.

Auf dieser Stufe tauchten auch Fragen in mir auf:

Wer bin ich dann, wenn ich das nicht mehr mache?

Wo geht es hin?

Was macht noch „Sinn“?

Es gab einiges zu betrauern, zu verabschieden, auch Haltungen, Einstellungen.

Die „Haltlosigkeit“ spiegelte sich in einem Sturz an Weihnachten vor einem Jahr wider.

Dann war da noch der Abschied von meiner dankenswerterweise 100 Jahre alt gewordenen Mutter und es gab auch gesundheitliche Veränderungen bei mir selbst…

 

Aber Gott sei Dank: fühlte ich mich nie verlassen von dem Gott, der bedingungslos JA zu mir sagt, und der wirklich immer für mich sorgt:

Gott sei Dank gibt es weiterhin Aufgaben und Gelegenheiten, „Stufen des Lebens“ zu verbreiten. Es war viel los und ich bin dankbar, für all das, noch so viel Kraft und Freude geschenkt bekommen zu haben. Reich gesegnet erlebte ich im letzten Jahr Tagungen für Kursleitende.

Gott sei Dank, dass Rahel den Stab übernommen hat mit ihrem Schwung, ihren Ideen, ihrer einfühlsamen Art. So manches werden wir wohl noch zusammen entwickeln und in Baden als großes Multi-Team unterwegs sein.

Gott sei Dank für einen gut besuchten Gemeindekurs in unserem „Kooperationsraum Heidelberg Nord“, wo wir den Eindruck haben, da ist es so wichtig, einen Raum zu öffnen, wo Menschen sich und Gott begegnen, Seine Liebe erfahren können, um dann in die Herausforderungen des Alltags zu gehen.

Gott sei Dank darf ich auch weiterhin im Kuratorium und im Redaktionsteam vom Werk Stufen des Lebens dabei sein. Die Schätze der Wurzeln im Herzen, die Notwendigkeit und Chancen der Veränderungen ebenso betend, hörend und im Austausch bewegend.

Gott sei Dank für eine neu gewonnene Gelassenheit und für die Freude am Ausprobieren, Begleiten, Entwickeln und einfach vor Gott sein. In aller Ehrlichkeit, Schwäche und Energie, möglichst mit allen Generationen.

Ja, die existenzielle Erfahrung der Liebe Gottes, dieses Geschenk trägt, erträgt und trägt nach vorne über unser Denken hinaus.

 

Dankbar und hoffnungsfroh schaue ich zurück und nach vorne. Und diese Hoffnung wünsche ich auch Ihnen in dieser Woche und darüber hinaus.

 

Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
4 Minuten
Vieles bewegt mich.

Die persönlichen Herausforderungen von Menschen – gerade von Jugendlichen in meinem Umfeld oder von einer Bekannten, die ich sehr mag und die durch schwere Krankheit gehen muss.

Die politischen Geschehnisse bei uns in Deutschland und in den USA, die Kriege auf dieser Welt – und der Hass und die Gewalt gegen Juden, gegen Menschen die anders sind als die „große“ Norm, gegen Christen und Gläubige, die von ihrem Glauben erzählen – ohne jemandem dabei weh zu tun...

Meine christliche Gemeinde und auch die vielen anderen Gemeinden und christlichen Gemeinschaften bewegen mich.

Und mein eigenes, kleines Leben bewegt mich – meine Ehe, meine Tochter, meine Familie, meine Freunde und wie ich dieses Leben gestalte – wie mein kleines Licht in dieser Welt leuchtet, leuchten soll, leuchten kann:

Wo soll es leuchten? Wo darf es leuchten? Wo muss es leuchten?

Ich weiß nicht, was Euch bewegt, die ihr heute diesem kleinen Impuls lauscht.

Gestern war ich beim Abendgebet in unserer ev. Kirche mit bei der Friedensdekade – eine Zeit, die bewusst gestaltet und „gesetzt“ ist, um über Frieden nachzudenken und um für Frieden vor Gott einzutreten.

Wir tauschten uns aus, wo wir Wertvolles tun, um Frieden zu stiften in dieser Welt – wenn auch noch so klein. Wo lasse ich mein Licht leuchten – gestärkt und geleitet von Gott, der verkündet: Friede sei mit euch! Ich bin bei euch!

Beschenkt mit dieser Zusage, diesem Wissen, dass Gott bei uns ist, alle Tage, ja beschenkt mit der Möglichkeit unser kleines Licht jeden Tag neu von Gott nähren zu lassen – bete ich seit einiger Zeit wieder ganz bewusst ein Gebet, dass ich schon in meiner Teenie-Zeit entdeckt und gern gebetet habe und nun auch gern mit euch teilen und beten möchte.

Ein Gebet nach Franz von Assisi:

Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens und deiner Gerechtigkeit,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen.

Eine gesegnete Woche, Damaris Friedrich

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