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168 Episoden
3 Minuten
Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden

Ich lese diesen Text und werde spontan angesprochen. Das geht mich an. Ich bin es, deren Herz zunehmend beschwert ist. Ich sehe in den Nachrichten die Bilder des Krieges und bin erschüttert. Ich höre von Problemen in der Wirtschaft, von Betriebsschließungen und drohenden Entlassungen. Ich höre von Problemen der Politiker untereinander. Am Schwierigsten für mich sind aber die Informationen bezüglich des Klimawandels und allem, was damit zusammenhängt. Das alles beschwert mein Herz und ich bin wie gefangen davon. In diese Situation trifft der Text, den ich gerade lese aus Lukas 21 ab Vers 34.

„Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Saufen und mit täglichen Sorgen“. Jesus selbst nimmt diese drastischen Worte. Er sagt: „dass dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick……wachet aber und betet, dass ihr stark werdet.“

Hüte dich aber… sagt Jesus, dass dein Blick nicht vom Alltäglichen gefangengenommen wird. Hütet euch oder wie es in der Basisbibel übersetzt wird: „nehmt euch in Acht, lasst euch nicht gefangen nehmen“. Für mich heißt das, ich muss achtgeben, dass ich mir nicht von den Alltagsfragen den Blick gefangen nehmen lasse und nicht mehr über den Tellerrand hinaus sehe.

„Wachet aber und betet“. Das heißt doch, sieh auf Jesus, sieh auf den dreieinigen Gott. In diesem ganzen Kapitel mahnt Jesus, die Zeichen der Zeit nicht zu übersehen und auch sein Kommen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Im Vers 33, der direkt vor der Ermahnung Jesu zur Wachsamkeit steht, sagt Jesus:

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Wie eine Überschrift stehen diese Worte da. Meine Worte werden nicht vergehen. Welche Worte sind das? Ist es nicht das Wort: ‚Fürchte dich nicht, ich bin da. Fürchte dich nicht, ich bin treu. Fürchte dich nicht, du kannst jeden Tag neu aus meiner Hand nehmen und deinen Apfelbaum pflanzen. Und niemand und nichts kann dich weder in Zeit noch in Ewigkeit aus meiner Hand reißen. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.‘

Nehmen Sie dieses Wort Jesu in ihr Herz und seien Sie herzlich gegrüßt von Ihrer Traudel Krause

Vertrauen

3 Minuten
Hallo – ich bin die „neue Stimme“ bei Stufen auf’s Ohr!

Deshalb möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich bin Ute Wolf - schon lange begeistert von den „Stufen des Lebens“-Kursen und seit 26 Jahren Kursleiterin in Eberstadt bei Weinsberg.

In das Kursleitersein durfte ich hineinwachsen!

Ich hatte es mir damals nicht zugetraut, als Waltraud Mäschle - die Gründerin unseres Werkes - mich angefragt hatte, ob ich in Eberstadt Kurse halten könnte.

Es war für mich wie ein Schuh, der zu groß für mich ist – in den ich nicht hineinpasse.

Im Kurs "Ob Vertrauen sich lohnt" begegnete mir dieser „zu große Schuh“ als Symbol mit der Ermutigung, dass wir im Vertrauen auf Gott in neue Aufgaben und Herausforderungen hineinwachsen können!!

 

Aber was ist VERTRAUEN??

Das „trau dich!“ ist manchmal ganz leise und zurückhaltend in mir.

VERTRAUEN heißt laut Worterklärung:

-       in jemanden, oder auf etwas sein Vertrauen setzen

-       sicher sein, dass man sich auf jemanden oder etwas verlassen kann

„Vertrauen auf Gott“ heißt dann: Setz dein Vertrauen auf IHN!

                                                             Trau IHM etwas zu!!!

Verlass dich auf IHN – weil ER und sein Wort vertrauenswürdig ist!

 

Im Erinnern, wie oft ich schon seine Nähe, seine Hilfe, seine Kraft erlebt habe, kann ich mein Vertrauen auf IHN setzen - IHM zutrauen, vertrauen,

dass ER mich mit allem versorgt, was ich brauche!

 

So konnte ich damals mein „JA“ zur Kursleiterschaft finden!

Und nun kam vor kurzem die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, die Leitung von „Stufen des Lebens“ bei uns im Bezirk zu übernehmen als Krankheitsvertretung für eine noch unklare Zeit.

Schon wieder dieser „zu große Schuh“!!

Kann ich den Aufbruch in etwas ganz Neues wagen??

…da ist wieder diese Frage nach dem VERTRAUEN!

Sie begegnet uns ständig neu im Leben!

Und wir dürfen entscheiden, ob wir unser Vertrauen auf IHN setzen!

 

Ich habe „JA“ gesagt zu dieser neuen Herausforderung in dem Wissen, dass ich hineinwachsen darf mit Gottes Hilfe – ER ist an meiner und an deiner Seite!

„Durch Stillwerden und Vertrauen wirst du stark werden!“ -

das ist Gottes Zusage in Jesaja 30,15 an dich und mich!

Herzliche Grüße von Ute Wolf
3 Minuten
Im derzeit in unserem Bezirk laufenden Stufen Kurs beschäftigt sich eine Einheit mit der Begegnung zwischen David und Goliat.

Zwei Heere – Philister und Israeliten - stehen sich seit 40 Tagen in Schlachtaufstellung gegenüber. Jeden Morgen tritt ein körperlich überlegener Krieger der Philister nach vorne und fordert einen Zweikampf. Dieser Zweikampf soll stellvertretend die Schlacht entscheiden.

Kein israelischer Krieger traut sich zu, gegen diesen Koloss in seinem Rüstungspanzer und seinen gigantischen Waffen zu kämpfen. Saul, der König, versucht mit Reichtum, Schulderlass und der Hand seiner Tochter einen Freiwilligen zu finden; ohne Erfolg.

Und dann kommt David ins Spiel. Er gehört nicht zum Heer, sondern wird vom Vater mit Proviant zu den älteren Brüdern geschickt. Und der Hirtenjunge David traut sich den Zweikampf zu. Er lässt sich weder von seinen Brüdern davon abbringen, die ihm Wichtigtuerei und Neugierde vorwerfen, auch nicht von Saul, der ihn für zu jung und zu unerfahren im Kampf hält. Auch dass er nicht mit einer Rüstung zurecht kommt, lässt ihn nicht resignieren und auch nicht der Spott des Goliat.

Mit einem Stein aus seiner Schleuder bringt er Goliat zu Fall.

Eine biblische Geschichte, die sehr bekannt ist und trotz des kriegerischen Umfelds auch bereits kleinen Kindern erzählt wird. „David gegen Goliat“ ist ein Synonym geworden. Wir freuen uns, wenn der scheinbar ausweglos Unterlegene siegt, ob im Sport, in der Wirtschaft oder internationalen Auseinandersetzungen.

David dient als Vorbild und die biblische Geschichte macht uns mit ihren Botschaften Mut:

·      Es kommt der Wendepunkt, an dem sich die ausweglose Situation klärt.

·      Es kommt die Stunde des Kleinsten, des Jüngsten, von dem, der nicht ernst genommen wird.

·      Es ist möglich, dass die Macht des scheinbar Übermächtigen gebrochen wird.

·      Lass dich nicht von anderen von deinem Weg abbringen.

·      Lass dich nicht einschüchtern.

·      Mach es einfach mal anders. Nutze deine Stärken, deine Gaben, deine Erfahrung.

·      Hör auch mal auf die Beurteilung eines Außenstehenden, auf den neuen Blickwinkel.

·      Lass Dir nichts überstülpen.

·      Mit Gott auf meiner Seite ist kein Feind unüberwindbar.

·      Erfolg hängt nicht von der Größe oder der Übermacht ab, sondern mit Gottes Hilfe und den bei mir vorhandenen Gaben kann ich siegen.

Ich nehme mir vor, mich daran zu erinnern, dass ich mir von meinem persönlichen Goliat nicht den Mut nehmen lassen will und ich im Vertrauen auf Gott mit meinen Gaben meine innere Freiheit verteidigen kann.

Gehen Sie mutig in diese Woche. Ihre Christine Sommer

Hauchdünn

3 Minuten
Neulich hatte ich mal wieder eine Zahn OP. Ich will euch nicht mit Details langweilen. Aber am Ende war es wie eine heilige Zeit für mich.

 

Die für alle kompliziert und mit viel Geduld ertragene OP war getragen von einer friedvollen Atmosühäre. Konzentriert, aber auch gelassen der sehr kompetente Arzt. Immer wieder betete ich das Vater unser, entfaltete vor dem inneren Auge das neu entwickelte Bodenbild für geöffnete (Kirchen)räume.

Daneben erklang in mir wiederholt das Lied: „Großer Gott wir loben dich“. Ich wurde immer dankbarer für die Möglichkeit einer solchen Behandlung, ausgeführt durch kompetente und erfahrene Hände. Keine Selbstverständlichkeit.

 

Was mich besonders beeindruckte: zu Beginn wurde mir relativ viel Blut abgenommen und dann zentrifugiert. Der Arzt erklärte mir, da müsse an einigen Stellen Knochen ergänzt werden. Mit dem zentrifugierten Blut entsteht Plasma. Dies zeigte er mir und vor meinen Augen sah ich eine hauchdünne Membran aus eigenem Körpermaterial, verwandelt. Und das wurde dann eingesetzt und bildet, angepasst an die Umgebung Knochen.

Wo immer man eine solche Membran hinsetzt, entwickelt sich das, was in der Umgebung vorhanden ist.

 

Unglaublich: aus dem eigenen Körper Entnommenes kann sich im eigenen Körper schöpferisch neu entfalten, sich ausbreiten, stärken, ergänzen.

 

Was bedeutet das? Auch im übertragenen Sinn für unser Leben? Was vemag die Schöpferkraft Gottes nicht alles.

 

Das Staunen über dieses Wunderwerk hat mich alle Begleiterscheinungen der OP ertragen lassen.  

 

Und dann hieß es noch in der Losung an jenem Tage: Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das was ich schaffe.

Und im Lehrtext: Alles was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

 

Welch einen großartigen Schöpfergott haben wir, der jedes einzelne Haar auf unserem Kopf gezählt hat, der grenzenlos Neues schaffen will aus unseren schwierigen Situationen, aus unseren Verletzungen, Lücken, unseren „Baustellen“ mit einer hauchdünnen Membran der Verwandlung, Ergänzung und Erneuerung.

 

In dieser Zuversicht wünsche ich euch eine an-wundernvolle Woche.

 

Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

 
3 Minuten
„Es begann mit der Sicherheit und dem Glück in einem alten Haus in Nimes und in Ruoms und in Großpierres im Gebiet der Ardèche.“ So erzählt Gérard Lattier in seiner Erzählung:

„Le voyage en enfance“. Die Reise in die Kindheit. Er malt sie wundervoll aus. Er zählt die wichtigsten Personen seiner frühen Kindheit auf: Papa, Mama, Bruder Momon, die alte Großmutter, die Cousine Germaine, die beinahe Schwester und alles Glück der Welt.

Derzeit erleben wir den Stufen-Kurs: „Farbe kommt in dein Leben“ und zuletzt die Einheit mit den vielen Kindern und den Kindern, die die Eltern zu Jesus bringen, damit er sie anrührte. „An was erinnert Ihr Euch aus Eurer frühen Kindheit?“ Zuerst wurden nur herrliche Bilder vom Spielen, Herumtollen in der Natur, von liebevollen Großeltern und Geschenken genannt.

Aber dann schauten wir uns eine große Auswahl von Kinderbildern an. Jede und jeder nahm sich ein Bild, das an die eigene frühe Kindheit erinnert. Da legten sich Schatten über die frohen Erinnerungen. Wir merkten, diese Schatten begleiten uns ein Leben lang. Mich berührte das Bild eines kleinen Jungen. Der schaut traurig in die Welt. Ich komme nicht von ihm los. Was hat mich traurig gemacht? Ich hatte doch auch die große Freiheit erlebt, stundenlang Fußball auf unserem geräumigen Hof gespielt. Aber da war auch diese Trauer. Erinnerungen kommen hoch von Situationen, in denen ich mich übersehen fühlte, nicht dazu gehören durfte. Der traurige kleine Junge tut mir leid.

In der Erzählung von Gérard Lattier finde ich den schmerzhaften Satz: „Seit jenem Tag im Mai, als ich sieben Jahre alt war und mein Vater von Bomben getötet wurde, hörte meine Reise in der Kindheit auf. Seit jenem Tag im Mai bin ich auf der Suche nach meiner Kindheit.“ Ihn treibt der Satz Jesu um, gesprochen an seine Jünger und alle uns Erwachsenen: „Wenn ihr nicht das Reich Gottes empfangt wie ein Kind, könnt ihr nicht hineinkommen.“ Lattier schließt seine Erzählung mit einem Gebetsruf: „Mein Gott, Jesus, hilf mir meine Kindheit wieder zu finden!“ Er wendet sich an Jesus. Er bringt sein inneres Kind wie die Eltern zu Jesus. Wir haben das auch getan. Jesus soll uns anrühren, in den Arm nehmen und segnen.

Wir brauchen das. Auch wir Männer.

In herzlicher Verbundenheit grüße ich Sie und Euch

Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

Erntedank

3 Minuten
Erntedank

Gestern durfte ich den Erntedank-Gottesdienst bei uns in der Gemeinde gestalten.

Ob es wohl möglich ist mit ca. 70 Personen um das Erntedank- Bodenbild zu sitzen und dem nachzuspüren, was uns anspricht?

Wir probierten es. Und dankbar erzähle ich euch heute davon.

Denn es hat mich berührt, wie wir mit diesem Erntedank-Bodenbild gestern Morgen Erntedank feiern durften: in der Fülle von Menschen, meditativ und interaktiv, miteinander in die Geschichte vom 4fachen Ackerfeld eintauchen. Ihr könnt es z.B. in Mat 13 lesen. Pausiert doch mal, lest und fragt euch:

 

Wo bleibst du heute hängen? An welchem Wort, an welchem Bild?

Gib diesem Wort oder Bild Raum und frag Jesus: Was ist es, dass mich hier so berührt? Möchtest du mir etwas sagen?

 

Vielleicht hat manche oder mancher von euch schon dieses Gleichnis im Kurs „Quellen, aus denen Leben fließt“ erlebt und manches Bild taucht vor eurem Auge auf. Vielleicht habt ihr auch das Erntedank-Bild schon gesehen oder selbst gelegt: Dabei ist das Zentrale der Blick auf den Sämann. In unserem Bild steht er in der Mitte des 4fachen Ackerfelds und er sät und sät und sät und sät...

Für mich ist das ein Bild der Hoffnung.

Hoffnung - ganz persönlich für mich.

Da ist Jesus, inmitten meines Lebens. Er sieht und weiß um die Dinge, die aufblühten, aufblühen und aufblühen werden. Ja er weiß, um die Früchte meines Lebens – an denen ich mich freue, andere sich freuen und ER sich freut.

Genauso weiß er um die Felder, in denen mir manches geraubt wird. Auch um die Dinge, die ich mir selbst raube, weil ich den Fokus auf das Wesentliche verliere – auch den Fokus auf IHN.  Ja, Jesus weiß darum und er sät weiterhin in mein Leben hinein:

gute Botschaften, die mich ermutigen.

Manchmal kommen diese uns ja zu banal vor, wie abgedroschen. Manchmal denken wir, dass man die doch nun schon oft genug gehört hat und wir müssten es doch längst schon kapiert haben.

ABER diese Botschaften des Sämanns,

dass er mich wunderbar gemacht hat;

dass er mich im Blick hat und mich liebt – mehr als ich mir das vorstellen kann;

dass ihn interessiert, was mich bewegt und beschäftigt -

diese Botschaften können wir nicht oft genug hören.

Diese Botschaften kann diese Welt nicht oft genug hören.

Und das hat mich gestern so mit Freude erfüllt:

Wie dankbar bin ich, dass ich von diesem Sämann erzählen darf.

Ich darf anderen erzählen: da ist einer, der sieht dich mit allem!

Mit dem, wo du es nicht schaffst. Mit dem, wo dir das Leben gelingt.

Und dieser eine, der bleibt bei dir. Der möchte dich lieben, so dass du dich geliebt fühlst und dann ganz von alleine andere liebst.

Ja, wenn ich SEINE LIEBE und ANNAHME spüre, dann kann ich nicht anders – dann wächst Frucht, die anderen zum Genuss und zur Stärke wird und ich kann mich einfach nur FREUEN und DANKBAR sein in dieser Erntedank-Zeit.

Lasst euch diese Woche ganz besonders von IHM lieben – und freut euch an dem, was weiterfließt zu anderen!

Eine gesegnete Woche, Eure Damaris Friedrich
3 Minuten
„Der Baum“, das ist eines der Urbilder, die vor unserem inneren Auge gleich eine Gestalt entstehen lassen. Bäume beeindrucken und berühren mich. Ob es etwas damit zu tun hat, dass mein Vater ein Landschaftsgärtner war und mir früh die Bäume nahegebracht hat?

Ein Baum – hochgewachsen wie wir Menschen – ausgestreckt zwischen Himmel und Erde. Tiefverwurzelt und auch ausgestreckt nach oben. Ein Baum – welch eine Wohltat an einem heißen Sommertag einen Schattenspender zu haben. Oder auch welch ein Wunder, der Baum produziert aus unserer verbrauchten Luft Sauerstoff. Wir stehen in einer Beziehung zueinander.

Wie wir Menschen sind Bäume oft äußeren Verhältnissen ausgesetzt. Da gibt es trockene Jahre, in denen fast kein Wachstum möglich ist. Es schmerzt mich, in den letzten Jahren immer mehr vertrocknete Bäume zu sehen. Und es gibt Stürme, denen nur tiefverwurzelte Bäume standhalten können. Auch wir Menschen kennen solche Lebensstürme, bei denen wir nicht wissen, ob wir standhalten können und es darauf ankommt, dass ich fest eingewurzelt bin und Halt habe. Auch das kennen wir, dass eine Frostnacht die Blüten erfrieren lässt und es in diesem Jahr keine Frucht gibt…wie beim Walnussbaum in unserem Garten.

In der Bibel gibt es viele Baumgeschichten. Zum Beispiel den Psalm 1, in dem vom Glück die Rede ist, wenn mein Lebensbaum an Wasserbächen steht. Ja, so einen Standplatz möchte ich haben, das soll mein Lebensgrund sein.

Meine Lieblingsbaumgeschichte ist aber das Gleichnis vom Feigenbaum im Lukasevangelium Kapitel 13. Der Feigenbaum bringt keine Frucht. Einer sagt: HAU IHN AB. Ob ich das selbst bin, der dieses Urteil spricht? Aber der Weingärtner, mit dem sich Jesus selbst ins Bild bringt, reagiert ganz anders. „GIB IHM NOCH EIN JAHR, ich will um ihn graben und ihn düngen. Vielleicht bringt er dann doch noch Frucht.“ Ich als Baum werde behandelt. Was ich nicht bringen kann, das bringt der Gärtner. Er arbeitet an meinem Lebensboden, gräbt und lockert, düngt d.h. er gibt das dazu was fehlt. Da will ich gerne einwilligen! Was Besseres kann mir nicht passieren.

Und wenn ich alt bin und nichts mehr weiß und nichts mehr bringen kann, dann soll ganz tief in mir verwurzelt sein: Du, Gott bist mein Lebensgrund. Eingewurzelt bin ich in Dir, mein Gott. Für Zeit und Ewigkeit.

Was ist euch für euren Lebensbaum wichtig? Es lohnt ich, dem nachzuspüren.

Eure und Ihre Traudel Krause
3 Minuten
Im 2. Buch Mose ab Kapitel 25 wird beschrieben, wie das Offenbarungszelt, also der erste mobile Tempel, gefertigt wurde.

Gott gibt Mose hierzu sehr detaillierte Anweisungen. Alle Bestandteile sollen aus freiwilligen Gaben der Israeliten bestehen. Gegeben werden konnte: Gold, Silber, Bronze, blauer oder roter Purpur, Karmesinstoff, Leinen oder Ziegenhaar, rot gefärbte Schafsfelle, weichgegerbtes Leder, Akazienholz, Öl für die Leuchter, wohlriechende Zutaten für Salböl und Weihrauchmischungen sowie Edelsteine und Onyx.

Kurz: das wertvollste, kostbarste und seltenste Material, das es damals gab.

Form, Abmessungen und die aufwändige Ausgestaltung jedes einzelnen Bestandteils, die große handwerkliche und künstlerische Fertigkeiten verschiedenster Art erforderten, wurden ebenfalls von Gott vorgegeben.

Das Volk Israel war in einer Nacht- und Nebelaktion aus Ägypten geflohen, war nun schon eine ganze Zeit unterwegs, hatte sich noch während Mose die Anweisungen erhalten hatte, ihren Schmuck von den Ohren gerissen für das goldene Kalb. Unweigerlich fragt man sich, wo diese geforderten Gaben denn her kommen sollen. Und wie soll ein Volk aus Viehhirten, die für den Pharao Ziegel fertigen mussten die Fertigkeiten für die Gestaltung aufbringen?

Gott selbst beruft den Baumeister und erfüllt ihn mit Gottes Geist, Weisheit, Verstand und kunsthandwerklichem Geschick und Gott stellt ihm einen 2. Bauleiter zur Seite und Gott befähigt alle kunstbegabten Handwerker. (2. Mose 31, 1 ff)

Nach dem Aufruf zur Spende, kamen alle, die gern etwas geben wollten und die es aus innerem Antrieb taten. Sie brachten ein freiwilliges Opfer für Jahwe. (2.Mose 35,21) Und all die exotischen Materialien kamen zusammen und es fanden sich die kunstfertigen Handwerker zur Ausgestaltung.

Auch nachdem die Arbeiten begonnen hatten, brachten die Leute weiterhin Gaben, bis die Bauleiter die Arbeiten unterbrechen mussten, damit Mose weitersagen konnte, dass schon zu viel zusammengekommen war und sie nichts mehr bringen sollten (2. Mose 36). Es gab also noch weitere, nicht hervorgeholte Schätze im Volk.

Gott sagt, dieses Heiligtum soll gebaut werden, weil er unter dem Volk wohnen will (2. Mose 25,8). Nach der Fertigstellung erfüllt die Herrlichkeit Gottes die ganze Wohnung.

In 1. Kor 3, 16 steht: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

All das, was für diesen Tempel notwendig ist, befindet sich in überreichem Maße in uns und soll freiwillig gebracht werden. Auch wenn wir die Schätze in uns selbst nicht sehen, sind sie vorhanden und können gehoben werden. Damit aus diesem Sammelsurium das besondere entstehen kann, gibt Gott seinen Geist, Weisheit, Verstand und Geschick  und genügend Kapazität.

Ist das nicht herrlich?

Eine gesegnet Woche wünscht Christine Sommer
3 Minuten
„Lebensgrund“, ein Lied von Albert Frey

„Ich glaube an den Vater im Himmel, den Schöpfer, der der Welt Leben gibt,

allmächtig und barmherzig und heilig, der seine Kinder unendlich liebt.

Ich glaube an den Sohn, Jesus Christus, ganz Gott und doch ganz Mensch, so wie wir,

am Kreuz gestorben und auferstanden.

Er ist der Herr, sein Reich ist schon hier.

Ich glaube an die Kraft seines Geistes, der uns lebendig macht und befreit, der uns zusammenführt als Gemeinschaft, der Leben gibt bis in Ewigkeit.

Darauf verlass ich mich, darauf vertraue ich.

Ich steh mit Gott im Bund, das ist mein Lebensgrund.“ 

Dieses Lied fiel mir gestern in meiner kleinen heiligen Ecke im Gebet zu. 

Diese Septemberwochen haben jedes Jahr für mich eine gewisse Schwere, denn vor 8 Jahren ist mein Mann gestorben. Immer mal wieder nehme ich das Tagebuch zur Hand und staune über die große Dankbarkeit, die mich und uns durch die schwere Zeit des Abschieds getragen hat. Ich staune über die Gnade, diese Sternstunden der Dankbarkeit wahrgenommen zu haben. Ich staune über die Menschen, die zur rechten Zeit liebevoll da waren. Ich staune über all die biblischen Worte, Lieder, Gebete, die mich und uns getragen haben. Bis zu dem hin, dass am Tag der Beerdigung unser Trauspruch die Tageslosung war.

Ich möchte Euch fragen: was hat euch in schweren Zeiten geholfen? Gibt es was, wofür du dankbar sein kannst? 

Voller Demut und Achtung stehe ich staunend vor den Patientinnen, die ich im Rahmen meines Seelsorgedienstes in der Klinik sehe

Leiden und Ringen, Fragen und Wut, Hilflosigkeit und Ängste sind da.

Trotz allem empfinden viele Dankbarkeit für: schöne Erinnerungen, geschaffte Wege, für das, was Gott ihnen zufallen lässt an Situationen und Begegnungen; für Zimmergemeinschaften, die stärken, ermutigen, mittragen; Dankbarkeit für die kleinen Augenblicke, für den Frieden, die Gelassenheit. Dankbarkeit für Humor; für das Leben lernen im Hier und Jetzt; für die Entscheidungskraft, sagen zu können : ich will und Kampfkraft zu bekommen. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Da ist auch das Wissen darüber, dass all diese guten Erfahrungen Geschenke und Augenblicke, sind, oft nicht von Dauer. Aber das Wissen darum hilft, nicht aufzugeben, sich darin zu üben, zuversichtlich und hoffnungsfroh zu bleiben. 

Vielleicht hilft auch, immer wieder, neu in das o.g. Lied einzustimmen, mir zuzusingen, betend dem Nächstenzuzusingen, um zu stehen, bestehen, standfest zu werden, beizustehen.

Das wünscht von Herzen, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

Das Lied kann man hier anhören:

https://youtu.be/AQGUZWJtDQ0?si=T8dAoyi_4pfwkk6i
3 Minuten
Back to school - der Slogan begegnet mir gerade häufig; beim Einkaufen, im Internet oder in meinen Mails. In dieser Woche geht auch in den letzten beiden Bundesländern wieder die Schule los; für Erstklässler besonders aufregend. Aber auch alle anderen Schulkids haben ein neues Schuljahr vor sich. Viele junge Menschen beginnen eine Ausbildung oder ein Studium. Nach der Sommerpause geht manches wieder neu los. Für mich persönlich beginnt auch eine neue Phase -  unsere Kinder verlassen gerade nach und nach das heimische Nest.

 

Aufbruch ist angesagt. Unterwegs sein. Wie das wohl wird? Was wird mir auf diesen Wegen begegnen? Wer wird mir begegnen oder mich ein Stück weit begleiten?

Jesus sagt von sich: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

 

Ich bin der Weg. Wenn wir uns darauf einlassen - uns auf IHN einlassen - heißt das dann gleichzeitig, dass wir uns auf dieses „Unterwegssein“ einlassen? Auf immer neue Aufbrüche in unserem Leben - seien sie gewollt oder ungewollt?

Das können innere Aufbrüche sein, ein inneres Losgehen. Wege, die mein Herz geht. Es können aber auch immer wieder ganz konkrete äußere Aufbrüche sein.

Wenn ich aufbreche, lasse ich mich auf Neues und Unbekanntes ein. Auf diesen neuen Wegen kann mir vieles begegnen: Freiheit und Freude, Inspiration un gute Erfahrungen, aber auch Frust, Enttäuschung oder Angst. Unbekanntes macht uns ja oft Angst…

 

Andrea Schwarz, eine katholische Bestseller-Autorin schreibt in ihrem Buch „Und jeden Tag mehr leben“ sinngemäß dazu: „Aufbrechen heißt, sich einzulassen auf Neues, Anderes, Ungewohntes - auf sein Wort hin. Wer sich an Gott festmacht, der kann losgehen.“

 

Ich finde das ermutigend. Denn: Auch wenn es ein unbekannter Weg ist und wir vielleicht immer wieder zwischen Angst und Vertrauen hin- und herpendeln, so sind wir doch nicht allein. Christus geht unsere Wege mit…. Und wir haben wir einen Kompaß im Gepäck: Wenn wir uns jeden Tag neu auf den dreieinigen Gott und sein Wort ausrichten, dann können wir darauf vertrauen, dass er uns auch in unbekanntem Terrain immer wieder die Richtung weist.

 

Ich will mich in meinem Unterwegssein immer wieder in diesem Sinne einnorden und mich dabei im Vertrauen und in der Dankbarkeit einüben. Auch wenn mir unterwegs Ängste und Sorgen begegnen….

 

In dem Lied „Vertraut den neuen Wegen“ aus dem evangelischen Gesangbuch Nr. heißt es dazu in der 3. Strophe:

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt.

Er selbst kommt uns entgegen.

Die Zukunft ist sein Land.

Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.

Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“

 

Wagen wir es, zu vertrauen? Ich lade Sie und mich in dieser Woche dazu ein.

 

Christina Stadelmann, Grünwald
5 Minuten
Alles was ihr tut, geschehe in Liebe.

1.Korinther 16,14

 

Immer Liebe – wie soll das gehen? „Ihr liebt euch doch!“ „Seid lieb!“ Eher hilflos klingen solche Appelle. In der Jahreslosung heißt es allerdings auch etwas anders: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Das klingt wie: Liebe als Grundfarbe. Oder als bilde sie den Hintergrund, die Liebe.

 

Früher Samstagmorgen in der S-Bahn. Ein paar Fahrgäste sitzen verstreut im Wagen. Die Zeitung vor sich. Den Blick auf’s Smartphone gerichtet. Versunken vor sich hinblickend – es sind noch nicht viele unterwegs. Die Tür geht auf. Drei Kinder stürmen herein, irgendwo zwischen Kindergarten – und Grundschulalter. Ein Mann folgt ihnen. Der Vater? Er sinkt auf einen freien Sitz. Die 3 Kids nehmen den ganzen Wagen in Beschlag, rennen hin und her, klettern über Sitze und Rückenlehnen, außer Rand und Band. Ein paar Leute schütteln den Kopf. Eine versucht den Kindern Einhalt zu gebieten – vergeblich. „Das gibt’s doch nicht“, sagt eine Frau zu ihrer Nachbarin mit Blick zum vermuteten Vater, der „kann die doch nicht einfach machen lassen! Diese Eltern heutzutage...“ Sie steht auf und geht zu dem Mann. „Können Sie sich mal bitte um die Kinder kümmern!“ sagt sie laut und deutlich. Der Mann schreckt zusammen. „Oh entschuldigen Sie“, sagt er, “wissen Sie, wir kommen grad aus dem Krankenhaus. Wir haben heute Nacht unsere Mutter verloren.“

Betretene Stille. Die Kinder schauen herum. Eine Kekstüte taucht aus einer Tasche auf, gerne greifen die Kinder zu. Dann setzen sie sich still zu ihrem Vater.

 

Auf einmal ist da ein ganz anderer Hintergrund. Statt eines Urteils über verfehlten Erziehungsstil beherrscht Anteilnahme die Atmosphäre. Wie kommt’s, dass Kinder so drauf sind? Diese Frage hat eine ganz andere Antwort bekommen als vermutet. Man schien zu wissen, wie das kommt.

Doch es war anders.

Wie kommt’s, dass jemand so drauf ist? Mir scheint, wer diese Frage einspielt, nähert sich der Grundfarbe. Dem Hintergrund. Es ist, als öffne sich dadurch der Raum der Liebe. In ihm nehmen wir Anteil. Wir verzichten auf Urteile und Abwertungen.

Dahinter sehen. Oft lasse ich mich blenden oder abschrecken von dem, was mir entgegenschlägt. Schnell und impulsiv reagiere ich. Anders Jesus.

Viele Erzählungen von ihm malen mir vor Augen: Er sah dahinter: was ist los mit diesem Menschen, was braucht er, was schreit in ihm?

Das setzte so viel frei in seinen Gegenübern.

Selbstachtung kehrte zurück. Verletztes begann zu heilen.

Die Jahreslosung lädt ein, diesen göttlichen Liebesblick auf mir selbst ruhen zu lassen. Statt mich zu verurteilen: „Wie doof warst du eigentlich?“ gebe ich der Frage Raum: „Wie kam es dazu, dass du das gemacht hast? Und was brauchst du jetzt?“

Und wenn der Andere was sagt, was mich nervt, frage ich: „Was könnte bei ihm los sein, dass er mir so begegnet? Was braucht er jetzt?“ Anteilnahme, liebevolle Blicke statt Verurteilungen.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe!“ Ich möchte die Jahreslosung als Anstoß nehmen, den Raum dahinter zu suchen, in dem wir ins Anteilnehmen kommen. Vielleicht geht es ja doch: Eintauchen in die Grundfarbe Liebe.

Pfr. Susanne Edel/ gelesen von Damaris Friedrich
3 Minuten
Auswendig lernen liebe ich. Seit 18 Jahre sind es ein Dutzend Lieder von Paul Gerhardt.

Das beugt der Demenz vor oder verlangsamt sie, denke ich. Noch viel wichtiger ist es mir, einen Schatz in meinem Inneren aufzubauen. Etwas, was mich ermutigt und trägt.

Bei mir sind es die Liexder von Paul Gerhardt. Für jeden Monat nehme ich mir ein Lied vor. Wiederhole es, singe innerlich beim Joggen, bei der gemeinsamen Stillen Zeit singen wir es zu zweit. In diesem Sommer lässt mich das Lied nicht los:  

„Sollt ich meinem Gott nicht singen? / Sollt ich ihm nicht dankbar sein?

Denn ich seh in allen Dingen, / wie so gut er’s mit mir mein.

Ist doch nichts als lauter Lieben, / das sein treues Herze regt,

das ohn Ende hebt und trägt, / die in seinem Dienst sich üben.

Alles Ding währt seine Zeit, / Gottes Lieb in Ewigkeit.“

„Alles hat seine Zeit“ so das Motto beim Josephskurs. Zeiten, die mein Herz mit Freude erfüllen. Zeiten der Erschütterung. Zeiten der Angst. Zeiten der Sorgen. Zeiten der Zuversicht. Wechselnde Zeiten. Darin aber gleich bleibend: „Gottes Lieb in Ewigkeit.“

Paul Gerhardt besingt in diesem Lied den dreieinigen Gott. Den Vater und Schöpfer, der mir mein Wesen und mein Leben gab, schon im Mutterleib, der mich beschützt. Der mir in unbegreiflicher Weise sein Liebstes gab, seinen Sohn. Der mir auch den Heiligen Geist gibt:

„dass er mir mein Herz erfülle / mit dem hellen Glaubenslicht;

das des Todes Macht zerbricht / und die Hölle selbst macht stille.“

Kraftvoll, bilderreich, einprägsam diese Barockdichtung in schwerster Zeit.

Gott versorgt und bewahrt mich, sorgt für Leib und Seele. Lässt mich staunen:

„Wenn mein Können, mein Vermögen, / nichts vermag, nichts helfen kann,

kommt mein Gott und hebt mir an / sein Vermögen beizulegen.“

Wort- und Silbenspiele lasse ich in mir spielen und nachklingen.

Auch so tiefe Erfahrungen in verdichteter Sprache konzentriert:

„Wäre mein Gott nicht gewesen, / hätte mich sein Angesicht

nicht geleitet, wär ich nicht / aus so mancher Angst genesen.“

Bis auf die letzte Strophe enden alle anderen mit der Doppelzeile:

„Alles Ding währt seine Zeit, / Gottes Lieb in Ewigkeit.“

Die letzte Strophe dann mit kleiner Veränderung, getragen von unsterblicher Hoffnung:

„Bis ich dich nach dieser Zeit / lob und lieb in Ewigkeit.“

Mit herzlicher Einladung, mitzusingen das Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch Nr. 325!

Schalom und liebe Grüße

Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten
3 Minuten
Im Radio höre ich eine Sendung über „spiritual care“ – spirituelle Fürsorge-Arbeit im Gesundheitswesen. Der Professor sagt: Jeder Mitarbeitende im Gesundheitswesen sollte in der Lage sein, den Patienten zu fragen: „Was gibt ihnen Kraft“?

 Dieser kurze Gedanke beschäftigt mich. „Was gibt mir Kraft“? Warum nur im Gesundheitswesen? Spirituell care geht mich genau so an. Auch ich selbst sollte wissen, was mir Kraft gibt. Ich könnte auch sagen, ich sollte wissen, was die Quelle tief in mir ist, was meinen Lebensacker bewässert.

Ich spüre diese Quelle, wenn ich morgens walke und dabei im Gespräch mit Gott bin. Es gibt mir Kraft und meine Gedanken und Fragen werden geordnet.

Bei der Frage, was mir die Kraft nimmt und den Zugang zur tiefen Quelle in mir blockiert, fällt mir ein, was mich zur Zeit niedergeschlagen macht. Zum Teil durch meine Verantwortung ist ein wichtiger Brief nicht angekommen. Zurückgekommen ist er auch nicht. Irgendwo ist er und wird doch so dringend erwartet. Ist er verloren? Nicht auszudenken.

„Ich habe es vermasselt. Ich bin schuld.  Hätte ich doch besser aufgepasst. Was ist, wenn…. „ so geht das Gedankenkarussell nicht nur am Tag. Auch in der Nacht wache ich daran auf.

Bei meinem morgendlichen walk kommt mir plötzlich ein Gedanke: es ist wieder die Ohnmacht, dieses Nichts-tun-können, was mich so an den Rand bringt. Ohnmacht und auch noch selbst Schuld zu sein. Ein verheerendes Gemisch, das früh in meiner Lebensgeschichte entstanden ist. Ich kenne es nur zu gut.

Ich werde an Jakob aus der Bibel erinnert, wie er auf dem Weg zu seinem Bruder Esau ist.  Jakob hatte soviel gekämpft in seinem Leben, aber an dieser Stelle geht es darum, das „Geschehen lassen“ einzuüben. Er befürchtet, dass sein Bruder ihn, wie er ihm früher angedroht hat, umbringen will. Er fleht Gott an, bringt Gott seine ganze Ohnmacht und erinnert Gott an seine Versprechen. Er richtet seinen Blick auf Gott.

Was gibt mir Kraft? Auch bei mir ist es wie bei Jakob. Es gibt mir Kraft, meinen Blick auf Gott zu richten. Meine Gefühle und Ängste mit IHM zu teilen. Ganz real will ich Jesus Christus vertrauen, dass er mich kennt und Möglichkeiten hat, an die ich nicht einmal im Traum denke.

ER selbst ist die Kraftquelle in mir.

Ihre und eure Traudel Krause

SEGEN!

3 Minuten
Segen ist ein Geschenk Gottes.

Segen ist ein Glanzstück der Herrlichkeit Gottes.

Segen ist das lebensspendende Heilsgeschehen Gottes.

Segen ist unverfügbar, Segen ist wie ein Wind, der weht, wann er will, wo er will und wie er will.

Segen ist nicht berechenbar, doch ist jederzeit mit ihm zu rechnen.

Die Frucht des Segens ist manchmal spürbar, sichtbar, manchmal sofort und manchmal viel später und oft für unsere Augen nicht erkennbar.

Ich habe jedoch den Eindruck: je mehr wir uns danach sehnen, danach Ausschau halten, umso eher können wir ihn erkennen, auch in den kleinsten Augenblicken.

Wenn wir spüren, da ist eine liebevolle Begegnung von Himmel und Erde.

Neulich hatte ich mal wieder Dienst im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Klinikseelsorge. Das bedeutet, Patientinnen in der onkologischen Abteilung werden in den Zimmern besucht, gleichzeitig eingeladen zu der am Abend stattfindenden Andacht.

Schon in der Vorbereitung auf die Andacht ließ mich der Gedanke nicht los, über das Thema „Segen“ zu sprechen. Dies in Anlehnung an den Kurs von „Stufen des Lebens“.

Bei meinem Rundgang hatte ich in einem Zimmer ein intensives Gespräch mit einer Patientin über den Umgang mit der Krankheit, auch über das Angewiesensein auf Gottes Hilfe.

Es kam dann zufällig eine Krankenschwester, dazu, die ich sehr lange nicht gesehen habe. Es herrschte große Wiedersehensfreude und es entspann sich ein intensives Gespräch zu dritt. Darüber wie sie mit dem Leid umgehe, das sie täglich umgebe. Auch sie habe Krebsleiden erfahren und ohne Gottes Hilfe würde sie nicht sein und auch diesen Dienst nicht mit einer so großen Freude verrichten.

Sie lobte unseren Seelsorgedienst und strahlte voller Staunen und Dankbarkeit, weil ich vor vielen Jahren wohl einer schwer kranken Frau so viel Segen, Ermutigung und Freude geben konnte. Noch am selben Abend sei die Patientin verstorben. Sie selbst habe diese Wohltat nie vergessen.

Gefäß und Kanal von Gottes Segen zu sein, ist ein Geschenk. Zu hören, wie sehr und nachhaltig der Segen überfließt, ist ein Geschenk. Überhaupt davon zu erfahren und das nach so langer Zeit ist ein Geschenk und führt zum demütigen Staunen und Loben über Gottes Größe.

Gerade in diese Sommerzeit hinein wünsche ich uns allen, immer wieder offene Hände zum Empfangen und Weitergeben von Gottes Segen und viel Freude und Staunen über Gottes liebevolle Fantasie.  

Das nächste Stufen aufs Ohr gibt’s wieder nach der Sommerpause am 19.8.

Mit sommerlichen Grüßen,

Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg 
3 Minuten
„Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…“

Dieser Satz aus Römer 11,29 ist mir in den vergangenen Tagen immer wieder vor die Füße gefallen… Und ich kam ins Nachdenken… Berufung - das ist ein großes Wort.

Kennen wir unsere Berufung? Wissen wir, welchen Plan Gott für unser Leben hat? Und welche Pläne haben wir selbst? Es ist ein Spannungsfeld…

Lange Zeit dachte ich, dass Berufung etwas mit einer ganz bestimmten Aufgabe zu tun hat… Eben mit dem, was ich TUE.

Inzwischen glaube ich, dass jede und jeder von uns eine Berufung hat.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, worin Deine Berufung, also Deine ureigene Bestimmung im Leben liegt? Was Gott von Dir will? Ein heißes Eisen…

Denn es könnte ja sein, dass das, was da unter Umständen gefordert wird, mir gar nicht in den Kram passt… Ja, dass ich das vielleicht sogar etwas ganz anderes im Sinn habe…. Und dann? Verweigere ich mich?

Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht gereuen…

Da ist nicht nur allein von Berufung die Rede, sondern auch von den Gaben. Die Gaben, die in mein Leben hineingelegt wurden, sind Geschenk, sind Gnade… Kenne ich sie? Erkenne ich, was mit ihnen an Gnade in mein Leben hineingeflossen ist?

Ich habe begriffen: Es kommt gar nicht in erster Linie auf das TUN an sich an! Sondern auf mein SEIN. Es kommt darauf an, dass das zum Leben kommt, was in mir angelegt ist, damit die Gnadengaben sich entfalten können. Es kommt darauf an, das ich zu dem finde, was im Innersten zu mir gehört.

Wenn dieses Potenzial meiner Gaben zur Entfaltung kommen kann - dann bin ich vielleicht schon in meiner Berufung. Denn bedeutet Berufung nicht einfach, dass Gott nach uns ruft, weil er Sehnsucht hat? Sehnsucht danach, dass wir ins Leben kommen mit allem, was in uns angelegt ist? Die Frage ist: Bin ich in Beziehung zu diesem Gott, der will, dass ich in Fülle lebe? Traue ich ihm zu, dass er es gut mit mir meint?

Wenn ich diesen Schritt des Vertrauens wage und auf seinen Ruf höre - dann können mich seine Worte aus den Gefängnissen meiner Angst und Selbstzweifel in die Freiheit und Weite meines Lebens führen…

Berufung… Das muss dann gar kein spektakulärer Auftrag sein. Gottes Ruf zeigt sich oft auch in den ganz alltäglichen Dingen: In den Familien oder am Arbeitsplatz. Manchmal kann es aber auch eine ganz schön große Nummer sein.

Die Frage ist: Bin ich in Hörweite, wenn Gott ruft? Vertraue ich ihm - trotz all meiner Begrenzungen?

Ich lade dazu ein, einmal nachzuspüren, was Deine Berufung sein könnte? Und dabei der leisen Stimme Gehör zu schenken, die Dich in die Freiheit führen möchte…

Eine gesegnete Woche wünscht Christina Stadelmann, Grünwald