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  3. Muss es sein? Der Konzertpodcast des RSB Podcast

Episoden

10 Minuten
Es werde Klang In sieben Tagen hat Gott die Welt erschaffen. Zuerst hat er die Elemente durcheinandergewirbelt, wir hören es schockartig in der „Schöpfungsgeschichte“ des frechen Franzosen Jean-Féry Rebel – anno 1737. Der 1971 geborene Engländer Thomas Adès, dem RSB-Publikum längst ein guter Bekannter, reist 2008 binnen 30 Minuten einmal durch die ganze „Weltwerdung“. Das damit gemeinte, „siebentägige“ Klavierkonzert spart nicht mit verschmitzten und ironischen musikalischen Kommentaren auf das hehre Walten Gottes. Ein gutes Vierteljahrhundert früher hat John Adams – auch er inzwischen hierzulande ein sehr geschätzter Komponist der Gegenwart – aus einem Einzelton ein pulsierendes Klanggewebe für großen Chor und Orchester gesponnen. Auf Gedichte von John Donne und Emily Dickinson lädt Adams in „Harmonium“ den amerikanischen Minimalismus mit spätromantischen Klängen auf.
11 Minuten
Sehnen nach Schönheit 1984 in Kanada geboren, heute in Berlin lebend – Samy Moussa gehört der immer präsenter werdenden Generation der Postavantgarde an, die keinen Reiz mehr darin verspürt, die Missstände der Welt in düsteren Klangfarben anzuprangern. Für die Orchesterhymne „Adgilis Deda“ (Mutterort) hat er sich von den georgischen Kaukasusbergen inspirieren lassen, die Musik folgt dem „Konzept des Schutzes“ (Moussa) und der Geborgenheit. Die feinen Klangfarben der Harfe sind es, die Kaija Saariaho immer wieder gereizt haben, für dieses besondere Instrument zu komponieren. Einer der weltweit führenden Harfenisten stellt uns das dreisätzige Harfenkonzert aus dem Jahre 2015 vor. Nach der fulminanten Fünften sucht die Sechste (1939) von Schostakowitsch mit weitaus poetischeren Mitteln nach Sinn und Hoffnung. Am Ende bleibt ihr nichts, als sich wie ein Clown im Zirkus auszutoben – mit verzweifelter Grimasse.
10 Minuten
Einfach Freude Zwei Universalmusiker, die auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam haben, begegnen sich in diesem Konzert. Tatsächlich eint es Sergei Rachmaninow und Jörg Widmann, dass sie eine natürliche, erlebbare Freude an der Musik verspüren, die sie gerne mit anderen Menschen teilen. Rachmaninow, ein glänzender Pianist des frühen 20. Jahrhunderts, Widmann ein nicht minder phantastischer Klarinettist im noch jungen 21. Jahrhundert, beide darüber hinaus aktive und kreative Komponisten, die sich immer bewusst darüber sind, selber ihre Werke auf der Bühne dem Publikum „auszuliefern“. Das heißt auch, kreativ auf Kritik reagieren zu können. Keine kompositorische Idee kann falsch sein, wenn sie dem Herzen entspringt – diese Haltung war in der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts selten geworden. Langsam kehrt sie zurück.
10 Minuten
Sie sind lustige Verkleidungen oder lebensrettende Narrenkappen – hinter Masken lauert oft Verborgenes. Nicht so bei Anna Clyne. Die Londoner Vergnügungsgärten des 18. Jahrhunderts forderten sie 2013 zu einem kurzen, ausgelassenen Spiel heraus, bestehend einfach aus Tanz und Musik. Ganz anders bei Dmitri Schostakowitsch. Die pausbäckige Fröhlichkeit der Sinfonie Nr. 5 wirkt aufgesetzt, erzwungen. Der Komponist hat mit dem Werk nichts weniger als sein Leben während der Stalin-Ära gerettet. Wütend, wie ein unfreiwilliger, herausgeprügelter Jubel, muss deren Schlussapotheose klingen. Ihren liebsten Komponisten, so nennen die Amerikaner Samuel Barber – nicht nur wegen des berühmten Adagios für Streicher. Das Violinkonzert, eines der schönsten aus den 1930er-Jahren, dem Violinkonzert-Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, beschert Gänsehautmomente mit schwelgerischem Gestus und süffigen Melodien.
11 Minuten
Uneingeschränkt sein Einmal alles ausprobieren, Farben, Formen, Techniken – das wollte der deutsche Maler Daniel Richter in dem nebenstehenden Bild. Daniel Richters Kunstwerke begleiten uns durch die gesamte Saison 2026/2027. Das Eröffnungskonzert bietet sogleich die Möglichkeit, Korrespondenzen „zwischen abstrakter Malerei und Musik“ (Edison Denissow, 1970) zu erkunden. Denissow, ein Freund und Weggefährte von Schnittke und Gubaidulina in der früheren UdSSR, bereitet mit seinem fein ausgeleuchteten Orchesterwerk „Peinture“ den Boden für die filigrane Sinfonie (1973) des jüdisch-rumänischen Künstlers Anatol Vieru, der 2026 einhundert Jahre alt geworden wäre – „Herzrasen“, „Psalm“ und „Ungezügelte Melodie“ sind die Sinfoniesätze überschrieben. Nicht opulent genug kann es klingen in Sergei Rachmaninows „Glocken“. Menschliche Stationen, von der Geburt über die Hochzeit, die Stürme des Lebens bis hin zum Tod finden dort ihren Widerhall.
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Über diesen Podcast

Zu jedem Sinfoniekonzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin erklären Katharina Neuschaefer (Kat) und Susanne Westenfelder (Fia), warum es sich unbedingt lohnt, das Konzert zu besuchen. Subjektiv, unterhaltsam, und Sie müssen nicht Musikwissenschaft studiert haben, um den Podcast zu genießen.
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„Muss es sein? Der Konzertpodcast des RSB“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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