Kritik, Protest, Veränderung. Die Audio-Serie zum Neukölln-Komplex

Kritik, Protest, Veränderung. Die Audio-Serie zum Neukölln-Komplex

Die Audio-Serie zum Neukölln-Komplex
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Episoden

„Ein gutes Leben für alle ist machbar!“ Ein Gespräch mit Arne Semsrott
08.07.2026
23 Minuten
Es sind schwierige Zeiten. Manchmal ist es hart, die Nachrichten zu hören. Auch zu der Aufklärung des Neukölln-Komplex gibt es keine guten Nachrichten: Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss endet, aber die Enttäuschung über die Ergebnisse ist groß. Stattdessen schränkt die Regierung die Rechte von Bürger*innen ein und hat entschieden, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) faktisch abzuschaffen. Dabei war gerade die Forderung nach Transparenz und die Kritik am Umgang der Sicherheitsbehörden mit Geheimhaltung von Betroffenen rechter Gewalt immer laut zu hören.


Wie macht man in solchen Momenten weiter? Man spricht mit klugen und hoffnungsvollen Menschen wie Arne Semrott von "Frag den Staat". Arne hat gerade ein neues Buch geschrieben: "Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück". In dieser Folge erklärt er, wie wir uns nicht entmutigen lassen von autoritären Umbauten und stattdessen eigene Wege gehen.


In der 13. Folge „Ein gutes Leben für alle ist machbar!“ unserer Audioserie „Kritik, Protest, Veränderung" sprechen wir mit Arne Semrott darüber, worauf wir blicken können, um den Mut nicht zu verlieren. Und es geht darum, wie investigative Recherchen Licht ins Dunkel der Behörden bringen, warum Transparenz so wichtig für die Demokratie ist und warum es hilft, einfach mal Danke zu sagen.


Ein großes Dankeschön an alle, die den Untersuchungsausschuss eingefordert, durchgesetzt und begleitet haben, die Zeug*innen waren, Kundgebungen organisiert und Texte geschrieben haben! Ohne euch wäre Vieles im Dunkeln geblieben, was nun auf dem Tisch liegt. Lasst uns gemeinsam weiter machen.


Teilt diese Folge mit allen, die sich gegen rechte Gewalt und die autoritäre Wende engagieren wollen. Denn Zivilgesellschaft hat Macht, wir haben Macht!


Die Titel-Musik stammt von sookee und die Grafiken von gegenfeuer. Danke dafür!


Unsere Arbeit lebt von Spenden und Projektförderung. In Zeiten, in denen Bildungsarbeit zunehmend unterfinanziert ist, zählt jede Hilfe! Vielleicht macht ja unser Podcast für dich einen Unterschied. Wir freuen uns über jeden Euro. Mehr dazu auf https://neukoelln-komplex-audio.com/


Wichtige links zur Folge


https://fragdenstaat.de/


Hier findet ihr die Broschüre von Beobachter*innen des Untersuchungsausschusses.


Hier findet ihr den Film zur Demo "Kein 10. Opfer".


Weitere Folgen zum Untersuchungsausschuss und Aufklärung rechter Gewalt


https://neukoelln-komplex-audio.com/2023/11/27/das-ist-polizeistaatsdenken/


https://neukoelln-komplex-audio.com/2024/11/13/ort-der-aufklarung/


https://neukoelln-komplex-audio.com/2025/08/14/bis-die-tater-vor-gericht-stehen/


Credits


Musik: Old Sounds by Small Colin, CC BY-SA 4.0.
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„Bildet Banden!“ Ein Gespräch mit Pfarrerin Beate Dirschauer
25.06.2026
21 Minuten
Stellt euch vor, ihr steigt in die U7, fahrt 15 min vom Hermannplatz bis nach Rudow und landet mitten im Dorf. Alte Häuser, grüne Gärten, ein Kirchturm in der Ferne. Hier treffen wir Beate Dirschauer, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Rudow.


In der 12. Folge unserer Audioserie zum Neukölln-Komplex „Kritik, Protest, Veränderung" sprechen wir mit Beate über die Kehrseite dieser dörflichen Idylle: Rechte Propaganda, zerstochene Reifen und ein Brandsatz im Briefkasten. Doch es geht, wie immer, auch um das Engagement vor Ort, die Menschen, die sich einsetzen, und die Bündnisse, die sich der rechten Gewalt entgegenstellen.


Beate erzählt von zahlreichen Aktionen der Gemeinde und von „Rudow empört sich!“ Von „Hupen gegen Nazis" und von Menschenketten für Menschenrechte. Es gibt ihr Kraft, wenn Menschen gemeinsam kämpfen für Demokratie und Vielfalt. Und Hoffnung, die im kleinen Gesprächen und im gemeinsamen Gedenken wächst. „Bildet Banden!" ist ihr wichtigster Rat.


Falls dir unsere Arbeit gefällt und du die Möglichkeit hast, unterstütze uns gerne mit einer Spende. Informationen dazu findest du auf https://neukoelln-komplex-audio.com.


Und teile diese Folge mit deinen friends und mit allen, die sich rechter Gewalt in den Weg stellen wollen!
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"Bis die Täter vor Gericht stehen." mit Hagen Kopp (Initiative 19. Februar Hanau) und Vanessa E. Thompson (intern. unabhängige Kommission zur Aufklärung des Todes an Oury Jalloh)
14.08.2025
21 Minuten
„Wer Gedenken will, soll aufklären!“ – Diese klaren Worte von Melek Bektaş, der Mutter des in Neukölln ermordeten Burak Bektaş, bringen auf den Punkt, worum es in dieser Folge geht.


Während der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Neukölln-Komplex seinem Ende zugeht, ziehen wir eine ernüchternde Bilanz: Staatliche Aufklärung rechter und rassistischer Gewalt und Konsequenzen für das Fehlverhalten der sogenannten Sicherheitsbehörden finden meist nicht statt. Stattdessen erleben Betroffene "Kälte, Herzlosigkeit, Anstandslosigkeit" (Initiative zur Aufklärung am Mord an Burak Bektaş).


Von Hanau über Dessau bis nach Neukölln: Diese Folge zeigt, wie Betroffene und Aktivist*innen eigene Wege der Aufklärung gehen. Wir sprechen mit Hagen Kopp von der Initiative 19. Februar Hanau über eine "Kette des Versagens" staatlicher Aufklärung und warum sie trotz ausbleibender juristischer Konsequenzen weitermachen.


„ […] wir haben sehr schnell zusammen mit den Angehörigen verstanden oder verstehen müssen, dass eine wirkliche Aufklärung der Behörden in der Polizei offensichtlich nicht gewollt war und haben dann sehr schnell angefangen, selbst zu recherchieren.“ Hagen Kopp (Initiative 19. Februar Hanau)


Vanessa E. Thompson ist Mitglied der intern. unabhängige Kommission zur Aufklärung des Todes an Oury Jalloh. Sie erklärt, wie zivilgesellschaftliche Aufklärung einen grundlegend anderen Ansatz verfolgt als staatliche Institutionen und warum Betroffene die wahren Expert*innen sind.


Die Folge beleuchtet innovative Ansätze wie die Arbeit von Forensic Architecture. Wir erkunden die Arbeit der verschiedene Initiativen, die versuchen, staatlicher Nicht-Aufklärung etwas entgegenzusetzen. "Wir machen uns nicht mehr abhängig davon, was die Justiz macht" ( Initiative in Gedenken an Oury Jalloh). Zivilgesellschaftliche Aufklärung stellt die Stimmen der Betroffenen ins Zentrum und benennt strukturellen Rassismus beim Namen.


Bild: Dietrich Brants/Jan Tussing, Doku-Serie „Die Lücke von Hanau”, 2022, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein 2022, Photo: Norbert Miguletz, Frankfurter Kunstverein.


Links und Quellen


Initiative Gerechtigkeit für Lorenz (Instagram) Tribunal "NSU-Komplex auflösen" (YouTube) Unsere Folge "Das ist Polizeistaatsdenken" Forensic Architecture Untersuchung (YouTube) https://kein-abschlussbericht.org/ Initiative in Gedenken an Oury Jalloh (YouTube) Mouctar Bah über den Kampf um Aufklärung Abolitionismus Reader (Rosa Luxemburg Stiftung)


Übersetzung der englischen O-Töne findet ihr auf: https://neukoelln-komplex-audio.com/2025/08/12/bis-die-tater-vor-gericht-stehen/
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"Das stoppt uns nicht". Ein Gespräch mit Sulaiman Alsakka
07.08.2025
19 Minuten
Willkommen zurück zu einer neuen Folge von „Kritik, Protest, Veränderung – die Audioserie zum Neukölln-Komplex." Diese Audio-Serie handelt von rechtem Terror – aber vor allem davon, wie sich die Neuköllner Nachbarschaft dagegen wehrt. In dieser Folge geht es darum, wie die Familie Alsakka trotz wiederholter Neonazi-Angriffe in Neukölln nicht aufgibt. Wir haben mit Sulaiman Alsakka gesprochen. Gemeinsam mit seiner Familie hat er 2017 die erste syrische Konditorei Deutschland eröffnet, auf der Sonnenallee in Berlin-Neukölln. Ein Gespräch über Mut, Durchhaltevermögen und Solidarität gegen rechte Gewalt.


Im März 2019 wurde die Konditorei zum ersten Mal von Neonazis angegriffen. Die Scheibe der Auslage wurde eingeschmissen, und es wurden nationalsozialistische Symbole gesprüht. Es folgten weitere Angriffe: Im Herbst 2019 wurden erneut NS-Symbole an die Fassade und die Scheibe gesprüht – und dann immer wieder, in regelmäßigen Abständen. 2020 wurde sogar ein Lieferwagen, der vor der Konditorei parkte, in Brand gesetzt. Über Monate hinweg war die Familie ständiger Bedrohung ausgesetzt, sowohl persönlich als auch geschäftlich. Doch trotz all dieser Angriffe haben sie nicht aufgegeben.


Mut und Durchhaltevermögen: "Solche Situationen stoppen uns nicht"


„Wir haben ganz normal unsere Arbeit weitergemacht. Solche Situationen stoppen uns nicht. Für uns zählt, dass eine große Zahl uns liebt. Sie haben auch 2015 zugesagt: ‚Herzlich willkommen!' Das haben wir wirklich oft erlebt. […] Deshalb zählt für uns die Mehrheit, nicht die Kleinigkeiten einer kleinen Gruppe aus zwei oder drei Leuten." – Sulaiman Alsakka


Wir haben mit Sulaiman darüber gesprochen, wie die Familie mit den Angriffen umgegangen ist und wie es für ihn war, nach Deutschland zu kommen, nachdem seine Familie aus Syrien fliehen musste. Ein weiteres Thema war die mangelnde Aufklärung durch die Berliner Sicherheitsbehörden.


Solidarität in Neukölln: Gemeinschaft gegen rechte Gewalt


Doch im Vordergrund standen vor allem der Mut und das Durchhaltevermögen der Familie sowie die Solidarität der Nachbarschaft. Eine Geschichte von Widerstand, Zusammenhalt und dem Mut, sich nicht einschüchtern zu lassen.
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Rückzugsort Randbezirk? Ein Gespräch mit Jona aus Marzahn-Hellersdorf
12.11.2024
22 Minuten
„[…] dann standen halt plötzlich so circa zwölf Neonazis vor der Tür und sind so zwei Stunden im Kiez rumgelaufen und haben versucht, das Projekt zu bedrohen und uns einzuschüchtern. 2023 haben wir gesagt, okay, wir finden es wichtig, hier eine Demo zu machen und wir benutzen dieses Ereignis als Datum. Deswegen machen wir jetzt immer am 1. Juli Wochenende eine antifaschistische Demo in Marzahn-Hellersdorf, um dort lang zu laufen, wo die Neonazis aktiv sind, wo sie wohnen und um dort zu schauen, was sie machen. Und um ihnen zu zeigen, wir überlassen euch den Randbezirk nicht!“ Jona, Ativisti aus Marzahn-Hellersdorf.


In dieser Folge von „Kritik, Protest, Veränderung. Die Audioserie zum Neukölln-Komplex“ geht es um aktuelle Neonazi-Aktivitäten in Berlin. Dafür haben wir eine Veranstaltung in einer Neuköllner Eckkneipe besucht. Wir haben dort erfahren, inwiefern aktuelle Neonazi-Aktivitäten an den Neukölln-Komplex erinnern und auch strukturell mit diesem verbunden sind. Es ist leider so, dass die Vorfälle in Neukölln nie aufgehört haben. Es gab immer wieder Angriffe und Neonazi-Aktivitäten, Sticker, Flyer und Propaganda, besonders von der extrem rechten Kleinstpartei III. Weg. Betroffene des Neukölln-Komplex werden dabei von den Neonazis explizit adressiert.


Das wird auch durch einen aktuellen Angriff deutlich: In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2024 wurden die Reifen am Auto vom Rudower Buchhändler Heinz Ostermann zerstochen (Zur Folge mit Heinz Ostermann). Das Auto von Heinz Ostermann war das einzige mit zerstochenen Reifen. Es war also gezielt ausgewählt worden und man muss davon ausgehen, dass Ostermann vor seiner Aussage beim aktuell laufenden Prozess eingeschüchtert werden sollte.


Diese Angriffe passieren aber nicht nur in Neukölln, sondern auch in anderen Stadtteilen. Marzahn-Hellersdorf ist aktuell Hotspot von Neonazi-Aktivitäten. Sichtbar wird das auch dort unter anderem an der Partei III. Weg. Deshalb sind wir hingefahren und haben mit Jona gesprochen. Jona hat die „Nach den Rechten schauen“-Demo mitorganisiert, eine Demo gegen Neonazi-Umtriebe im Bezirk. Wir haben über die Kontinuität rechter Gewalt gesprochen und warum Strukturen, die schon am Neukölln-Komplex beteiligt waren, immer noch und aktuell vermehrt im Osten der Stadt aktiv sind. Es ging dabei auch um einen sehr schlimmen Angriff auf junge Menschen, die auf dem Weg zur Demo waren, und wie die Betroffen aufgefangen und unterstützt wurden. Thema war auch, wie wir Aktivistis unterstützen können, die in den Randbezirken häufig mit knappen Ressourcen kämpfen.


Mehr über das AJZ Kita erfahrt ihr hier und die Recherche-Homepage über den III. Weg und die NRJ findet ihr hier.
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Über diesen Podcast

Es geht um Durchhalten, Mut und Solidarität! Als Neukölln-Komplex wird eine Terrorserie im Berliner Stadtteil Neukölln bezeichnet, bei der Neonazis seit 2009 mindesten um die 200 Anschläge verübten. Dazu zählen die Morde an Burak Bektaş und Luke Holland, etliche Brandstiftungen und Drohungen, sowie Sachbeschädigungen durch zahlreiche gesprühte nationalsozialistische Symbole und extrem-rechte Sticker. Trotz klarer Hinweise auf bekannte Neonazis aus Neukölln und ihre Netzwerke erfolgte so gut wie keine Aufklärung dieser Taten. Bekannt wurden zudem zahlreiche Fälle von Fehlverhalten von Angestellten der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden. Gemeinsam mit jungen Menschen haben wir Betroffene und Aktivist*innen an für sie relevanten Orten des Protestes getroffen und mit ihnen über ihre Erfahrungen, ihren Aktivismus und Strategien gegen rechte Gewalt und staatliches Versagen gesprochen. Was sie zu sagen haben, könnt ihr jetzt in unserer Audioserie „Kritik, Protest, Veränderung“ hier hören! Mit unserer Audio-Serie schaffen wir eine Verbindung zu den betroffenen Menschen und zu Orten des Protestes. Wir stellen dem klassistischen und rassistischen Blick auf Neukölln ein anderes Bild entgegen. Unterstützt wurde das Projekt von Bundeszentrale für politische Bildung und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. Mehr Infos auf https://neukoelln-komplex-audio.com und https://aspberlin.de/
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