KLIMA UND KOHLE

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Episoden

#203 Abschlussbericht zum Stromausfall in Spanien und Portugal
02.04.2026
47 Minuten
Vor knapp einem Jahr legte der größte überregionale Stromausfall Europas seit über zwei Jahrzehnten die Iberische Halbinsel lahm. Jetzt liegt der offizielle Abschlussbericht der europäischen Übertragungsnetzbetreiber vor – 472 Seiten, 17 Empfehlungen, eine schonungslose Analyse. In dieser Folge von Klima und Kohle wird der Bericht chronologisch durchgearbeitet: von den Ausgangsbedingungen am Morgen des 28. April 2025 über die 83 Sekunden des finalen Netzkollapses bis hin zum koordinierten Wiederaufbau innerhalb von 16 Stunden. Dabei zeigt sich, dass nicht eine einzelne Ursache den Blackout ausgelöst hat, sondern eine Kaskade aus fehlender Blindleistungsreserve, starren Regelparametern, menschlicher Reaktionszeit und unzureichendem Echtzeit-Monitoring. Die Folge beleuchtet außerdem, welche Rolle erneuerbare Energien in der Ereigniskette gespielt haben – und warum ein vergleichbarer Blackout in Deutschland deutlich unwahrscheinlicher ist.
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#202 Renaissance der Kernkraft. Schon wieder oder immer noch?
26.03.2026
50 Minuten
In dieser Folge von Klima und Kohle geht es um die immer wieder diskutierte „Renaissance der Kernenergie“. Ausgehend von aktuellen politischen Debatten und Aussagen auf dem Nuclear Energy Summit in Paris analysiern wir anhand internationaler Daten, wie sich die Kernenergie weltweit entwickelt hat und welche Trends sich daraus ableiten lassen. Dabei werden historische Entwicklungen seit den 1950er-Jahren, Bauzeiten von Reaktoren, regionale Verschiebungen der Neubauten sowie Kosten, Risiken und der Umgang mit radioaktivem Abfall betrachtet. Auf dieser Grundlage werfen wir auch ein Blick auf Deutschland und diskutieren, welche Auswirkungen ein anderer energiepolitischer Weg möglicherweise gehabt hätte. Die Folge ordnet die aktuellen politischen Forderungen nach neuen Reaktoren, Small Modular Reactors und einer möglichen Rückkehr der Kernenergie in Europa sachlich ein und bewertet, welche Rolle die Kernenergie in Zukunft im globalen Energiesystem spielen könnte.
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#201 Stirbt die Solarbranche zum zweiten Mal?
19.03.2026
43 Minuten
Wir analysieren einen geleakten Gesetzentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz, der tiefgreifende Kürzungen für die Photovoltaik-Branche vorsieht. Im Fokus steht der geplante Wegfall der Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 25 Kilowattpeak, was Parallelen zur folgenschweren Insolvenzwelle des Jahres 2012 aufzeigt. Die Diskussion wägt ökonomische Argumente zur Systemeffizienz gegen die drohenden Verluste bei der Bürgerakzeptanz und der Planungssicherheit für den Mittelstand ab. Abschließend wird ein sanfter Übergang durch den beschleunigten Smart-Meter-Rollout und dynamische Stromtarife als notwendiger Weg für eine smarte Energiewende skizziert.
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#200 Vom Persischen Golf zur deutschen Heizung. Die nächste Energiekrise?
12.03.2026
38 Minuten
In dieser 200. Folge des Podcasts „Klima und Kohle“ steht die Frage im Mittelpunkt, welche Auswirkungen geopolitische Konflikte auf die globale Energieversorgung und auf die Energiepreise in Europa haben können. Ausgangspunkt ist die Eskalation im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten maritimen Handelsrouten für Erdöl und Flüssigerdgas weltweit. Ein erheblicher Teil des globalen Energiehandels passiert täglich diese Meerenge zwischen dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman. Störungen in diesem Nadelöhr wirken sich unmittelbar auf Transportketten, Frachtraten und Energiepreise aus. In dieser Folge wird erläutert, welche Mengen an Erdöl und LNG über die Straße von Hormus transportiert werden und warum vor allem asiatische Volkswirtschaften stark von diesen Lieferungen abhängig sind. Gleichzeitig wird erklärt, warum auch Deutschland und Europa indirekt von solchen Entwicklungen betroffen sind. Veränderungen in den globalen Handelsströmen führen zu Verschiebungen auf den Energiemärkten, wodurch sich Preise für Gas, Öl und Strom auch in Europa verändern können. Darüber hinaus wird die aktuelle Situation der deutschen Gasversorgung eingeordnet. Ein Blick auf die Füllstände der Gasspeicher, die Rolle von LNG-Importen sowie die Struktur der deutschen Energieimporte zeigt, welche Risiken und Handlungsspielräume bestehen. Auch die strategischen Erdölreserven Deutschlands werden erläutert und in den historischen Kontext der Ölkrise der 1970er Jahre gestellt. Die Folge analysiert zudem, welche kurzfristigen und mittelfristigen Optionen Europa im Umgang mit möglichen Versorgungsstörungen hat und welche strukturellen Faktoren die Verwundbarkeit moderner Energiesysteme bestimmen. Abschließend wird diskutiert, welche Rolle der Ausbau erneuerbarer Energien für eine langfristige Verringerung geopolitischer Abhängigkeiten spielen kann.
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#199 Neue Heizungsfreiheit wird zur Kostenfalle
05.03.2026
39 Minuten
Die Bundesregierung schafft die 65-Prozent-Regel im Gebäudeenergiegesetz ab. Öl- und Gasheizungen dürfen künftig wieder uneingeschränkt eingebaut werden. Der „Heizungskeller wird zur Privatsache“ - so die politische Botschaft. Doch was bedeutet diese neue Freiheit konkret für Eigentümer, Vermieter und Mieter? Wird Heizen tatsächlich günstiger oder entstehen durch steigende CO₂-Preise, knappe Biomethan-Mengen und unrealistische Erwartungen an Wasserstoff langfristig höhere Kosten? In dieser Folge analysieren wir, welche gesetzlichen Änderungen tatsächlich geplant sind, wie die sogenannte Biotreppe funktionieren soll und ob ausreichend klimafreundliche Gase verfügbar sind, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Zudem ordnen wir ein, welche Auswirkungen der europäische Emissionshandel ab 2027 auf fossile Heizsysteme haben wird und warum die Entscheidung für eine Gasheizung wirtschaftlich riskanter sein kann, als es auf den ersten Blick erscheint. Es geht nicht um politische Schlagworte, sondern um energietechnische Realitäten, Kostenentwicklungen und Klimaziele. Wer heute eine Heizungsentscheidung trifft, legt die Kostenstruktur für die kommenden Jahrzehnte fest.
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Über diesen Podcast

Klima und Kohle ordnet die Transformation unseres Energie- und Wirtschaftssystems fachlich fundiert ein. Zwischen politischen Zielsetzungen, physikalischen Gesetzmäßigkeiten und ökonomischen Rahmenbedingungen geraten zentrale Zusammenhänge im öffentlichen Diskurs häufig aus dem Blick. Dieser Podcast schafft Orientierung. Prof. Dr. Henrik te Heesen analysiert die Energiewende aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive. Auf Basis von Physik, Ingenieurwissenschaften und Energiewirtschaft werden Entwicklungen datenbasiert, unabhängig und nachvollziehbar eingeordnet. Im Fokus stehen nicht kurzfristige Debatten, sondern langfristige Strukturen, Systeme und reale Entscheidungsräume. Jede Episode widmet sich einem zentralen Aspekt der Transformation: Stromnetze und Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien und Speicher, Elektromobilität und Wasserstoff, Industrieprozesse, Kostenstrukturen und energiepolitische Rahmenbedingungen. Technologische Ansätze werden ebenso geprüft wie ihre wirtschaftlichen und systemischen Konsequenzen. Klima und Kohle richtet sich an alle, die Energie- und Klimathemen vertieft verstehen möchten und Wert auf eine sachliche, faktenbasierte Darstellung legen. Der Podcast verbindet wissenschaftliche Tiefe mit verständlicher Aufbereitung und richtet den Blick konsequent auf Machbarkeit, Wechselwirkungen und Pragmatismus. Ein Podcast zur sachlichen Einordnung eines komplexen Transformationsprozesses. Neue Folgen jeden Donnerstag um 21 Uhr auf EVOSONIC RADIO und ab 22 Uhr bei YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
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