Podcaster
Episoden
03.03.2026
1 Minute
Ein Atommanager, ein internationaler Terrorist – und eine geheime
Abhöraktion. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte von
Klaus Traube und der Operation „Müll“, einer spektakulären
Überwachungsaktion der Sicherheitsbehörden in den 1970er-Jahren.
Nach dem OPEC-Anschlag gerät Traube wegen seiner Kontakte in die
radikale linke Szene rund um Hans-Joachim Klein und die
Frankfurter Anwältin Inge Hornischer ins Visier der Ermittler.
Aus Angst, Terroristen könnten Zugriff auf nukleares Wissen oder
Atomkraftwerke bekommen, beschließen die Behörden, sein Haus
heimlich zu verwanzen.
Was folgt, ist ein Spionagekrimi: Ein nächtlicher Einbruch, eine
geheime Wanze – und später ein politischer Skandal, der bis in
die Bundesregierung reicht. Als ein Magazin die Aktion öffentlich
macht, beginnt eine Debatte über Bürgerrechte, Geheimdienste und
die Frage: Wie weit darf ein Staat im Kampf gegen Terrorismus
gehen? Eine Folge über Kontaktschuld, Sicherheitsdenken in den
1970er-Jahren und einen der größten Abhörskandale der alten
Bundesrepublik.
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Marcel Schmeer und Robert Wolff
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
Timestamps
00:00 – Ein Atommanager in der linken Szene: Wer ist Klaus
Traube?
01:23 – Neue Staffel: Terror, Politik und die RAF im Jahr 1976
02:18 – Der OPEC-Anschlag: Wie Hans-Joachim Klein ins Zentrum
rückt
03:47 – Ein ungewöhnlicher Topmanager: Traubes Lebensstil sorgt
für Misstrauen
06:30 – Kontaktschuld: Bekanntschaft mit Terroristen?
14:13 – Der Albtraum der Behörden: Terroristen und Atomkraftwerke
16:30 – „Operation Müll“: Der heimliche Einbruch in Traubes Haus
19:52 – Ein Skandal im Skandal: Geheimdienste überschreiten
Grenzen
24:04 – Sicherheit oder Freiheit? Der Staat im Anti-Terror-Modus
32:52 – Der Spiegel enthüllt alles: Wie die Abhöraffäre
öffentlich wird
34:07 – Politische Folgen: Bundesinnenminister Werner Maihofer
gerät unter Druck
35:20 – Wer hat die Akten geleakt? Die Whistleblower-These
38:33 – Klaus Traube in den Medien: Kampf um seine
Rehabilitierung
45:33 – Ein Leben im Schatten des Terrors: Das Stigma der Inge
Hornischer
48:50 – Vom Atommanager zum Atomgegner: Traubes zweites Leben
51:23 – Fazit: Kontaktschuld, Überwachungsstaat und politische
Folgen
Mehr
29.12.2025
31 Minuten
Wien, 21. Dezember 1975: Während einer OPEC-Konferenz stürmen
Terroristen die Zentrale, töten mehrere Menschen und nehmen 62
Geiseln. Hinter der Tat stehen internationale Netzwerke,
staatliche Interessen und der Kampf um Öl und Macht. Die Folge
rekonstruiert die Geiselnahme, ihre politischen Hintergründe und
die Rolle deutscher Beteiligter – ein Ereignis mit globalen
Folgen.
Shownotes
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Thomas Riegler und Robert Wolff
Musik: Olaf Parusel
Abmischung: Duška Roth
Timestamps Folge 12
00:00 – Prolog: Wien im Winter 1975
01:13 – Einführung & Thema der Folge
01:32 – Die OPEC: Bedeutung, Mitglieder, Ölkrise
04:23 – Politische Spannungen und Interessen innerhalb der
OPEC
05:15 – Libyen, Gaddafi und staatliche Hintermänner
06:16 – Staatlich gelenkter Terrorismus als Strategie
08:30 – Wadi Haddad und der internationale Terrorismus
10:10 – Carlos und das internationale Kommando
12:25 – Der Überfall auf die OPEC-Zentrale
14:40 – Polizeireaktion und erste Todesopfer
17:48 – Verhandlungen, Drohungen und Radiokommuniqué
19:16 – Abflug aus Wien und internationale Odyssee
21:31 – Ende der Geiselnahme und offene Fragen
23:30 – Deutsche Netzwerke und Vorbereitung in Deutschland
25:11 – Rollen im Kommando und Eskalation
26:49 – Hans-Joachim Klein: Wirkung in der Szene
28:13 – Folgen für die linke Szene und politische Debatten
29:32 – Ermittlungen, Ausblick und nächste Folge
Mehr
28.12.2025
38 Minuten
Diese Episode widmet sich dem Kinostart des Films „Die verlorene
Ehre der Katharina Blum“ im Oktober 1975, basierend auf der
gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll. Wir erkunden die
Reaktion der deutschen Öffentlichkeit auf den Film und die
scharfe Kritik an der "Bild"-Zeitung und ihrer Berichterstattung
über vermeintliche Terroristen. Wie beeinflusste der Film das
öffentliche Bewusstsein und die Debatte über Terrorismus,
Medienethik und staatliche Macht?
Shownotes
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Hanno Balz
Musik: Olaf Parusel
Abmischung: Duška Roth
Timestamps Folge 11
00:00 - Karl Carstens attackiert Heinrich Böll
00:27 - Politische Instrumentalisierung und Sensationspresse der
70er
01:49 - Rolle der Medien in der RAF-Geschichte
02:27 - Medienlandschaft der 70er – zwei Lager
03:12 - Zeitungen als politische Waffen
04:08 - Boulevardblätter
04:35 - Springer-Presse und Macht der Schlagzeilen
06:03 - Studentenbewegung, Terrorismus und Medien als
Brandbeschleuniger
07:18 - Sensationsjournalismus und Angstlogik
08:34 - Böll über die Gewalt der Worte und moralische Panik
09:20 - Verschwörungserzählung - Verschwörunungspraxis
10:23 - Entstehung und Wirkung des Begriffs „Sympathisant“
11:03 - Bölls Spiegel-Essay: „Will Ulrike Gnade oder freies
Geleit?“
12:41 - Kritik an Bild und Vorverurteilungen
14:27 - „6 gegen 60 Millionen“ – Bölls Versuch zur Deeskalation
16:34 - Eskalation zwischen Böll und Springer
18:01 - Kampagne gegen Böll und Sympathisanten-Diskurs
19:50 - Kontaktschuld und Katharina Blum
21:11 - SPIEGEL-Fortsetzungsroman und politischer Kontext
22:33 - Roman als literarischer Gegenschlag
23:59 - Bestseller, Film und reale Berufsverbote
26:06 - Schlöndorff, von Trotta und die Wirkung des Films
27:37 - Reaktion der Bild und „verlorene Wahrheit“
29:28 - Berufsverbote und Peter Brückner
30:40 - Parallelen heute: Medienkampagne gegen Brosius-Gersdorf
32:00 – Politik und Medien
33:00 - Fazit: Medien, Macht und Moral
Mehr
Professionalisierung der Terrorismusbekämpfung – Die Rolle Hessens, Wiesbadens und Horst Herolds BKA
28.12.2025
21 Minuten
Nach der Entführung von Peter Lorenz 1975 reagiert die
Innenministerkonferenz mit neuen Befugnissen für das BKA. In
Wiesbaden entsteht die Abteilung „Terrorismus“ – das Herz
moderner Fahndung. Diese Folge zeigt, wie Technik, Datenbanken
und Horst Herold das BKA verändern und warum die 1970er Jahre zur
digitalen Zeitenwende der Sicherheitsbehörden werden.
Shownotes
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Andrej Stephan und Robert Wolff
Musik: Olaf Parusel
Abmischung: Duška Roth
Timestamps Folge 10
00:00 Einstieg & politische Lage 1975
00:44 Innenministerkonferenz
01:42 Wiesbaden als Zentrum der neuen
Terrorismusbekämpfung
02:52 Gründung der Abteilung TE im BKA
03:33 Digitale Pionierarbeit: Das System PIOS
04:18 Analyse statt reine Fahndung - neue Ansätze im
BKA
05:37 Horst Herold und die Idee der Datenerfassung
06:08 Lorenz-Entführung als Wendepunkt
07:26 Technischer und personeller Umbruch im BKA
07:57 Rechenzentrum Wiesbaden & Beginn der
Digitalisierung
09:20 Siemens-Großrechner und die frühen
Computerjahre
10:35 INPOL und das neue Datennetz der Polizei
12:16 Telex als Vorläufer moderner Kommunikation
12:52 Herold- Reformer und Visionär?
14:23 Neue Generation im BKA - junge, motivierte
Ermittler
16:07 Rasterfahndung: Daten als Waffe gegen Terror
17:15 Wie Rasterfahndung funktioniert
18:08 Datenschutz, Überforderung und Herolds
Rücktritt
20:30 Bilanz der 70er Jahre im BKA
20:55 Vom analogen Staat zur digitalen Gesellschaft
21:04 Ausblick Folge 11
Mehr
04.06.2025
42 Minuten
In dieser Episode untersuchen wir die Vernetzung der RAF, der
Bewegung 2. Juni und der Internationalen Revolutionären Zelle
(IRZ) im Jahr 1975, insbesondere im Zusammenhang mit der
Botschaftsbesetzung in Stockholm und der Entführung des
CDU-Spitzenkandidaten Peter Lorenz. Wir beleuchten, wie diese
Aktionen nicht isoliert stattfanden, sondern Teil eines größeren,
internationalen Gewaltnetzwerks waren, das auch palästinensische
Gruppen einschloss. Die Rolle der IRZ in diesen Ereignissen wird
ebenfalls genauer betrachtet, insbesondere im Kontext ihrer
Kooperation mit palästinensischen Milizen und der Verstrickung in
globale revolutionäre Bewegungen. Diese Episode wirft ein Licht
auf die komplexen geopolitischen Verbindungen der RAF und ihrer
Verbündeten und zeigt, wie die Gewaltspirale in Deutschland eng
mit internationalen Entwicklungen verknüpft war.
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Robert Wolff
Musik: Olaf Parusel
Abmischung: Duška Roth
Timestamps:
00:00 Einführung in den deutschen Linksterrorismus
01:27 Die internationale Dimension des Linksterrorismus
03:47 Die Rolle der palästinensischen Gruppen
05:50 Die Entführung von Peter Lorenz
14:17 Die Folgen der Lorenz-Entführung
18:17 Die Botschaftsbesetzung in Stockholm
22:45 Internationale Verbindungen der revolutionären Zellen
24:40 Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit der PFLP
28:15 Logistik und internationale Vernetzung
30:23 Spannungen innerhalb der revolutionären Zellen
33:34 Die Sichtbarkeit der internationalen Kooperation
35:51 Staatliche Akteure und internationale Terrorismus
39:06 Frankfurt als Schlüsselstandort
Literatur und Links:
Reinders, R. und Fritzsch, R.: Die Bewegung 2. Juni: Gespräche
über Haschrebellen, Lorenzentführung, Knast. Berlin: Ed.
ID-Archiv, 1995:
https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/2_juni/
Wolff, R.: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem
Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der
Revolutionären Zellen. In: Über Grenzen hinweg. Transnationale
politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Adrian
Hänni, Daniel Rickenbacher, Thomas Schmutz, Frankfurt am Main
2019, S. 281–305.
"Holger, der Kampf geht weiter!", Dokumente und Beiträge zum
Konzept Stadtguerilla, Reihe "Gegendrucke", Nr. 1, 1. Auflage
1975 Gaiganz/Oberfranken.
Unsichtbare (Hrsg.): Herzschläge. Gespräch mit Ex-Militanten der
Revolutionären Zellen. Berlin: Assoziation A, 2022.
Mehr
Über diesen Podcast
Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von
den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und
zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der
Geschichte der RAF verbindet.
Kommentare (0)