Episoden

Die OPEC-Geiselnahme in Wien 1975 – Auswirkungen auf das linksradikale Milieu in Hessen und die Operation Müll
29.12.2025
31 Minuten
Wien, 21. Dezember 1975: Während einer OPEC-Konferenz stürmen Terroristen die Zentrale, töten mehrere Menschen und nehmen 62 Geiseln. Hinter der Tat stehen internationale Netzwerke, staatliche Interessen und der Kampf um Öl und Macht. Die Folge rekonstruiert die Geiselnahme, ihre politischen Hintergründe und die Rolle deutscher Beteiligter – ein Ereignis mit globalen Folgen. Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Thomas Riegler und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 12 00:00 – Prolog: Wien im Winter 1975 01:13 – Einführung & Thema der Folge 01:32 – Die OPEC: Bedeutung, Mitglieder, Ölkrise 04:23 – Politische Spannungen und Interessen innerhalb der OPEC 05:15 – Libyen, Gaddafi und staatliche Hintermänner 06:16 – Staatlich gelenkter Terrorismus als Strategie 08:30 – Wadi Haddad und der internationale Terrorismus 10:10 – Carlos und das internationale Kommando 12:25 – Der Überfall auf die OPEC-Zentrale 14:40 – Polizeireaktion und erste Todesopfer 17:48 – Verhandlungen, Drohungen und Radiokommuniqué 19:16 – Abflug aus Wien und internationale Odyssee 21:31 – Ende der Geiselnahme und offene Fragen 23:30 – Deutsche Netzwerke und Vorbereitung in Deutschland 25:11 – Rollen im Kommando und Eskalation 26:49 – Hans-Joachim Klein: Wirkung in der Szene 28:13 – Folgen für die linke Szene und politische Debatten 29:32 – Ermittlungen, Ausblick und nächste Folge
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Die verlorene Ehre der Katharina Blum – Terrorismus, Medien und öffentliche Meinung
28.12.2025
38 Minuten
Diese Episode widmet sich dem Kinostart des Films „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ im Oktober 1975, basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll. Wir erkunden die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit auf den Film und die scharfe Kritik an der "Bild"-Zeitung und ihrer Berichterstattung über vermeintliche Terroristen. Wie beeinflusste der Film das öffentliche Bewusstsein und die Debatte über Terrorismus, Medienethik und staatliche Macht? Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Hanno Balz Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 11 00:00 - Karl Carstens attackiert Heinrich Böll 00:27 - Politische Instrumentalisierung und Sensationspresse der 70er 01:49 - Rolle der Medien in der RAF-Geschichte 02:27 - Medienlandschaft der 70er – zwei Lager 03:12 - Zeitungen als politische Waffen 04:08 - Boulevardblätter 04:35 - Springer-Presse und Macht der Schlagzeilen 06:03 - Studentenbewegung, Terrorismus und Medien als Brandbeschleuniger 07:18 - Sensationsjournalismus und Angstlogik 08:34 - Böll über die Gewalt der Worte und moralische Panik 09:20 - Verschwörungserzählung - Verschwörunungspraxis 10:23 - Entstehung und Wirkung des Begriffs „Sympathisant“ 11:03 - Bölls Spiegel-Essay: „Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?“ 12:41 - Kritik an Bild und Vorverurteilungen 14:27 - „6 gegen 60 Millionen“ – Bölls Versuch zur Deeskalation 16:34 - Eskalation zwischen Böll und Springer 18:01 - Kampagne gegen Böll und Sympathisanten-Diskurs 19:50 - Kontaktschuld und Katharina Blum 21:11 - SPIEGEL-Fortsetzungsroman und politischer Kontext 22:33 - Roman als literarischer Gegenschlag 23:59 - Bestseller, Film und reale Berufsverbote 26:06 - Schlöndorff, von Trotta und die Wirkung des Films 27:37 - Reaktion der Bild und „verlorene Wahrheit“ 29:28 - Berufsverbote und Peter Brückner 30:40 - Parallelen heute: Medienkampagne gegen Brosius-Gersdorf 32:00 – Politik und Medien 33:00 - Fazit: Medien, Macht und Moral
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Professionalisierung der Terrorismusbekämpfung – Die Rolle Hessens, Wiesbadens und Horst Herolds BKA
28.12.2025
21 Minuten
Nach der Entführung von Peter Lorenz 1975 reagiert die Innenministerkonferenz mit neuen Befugnissen für das BKA. In Wiesbaden entsteht die Abteilung „Terrorismus“ – das Herz moderner Fahndung. Diese Folge zeigt, wie Technik, Datenbanken und Horst Herold das BKA verändern und warum die 1970er Jahre zur digitalen Zeitenwende der Sicherheitsbehörden werden. Shownotes Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Andrej Stephan und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps Folge 10 00:00  Einstieg & politische Lage 1975 00:44  Innenministerkonferenz 01:42  Wiesbaden als Zentrum der neuen Terrorismusbekämpfung 02:52  Gründung der Abteilung TE im BKA 03:33  Digitale Pionierarbeit: Das System PIOS 04:18  Analyse statt reine Fahndung - neue Ansätze im BKA 05:37  Horst Herold und die Idee der Datenerfassung 06:08  Lorenz-Entführung als Wendepunkt 07:26  Technischer und personeller Umbruch im BKA 07:57  Rechenzentrum Wiesbaden & Beginn der Digitalisierung 09:20  Siemens-Großrechner und die frühen Computerjahre 10:35  INPOL und das neue Datennetz der Polizei 12:16  Telex als Vorläufer moderner Kommunikation 12:52  Herold-  Reformer und Visionär? 14:23  Neue Generation im BKA - junge, motivierte Ermittler 16:07  Rasterfahndung: Daten als Waffe gegen Terror 17:15  Wie Rasterfahndung funktioniert 18:08  Datenschutz, Überforderung und Herolds Rücktritt 20:30  Bilanz der 70er Jahre im BKA 20:55  Vom analogen Staat zur digitalen Gesellschaft 21:04  Ausblick Folge 11
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Vernetzte Gewalt – Die Botschaftsbesetzung in Stockholm, die Entführung von Peter Lorenz und die Rolle der Internationalen Revolutionären Zelle
04.06.2025
42 Minuten
In dieser Episode untersuchen wir die Vernetzung der RAF, der Bewegung 2. Juni und der Internationalen Revolutionären Zelle (IRZ) im Jahr 1975, insbesondere im Zusammenhang mit der Botschaftsbesetzung in Stockholm und der Entführung des CDU-Spitzenkandidaten Peter Lorenz. Wir beleuchten, wie diese Aktionen nicht isoliert stattfanden, sondern Teil eines größeren, internationalen Gewaltnetzwerks waren, das auch palästinensische Gruppen einschloss. Die Rolle der IRZ in diesen Ereignissen wird ebenfalls genauer betrachtet, insbesondere im Kontext ihrer Kooperation mit palästinensischen Milizen und der Verstrickung in globale revolutionäre Bewegungen. Diese Episode wirft ein Licht auf die komplexen geopolitischen Verbindungen der RAF und ihrer Verbündeten und zeigt, wie die Gewaltspirale in Deutschland eng mit internationalen Entwicklungen verknüpft war. Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Duška Roth Timestamps: 00:00 Einführung in den deutschen Linksterrorismus 01:27 Die internationale Dimension des Linksterrorismus 03:47 Die Rolle der palästinensischen Gruppen 05:50 Die Entführung von Peter Lorenz 14:17 Die Folgen der Lorenz-Entführung 18:17 Die Botschaftsbesetzung in Stockholm 22:45 Internationale Verbindungen der revolutionären Zellen 24:40 Die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit der PFLP 28:15 Logistik und internationale Vernetzung 30:23 Spannungen innerhalb der revolutionären Zellen 33:34 Die Sichtbarkeit der internationalen Kooperation 35:51 Staatliche Akteure und internationale Terrorismus 39:06 Frankfurt als Schlüsselstandort Literatur und Links: Reinders, R. und Fritzsch, R.: Die Bewegung 2. Juni: Gespräche über Haschrebellen, Lorenzentführung, Knast. Berlin: Ed. ID-Archiv, 1995: https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/2_juni/ Wolff, R.: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der Revolutionären Zellen. In: Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Adrian Hänni, Daniel Rickenbacher, Thomas Schmutz, Frankfurt am Main 2019, S. 281–305. "Holger, der Kampf geht weiter!", Dokumente und Beiträge zum Konzept Stadtguerilla, Reihe "Gegendrucke", Nr. 1, 1. Auflage 1975 Gaiganz/Oberfranken. Unsichtbare (Hrsg.): Herzschläge. Gespräch mit Ex-Militanten der Revolutionären Zellen. Berlin: Assoziation A, 2022.
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Jean-Paul Sartre in Stammheim – Der Erfolg der „Knastkampagne“ und die Restrukturierung der RAF
02.05.2025
29 Minuten
In dieser Episode beleuchten wir den Besuch des französischen Philosophen und Nobelpreisträgers Jean-Paul Sartre in der JVA Stuttgart im Dezember 1974. Warum entschied sich Sartre, den inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader zu besuchen, und welche politischen und gesellschaftlichen Reaktionen löste sein Besuch aus? Diese Episode erkundet die psychologischen und politischen Spannungen, die Sartres Besuch entfachte, und analysiert die Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Wahrnehmung der RAF in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit. Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann Interviewpartner: Dr. Svantje Guinebert und Robert Wolff Musik: Olaf Parusel Abmischung: Fabiana Blasco Timestamps: 0:14 Der Besuch Sartres in Stammheim 1:06 Die PR-Strategie der RAF 2:13 Sartres Philosophie und die RAF 5:44 Der Existenzialismus erklärt 6:37 Sartre als Unterstützer der RAF 8:48 Die Rolle von Erich Fromm 11:50 Sartres persönliche Motivation 14:44 Das Treffen: Sprache und Missverständnisse 16:56 Nach dem Gespräch: Pressekonferenz und Foltervorwürfe 21:10 Reaktionen in Deutschland und Frankreich 26:13 Die Folgen von Sartres Besuch für die RAF 28:18 Ausblick auf die nächste Folge Literatur und Links: Jeßberger, F. und Schuchmann, I. (Hrsg.): Die Stammheim-Protokolle. Der Prozess gegen die erste RAF-Generation: https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/die-stammheim-protokolle/978-3-96289-127-5. Terhoeven, P.: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt, München: C.H. Beck, 2022: https://hlz.hessen.de/publikationen/publikationsverzeichnis/details/die-rote-armee-fraktion/. https://www.nzz.ch/feuilleton/der-denker-beim-terroristen-vor-50-jahren-traf-jean-paul-sartre-andreas-baader-ld.1860379 https://www.stammheim-prozess.de
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Über diesen Podcast

Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der Geschichte der RAF verbindet.

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