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27 Minuten
In dieser On-the-Road-Episode bei 41 Grad Außentemperatur ️️ wird es philosophisch: eine neue Folge aus „The Life of a CIO, a Report from the Trenches”, die mit Weihnachtsgebäck Mitte Oktober beginnt und bei der vielleicht wichtigsten Frage eines CIO landet. Warum tun wir die Dinge eigentlich so, wie wir sie tun?

Die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, warum wir Weihnachten feiern. Wir machen es, weil wir es immer so gemacht haben. Tradition, Rituale, Routine. Das gibt uns Halt, einen gedanklichen Anker. Aber genau das wird zur Bremse, wenn echte Veränderung ansteht. Denn dasselbe Muster erlebe ich bei Kernprozessen: Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei, und keiner fragt mehr, warum eigentlich Schritt vier nicht wegfällt oder warum man nicht gleich nur Schritt eins und fünf behält. ️

Bei der KWC Professional stehen wir genau vor dieser Frage: Welches System unterstützt künftig unsere Kernprozesse? Und mein Punkt ist: Fangt nicht mit einer Bestandsaufnahme jedes einzelnen Schritts an. Fangt mit dem Warum an. Aus A und O wird I und O, Input und Output. Wenn du weißt, was den Prozess auslöst und was am Ende herauskommen muss, dann ist der Weg dazwischen neu verhandelbar, mit weniger Technologie, mit mehr Technologie, mit KI.

Dazu eine steile These: Wenn SAP nicht anfängt, intelligenter zu denken, könnten solche Kernsysteme in fünf Jahren obsolet sein. Plus ehrliche Gedanken zu Souveränität, Business Continuity (ja, wir hatten dieses Jahr einen ganzen Tag SAP-Ausfall) und der Frage, was das optimale Betriebsmodell wirklich ist.

Kernbotschaft: Entscheidend ist nicht, wie ihr etwas tut, sondern warum. Wer das Warum nicht beantworten kann, für den wird die Frage nach einem besseren Wie gegenstandslos. Denkt eure Prozesse auf der grünen Wiese neu.
24 Minuten
In dieser persönlichen On-the-Road-Episode aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ️️ wird es nachdenklich. Eine neue Folge aus „The Life of a CIO, a Report from the Trenches" unter einem alten Leitsatz. Panta rhei. Alles fließt. Und die IT kennt kein Fertig.

Es gibt keinen Zustand, in dem alles läuft und abgeschlossen ist. Kaum ist ein System eingeführt, verändert sich das Geschäft, kommt eine neue Technologie, verschiebt sich der Markt. Die IT fließt. Und ich stehe für die IT.

Mein Interim-Mandat als CDIO bei der KWC Professional geht zu Ende, und das ist ein Moment des Innehaltens. Mein Team hat eine echte Kraftleistung vollbracht, und auch wenn die meisten kein Deutsch sprechen: Ihr seid top, und ich werde euch verdammt vermissen. Mein Nachfolger übernimmt keinen fertigen Zustand, er übernimmt einen fließenden.

Die Folge ist weniger Methode, mehr Reflexion. Wir ticken alle in Zeitscheiben und suchen den Moment, an dem etwas fertig ist. Die IT liefert ihn uns nie. Und während ein Umbau zwölf Monate läuft, fließt die Welt einfach weiter. ️

Kernbotschaft: Innovation ist erst einmal nur etwas Neues. Das heißt nicht, dass sie gut ist. Hört auf, über das Neue zu reden, und fangt an, über das Bessere zu sprechen. Was wird dadurch im Leben der Menschen wirklich besser?
33 Minuten
In dieser Folge aus „The Life of a CIO, a Report from the Trenches" ️ geht es um einen Begriff, den ich letzte Woche in Austin überall auf Postern gelesen habe: „Singularity". Und genau deshalb beginnt diese Folge nicht mit IT, sondern mit einem schwarzen Loch.

Eine Singularität ist der Ort, an dem eine Masse so stark verdichtet ist, dass die bekannten Gesetze der Physik aufhören zu gelten. Forrester überträgt genau dieses Bild auf unsere Disziplin, und die These sitzt: Die vertrauten Bewertungsmodelle der IT greifen nicht mehr. Die Rechnung „eins plus eins gleich zwei", nach der du entscheidest, was du einsetzt und wie lange du planst, wackelt. Der Katalysator heißt KI.

Und das wird konkret. Warum locken dich Anbieter wie SAP plötzlich so gern in Sieben-Jahres-Verträge? Weil die Exklusivität der Kernsysteme erodiert: Workflows, Reporting, Integration wandern aus dem Core an den Edge, und selbst die Business-Logik verliert ihre Alleinstellung, weil KI sie auslesen und nachbauen kann. Ein langer Vertrag wird so schnell zur Entscheidung, die du in zwei Jahren bereust. Dazu die Frage, die jeden Wirtschaftsprüfer nervös macht: Wenn ein KI-Agent die Reihenfolge eines Prozesses selbst bestimmt, ist dann noch nachweisbar, wo der Human in the Loop war? ️

Denk Infrastruktur und Security zu Ende: Ein KI-Agent erkennt, bewertet und behebt Probleme selbst, vorausschauend, ohne dass ein Mensch eingreift. Der klassische Systemadministrator? That's a thing of the past. Bleibt die unbequeme Frage: Was macht die IT dann eigentlich noch?

Kernbotschaft: Der Maschinenraum lässt sich fast vollständig automatisieren, deine Relevanz nicht. Die neue Rolle der IT liegt im perfekten Fit zwischen dem, was Technologie kann, und dem, was dein Unternehmen wirklich braucht. Wer diesen Schritt verpasst, überlässt die Entscheidung irgendwann dem CFO. Make or buy. In dem Fall: bye.
27 Minuten
In dieser Folge von „IT Asset Management and More" ️ geht es um die Frage, warum Unternehmen bei der IT-Transformation aufs Ersparte warten, während sie Häuser, Maschinen und Fahrzeuge ganz selbstverständlich finanzieren. Und genau deshalb beginnt diese Folge nicht mit IT – sondern mit einem Haus.

Stell dir vor, du könntest heute einfach eins kaufen. Koffer voll Bargeld, zack, meins. Können die wenigsten – und trotzdem wohnen wir nicht ewig im Provisorium. Wir gehen zur Bank, vereinbaren Zins und Tilgung und ziehen ein, lange bevor das Geld zusammengespart wäre. Genau vor dieser Frage steht auch deine IT. Nur geht dort niemand zur Bank.

Dabei ist der Wunschzettel endlos: Legacy ablösen, modernisieren, KI einführen. Mit dem klassischen 80/20-Split zwischen Run und Build löst du diesen Innovationsstau nie auf. In der Folge: wie aus dieser Budget-Frustration unsere Lösung IT Simulate entstanden ist – und ein reales Projekt, in dem ein Unternehmen eine Investition vom Dreifachen seines Build-Budgets kurzerhand über eine Leasinggesellschaft finanziert hat. ️

Kernbotschaft: „Wenn wir genug Geld hätten, wüsste ich, was zu tun ist" ist keine Strategie – die Cost of No Decision läuft jeden Tag weiter. Wenn Business Case und Finanzierung zusammenkommen, schlüsselfertig wie beim Hausbau, bleibt nur eine Frage: Was hindert dich noch? Let's go – bau das Haus.
42 Minuten
In dieser Folge aus „The Life of a CIO, a Report from the Trenches" ️ geht es um ein Thema, das jeder kennt und kaum jemand offen anspricht: technische Schulden. Die Rechnung, die du dir selbst geschrieben hast, und die vielleicht wichtigste Karrierefrage deiner Rolle: Wie erklärst du sie deinem Vorstand, bevor es jemand anderes tut?

Stell dir eine Vorstandssitzung vor. Der Vertriebsvorstand hat einen winzigen Wunsch: Auf der Bestellbestätigung soll künftig das Lieferdatum stehen. Ein Feld, ein Datum. Deine Antwort: „Das dauert neun Monate und kostet einen mittleren sechsstelligen Betrag." Du kennst den Blick, der jetzt kommt. Es ist nicht Wut. Es ist der Moment, in dem jemand innerlich beschließt, dass mit deiner IT etwas Grundsätzliches nicht stimmt. Und das Bittere: Du kannst es nicht erklären.

Diese Folge schließt an Make or Buy an. Denn jeder Eigenbau ist ein Tamagotchi, das gefüttert werden will. Was passiert, wenn das Füttern über Jahre ausfällt? Ich erkläre den Unterschied zwischen bewussten Schulden (Hypothek mit Plan) und schleichenden Schulden (nie entschieden, einfach passiert), warum technische Schulden mehr sind als Code (Altsysteme, Wissensmonopole, vergessene Verträge und Lizenzen) und warum niemand darüber spricht: keine Bilanzposition, falsche Incentives, und das unbequeme Vererbungsprinzip von CIO zu CIO.

Dazu die vier Verkleidungen, in denen sich die Zinsen tarnen, das Schuldenregister in der Sprache des Vorstands (Geld, Zeit, Risiko), die Übersetzungshilfe „Instandhaltungsstau" für die Industrie und drei Tilgungsregeln aus der Praxis: feste Quote statt Großprojekt, tilgen wo du ohnehin baust, und der Mut, manche Systeme sterben zu lassen. ️

Kernbotschaft: Deine Schulden werden präsentiert werden, so oder so. Von dir, von einem Berater oder von einem Ausfall nachts um zwei mit Pressemeldung. Nur bei der ersten Variante behältst du die Kontrolle.
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Über diesen Podcast

Der Podcast „ITAM and More“ bietet persönliche Einblicke in zentrale Themen der IT-Welt – von IT-Strategie und Architektur über Security bis hin zu Asset Management. Als privates Projekt ohne kommerzielle Ausrichtung reflektiert der Podcast reale Erfahrungen aus der Praxis eines CIOs und beleuchtet dabei sowohl operative Herausforderungen als auch strategische Perspektiven. 🎙️ Was erwartet dich? „Tagebuch eines CIOs – Report from the Trenches“: Ehrliche Erfahrungsberichte aus dem IT-Alltag, etwa zu Demand-Management, Dienstleisterwechseln oder der Einführung neuer IT-Systeme. Deep Dives und Experten Gespräche zu aktuellen Themen: Diskussionen über Trends wie Agentic AI oder Herausforderungen in Bereichen wie Data Governance, Enterprise Architkektur und FinOps. 🚀 Warum „ITAM and More“? Der Podcast richtet sich an IT-Entscheider:innen, Architekt:innen, Strateg:innen und alle, die IT nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen. Inspiriert von der Philosophie der „Skunk Works“ – maximale Autonomie, minimale Bürokratie – steht der Podcast für einen offenen Austausch über die Zukunft der IT. Über diesen privaten Podcast-Kanal teile ich meine persönlichen Einblicke in verschiedenste IT Bereiche wie IT Strategie, Architektur, Security und Asset Management. Die Inhalte stellen meine persönlichen Ansichten dar und sollten nicht als allgemeingültige, belastbare Aussagen verstanden werden. IT-SKUNK-WORKS ist eine inoffizielle "Interessengruppe", in der Ideen zur Zukunft von IT frei ausgetauscht werden. Aus offensichtlichen Gründen verweise ich auf Skunk Works, als Pseudonym für das Advanced Development Program von Lockheed Martin. Diese Organisation hat mit ihren Innovationen die Luftfahrtindustrie maßgeblich geprägt. Grundlage dafür war ein Maximum an Autonomie und ein Minimum an Bürokratie. Kreative Köpfe lassen sich nicht "einsperren" ... Jan Hachenberger
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