Grab The Glass | Einfach nur ein Whisky-Podcast

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Episoden

Folge 214 – Orange is the New Bourbon
24.04.2026
30 Minuten
Willkommen zur Folge 214! Diesmal schwelgen Hendrik und Silvi in Reiseerinnerungen und führen uns direkt in die legendäre Whiskey Row nach Louisville, Kentucky. Die beiden haben von ihrem Trip ein paar spannende Schätze der Bardstown Bourbon Company (BBC) mitgebracht. Wir klären direkt zu Beginn, warum man beim Namen der Destille lieber an den britischen Nachrichtensender denken sollte, um das Gespräch jugendfrei zu halten.


Mit dabei ist die geballte Expertise von Master-Distiller-Legende Steve Nally, der mit über 50 Jahren Erfahrung und einem Platz in der Hall of Fame hinter den Kulissen die Fäden zieht. Wir werfen einen Blick auf eine der modernsten Destillen der USA, die mit eigener Software und über 50 verschiedenen Maischerezepten die Branche ordentlich aufmischt.


Zuerst probieren wir den Bottled in Bond Bourbon mit seinem „dreckigen“ Orange und intensiven Noten von Bananenbrot. Ein echter Wohlfühl-Whisky, der trotz seiner 50% erstaunlich samtig über die Lippen geht. Danach folgt der High Rye Bourbon aus der Origin Series. Dieser sorgt für eine echte Überraschung: Silvia entdeckt eine merkwürdige „Biomüll-Note“ im Geruch, während Christian am Gaumen ein faszinierendes, ringförmiges Geschmackserlebnis beschreibt, das an ungesüßten Pfefferminztee erinnert.


Wir diskutieren über krasse Produktionsvolumina, sündhaft teure Probierfläschchen und die Frage, ob Irland eigentlich eine Halbinsel ist. Viel Spaß beim Hören!


Aus dem BBC-Store von der Whisky Row in Louisville heute im Test: Bardstown Bourbon Co. Bottled in Bond Straight Bourbon – Origin Series 50% Bardstown Bourbon Co. Kentucky Straight Bourbon Whisky – Origin Series 48%


Bardstown Bourbon Co. Bottled in Bond Straight Bourbon – Origin Series 50% Aroma Sanftes Backwerk und Weizenbrot Reife Birnen und Steinfrüchte Helle Honigsüße und Vanille Dezenter, karamellisierter Grillmais Geschmack Cremiges Toffee und Ahornsirup Süßes Pfirsichbrot und Gebäck Kräftiger Zimt und Kardamom Spritzige Zitrus- und Grapefruitnoten Abgang Erstaunlich langanhaltend Brauner Zucker und Toast Würziges Lebkuchen-Finish Warme, dezente Eichennote


Bardstown Bourbon Co. Kentucky Straight Bourbon Whisky – Origin Series 48% Aroma Aprikose und Orangenblüte Karamell und Vanillecreme Frische Minze und helle Eiche Ein Hauch weißer Pfeffer Geschmack Viel Vanille und Butterscotch Saftiger Pfirsich und Steinfrucht Roggenwürze, Zimt und Muskat Getoastetes Roggenbrot Abgang Kräftig und langanhaltend Würziges Leder und trockene Eiche Süßes Karamell-Finish Wärmende Pfeffernoten


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Folge 213 – Loch Lomonds neuer Platzhirsch?
17.04.2026
31 Minuten
Willkommen zur Folge 213! Wir lassen das Roggenfeld hinter uns und widmen uns der schottischen Brennerei Loch Lomond, ihrem großen Rebranding (der neue Platzhirsch im Regal?) und werfen einen fast schon intellektuellen Blick auf die Destillations-Technik. Christian erklärt uns den Unterschied zwischen “Swan Neck” (Zauberhut) und “Straight Neck” (Milchshake-Becher) Pot Stills, während Hendrik uns in die Geheimnisse der “Reste-Rampe” alias reaktivierter Fässer (Rejuvenated Casks) einweiht.


Im Glas haben wir zuerst den Loch Lomond Steam & Fire. Der überrascht uns massiv! Statt schwerem Rauch liefert er ein schottisches Frühlingserwachen mit einer extremen Zitrus-Frische, die uns sofort an Bitter Lemon ohne Kohlensäure erinnert. Ein echter “Drei-Wetter-Whisky” – der Gaumen hält!


Kandidat Nummer zwei ist der Loch Lomond 12 Jahre aus der Core-Range. Trotz “perfectly balanced”-Versprechen und edlem Platzhirsch-Etikett wird es hier wild: Die Assoziationen am Tisch reichen von Holsteiner Brie über morsches Holz bis hin zu feuchtem Rindenmulch. Das neu reaktivierte Holz hat hier definitiv seine ganz eigenen Spuren hinterlassen.


Ob man Whiskyflaschen eigentlich als Buchstützen verwenden sollte und ab wann man Tickets für Silvis Gläser-Konzert kaufen kann, erfahrt ihr in dieser Folge!


Unsere Schotten im Glas Loch Lomond Steam & Fire (46 %) Loch Lomond 12 Jahre (46 %)


Loch Lomond Steam & Fire Aroma Süßes Frühlingserwachen Frische Gräser und Kräuter Duft nach Zitronenkuchen Angenehme Vanillesüße Geschmack Starke, zuckrige Süße Intensive Zitrus-Noten Bitter Lemon ohne Kohlensäure Sanfte, pfeffrige Schärfe Abgang Langanhaltend und frisch Zartbittere Röstaromen spürbar Warme Eichenwürze


Loch Lomond 12 Jahre Aroma Leichter Sherry-Muff Anklänge von Holsteiner Brie Schwer und erdig Dezente Vanillesüße Geschmack Süßer, runder Antritt Schwache Toffee-Noten Dominantes, altes Holz Eher wie Rindenmulch Abgang Holzig und schwer Noten von morschem Holz Sehr eigenwilliges Finish


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Folge 212 – Old Hunter in the Rye
10.04.2026
32 Minuten
Willkommen zu Folge 212! Nachdem er uns beim letzten Mal mit feinstem isländischen Schafsdung beglückt hat, ist er jetzt schon wieder da: Dennis traut sich aus dem Wald zu uns ins Studio. Diesmal aber völlig harmlos als reiner “Gastgast”, ohne uns etwas Abstruses einschenken zu wollen. Bevor wir uns den Gläsern widmen, müssen jedoch wichtige Fragen der Jagd geklärt werden: Lockt man Wildschweine wirklich mit Leberwurstbroten und Mandarinen an? Und wann bekommen wir endlich das versprochene Wildschwein vom Wacken 2023?


Auf dem Tisch stehen heute zwei Roggen-Kandidaten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir reisen in ein neues Whisky-Land: Tschechien! Unser erster Kandidat hieß ursprünglich auf Tschechisch mal „Alter Roggenjäger“, bevor er für den internationalen Markt den englischen Namen Old Hunter’s Reserve bekam. Er kommt aus Europas ältester kontinuierlich produzierender Brennerei (seit 1518!). Der große Plottwist: Laut EU-Verordnung ist das hier gar kein Whisky, da er mit Fruchtextrakten aus Pflaume und Birne veredelt wurde. Und das schmeckt man! Statt Roggen-Power gibt es einen süßen, weinbrandartigen Pflaumen-Frucht-Mix. Lecker, aber eben kein echter Rye.


Kandidat Nummer zwei ist ein alter Bekannter: Der Redemption Rye (Pre-Prohibition Whiskey Revival). Hier ist der Name Programm! Mit brachialen 95 % Roggenanteil zieht dieser Tropfen uns geschmacklich direkt durchs Roggenfeld. Schwere Karamellnoten wechseln sich mit einer irren Pfefferminz-Frische ab – als würde man eine Roggenähre in ein Fisherman’s Friend wickeln. Für Silvi wird das “Mööö” (Roggen) am Ende so intensiv und herb, dass wir kurz überlegen, für sie das “Catch & Release”-Prinzip beim Whisky-Trinken mit einem Spucknapf einzuführen.


Wer das Roggen-Battle am Ende gewinnt und was “Igel” auf Tschechisch heißt, erfahrt ihr in dieser Folge. Na zdraví!


Unsere Roggen-Kandidaten im Ring Old Hunter’s Reserve Rye (40 %) Redemption Rye (46 %)


Old Hunter’s Reserve Rye (40 %) Aroma Weinbrand und Trester Süße Weinbrandbohnen Fruchtiger Alkohol Kaum Roggen spürbar Geschmack Massive, zuckrige Süße Deutliche Pflaume und Birne Erinnert an süffigen Obstler Kaum klassischer Whisky-Charakter Abgang Mittellang und süß Leicht wässrig Sehr bekömmlich


Redemption Rye (46 %) Aroma Überraschend milder Roggen Frische Fisherman’s Friend Minze Süßes Spearmint-Kaugummi Leichte Karamellnoten Geschmack Schweres Toffee und Karamell Gnadenlose Roggen-Power Pfeffrige Schärfe Kühle Minz-Frische Abgang Lang und extrem roggenlastig Hintenraus bitter und schwer Trockene Eiche


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Folge 211 – THE BIG 1,25
27.03.2026
36 Minuten
Willkommen zu Folge 211! Dennis ist wieder zu Gast und komplettiert mit seinem Mitbringsel ein Line-up, das endgültig alle Grenzen des guten Geschmacks sprengt. Es ist Zeit für „The Battle of the Shit“! Christians altes Geschenk an Silvi (ein über Elefanten-Dung geräucherter Whisky) trifft auf Dennis’ mitgebrachten isländischen Schafs-Dung-Whisky. Eigentlich wollten wir uns den afrikanischen „Big Five“ widmen, aber da wir heute nur einen Elefanten und ein isländisches Kurzschwanzschaf aufbieten können, einigen wir uns diplomatisch auf „The Big 1,25“.


Für unseren ersten Kandidaten reisen wir in ein brandneues Whisky-Land: Namibia! Der Ondjaba Whisky von der Erongo Mountain Winery bringt afrikanisches Flair ins Glas. Der Clou? Das Getreide (inklusive der lokalen Mahango-Hirse) wird über Elefanten-Dung geräuchert – und zwar mit geschmeidigen 1,5 Tonnen pro Monat! Wer jetzt aber Angst vor dem Geruch des Kölner Elefantenhauses hat, wird überrascht: Der rubinrote Tropfen bringt statt Zoo-Aromen eher trockene Rotwein-Tannine, Zigarre, Zimt und eine harzige Wüsten-Trockenheit an den Gaumen.


Runde zwei führt uns zurück nach Island. Der Flóki Sheep Dung Smoked tritt an. Nachdem wir ausgiebig über isländische Alpha-Schafe, 15 verschiedene Schafs-Farbtöne wie aus dem Baumarkt und Dennis’ Vorliebe für getrocknete Fisch-Snacks am Steuer philosophiert haben, wird es ernst. Und wie! Eine harte Nase muffiges Stroh und intensiver Pferdestall schlagen uns erbarmungslos ins Gesicht. Während Christian und Hendrik noch mit dem Stallgeruch kämpfen, findet Dennis in diesem animalischen Erlebnis erstaunlicherweise noch fruchtige Kräuter und Honig.


Unsere tierischen Probanden für das Dung-Tasting Flóki Single Malt – Sheep Dung Smoked (Island) Ondjaba Namibian Whisky – Classic Triple Grain (Elephant Dung Smoked)


Flóki Single Malt – Sheep Dung Smoked (Island) Aroma rauchig mit deutlicher Anmutung von getrocknetem Tierdung malzige Süße kräuterige Noten ein Hauch getrockneter Früchte Geschmack würzige Kräuter etwas Pfeffer Heu leicht ölig subtile Ledernoten Abgang mittellang trocken-rauchig leichte Bitterkeit Kräuter und Malz


Ondjaba Namibian Whisky – Classic Triple Grain Aroma getreidig leichte Vanille- und Honignoten dezente Holz- und Röstaromen ein Hauch von Trockenfrüchten Geschmack weich und rund süßes Getreideprofil Vanille leichte Karamellnoten sanfte Würze etwas Zimt Abgang mittellang süßliche Getreidenoten leichte Würze dezente Holztöne


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Folge 210 – 3 Alufässchen voll Abwasser
20.03.2026
25 Minuten
Willkommen zu Folge 210! Beverly Hills lässt grüßen, aber anstatt Glamour gibt es heute bei uns den absoluten geschmacklichen Tiefpunkt. Wir haben uns für die Wissenschaft (und zu eurem Schutz) geopfert und begehen einen folgenschweren Fehler: Eine reine Dosen-Folge. Drei “Alufässchen” treten an, um unsere Geschmacksknospen zu foltern, aber bevor wir leiden, klären wir die wirklich wichtigen Fragen. Warum sehen Dosen eigentlich aus wie Fässer? Hatte George Washington wirklich ein Holzgebiss? Und woher kommt eigentlich der Begriff “Kanzler”?


Auf dem Tisch stehen heute drei Hochkaräter der gepflegten Tankstellen- und Discounter-Kultur: Der 5,0 Original Whisky Cola, der Samuel Joe’s Tennessee Whiskey & Cola und der George Washington Whiskey & Cola Zero. Wer hier auf versteckte Schätze hofft, wird bitter enttäuscht. Das Tasting wird zum absoluten Desaster.


Unsere Assoziationen reichen von gammligen Trauben und verwittertem Kirschholz über medizinische Noten und geriebene Fußnägel bis hin zu purem Abwasser. Auch die Alu-Dose macht es nicht besser, und Hendrik verzweifelt an der großen Dosen-Verschwörung. Am Ende müssen wir eine drastische Entscheidung treffen: In diesem Wettbewerb bleibt Platz 1 heute einfach komplett unbesetzt!


Viel Spaß beim Zuhören und: Bitte nicht nachmachen!


Unsere Alufässchen des Grauens 5,0 Original Whisky Cola (10 %) George Washington Whiskey & Cola Zero (10 %) Samuel Joe’s Tennessee Whiskey & Cola (10 %)


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Über diesen Podcast

Am Anfang war der Whisky… Falls ihr denkt, dass jede gute Geschichte mit dieser Phrase beginnt, dann seid ihr bei uns garantiert richtig. Alles begann damit, dass wir wie jeden Freitagabend in trauter Runde saßen und Whisky tranken, bis die Frage aufkam: Wieso sollten wir unsere privaten “Tastings” nicht in ein Online-Format verpacken? So entstand der Podcast und die Idee zu GRAB THE GLASS in nur einer Nacht.
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