Podcaster
Episoden
13.03.2026
52 Minuten
Russland ist definitiv Nutznießer des Krieges in Nahost. So sieht
es Oberst a.D. Ralph Thiele. Und zwar nicht nur wegen der jüngsten
US-Entscheidung, die russischen Ölsanktionen zum Teil aufzuheben.
Putin profitiere auch davon, dass Flugabwehrraketen nun in Nahost
gebraucht würden und die Ukraine nicht mehr so sehr im Fokus stehe.
Das sei eine "außerordentlich ungünstige Situation für die Ukraine
und natürlich auch für europäische Sicherheit", sagt Thiele, der
Vorsitzender der ‘Politisch-Militärischen Gesellschaft’ in Berlin
und mit viel Erfahrung im Bundesverteidigungsministerium und bei
der NATO ausgestattet ist. Im Interview mit Kai Küstner fordert
Thiele auch, dass die Europäer und die Bundeswehr Handelsschiffe in
der Meerenge von Hormus eskortieren. Ganz risikofrei sei das zwar
nicht, aber die Bundeswehr könne das. Und gerade Deutschland habe
als Exportnation ein hohes Interesse daran, dass Handelswege
geschützt werden: "Wir tun irgendwie, als wenn uns das nichts
angeht", kritisiert Thiele.
Wann genau der Krieg im Nahen Osten endet, ist derzeit schwer
vorherzusagen. Die USA und Israel senden unterschiedliche Signale.
Je länger der Krieg dauert, desto mehr treten auch Differenzen
zwischen Israel und den USA zu Tage. Die aktuellen Ereignisse fasst
Astrid Corall zusammen. Sie berichtet über die Situation in der
Straße von Hormus, neue Gefahren und die Diskussion über die
Absicherung von Schiffen. Außerdem blickt sie auf die Lage in der
Ukraine.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Interview mit Oberst aD Ralph Thiele
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-443866.html
Bodentruppen nötig zur Beendigung des iranischen
Atomprogramms?
https://edition.cnn.com/2026/03/09/politics/iran-uranium-us-ground-forces-nuclear
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipp: 15 Minuten. Der tagesschau-Podcast am Morgen
https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:b84b465ae5abcd64/
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10.03.2026
52 Minuten
Donald Trump gibt sich siegesgewiss. Der Krieg im Nahen Osten
könnte aus Sicht des US-Präsidenten bald beendet werden, wie er bei
einer Pressekonferenz am Montag mitteilte. Was steckt dahinter?
Darüber spricht Host Kai Küstner mit dem Peter Neumann. Aus Sicht
des Professors für Sicherheitsstudien am King’s College in London
bastelt US-Präsident Trump an einem Ausweg, einer "Off Ramp" aus
dem Krieg. Im Interview erklärt Neumann, dass es dem US-Präsidenten
mit seinem Auftritt vor der Presse auch um eine schnelle Senkung
des Ölpreises gegangen sei, aber noch viel mehr dahinterstecke:
"Die bekommen seit Tagen Anrufe aus dem Nahen Osten, aber auch aus
Europa von Regierungschefs, von wichtigen Leuten, die ihnen sagen:
‚Dieser Krieg ist problematisch.‘ Wenn dieser Krieg tatsächlich
noch vier Wochen weitergeht, dann sind die Golfmonarchien im
Prinzip am Ende." Dass Trump mit Russlands Machthaber Putin
telefoniert habe, sei keine gute Nachricht für die Ukraine.
Überhaupt sei Russland insofern ein Gewinner des Konflikts, als der
Iran wohl weiter ein Partner Russlands bleibe - weil sich ein
Wechsel des Regimes im Iran nicht abzeichne.
Astrid Corall berichtet über die US-Überlegungen, die Sanktionen
gegen Russland aufzulockern und Berichte, wonach der Kreml
wichtiger Informationen über die US-Streitkräfte an den Iran
weitergegeben haben soll, Trump dies aber runterspielt. Außerdem
beleuchtet sie die aktuellen Entwicklungen in den Golfstaaten, die
ebenfalls vom Krieg betroffen sind und erklärt, warum Angriffe auf
Entsalzungsanlagen einen sensiblen Punkt treffen.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Trumps Pressekonferenz zu Iran und baldigem Kriegsende
https://www.youtube.com/watch?v=ViW6wZw8Dn8
Interview mit Sicherheitsexperte Peter Neumann
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-440314.html
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
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06.03.2026
54 Minuten
Der Krieg im Nahen Osten geht in die zweite Woche: Israel, die USA
und Iran setzen ihre gegenseitigen Angriffe fort. Im Interview mit
Host Anna Engelke bewertet der Sicherheitsexperte Nico Lange den
Krieg im Nahen Osten und erklärt, wie er sich auf die Ukraine
auswirkt – etwa bei der Lieferung von Waffen. Das weltweite Rennen
um bodengebundene Luftverteidigung und Lenkflugkörper sei durch den
Krieg im Nahen Osten massiv verschärft worden. Lange spricht auch
über das Durchhaltevermögen der iranischen Revolutionsgarden, die
Blockade der Straße von Hormus und den Einsatz von Soldaten auf dem
Boden. Aus Sicht des Sicherheitsexperten profitiert Russlands
Machthaber Putin von dem Krieg. „Jeder Tag mit einem hohen Ölpreis
ist für Putin wieder ein guter Tag“, so Nico Lange, Gründer des
Instituts für Risikoanalyse und internationale Sicherheit
(IRIS).
Auf die aktuelle Lage in der Ukraine schaut Astrid Corall. An der
Front bewegt sich derzeit wenig, die Ukraine konnte aber im Februar
Boden gut machen. Zwischen der Ukraine und Ungarn tobt derzeit ein
Streit über Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline. Das hat
Folgen: Ungarn blockiert seit mehreren Wochen einen 90-Milliarden
Euro Kredit der EU, den die Ukraine dringend braucht.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Interview mit Nico Lange, Sicherheitsexperte:
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:660643ed39956f49/
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipp:
“An vorderster Front” – Doku über den Bundeswehr-Einsatz in
Litauen:
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:section:05646ebc3e283afe/
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03.03.2026
52 Minuten
Der Krieg im Nahen Osten weitet sich weiter aus. Die Begründung der
USA und Israels für den Konflikt - eine unmittelbare Bedrohung
durch die iranischen Raketenarsenale und durch das Atomprogramm -
haben Cornelius Adebahr nicht überzeugt. Über die möglichen Motive
für den Angriff spricht der Politikwissenschaftler und Iran-Experte
von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in dieser
Folge des Podcasts Streitkräfte und Strategien mit Host Stefan
Niemann. Die iranischen Gegenschläge richten sich nicht nur gegen
US-Militärstützpunkte in der Region, sondern auch gegen die
Energie-Infrastruktur in den Ölstaaten. Dies, die Folgen für den
Tourismus, die Blockade der Straße von Hormus und steigende
Ölpreise seien Dinge, die für die Staaten der arabischen Region
überhaupt nicht wünschenswert seien, so Adebahr. Er erklärt, wer
nun im Iran das Sagen hat, wie das Regime militärisch aufgestellt
ist und er beschreibt Szenarien für den weiteren Verlauf des
Krieges. Die Aufforderung von US-Präsident Trump an das iranische
Volk, sich das Land „zurückzuholen“ habe etwas Zynisches. Außerdem
schätzt Adebahr ein, wie die Zukunft des Iran aussehen
könnte.
Die aktuelle Lage im Nahen Osten fasst Astrid Corall zusammen. Sie
berichtet auch über widersprüchliche Aussagen der US-Regierung im
Zusammenhang mit dem Krieg und über verschiedene Reaktionen – in
westlichen Ländern, in Russland und der Ukraine. Präsident
Selenskyj befürchtet, dass der US-amerikanische Einsatz im Iran und
ein damit verbundener möglicher Munitionsmangel auch Folgen für
sein Land hat, konkret für die ukrainische Luftabwehr. Weitere
Themen im Podcast sind neueste Zahlen zum russischen Angriffskrieg
gegen die Ukraine und die Pläne von Frankreichs Präsident Macron
zur nuklearen Abschreckung in Europa.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Interview mit Cornelius Adebahr:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/iran-experte-adebahr-das-hat-schon-etwas-zynisches,audio-433300.html
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Podcast-Tipps:
11KM: der tagesschau-Podcast - Krieg gegen Iran: Warum jetzt?
https://1.ard.de/11KM_Krieg_gegen_Iran
Lost in Nahost - Iran-Krieg: Droht ein Flächenbrand?
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:dc392f33d27b106f/
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01.03.2026
37 Minuten
Nach den US-amerikanisch-israelischen Luftangriffen gegen den Iran
steht fest, dass dessen geistlicher Führer, Ali Chamenei, getötet
wurde. Auch Irans Verteidigungsminister, der Generalstabschef und
der Anführer der mächtigen Revolutionsgarden, sind tot. Letztere
haben blutige Rache geschworen. Viele Fragen sind offen. Für Dr.
Bente Scheller, Nahost-Expertin bei der Heinrich-Böll-Stiftung,
steht fest: Bis zu einem Zerfall des iranischen Regimes ist es ein
weiter Weg. Für einen Umsturz ist viel Energie nötig – und ein
langfristiges Engagement. Inwiefern US-Präsident Donald Trump dazu
überhaupt bereit ist, darüber sprechen Anna Engelke und Stefan
Niemann in dieser Sonderausgabe von "Streitkräfte und Strategien"
mit der Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Referentin der
Deutschen Botschaft Damaskus: "Die Aufmerksamkeitsspanne von Trump
hat gezeigt: Heute ist er hier, morgen macht er etwas ganz
anderes", so Scheller. So könnte ein Moment für den Regimewechsel
verpasst werden – wie im vergangenen Jahr im Libanon nach der
Tötung des Hisbollah-Anführers Nasrallah: Dies in politisches
Kapital umzumünzen, sei dort damals nicht gelungen, so die
Expertin. Weiterhin zieht sie Parallelen zwischen der aktuellen
Situation im Iran und dem US-Angriff gegen den Irak Anfang der
2000er Jahre und betont: Militärschläge könnten nur begrenzt etwas
erreichen, etwa ein Machtvakuum – Verhandlungen seien aber wichtig,
um dieses dann mit einer Sicherheitsarchitektur zu füllen, meint
Scheller: "Wie wird umgebaut, wie wird aufgebaut? Das sind Fragen,
die überhaupt nicht auf dem Tisch liegen".
Diese Podcast-Ausgabe beleuchtet auch Trumps Kriegsziele –
ausgegeben hatte er die Zerstörung des iranischen Raketen- und
Atomprogramms sowie einen Regimewechsel. Bente Scheller beobachtet
eine "Abwesenheit von Meilensteinen", woran das Erreichen dieser
Ziele gemessen werden könnte, etwa: wann ein relevanter Teil der
Waffen, die Israel gefährlich werden könnten, zerstört sei. Der
Krieg könnte sich auf diese Weise, mit einer "Unklarheit der
Kriegsziele", noch lange ziehen, sagt die Expertin.
Fest steht, solange die Kampfhandlungen andauern, werde es Folgen
für die Weltwirtschaft haben, wie aktuell bereits die iranische
Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zeigt. Anna
Engelke und Stefan besprechen außerdem mögliche Szenarien für die
iranischen (unbewaffneten) Oppositionellen und inwiefern ihnen
Trumps "Hilfe zur Selbsthilfe" eine Chance bieten kann. Und sie
schauen auf die Reaktionen innerhalb der USA und der sogenannten
E3-Staaten auf den wohl völkerrechtswidrigen Angriff.
Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de
Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
Interview mit Bente Scheller:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/scheller-fuer-einen-umsturz-ist-viel-energie-noetig-und-ein-langfristiges-engagement,audio-431856.html
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Über diesen Podcast
Euer Podcast zum Krieg in der Ukraine – auch mit dem Blick auf
andere Krisen und Kriege in der Welt. Jeden Dienstag und Freitag ab
16.30 Uhr. Die langjährigen ARD-Korrespondent:innen Anna Engelke,
Stefan Niemann, Kai Küstner und Astrid Corall sprechen mit
sicherheitspolitischen Expert:innen über die neue Weltordnung und
Europas Antwort auf die Machtinteressen der USA, Russlands und
Chinas. Fragen und Anregungen zum sicherheitspolitischen Podcast:
streitkraefte[at]ndr.de Weitere Interviews und Hintergründe:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/index.html
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