Literaturclub Interview

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Episoden

Julia Weber über «Weil ich Ruth bin»
13.02.2026
29 Minuten
Felle, Federn, Fischschuppen: Ruth kann Menschen durch Küsse in Tiere verwandeln und mit ihrer Willenskraft Bäume fällen. Julia Weber spricht über diese «moderne Hexe» als Vorbild, darüber, warum Menschen dem Alltag entfliehen wollen, und warum die sinnliche Wahrnehmung ihr besonders wichtig ist. Dank ihrer besonderen Kräfte kann Julia Webers Protagonistin der Welt und ihren Ungerechtigkeiten auf eine andere Art begegnen. Unglückliche oder unsichere Menschen suchen Trost oder einen Ausweg aus dem «normalen» Leben, wenn sie sich von Ruth zum Beispiel in ein kleines Vögelchen verwandeln lassen, und sie selbst sieht einen zentralen Zweck ihres Daseins darin, ihnen zu helfen. Doch auch Ruth ist mit zutiefst menschlichen Krisen konfrontiert, die sich trotz ihren übermenschlichen Fähigkeiten nicht alle aus der Welt schaffen lassen: Freundinnen mit schwerwiegenden psychischen Problemen, komplizierte Beziehungen, der Verlust der unbeschwerten Kindheit, der Drang, gefallen zu wollen. Besondere Fähigkeiten bedeuten auch besondere Verantwortung – und damit hadert Ruth. Je älter sie wird, desto mehr entgleiten ihr die Dinge. Im «Literaturclub Interview» gibt Julia Weber Auskunft darüber, warum sie dennoch hofft, mehr Menschen könnten die Welt einmal durch Ruths Augen sehen. Sie verrät, weshalb sie selbst sich gern in eine Qualle verwandeln würde, und warum sie über «eine Sexualität, die mit Pornografie nichts mehr zu tun hat» schreibt. ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Julia Weber. «Weil ich Ruth bin». 464 Seiten. Limmat Verlag, 2026. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören - Julia Weber, Autorin ____________________ - Host: Simon Leuthold ____________________ Das ist «Literaturclub: Interview»: Bei uns ist die Stimme der Autorin oder des Autors zu hören! Alle zwei Wochen bitten wir einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin zum unterhaltsamen, inspirierenden Gespräch. Wir loten aus, was sie antreibt und inspiriert und unterhalten uns über ihr aktuelles Buch. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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Leïla Slimani über «Trag das Feuer weiter»
30.01.2026
32 Minuten
Die französische Bestsellerautorin und Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani schliesst mit «Trag das Feuer weiter» ihre grosse Familiensaga ab. Sie erzählt, warum sie seit jeher über Familie und weibliche Identität schreibt und wie Erinnerungen in ihren Texten zu Fiktion werden. Slimani erzählt im Finale «Trag das Feuer weiter», wie sie über drei Generationen hinweg Herkunft, Verlust und Selbstfindung literarisch verdichtet – von der elsässischen Grossmutter, die in Marokko ein Zuhause hat, bis zur Schriftstellerin Mia, die im dritten Band nach Meknès auf die Zitruspantage ihrer Grosseltern zurückkehrt, wo die Zeit wie stillgestanden ist. Das Motiv des «weitergetragenen Feuers», inspiriert von Jean Cocteau, durchzieht das Buch wie ein roter Faden: Erinnerungen verblassen, Menschen sterben, doch etwas bleibt – der Impuls weiterzugehen. Slimani spricht über die Kraft der Fiktion, das Schweigen der Männer, die Sprachmacht der Frauen, über Identität zwischen Orient und Okzident sowie die Frage, wie Literatur Bindungen schafft in einer Zeit der Vereinzelung. Ein intensives Gespräch über Herkunft, Freiheit und das Feuer, das wir gemeinsam weitertragen. _______________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Leïla Slimani. «Trag das Feuer weiter». 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand Verlag, 2026. _______________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch _______________________ In dieser Episode zu hören - Leïla Slimani, Schriftstellerin - Annette Wunsch, deutsche Stimme von Leïla Slimani _______________________ - Host: Annette König _______________________ Das ist «Literaturclub Interview»: Bei uns ist die Stimme der Autorin oder des Autors zu hören! Alle zwei Wochen bitten wir einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin zum unterhaltsamen, inspirierenden Gespräch. Wir loten aus, was sie antreibt und inspiriert und unterhalten uns über ihr aktuelles Buch. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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Julian Barnes über «Abschied(e)»
16.01.2026
33 Minuten
Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Er erzählt von Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und davon, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach 40 Jahren fortgesetzt wird. Ein letztes Buch, eine Liebesgeschichte, ein Hund und grosse Gedanken: In «Abschied(e)» blickt Julian Barnes zu seinem 80. Geburtstag noch einmal auf die Themen, die sein Werk geprägt haben: Erinnerung, Vergänglichkeit, Liebe und Tod. An seiner Seite: Jimmy, ein Hund, der den Erzähler über Bewusstsein bei Mensch und Tier nachdenken lässt. Julian Barnes spricht über das Schreiben und seine Leserschaft sowie über seine Bewunderung für Roger Federer, der für ihn der beste Tennisspieler aller Zeiten ist. Wer «Abschied(e)» liest, begegnet nicht nur einem Autor am Ende seines Schreibens, sondern erfährt, wie sehr seine früheren Bücher Teil eines grossen, zusammenhängenden Ganzen sind. _______________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Julian Barnes. «Abschied(e)». 256 Seiten. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, 2026. _______________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch _______________________ In dieser Episode zu hören - Julian Barnes, Schriftsteller _______________________ Weiterführende Informationen - Das ganze Gespräch auf englisch gibt es zu hören unter srf.ch/audio/literaturclub-interview _______________________ - Host: Jennifer Khakshouri _______________________ Das ist «Literaturclub: Interview»: Bei uns ist die Stimme der Autorin oder des Autors zu hören! Alle zwei Wochen bitten wir einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin zum unterhaltsamen, inspirierenden Gespräch. Wir loten aus, was sie antreibt und inspiriert und unterhalten uns über ihr aktuelles Buch. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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«Ich fahr Pakete aus in Peking» von Hu Anyan
26.12.2025
33 Minuten
«Ich fahr Pakete aus in Peking» ist Hu Anyans Bericht über 20 Jahre prekäre Arbeit in Niedriglohnjobs in chinesischen Riesenstädten – immer so lang, bis Frust, Erschöpfung oder Langeweile zu gross wurden. Für Simon Leuthold eine eindrückliche Stimme von Ausgebeuteten, die selten zu Wort kommen. Während seiner Zeit als Paketbote in Peking kämpft Hu Anyan mit riesigem Zeitdruck. Jede Minute, in der er kein Paket zustellt, kostet ihn einen Teil seines sowieso schon winzigen Lohns. Fehler werden mit Strafgebühren geahndet. Trotzdem begehrt er kaum auf – dafür liest er in seiner knappen Freizeit James Joyce oder Robert Musil. Wie passt das zusammen? Wie deckt sich Hu Anyans Bericht mit der Realität in China? Was macht ein so nüchtern geschriebenes Buch lesenswert? Und was hat Hu Anyans Geschichte mit uns zu tun? Diesen Fragen gehen Simon Leuthold und Felix Münger im Gespräch ausgehend von Hu Anyans Memoir nach. ____________________________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: - Hu Anyan. «Ich fahr Pakete aus in Peking». Aus dem Chinesischen von Monika Li. 295 Seiten. Suhrkamp Nova, 2025. ____________________________________ Im Podcast zu hören sind: - Monika Li, Übersetzerin - Samuel Emch, SRF-Korrespondent China - Kai-Uwe Hellmann, Soziologe und Konsumforscher ____________________________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________________________ Hosts: Simon Leuthold und Felix Münger ____________________________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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«Und Federn überall» von Nava Ebrahimi
12.12.2025
26 Minuten
Wie bleiben wir menschlich, wenn der Alltag immer härter wird? Mit dieser Frage setzt sich Nava Ebrahimi in ihrem neuen Roman auseinander. «Und Federn überall» spielt auf einem Geflügelschlachthof und verknüpft das Leben von sechs Figuren. Berührend, hochaktuell und meisterhaft konstruiert! Die iranisch-deutsche Schriftstellerin Nava Ebrahimi erhielt 2021 den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Seither spielt sie in der obersten Liga der deutschsprachigen Literatur. Dass ihr diese Anerkennung vollkommen zu Recht gebührt, beweist sie auch mit ihrem neuen Roman. «Und Federn überall» spielt auf einem Geflügelschlachthof. 650.000 tote Hühner täglich. Der Roman ist eine Kritik an der Massentierhaltung und an kaltem, unmenschlichem Effizienzstreben. Er handelt aber auch von der Suche nach Heimat, von Flucht und Vertreibung sowie von dem Wunsch, geliebt zu werden. All diese Themen stecken in diesen 350 Seiten, ohne überladen zu wirken. «Ein grossartiges Buch», sagt SRF-Literaturredaktorin Katja Schönherr, die «Und Federn überall» ihrer Kollegin Franziska Hirsbrunner im Podcast vorstellt. __________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Nava Ebrahimi: «Und Federn überall». 352 Seiten. Luchterhand, 2025. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören: Nava Ebrahimi, Schriftstellerin ____________________ Hosts: Katja Schönherr und Franziska Hirsbrunner ____________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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