In der 94. Folge unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf einen ganz besonderen Meilenstein unseres Roadtrips: Wir haben tatsächlich unser 100. Übernachtungsziel erreicht! Nach rund 120 Tagen unterwegs und fast 10.000 gefahrenen Kilometern haben wir mal nachgerechnet und festgestellt, dass wir im Schnitt etwa 83 bis 84 Kilometer pro Tag zurücklegen. Eine beachtliche Strecke, bei der wir unglaublich viel gesehen haben.
Unser Tag begann in Pirmasens, wo wir im Wald übernachteten. Bei leichtem Regen und nach einer eher kurzen Nacht standen die Zeichen am Morgen auf Aufbruch. Wir verbrachten die Nacht auf dem Eisweiher-Parkplatz zusammen mit drei anderen Wohnmobilen. Die Gegend war angenehm ruhig, und morgens trafen wir auf die ersten Hundebesitzer, woraufhin unsere Hündin Mila ab und zu neugierig knurrte. Positiv überrascht waren wir vom örtlichen Hundekotbeutel-Spender, der sogar tatsächlich befüllt war – für uns aus der Großstadt immer wieder ein kleines „Aha-Erlebnis“. Ganz in der Nähe wurde am Weiher fleißig gebaut, vermutlich entsteht dort eine neue Grillhütte.
Nach einem gemütlichen Bagel-Frühstück wollten wir uns eigentlich nur ein wenig an der frischen Luft bewegen. Aus dem geplanten entspannten Spaziergang rund um den See wurde jedoch schnell ein kleines Abenteuer. Wir landeten auf dem „Pirmasenser Felsenwald“, einem beeindruckenden Premium-Wanderweg. Wer mit Kleinkind wandert, weiß: Schon die ersten 100 Meter können zur Herausforderung werden, wenn jeder Stock und jedes Blatt ausgiebig inspiziert werden muss! Unterwegs fielen uns die massiv umgegrabenen Wiesen auf – eindeutige Spuren von Wildschweinen, die hier vor kurzem gewühlt haben mussten.
Auf dem Weg trafen wir eine sympathische Hundebesitzerin. Wie sich herausstellte, war sie nicht nur BVB-Fan, sondern hatte früher selbst in Glasgow und Oxford gelebt und gearbeitet. So kamen wir ins Schwärmen über vergangene Schottland-Reisen, während Valentin begeistert mit ihrem Hund Stöckchen spielte.
Weiter ging die Route über immer schmalere Pfade. Ohne echte Wanderschuhe, nur in Turnschuhen unterwegs, wurde das Gelände am Kugelfelsen – einem Teil des Felsenwaldes – stellenweise extrem rutschig. Der Abstieg über tiefes Laub, Nadelgehölz und lose Erde auf steilem Hang fühlte sich an wie eine kleine Lawine unter den Füßen. Mit Valentin auf dem Arm war echtes Teamwork gefragt, um alle sicher nach unten zu manövrieren.
Zurück am Wohnmobil überprüften wir die Starterbatterie, die trotz etwas niedriger Spannung glücklicherweise brav anspringen wollte. Unsere Weiterfahrt führte uns über die B10 in Richtung Landau. Die malerische Strecke verzauberte uns mit abwechslungsreichen Brücken und über einen Kilometer langen Tunneln. Valentin verschlief die komplette Fahrt innerhalb von einer Minute!
Über die A8 bei Pforzheim ging es schließlich bergauf. Da uns verlangsamte LKW ausbremsten und wir Schwung verloren, mussten wir uns im zweiten Gang mit dem Turbodiesel den Hang hochschleichen. Am Ziel angekommen, steuerten wir den Wallberg in Pforzheim an. Der 378 Meter hohe Berg birgt eine beklemmende Geschichte: Er wurde nach dem verheerenden Bombenangriff vom 23. Februar 1945, bei dem innerhalb von nur 20 Minuten 80 % der Innenstadt zerstört wurden und 18.000 Menschen starben, mit den Trümmern der Stadt künstlich aufgeschüttet. Der Aufstieg belohnte uns mit einem fantastischen 360-Grad-Panoramablick über die gesamte Region.
Den Abend ließen wir schließlich bei Tante und Onkel aus klingen. Wir konnten das Wohnmobil direkt vor der Garage parken und Strom laden, um die Batterie über Nacht wieder aufzufrischen. Valentin taute rasch auf, erkundete das Haus, las Bücher und genoss den Abend in vollen Zügen. Den krönenden Abschluss bildete ein fantastisches, selbstgemachtes Abendessen: erstklassige Käsespätzle und frische Pizza. Ein rundum gelungener Tag voller Eindrücke, Geschichte und kulinarischem Highlight!
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