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Die Börsenminute Archiv

670 Episoden
3 Minuten
Oh Gott, oh Gott! Der Paketedienst  FedEx  schreibt einen im Jahresvergleich im dritten Quartal um 15 Prozent niedrigeren Betriebsgewinn von 1.1 Milliarden US-Dollar. und warnt vor einem kräftigen Einbruch des Versandgeschäftes vor allem nach China, aber auch in Europa und den USA mit der Folge dass die Aktie letzten Freitag mit minus 21 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte einfuhr. Das zerfetzte weltweit die Aktienkurse  allen voran die anderer Branchenriesen wie Happag Lloyd oder Deutsche Post AG.


Ist das jetzt das Barometer für einen weltweiten Konjunktureinbruch? Ein Indiz, dass die Gabentische an Weihnachten ungedeckt bleiben? Oder ist es ein hausgemachtes FedEx-Problem? Das man sich in Europa bei Übernahmen übernommen hat? Oder auch  Probleme mit der Belegschaft in den USA hat etc. Der neue CEO steigt jedenfalls kräftig auf die Kostenbremse, will Sonntagszustellungen streichen, Flieger am Boden lassen und Filialen schließen.


Natürlich ist das nicht schön, wenn den Logistikern die Gewinne wegbrechen. Bevor dies für mich ein Grund zu Paniken ist schaue ich mir den Frachtratenindex Baltic Dry an, der täglich auf der Baltic Exchange in London gehandelt wird. Er zeigt wie sich die Kosten für die Verschiffung von Rohstoffen entwickeln. Der Baltic Dry Index ist somit ein Frühindikator, während man FedEX als einen Spätzykliker der Branche sehen kann. Denn der Paketdienst steht am Ende der Logistikkette.


Was macht also jetzt dieser Frühindikator Baltic Dry Index? Er marschiert seit Ende August wieder langsam nach oben, allerdings nachdem er in den letzten zwölf Monaten über 60 Prozent eingebrochen ist. Auch hat der Index in den letzten Jahren an Aussagekraft verloren, weil die Frachtraten aufgrund von Überkapazitäten dahintümpelten. Trotz allem ist für mich die leichte Erholung des Baltic Dry Index seit September  zumindest ein Silberstreif am Horizont. Eine erfolgreiche Anlagewoche wünscht Julia Kistner


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Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung,  sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Unsplash /precious madubuike
2 Minuten
Auch wenn man derzeit alles andere als mehr Risiko in sein Portfolio packen möchte, an Emerging Markets führt für Langfrist-Investoren kein Weg vorbei. Schon zahlenmäßig. In Schwellenstaaten leben 85 Prozent der Weltbevölkerung und derzeit 58 Prozent der weltweiten Mittelschicht. 2030 werden es voraussichtlich schon 80 Prozent der mittleren Einkommen sein, die 70 Prozent des Weltkonsums ausmachen. Die Fondsgesellschaft Gemway Asset sieht in Schwellenstaaten vor allem drei Trends. Zum einen werden die Greißler und Straßenverkäufer durch lokale Supermarktketten ersetzt. Zum anderen steigt dort die Nachfrage nach Luxusgütern. Und drittens werden dort das Internet und neuen Technologien stark ausgebaut. China hat Bruno Varnier, der Firmengründer von Gemway Asset, am Sonntag übrigens zu Gast beim Podcast GELDMEISTERIN trotz allem nur neutral gewichtet.  Immobiliengesellschaften und die Banken würden die chinesische Wirtschaft derzeit stark belasten und bis zum großen kommunistischen Parteienkongress am 16. Oktober herrsche Unsicherheit, was Börsen bekanntlicch gar nicht mögen.  Bullish ist er für Indien, wo die Inlandsnachfrage sehr hoch ist. Saudiarabien, im wesentlichen der die weltweit wertvollste Aktie Saudi Aramco ersetze das herausgeflogene Russland im Emerging Market-Universum. So weit so gut, alles weiter zu langfristigen Investmentchancen in den Emerging Markets am Sonntag in der GELDMEISTERIN. Ich hoffe, wir hören uns. Schönes Wochenende wünscht Julia Kistner.


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Foto: unsplash/kittitep-khotchal
3 Minuten
Chapeaux, deutsche Bundesregierung, 750 Millionen Gewinn in zwei Jahren mit dem Lufthansa-Einstieg mit 306 Millionen zu verdienen und sich dann auch wieder zurückzuziehen, finde ich beachtlich. Jetzt ist übrigens der Hamburger Logistik-Milliardär Klaus Michael-Kühne der größte Lufthansa-Aktionär. Dass der deutsche Staat bei der Lufthansa komplett ausgestiegen ist, fanden die Kleinaktionäre allerdings nicht so prickelnd, das Papier gab erst einmal nach. Heißt das, lieber den Staat als Eigentümer als private Kernaktionäre? Das würde ich so nicht unterstreichen. Unternehmerfamilien als Kernaktionäre bieten in der Regel Stabilität, sofern die Familienmitglieder untereinander keine Fehden ausfechten. Siehe das Beispiel Hyatt Hotels, wo mitten in der Finanzkrise 2009 ein Teil der Familie Pritzker bloß schnell auschecken wollte und vergleichsweise günstig Anteilsscheine an die Börse brachte. Also follow the smart money, folge dem Staat? Da wäre ich grundsätzlich vorsichtig, zumal der Staat ja häufig einsteigen muss, wenn es brennt. Andererseits sind börsenotierte Aktien, wo der Staat einen großen Anteil hält, häufig gute Dividendenzahler, weil sich die Staaten gerne selbst viel ausbezahlen. Ich denke da nur an die Post- und Telekom-Branche oder auch an die Energieversorger – in Österreich der Verbund, EVN oder die OMV. Hätten die Energieversorgungsunternehmen nicht oftmals einen hohen Staatsanteil, dann hätten sich die EU-Regierungen wahrscheinlich längst auf die Sonderbesteuerung von  Übergewinnen durch den Energienot  ernst gemacht. Was haltet ihr vom Staat als Aktionär? Kennt ihr positive oder negative Beispiele? Ich freue mich auf Eure Kommentare, sei es hier oder auf den Podcast-Kanälen oder schreibt mir doch an julia@geldmeisterin.com. Vielen Dank für Euer Feedback.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung,  sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Unsplash/Ivan Mihajlovic
3 Minuten
Es ist sinnlos das Rad zweimal zu erfinden und deshalb berufe ich mich in dieser Börsenminute auf einen Beitrag der Finanzdaten-Plattform Motley Fool. Sie haben die momentan billigsten Aktien herausgepickt, die Investor Warren Buffett beziehungsweise seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway aktuell besitzen. Das Ganze gemessen am erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis der Unternehmen. Am Günstigsten ist demnach das Finanzierungsunternehmen Ally Financial mit einem erwarteten KGV von 4,8. Der Aktienkurs dürfte also knapp fünf Jahresgewinne entsprechen. Zum Vergleich: Beim Gesamt-Index S&P 500 liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 17. Eine weitere Buffett-Perl die vor die Säue geworfen wird ist General Motors mit einem KGV von 6,4. General Motors hat übrigens 1919 Ally Financial, vormals GMAC gegründet und 2006, als GM dringend Geld brauchte verkauft. Ebenso günstig wie Ally ist der IT-Konzern HP, gefolgt vom US-Chemiekonzern Celanese mit einem KGV von 6,9, Citigroup mit 7, Occidental Petroleum mit 7,9, Bank of America mit 8,9, dem Healthcare-Unternehmen DaVita und der Bank US Bancorp jeweils bei neun und Chevron mit einem KGV von 9,2. Dennoch aufpassen, nicht alles was billig ist, ist bekanntlich auch günstig. Aber was schon interessant ist, dass bei den preiswerten Aktienperlen doch einige Banken und Autowerte dabei sind.


Traut man den Prognosen von RBI-Analyst Peter Brezinschek in der aktuellen Podcast-Folge der Geldmeisterin, sind es gerade die niedergeprügelten Banken und Autowerte, die sich nach zwei rückläufigen Quartalen im Frühjahr/Sommer 2023 wieder erholen sollten. Die Banken profitieren von steigenden Zinsen und  Autowerte als Zykliker von einer Konjunkturerholung.


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Foto: Unsplash/forest simon
2 Minuten
Bei Edeka in Deutschland findet man neben Zalando-, Amazon- und Telekom-Guthaben auch ETF-Gutscheine, eine Kooperation des Lebensmittel-Händlers mit dem FinTech Quirion. Über die Quirion-Webseite können Bestandkunden mit den Gutscheinkarten ihr Konto aufstocken. Man will mit dem noch unbeackerten Vertriebskanal aber natürlich Neukunden gewinnen. Diese können auch gleich auf der Webseite online mit den Gutscheinkarten ein Depot eröffnen. So sieht das Finanzprodukt der Zukunft aus: Möglichst leichter Zugang, man kann es an jeder Ecke kaufen wie Waschmittel. Das Produkt kommt zum Anleger und nicht mehr der Anleger in die Bank oder zum Berater. Ob ich das gut finde? Ja natürlich, wenn es gerade jungen Menschen zum ETF-Sparen animiert. Vorausgesetzt jedoch, die Convenience-Produkte gibt es im Doppelpack mit Finanzbildung. Denn so einfach, wie es oft dargestellt wird ist ertragreiches Aktiensparen dann wieder auch nicht. Man sollte schließlich verstehen, in was man da investiert. Ich verkaufe Euch weder Waschmittel, noch ETF-Gutscheine, bietet Euch dafür gratis Finanzbildung hier auf diesem Podcast Börsenminute und jeden Sonntag mit einer Podcast-Folge der GELDMEISTERIN an, wo ich Experten ihre Anlagetipps aus der Nase ziehe. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr mich hierfür mit Kommentaren, Likes oder einem Gratis-Abo meiner Podcasts belohnt, überall, wo es Podcast gibt, auf YouTube und Spotify. Eure Julia Kistner.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung,  sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Quirion
4 Minuten
Ein treuer Hörer von mir fragt mich, ob ich ihm nicht einen ETF mit US-Technologieaktien empfehlen kann. Die sind doch so stark abgestraft worden und die Zukunft sieht er in der Digitalisierung. Die Idee ist grundsätzlich gut antizyklisch zu handeln bei soliden Aktien mit einem Geschäftsmodell, das schon lange überlebt hat und wohl noch lange überleben wird. Wie in keinem Podcast, gebe ich Empfehlungen ab, schon gar keine Einzelempfehlungen. Aber hier ist meine Idee hierzu: 1.) Bitte immer erst schauen, wie stark Du schon in Technologieaktien investiert bist, ohne, dass Dir dies bewusst ist. Hältst Du etwa Aktien von Warren Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway? Dann bist Du damit derzeit schon zu 40 Prozent in Apple investiert. Und auch mit einem ETF in den breit gestreuten MSCI World, dann bist du trotz der heuer höheren Wertverluste von Tech-Aktien aktuell noch zu je 3,4 Prozent in Apple und Microsoft, zu 2,7 Prozent in Amazon, zu zwei Prozent in Alphabet und zu 1,3 Prozent in Facebook bzw. Meta investiert. 2.) Kannst Du es Dir wirklich leisten nur auf eine bestimmte Sparte zu setzen, weil Du schon ein breit gestreutes Kerninvestment hast? Und 3.) auf welche Technologie möchtest Du genau setzen? Auf Informationstechnologie, Medizintechnik, Energie- oder Haustechnik? Hier gilt wie immer der Rat, nicht nur deshalb schon in einen Technologie-Fonds, einen ETF oder eine Techno-Aktie zu investieren, weil sie einen Megatrend im Namen trägt.


Ich persönlich wäre aktuell grundsätzlich vorsichtig in zu nischige Themenfonds zu investieren. Nicht so nischig ist zum Beispiel der Bereich US-Informationstechnologie, etwa ein ETF auf den S&P 500 Information Technology. Wie immer schauen ich mir beim Angebot die aktuelle Gewichtung der zehn größten Fondspositionen an und in welchen Sektoren der Informationstechnologie der Fonds wie stark investiert ist. Nehmen wir als Beispiels das Produkt der Blackrock-Tochter ishares: Ihr Information Technology ETF ist zu rund einem Viertel in Apple und zu 19 Prozent in Microsoft gewichtet. Also 44 Prozent des veranlagten Vermögens wird in diese zwei Werte investiert. Nicht viel anders ist das auch beim xtrackers MSCI USA Information Technology.  Auch wenn diese Fonds in 75 beziehungsweise´ 115 Positionen breit gestreut investiert sind ist mir hier das Klumpenrisiko ihrer Top-Positionen zu groß, als dass ich bereit bin auch nur minimale jährliche Fondsgebühren zu zahlen. Natürlich, „size matters“ bei Informationstechnologie-Aktien. Aber da leiste ich mir persönlich – Achtung, das ist keine Anlageempfehlung - lieber zwei bis drei große, zurückgeworfenen Player aus dem Bereich Informationstechnologie, wenn ich genügend frei verfügbares Anlagevermögen habe. Und die kaufe ich auch nicht gleichzeitig, sondern an verschiedenen Tagen, Wochen oder Monaten. Denn die nächste Kurskorrektur kommt bestimmt …


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Foto: unsplash / umberto


3 Minuten
Gier und Angst sind bekanntlich schlechte Börsenratgeber. Trotzdem sollte man die allgemeinen Angstzustände nicht klein reden, auch nicht als Langfrist-Anleger. Denn wenn ich hohe Kursverluste verbuche, ist mir schlussendlich egal, ob sie gerechtfertigt sind oder nicht. Gerade in so wirtschaftlich und politisch bewegten Zeiten wie diesen macht nun mal die Stimmung die Börsenmusik. Ich bleibe dabei: Perfektes Timing an den Börsen funktioniert schon gar nicht für Privatanleger. Dennoch, eine gute Vorbereitung auch auf Kursverluste ist die halbe Miete. Zum einen schaue mir hierfür natürlich weiterhin in erster Linie die Bilanzdaten von börsennotierten Unternehmen an. Dann folgt allerdings das Finetuning des Kauf- und Verkaufszeitpunkts mit Stimmungsbarometern. Ein viel beachteter Indikator ist der ZEW-Konjunkturindex. Hier werden 400 Analysten zu ihren Konjunktur- und Kapitalmarkterwartungen  befragt (www.zew.de oder https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38694/umfrage/zew-konjunkturerwartung-deutschland/) . Aufschlussreich ist auch der ifo-Geschäftsklimaindex (www.ifo.de), der viel über die Stimmung in den deutschen Unternehmen aussagt. Für die weltweite Temperaturfühlung  spannend sind auch die Sentix-Indikatoren. Das sind regelmäßige internetbasierte Kapitalmarkterhebungen, die die Erwartungen und Aktivitäten der Finanzteilnehmer abfragen. Die aktuelle Sentix-Wochenanalyse titelt  „So sieht Angst aus.“  Keine Kauflaune im US-Leitindex S&P 500, das Gleiche gilt für den deutschen Leitindex DAX und EuroStoxx 50. Gefährlich seien derzeit die Privatanleger, die ihre Aktienpositionen noch nicht so stark abgebaut haben wie die institutionellen Investoren, die also noch für hohe Abverkäufe sorgen könnten. Cool bleiben, liebe Privatanleger…


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Foto: unsplash / Nik
3 Minuten
Es gibt drei Schrauben, an denen man drehen kann, damit die Zusatzpension später einmal stattlich ausfällt: 1.) die Zinsen – daran können leider nur die Nationalbanken drehen 2.) Die Anspardauer – genau deshalb wäre der beste Zeitpunkt mit dem Vorsorge-Sparen zu beginnen gestern gewesen, der zweitbeste ist heute und drittens: die Ansparsumme. Und da tappt man immer wieder – und da nehme ich mich nicht aus – in die Überliquiditätsfalle.  Brauche ich wirklich so hohe Cash-Reserven? Kann ich mein Depot nicht so gestalten, dass immer ein Finanzprodukt abreift oder gerade besser performt, dass ich dort gegebenenfalls ohne Verluste, bestenfalls mit hohem Gewinn aussteigen kann und mir davon das neue Auto, die neue Heizung, die Ausbildung der Kinder oder was auch immer Unvorhersehbares finanzieren kann? Alles ist möglich, indem ich in unterschiedliche Anlageklassen, in verschiedene Branchen mit gegenläufigen Konjunkturzyklen, oder auch in kürzer laufende Zertifikate und Anleihen mit unterschiedlichen Anlagehorizonten veranlage, statt dass ich zuschaue wie meine zu hohen Cash-Reserven am Konto bei den hohen Inflationsraten an Kaufkraft verlieren. 


Ich ganz persönlich – aber das hängt natürlich vom individuellen Risikoprofil ab – halte etwa meine Lebenshaltungskosten von zwei Jahren in Cash und wenn ich ganz ehrlich bin noch mehr, was natürlich viel zu viel ist.  Ich stehe damit an der Seitenlinie, um an den Aktienmärkten in den nächsten Monaten bei günstigen Gelegenheiten zuzuschlagen. Achtung, diese Prinzip Hoffnung ist nicht nachahmenswert, sondern erinnert an  „Warten auf Gordot“. Zwölf Monate Barvermögen würden wohl reichen. Überliquidität, wenn auch nicht in Cash, sind übrigens auch ungenutzte Autos, Zweitwohnungen, Abonnements, Versicherungen … Denkt mal drüber nach.


Und wie dick sind Eure Cash-Polster? Hinterlasst mir doch ein Kommentar oder schreibt mir an julia@geldmeisterin.com. Ich würde mich sehr über Euer Rezept für die Langfristanlage freuen!


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Foto: Pixabay/Gaby Stein


2 Minuten
Wer die letzte Podcast-Folge der GELDMEISTERIN mit Joachim Nareike von Schroders noch nicht gehört hat, es lohnt sich, sie nachzuhören. Überall wo es Podcasts gibt, auf YouTube und auf www.geldmeisterin.com. Er präsentiert darin seine Faustformeln des Investierens. Eine, die mir besonders gefällt, spoilere ich schon mal in der Börsenminute: Angenommen, Du hast jetzt 10.000 Euro zu veranlagen, willst aber nicht das akute Risiko von hohen Kursverlusten eingehen, falls Aggressor Wladimir Putin seinen Krieg noch ausweiten oder Diktator Xi Jinping Taiwan angreifen sollte. Nichts mit dem Geld zu tun ist bei den Inflationsraten aber auch keine Lösung. Investieren und weiterhin ruhig schlafen könntest Du dann mit folgender Formel, meint Nareike: Du investierst sofort 30 Prozent in einen weltweit breit gestreuten Fonds, also 3000 Euro. Die restlichen 7000 Euro teilst Du durch 24. Diese auf 300 Euro aufgerundete Summe veranlagst Du die nächsten zwei Jahre Monat für Monat in den gleichen Fonds und was dann rauskommt lässt Du die nächsten zehn Jahre in Deinem Depot liegen. Das sollte Dir mit großer Wahrscheinlichkeit Vermögensschutz und mehr bieten. Wofür es mit Sicherheit sorgt ist die nötige Anlagedisziplin. Wie lautet Eure persönliche Vermögensschutzformel? Hinterlasst mir doch ein Kommentar oder schreibt mir an julia@geldmeisterin.com. Ich würde mich sehr über Euer Rezept für die Langfristanlage freuen! 


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Foto: unsplash/Alex Kontratiev


2 Minuten
Zu früh in einem Bärenmarkt wieder auf eine Erholung zu setzen verursacht nur geringe Kosten. Das sagen zumindest die Experten von Goldman Sachs. Sie meinen, dass jene Anleger, die im Bärenmarkt bereits beachtliche Verluste verbuchen, aber ein Portion Risikobereitschaft mitbringen und eine längeren Anlagehorizont von mehreren Jahren haben durchaus investiert bleiben oder aber ihre soliden Depotwerte auch schon etwas zu frühe wieder aufstocken können. Wer zeitlich etwa 15 Prozent vor dem ultimativen Tief- und Wendepunkt einsteigt, brauchte in früheren Bärenmärkten beim S&P 500 im Schnitt 49 Tage, um wieder pari zu sein. Wer zehn Prozent zu früh dran war, braucht hierfür zehn Tage und wer um fünf Prozent zu früh eingestiegen ist überhaupt nur zwei Tage.


Wenn ihr mich fragt – timing funktioniert sowieso nicht. Wer von einer Aktie überzeugt ist und den Preis für den Titel auch nach ausreichender Analyse für angemessen hält, der sollte zuschlagen und nicht darauf warten, dass er den Wert noch günstiger bekommt. Wenn mein Lieblingskaffee um zehn bis 20 Prozent in Aktion ist, warte ich auch nicht darauf, bis ich ihn noch günstiger bekommen. Und gar nicht falsch liegen kann man – das kann man nicht oft genug betonen - , wenn man dieselbe Summe auf mehreren Etappen in ein bestimmtes Investment steckt. Ein schönes und informatives Wochenende mit der neuen Podcastfolge der GELDMEISTERIN am Sonntag wünscht Julia Kistner


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Foto: unsplash/Mathew Schwarz
4 Minuten
Hohe Spesen als Vorteil? Meint die das wirklich so, werdet ihr Euch sicherlich fragen? Jain. Natürlich fallen Spesen auf Dauer ins Gewicht, wie ich Euch ja immer wieder vorrechne. Und wie ihr auch mit dem Kostenrechner von finanzfluss.de auch gerne selbst ausrechnen könnt. Ihr werdet sehen: Was sich nach wenig Gebühren anhört, kann alleine schon wegen dem Zinseszinseffekt ein ganz schöner Performance-Nachteil sein. Nehmen wir mal an man veranlagt 50.000 Euro mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren und unterstellt einem klassischen Fonds mit Fondsmanager sowie einem nicht aktiv gemanagten ETF die gleiche Rendite von fünf Prozent im Jahr. Dann muss ich beim Aktien-ETF, der natürlich auch nicht ganz spesenfrei ist, beispielsweise 0,2 Prozent Ordergebühr und 0,3 Prozent jährliche Verwaltungsgebühr einkalkulieren. Beim gemanagten Fonds fallen womöglich fünf Prozent Kaufprovision, vulgo Ausgabeaufschlag und vielleicht ein Prozent Verwaltungsgebühr an. Vor Kosten kommen beide nach zehn Jahren auf 81.445 Euro. Doch beim gemanagten Fonds laufen Spesen von 11.333 Euro über die Jahre an, beim ETF hingegen 2.456 Euro. Nach Spesen komme ich bei gleicher Performance also beim ETF auf ein Vermögen von 78.989 Euro und auf eine jährliche Nettorendite von 4,68 Prozent. Beim Fondsinvestment sind es 70.312 Euro oder 3,5 Prozent Nettorendite pro Jahr. Dies wegen dem absoluten Kostenunterschied von 8.678 Euro. Das ist schon einiges, was der Fondmanager erst einmal durch eine bessere Performance reinverdienen muss. Nicht leicht, wie sich auch in der Praxis bei der Mehrheit der Fonds zeigt.


So, und jetzt komme ich und sage, dass die höheren Gebühren auch einen Vorteil haben können. Wenn ich entsprechende Kaufspesen wie bei einem gemanagten Fond habe, überlege ich mir zweimal, ob ich schnell mal verkaufe, wenn Wolken aufziehen. Dazu bin ich bei einem spesengünstigen ETF, den man jederzeit easy an der Börse los wird, schneller verleitet. Wo sich doch langfristig in einem Investment zu bleiben – so wie es Starinvestor Warren Buffett ja auch macht – oftmals auszahlt. Wer genügend Investmentdisziplin, Nerven und eine konsequente Anlagestrategie hat, der braucht aber natürlich nicht erst hohe Spesen, um nicht hastig und unüberlegt auf den Verkaufknopf zu drücken.


Was übrigens so die marktüblichen Entgelte sind, hat die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA auf Ihrer Webseite zusammengetragen. Ein Richtschnurr ist das natürlich auch für deutsche und Schweizer Anlegerinnen. Hier findest Du den direkten Link zur FMA-Spesenübersicht: file:///Users/julia/Downloads/Marktbliche%20Entgelte_2018.pdf


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Foto: unsplash/regularguy


4 Minuten
Liebe Deutsche und Schweizer Investoren, da ist wieder einmal etwas faul im Staate Österreich. Genaugenommen in Wien. Die in Gemeinde-Besitz befindliche Wien Energie hat sich höchst wahrscheinlich mit milliardenschweren Termingeschäften an der Strombörse verzockt und braucht nach dem starken Strompreisanstieg viel viel Geld aus dem Steuersäckl als Sicherheiten. Und das funktioniert so: Ein Verkäufer, nehmen wir an die Wien Energie, bietet eine Stromlieferung zu einem Zeitpunkt in der Zukunft zum aktuellen Preis pro Megawattstunde und vielleicht noch mit einem Aufschlag einem Käufer an, weil sie damit rechnet, dass die Strompreise wieder fallen. Denn liefern muss der Verkäufer erst zum vereinbarten Zeitpunkt und dann könnte sich die Wien Energie – so der Plan -  den Strom, den sie zum fixierten Preis verkaufen wird, selbst günstiger einkaufen und eine satte Margen einstreifen.


Da man aber nie weiß, schon gar nicht in so geopolitsch unruhigen Zeiten wie diesen,  wohin sich der Strompreis hinbewegt muss der Verkäufer immer eine Sicherheit oder Kaution, genannt Margin bei der Strombörse hinterlegen. Die Höhe richtet sich nach den Preisschwankungen. Steigt der Strompreis muss der Verkäufer die Margin erhöhen. Es kommt zum sogenannten Margin Call. Ist man finanziell dann nicht in der Lage, nachzuschießen, wird der Deal glattgestellt. Die Margin ist weg und unter Umständen noch mehr. Denn die Strombörse muss zum vereinbarten Preis an den Käufer liefern und sich beim Verkäufer dafür schadlos halten. Zuerst einmal streift die Börse die Margin dieses Kontrakts ein und wenn diese nicht ausreicht wird der Verkäufer weiteres Geld flüssig machen müssen.


Das ist also pure Strompreisspekulation! Genau so funktionieren auch die Spekulationen mit sonstigen Future-Kontrakten, gehebelten Zertifikaten oder Contract for Diferences , besser bekannt als CFD´s. Mir liegen sie nicht weil ich bin kein kurzfristiger Spekulant, sondern Langfristinvestor. Wobei ich nicht jenen das Wort rede, die Futures oder Termingeschäfte allgemein verbieten möchte. Wie will man sonst in Rohstoffe investieren, die man ja nicht nicht seinem Keller bunkern kann, sonder wo man immer nur zeitlich begrenzte Terminkontrakte kaufen und nach Ablauf wieder in neue Futures investieren kann.


Dafür sind sie gut. Sinn machen sie auch für das, wofür sie ursprünglich gedacht waren: zur Absicherung von und nicht zur Spekulation auf Preisen. Etwa, damit Unternehmen die Preise von Rohstoffen oder auch ihrer Produkte absichern, um besser kalkulieren zu können. Oder eine Mühle, die sich den aktuellen Weizenpreis für die nächsten Monate sichern möchte, damit er sie ihn auch in ihrem Brotpreis unterbringt. Und nicht um darauf zu spekulieren, dass der Weizenpreis steigt und die Mühle dann die vereinbarte Weizenlieferung womöglich noch teurer weiterkaufen kann. Das wäre bloße Spekulation, die auch sehr teuer kommen kann.


Was man noch aus diesem Wien Energie-Debakel lernen kann: Tätige nur Finanzgeschäfte, die Du auch versteht´s …


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Foto: unsplash/gayatry





2 Minuten
Nachdem nur noch negative Nachrichten auf uns niederprasseln hier der Silberstreif am Horizont von den Investmentbankern Goldman Sachs. Doch zuvor noch ein bisschen Beunruhigendes: Die Energiekrise sollte man nicht klein reden. Sie wird das Wachstum bremsen und die Inflation nach oben treiben, weshalb auch Goldman Sachs Global Investment Research die Wachstumsprognosen für 2022 für die Eurozone auf 2,9 Prozent und für die USA sogar auf 1,5 Prozent gesenkt hat. Für die Inflation geht man davon aus, dass die Eurozone im September ein Hoch von 10,3 Prozent erreichen wird und das aus vier Gründen: hohe Energiepreise, Preisdruck bei Lebensmitteln, anhaltende Euroschwäche und Lieferengpässe, die sich noch verschlimmern werden. Eingepreist sei bis dato nur eine milde Rezession mit einem S&P 500 bei 4300 Punkten. 


Nichts desto trotz würden eine höhere Risikobereitschaft und ein entsprechend langer Anlagehorizont aktuell belohnt, betont Goldmann Sachs. Um sich Trost und Rat zu holen schauen die Analysten nämlich immer gerne zurück. Und in früheren Zeiten, in denen die Aktienmärkte einen Rückgang um 20 Prozent eingepreist hatten wie jetzt, habe ein Kauf in der Baisse zu einer Rendite von plus 24 Prozent geführt. Aktien haben demnach in den folgenden zwölf Monaten im Schnitt um 33 Prozent zugelegt, selbst wenn sie in der ersten Jahreshälfte 20 Prozent verloren hatten. Und weil die Fundamentaldaten momentan weiter robust sind, bedeute ein schwieriger Jahresauftakt nicht unbedingt ein schwaches Ende, so die Experten von Goldman Sachs. Das hört man doch gerne. Einen erfolgreiche Börsenwoche wünscht Julia Kistner. 


Übrigens: Ich freue mich selbstverständlich über Likes, Bewertungen und Kommentare auf der Podcastplattform Eurer Wahl, die der Börsenminute mehr Gehör verschaffen. Am besten Ihr abonniert die Börsenminute, damit Ihr auch keine Folge mehr verpasst :-) Auch das hilft der Reichweite, vielen, vielen Dank!


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Photo Unsplash/Jacqueline Munguía


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Die Kurse können doch nicht mehr tiefer fallen? Müssen sie nicht aber können sie schon. Von Jänner bis Juni haben die großen Börsen die schlimmsten Einbrüche seit über 50 Jahren erlebt. Der amerikanische Leitindex S&P 500 verlor 21 Prozent, die Technologiebörse NASDAQ 32 Prozent. Und dann sahen wir im Juli eine bemerkenswerte Kurserholung. Der NASDAQ-Index erholte sich 20 Prozent von seinem Tief, der S&P 500-Index 17 Prozent. Und die Erholung ist nicht nur die typische Bärenmarktrallye nach dem Absturz. Die Unternehmen haben großteils überraschend gute Ergebnisse abgeliefert, die US-Konsumenten konsumieren noch kräftig und im Juli kamen in den USA immerhin 530.000 neue Jobs hinzu. Die Bullen sprechen schon vom „Soft landing“ der US-Wirtschaft. Da wäre ich noch vorsichtig, weder Russland noch China sind berechenbar. Die Energiekrise und auch COVID sind noch nicht ausgestanden und dann die vielen dauerhaften zusätzlichen Inflationsfaktoren: Energiewende, Rohstoffknappheit, Deglobalisierung, Fachkräftemangel, alternde Gesellschaften. Aber: Die Lösung kann nicht sein, nicht in Aktien - für mich nach wie vor der beste Schutz gegen Inflation – anzulegen. Der beste Einstieg bleibt jetzt, aber in Etappen und bitte breit gestreut. Ein schönes, entspanntes und mit der neuen Folge der GELDMEISTERIN am Sonntag auch ein informatives Wochenende wünscht Julia Kistner. Gemeinsam mit Stephen Jones von der niederländischen Anlagegesellschaft AEGON schauen wir uns den spannenden britischen Kapitalmarkt an sowie generell, was jetzt gut ins Portfolio passt.


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Foto: Paolo Chiabrando/unsplash





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In dieser Folge der Börsenminute möchte ich mal wieder aus dem Nähkästchen plaudern. Da ärgere ich mich schon seit langem bei meinem Broker, dass er alle Fondsanteile bis auf 0,5 Stück dieses Fonds verkauft hat, die derzeit noch zwölf Euro ausmachen. Na fein, da ich für jede Position im Portfolio jährliche Depotgebühren bezahle, macht das natürlich keinen Sinn, dass ich das halbe Stück Fonds in meinem Portfolio vergammeln lasse. Aber verkaufen kann ich es auch nicht, weil nämlich halbe Stücke sich bei meinem Broker nicht verkaufen lassen. Super, jetzt kann ich eine Verzichtserklärung für dieses halbe Stück ausfüllen und meinem Broker schicken, nur damit ich dafür nicht weiter jährliche Depot-Positionsgebühren bezahle. Er könnte es für mich zwar verkaufen, die Gebühren alleine für Xetra wären allerdings höher. Was ich Euch damit mitgeben möchte: Erstens, schaut mal, ob ihr bei Eurem Broker auch jährliche Depotgebühren pro Position bezahlt und wie viel und zweitens schaut, ob ihr auch so verstümmelte Depotleichen mitschleift und drittens, die Handelbarkeit solltet ihr bedenken, wenn ihr keine ganzen Stückelungen, sondern zum Beispiel Teile einer Aktie erwirbt. Das wurde häufig angeboten, bevor etwa Alphabet und Amazon einen Aktiensplitt durchführten. Denn 2130 US-Dollar für eine Alphabet-Aktie konnte nun Mal nicht jeder aufbringen. Es kann aber auch – so wie bei mir – bei Sparplanauflösungen passieren, da man ja immer zum selben Betrag im Monat Aktien bezieht und daher sich nicht immer ganze Stücke ausgehen. Aber das ist ein Nachteil von Sparplänen, den Langfristanleger vernachlässigen können. Für den Vermögensaufbau gibt es nichts Gutes, außer man tut es: Regelmäßig ansparen mit Sparplänen ...


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Foto: Daniel Lincoln/unsplash