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Episoden

1 Stunde 7 Minuten
#11 Michael Haneke & VALIE EXPORT on Power, Violence and Intimacy in German-Austrian Cinema How do you introduce two of Austria's most internationally successful filmmakers and artists to an international audience and how do you grapple with them yourself? That was our starting point for this episode, in which we take on Michael Haneke's The White Ribbon (2009) and VALIE EXPORT's The Practice of Love (1985). Both films also connect to a central thread of Season IV and our research project ReFraming Masculinities: how cinema represents masculinity, here as authoritarian fatherhood and the "soldier male" in Haneke's village, and as networks of male power in EXPORT's political thriller. At first glance, the two films could hardly be more different. Made more than twenty years apart and rooted in very different cinematic traditions, they nevertheless ask surprisingly similar questions: Who has power? How is violence produced and passed on? What happens when political and social structures enter private life, the family, the relationship, the body? And how can films so deeply rooted in a specific Austrian or German context become internationally relevant?
51 Minuten
Sandra Wollners dritter Spielfilm "Everytime" feiert seine Österreichpremiere auf der Viennale 2026 und startet Ende November in den Kinos. Wir haben Birgit Minichmayr getroffen, um mit ihr über ihre Rolle der alleinerziehenden Mutter Ella und die Zusammenarbeit mit Sandra Wollner zu sprechen. Dieser zarte und berührende Film beobachtet Ella und ihre zehnjährige Tochter Melli (Lotte Shirin Keiling) im Umgang mit der Trauer um die ältere Schwester Jessie (Carla Hüttermann), die nach einer Partynacht mit Freund Lux (Tristàn López) einen tödlichen Unfall hat. Ein Jahr später – die Trauer und Abwesenheit von Jessie begleiten sanft den Alltag – treffen Mutter und Tochter erneut auf Lux, unternehmen jene Reise nach Teneriffa, zu der Jessie nicht mehr aufbrechen konnte. Realitätsebenen verschieben sich, der Sonnenuntergang bleibt stehen, verschmilzt quadratisch mit dem Horizont und jenem Computerspiel, das die Verstorbene in eine Parallelwelt führte. Birgit erzählt uns über ihre Vorbereitung auf die Figur (ihre Lektüre findet ihr in den Shownotes), was sie von anderen Rollen unterscheidet und wie die besondere Feinfühligkeit von Sandra diesen Film überhaupt erst ermöglichte. Auch Gregory Okes Kamera (auch DoP von Charlotte Wells „Aftersun“) nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Wir thematisieren auch Ellas alleinige Sorgearbeit, den abwesenden Vater und Vorstellungen von einer feministischen, „modernen“ Welt. Zudem sprechen wir etwas allgemeiner über Besetzungen und die Frage, ob Genderswaps feministisch wirken und ob sich sexistische Darstellungen, die vielleicht noch nicht im Drehbuch zu lesen aber durch filmische Mittel provoziert werden, sich im vorbereitenden Austausch abzeichnen können. Auch diesmal empfehlen wir den Film anzuschauen, bevor ihr die Folge hört!
45 Minuten
#9 Filmgespräche – Jola Wieczorek über „Die noch unbekannten Tage“ Ned Wuascht zum ersten Mal live im Admiral Kino! Am 9. Oktober 2026 fand endlich unser erster Live-Podcast statt! Im Rahmen der Feminist Fridays im Admiral Kino haben wir nach der Vorführung von „Die noch unbekannten Tage“ mit Regisseurin Jola Wieczorek über ihren zweiten langen Dokumentarfilm gesprochen, über das Erinnern, das Erzählen der eigenen Familiengeschichte und darüber, wie man Vergangenheit filmisch sichtbar macht. Zum Schluss hat auch das Publikum Fragen gestellt. Im März 1989 flieht Jolas Familie in einem vollgepackten Fiat 126, dem „Maluch“, aus Polen. Jola ist damals sechs, ihr Bruder drei. Österreich ist nur als Zwischenstation geplant, das eigentliche Ziel sind Kanada oder Australien. Doch der Asylantrag in Traiskirchen wird abgelehnt, weil sich die Lage in Polen bereits gelockert hat. Als „Wirtschaftsflüchtlinge“ landet die Familie in Bad Goisern im Salzkammergut und bleibt dort. Jahrzehnte später fährt Jola mit Mutter, Vater und Bruder in einem gelben Polski Fiat die Route rückwärts ab, vom Hochhaus in Posen bis ins Salzkammergut. Weil die Mutter an einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung leidet und ihre Erinnerungen zunehmend verliert, wird der Dreh zum Wettlauf mit der Zeit. Gleichzeitig ist Jola selbst schwanger und fragt sich, was sie ihrem Sohn einmal von dieser Geschichte erzählen wird. Der Film verbindet Super-8-Aufnahmen, dokumentarische Szenen und Archivmaterial mit Briefen der Eltern aus der Zeit der Flucht, einem Interview mit der Mutter von 2006 und nachgebauten Räumen. Das Lager Traiskirchen wurde bewusst als Set gebaut und nicht am Originalort gedreht. Wir haben mit Jola darüber gesprochen, wie ihr Film mit Erinnern umgeht und dieses formal einfängt, wie es ist, die eigene Familie vor die Kamera zu holen, warum sie lange gezweifelt hat, ob die Geschichte von „nur“ Wirtschaftsflüchtlingen erzählenswert ist, und was das Kino vom autosoziobiografischen Schreiben von Annie Ernaux und Édouard Louis lernen kann. Und wir haben darüber gesprochen, was fehlende Willkommenskultur und gelebte Zivilcourage damals mit Österreich heute zu tun haben.
1 Stunde 32 Minuten
#8 Representing Fatherhood in Film - Presence, Absence and Perspectives For our new episode, we talk about fatherhood. We ask how fatherhood is constructed on screen: Whose perspective do we inhabit? What kinds of masculinity are attached to being a father? And what happens when love, responsibility, work, money and social expectations pull in different directions? We discuss three films from different contexts: Adrian Goiginger’s Rickerl - Musik is höchstens a Hobby (AT/DE 2023), Barbara Wolfram & Paulus Wagner’s short film Walter L. (AT 2025), and Akinola Davies Jr.’s My Father’s Shadow (UK/Nigeria 2025). Across the three films, we ask: Is “being there” a privilege? Who can actually choose presence when work, money and social expectations intervene? What kinds of fatherhood are rewarded, forgiven or punished? And are fathers allowed a kind of narrative forgiveness that mothers are not? We also look at the relationship between fatherhood and masculinity. Are contemporary films really expanding the possibilities of being a man and a father or are they simply offering different ways for men to prove their worth?
1 Stunde 19 Minuten
Warum haben wir immer zu wenig Zeit? Wessen Zeit wird eigentlich gesehen und wertgeschätzt? Simon Nagy spricht mit Bianca über seinen Essay „Zeit abschaffen. Ein hauntologischer Essay gegen die Arbeit, die Familie und die Herrschaft der Zeit" (2025 in der zweiten Auflage bei Unrast erschienen), seine mit Lia Sudermann realisierten Filme „Kein Wunder“ (AT 2024) und „Invisible Hands“ (AT 2021) und über Ratchapoom Boonbunchachokes schwarze Komödie "A Useful Ghost“ (TH/FR/SG/DE 2025). Simon arbeitet u.a. als Autor, Vermittler, Wissensproduzent und setzt sich dabei mit queer-feministischer, linker Theorie und erinnerungspolitischen Themen auseinander. In „Zeit abschaffen“ begibt er sich auf die Suche nach den Gespenstern vergangener, revolutionärer Ideen von Zukunft. Visionen, die der Optimierung des Neoliberalismus und dem patriarchalen Kapitalismus alternative Ideen der Lebensgestaltung entgegensetzten. Sind wir heute wirklich ausweglos dem Kapitalismus ausgeliefert? Die queer-feministische Theoretikerin Silvia Federici schreibt, dass der Kapitalismus von Anfang an eine Konterrevolution war, die Kollektives, Emanzipationsbestrebungen und Formen des sozialen Zusammenleben jenseits der Kleinfamilie zerschlägt. „Was fortlebt, nämlich für uns im Alltag erfahrbar fortlebt, sind nicht die irgendwann einmal aufgesprossenen Keime von alternativen Lebensweisen, sondern die Gewalt, mit der diese erstickt wurden“, schreibt Simon. In seinem Essay bezieht er sich u.a. auf Ansätze von Silvia Federici, Sophie Lewis und Shulamith Firestone (neben jenen von Karl Marx, Mark Fisher und Herbert Marcuse), stellt Verbindungen zu Filmen wie „Parasite" (KR 2019), „Ruins In Reverse" (UA/AT 2020) und „Unruh" (CH 2022) her. Wie das alles mit Sorgearbeit, und Liebe zusammenhängt - darüber reflektieren Simon und Lia in ihren beiden Filmen, in denen sie mit Amateurfilmmaterial und Sprachnachrichten arbeiteten (online frei verfügbar). Was sehen wir in den Homevideoaufnahmen: Liebe oder Arbeit? Widerständige – und brave – Gespenster tauchen auch in Ratchapoom Boonbunchachokes „A Useful Ghost“ auf, was Simon und Bianca dazu anregte, sie ins Gespräch miteinzubringen. Ein Hit auf der Semaine de la Critique in Cannes 2025, erreichter er jetzt unsere Kinos. Schwules Begehren, Aufstände gegen schlechte Arbeitsbedingungen, die Wiederkehr von Verstorbenen in Staubsaugern, der Staub der Geschichte – Anspielungen auf die Massaker in Thailand 2010 und den Putsch 2014 – vermischen sich in dieser Komödie zu einem reichhaltigen Plot.
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Über diesen Podcast

NED WUASCHT – WIR GEH’N FISCH’N der Podcast fürs feministische Filmlesen. ist ein kritisch, feministischer Filmpodcast der Wiener Filmwissenschaftlerinnen Bianca Jasmina Rauch und Barbara Wolfram. Alle paar Wochen analysieren wir Filme zwischen Arthouse und Popkultur. https://nedwuascht.com/ Sounds von Zapsplat.com
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„Ned Wuascht“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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