Etwa die Hälfte der jungen Erwachsenen in Deutschland fühlt sich einsam, rund 12 Prozent sogar stark. Aber Einsamkeit heißt nicht, dass niemand da ist. Sie entsteht in der Lücke zwischen der Verbundenheit, die wir uns wünschen, und der, die wir tatsächlich erleben. Man kann sie allein auf dem Sofa spüren und genauso in der vollen Mensa, wo alle anderen an ihren Tischen lachen und sich unterhalten. Am meisten schmerzt sie oft dort, wo eigentlich Nähe sein sollte: in Freundschaften, in denen nur noch über Oberflächlichkeiten gesprochen wird, oder in einer Beziehung, in der man sich fremd fühlt. Gerade das Studium bringt vieles mit, was Einsamkeit begünstigt: eine neue Stadt, ständiger Leistungsdruck, möglicherweise zu wenig Zeit für richtige, tiefgehende Beziehungen. Bleibt das Gefühl dauerhaft, wird es zum Gesundheitsrisiko und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und obwohl wir seit der Pandemie offener darüber reden, fällt es vielen weiter schwer, Einsamkeit zuzugeben. Wie erkennt man sie bei sich selbst? Warum trifft sie manche härter als andere? Was hilft konkret und was können wir gemeinsam ändern, an der Hochschule und als Gesellschaft? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitsförderung und Prävention an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Sie erklärt, wann Alleinsein guttut und wann es kippt, warum verlässliche Unterstützung wichtiger ist als der perfekte Freundeskreis und warum wir vielleicht keine Strategie gegen Einsamkeit brauchen, sondern eine für Verbundenheit. Auf dem Content Hub „How it works“ findet ihr jede Menge Artikel rund um mentale Gesundheit. Und weitere Live-Talks, in denen Redakteurinnen von ZEIT Campus mit spannenden Persönlichkeiten und Expertinnen sprechen, findet ihr hier.
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