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Episoden
28.05.2026
41 Minuten
Der Bau ist das größte Materiallager, das wir haben – unsere einzige urbane Mine. Doch während die Politik Kreislaufwirtschaft fordert, arbeiten wir noch immer mit Abfallgesetzen aus einer anderen Zeit. Katrin Mees, Expertin für nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft, analysiert die Diskrepanz zwischen politischen Zielen und regulatorischen Realitäten. Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie steht, doch die Umsetzung hakt an der Wirtschaftlichkeit und veralteten Gesetzen. Mees beobachtet: "Kein Mensch macht Kreislaufwirtschaft, wenn er damit nicht sein Butterbrot verdient." Während Bauproduktehersteller bereits Rücknahmesysteme entwickeln, scheitert die Praxis am juristischen Konstrukt. Materialien werden zu Abfall erklärt, um sie dann mühsam wieder zu Produkten zu machen – ein "Riesenaffentanz" statt echter Kreislaufführung. Ihre These: Wir brauchen ein Kreislaufwirtschaftsgesetz, das Kreislaufwirtschaft betreibt, nicht Abfallwirtschaft. Ein Gespräch über politischen Mut, wirtschaftliche Anreizsysteme, die Grenzen von Leasingmodellen und die Frage, warum wir mit alten Werkzeugen neue Probleme lösen wollen.
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14.05.2026
35 Minuten
Die Anzahl der Warenhäuser hat sich auf ein Drittel dezimiert. Mehrere Zehntausend Menschen haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Was tun mit diesen Immobilien, die seit 150 Jahren unsere Innenstädte prägen? Igor Brncic, Architekt und Gesellschafter bei OLIV Architekten, berät umfassend zur Revitalisierung innerstädtischer Handelsimmobilien. Das 1999 gegründete Büro mit 50 Mitarbeitenden entwickelt Konzepte für eine zukunftsfähige Nutzung – von baurechtlichen Studien bis zur Begleitung von Investoren und Entwicklern. Entstanden sind Projekte wie die Umfunktionierung des ehemaligen Kaufhauses in der Stuttgarter Königstraße für die Landesbank Baden-Württemberg, das Büro, Kultur und Gastronomie unter einem Dach vereint. Brncic setzt auf funktionale Vermischung statt Monofunktion: "Das Gebäude muss zur Stadt werden." Seine Beobachtung als Architekt – nach der Industrialisierung hat die Digitalisierung das Konzept des Kaufhauses obsolet gemacht. Während Menschen früher in Einkaufszentren gingen, um zu sehen und gesehen zu werden, findet Begegnung heute wieder in der Stadt statt. Die Herausforderung: Wie entstehen öffentliche Räume, die angenommen werden? Wie verwebt man wohnen, arbeiten und Freizeit, ohne dass Bauherren und Nutzer fremdeln? Ein Gespräch über den Niedergang des stationären Handels, die Rückkehr zur kleinteiligen Stadt, künstliche Intelligenz im Entwurfsprozess und die Sehnsucht nach realem Begegnungskonsum in Zeiten der Digitalisierung.
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30.04.2026
59 Minuten
Bis zum Jahr 2050 werden rund 68 Prozent der Menschheit in Städten leben, zwei bis drei Milliarden mehr als heute. Wenn weiterhin vorwiegend mit Stahl und Beton gebaut wird, sind die globalen Klimaziele nicht zu erreichen. Dr. Philipp Misselwitz, Architekt und Geschäftsführer von Bauhaus Erde, arbeitet deshalb mit Partner*innen im globalen Süden an Alternativen. Biobasierte Baustoffe wie Lehm, Holz oder Bambus spielen dort derzeit nur in zwei Nischen eine Rolle: in prekären Armutssituationen und bei ökologisch orientierten Eliten. Erst wenn sie als fortschrittliche Materialien anerkannt werden, erreichen sie den breiten Markt und ermöglichen den Erfolg der weltweiten Bauwende. Ein Gespräch über europäische Verantwortung, globales Netzwerken und wie Bauen vom Klimakiller zum Klimaheiler wird.
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16.04.2026
58 Minuten
In Europa wird jede Minute ein Haus abgerissen – ungeachtet seines vorhandenen Potenzials. Olaf Grawert, Gründungspartner des Berliner Büros b+ und Mitinitiator von HouseEurope!, fordert deshalb neue Gesetze: Steuererleichterungen für Renovierungen, neue Bewertungskriterien für Bestandsgebäude und die Anerkennung grauer Energie – gebündelt als „Right to Reuse”. Die nötige Million Unterschriften blieb aus – es wurden nur rund 100.000 gezählt. Aus der gescheiterten Bürgerinitiative wurde eine gemeinnützige Organisation. Am 1. Juli startet die nächste Runde: Right to Housing mit 14 Gesetzesvorschlägen, die in Zusammenarbeit mit 60 Partnerorganisationen erarbeitet wurden. Wir sprechen über Abriss als Gentrifizierungswerkzeug, die Ökonomisierung des Gebäudebestands und einen zweiten Anlauf in Brüssel.
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02.04.2026
31 Minuten
Was passiert, wenn die Pumpen stoppen und mit ihnen ein System, das Berlin bislang zuverlässig mit Wasser versorgt? David Seitz und Moritz Wette sprechen stellvertretend für ihr Team mit Felix Ritter und Giorgio Bruno über ihr preisgekröntes Projekt „what when the pumps stop?“, das den Heinze ArchitekturAWARD gewonnen hat. Entstanden ist der Entwurf im Masterstudio der Landschaftsarchitektur an der TU Berlin und im Kontext des Schinkelpreises. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die drohende Wasserknappheit in Berlin-Brandenburg auf die Stadtentwicklung auswirkt und wie Wasser als gestaltender Akteur neu gedacht werden kann. Das interdisziplinäre Team verbindet urbane Geografie, Landschaftsarchitektur und Ökologie zu einer Vision, die Stadt als offenes, lernendes System versteht. Ein Gespräch über „Wetness“, metabolisches Entwerfen und die Notwendigkeit, Stadt und Natur neu zusammen zu denken.
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Über diesen Podcast
Host Klaus Füner spricht alle 14 Tage mit den Vordenker*innen und
Newcomern aus Architektur, Design, Stadtplanung und
Landschaftsplanung. Ob visionäre Konzepte oder bauliche
Innovationen: Alles, was die hochkarätig besetzten
Netzwerkveranstaltungen von Heinze an Themen hervorbringen und was
relevant erscheint, wird hier ins Gespräch gebracht. Damit Ihr
nichts verpasst, von dem, was die Baubranche bewegt. Das
Klimafestival für die Bauwende wird hier auditiv weitergeführt und
die Bauwende inhaltlich weiter verfolgt. Denn es gibt viel zu tun,
hören wir denen zu, die schon ins Handeln gekommen sind.
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