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2 Stunden 15 Minuten
Simon Engel , Anne Keßel und David Matei über Gesellschafft und Gottesanbeterin, Wehrpflicht und Werte sowie Zigarretten und Zeitenwende Zeitenwende – ein Begriff, der für eine historische Zäsur und für einen großen Einschnitt inklusive des Einläutens einer neuen Ära steht. In den Geschichtsbüchern der Bundesrepublik Deutschland landet er durch die Bundestags-Rede im Februar 2022 des damaligen Kanzlers Olaf Scholz. Oft zitiert, oft verwendet. Allen bekannt? „Ich habe in den vergangenen fünf Jahren oft mit Jugendlichen im Rahmen meiner Vorträge diskutiert und war immer überrascht, wie wenig Hände hochgingen, wenn ich gefragt habe, wer sich was unter dem Begriff vorstellen kann“ so David Matei der Co-Gastgeber des sicherheitspolitischen Podcasts Grassl und Matei. Ist der Begriff Zeitenwende also eine Frage des Alters? Wird er überstrapaziert? Überstrapaziert oder sogar falsch, wenn die Frage lautet, steht im September 2026 die nächste Zeitenwende an? Oberleutnant Simon Engel sagt: „Die Frage muss lauten, ob wir eine Zeitenwende wollen, ob wir eine Zeitenwende brauchen. Ich glaube ja, ob wir die in der politischen Landschaft, der gesellschaftlichen oder der militärischen brauchen, das ist genau das, was wir uns selbst fragen sollten.“ Drehbuchautorin Anne Keßel (u.a. Liebe.Jetzt! / Friesland) bricht die Frage auf die Wahlen im Herbst 2026 runter und „obwohl ich persönlich wahltechnisch nicht betroffen bin, bin ich sehr gespannt und sage ganz ehrlich, dass in mir ein Emotionschaos tobt.“ Die beiden Männer in der Runde eint unter anderem, dass sie ebenfalls in keinem Bundesland wohnen, in dem eine Wahl ansteht , aber anders als Simon Engel ist David Matei nicht mehr bei der Bundeswehr aktiv, sondern arbeitet erfolgreich als Influencer und Tiktoker. Aber als Hauptmann in Reserve kann ihn ein „Meilenstein der Zeitenwende“ treffen: „Im Bundestages wird über das Reservestärkungsgesetz gesprochen, das bedeutet in meinem Fall, obwohl ich schon seit 15 Jahren ausgeschieden bin, dass der Dienstherr sagt, ich will dich für sechs Jahre, jedes Jahr drei Monate verpflichten, Wehrübungen zu leisten.“ Das ist dann definitiv eine Zeitenwende, Simon Engel, der „kein typischer Soldat ist, ich bin aktuell an der Universität der Bundeswehr in München und studiere Kulturwissenschaften“, fragt sich, „ob wir die Neuaufstellung der Bundeswehr alle schon im Kopf vollzogen haben?“ Hat sich unsere Einstellung gegenüber der Bundeswehr geändert? Zumindest haben viele Lust drauf: „Aber die bekommen trotz Anfrage, keine Antwort“ schildert David Mathei eine Erfahrung aus der eigenen Familie. Stattdessen soll es eine Pflicht geben.“ Den Weg findet er genauso falsch wie Engel: „Wir können die Wehrpflicht nicht nur an eine Generation outsourcen, das wird niemandem gerecht. Auch nicht der Statistik. Demnach sind fünf Prozent der Deutschen bereit, das sind über vier Millionen, zu dienen.“ Zu dienen mit der Waffe. Anne Keßel, die einen Film-Podcast (schon gesehen?) co-hostet, hinterfragt kritisch die Rekrutierungs-Werbe-Clips der Bundeswehr, die Matei aus Marketingsicht nachvollziehen kann, aber: „Vielleicht sollte man ähnlich wie bei Zigaretten auch auf die Gefahren hinweisen.“. Nichtsdestotrotz bewundert Keßel die Haltung, für die sowohl Engel mit seinem Buchtitel (Wofür ich immer kämpfen würde) als auch Matei (Deutschland ist es wert zu kämpfen) fragt aber auch, „ob er bereit ist im Fall des Falles sein oder das Leben anderer zu opfern?“ Da ist es schon was anderes, nur in der Phantasie zu töten – so wie die schweigende Protagonistin in Keßels neuem Thiller, Die Lüge in ihrem Gesicht. Es ist sicher auch etwas anderes, die Tat im Prolog aus dem Hörbuch-Hamburg am Ende des zweiten Podcasts-Kapitels zu hören, als das, was der ausgebildete Kampfsportler Engel dazu sagt: “Das ist eine Technik, bei dem Stil, den ich unterrichte und gelernt habe, anwenden kann. Ich imitiere dabei eine Gottesanbeterin. Das ist wirklich sehr gefährlich und man muss sich fragen, ob das verhältnismäßig ist, was man da tut!“ Sonst ist das eine ganz andere Art von Zeitenwende. part I  Zeitenwende und Wehrpflicht part II Zeitenwende und Ehrlichkeit part III Zeitenwende und Gottesanbeterin guests Simon Engel Anne Keßel David Matei books Simon Engel – Wofür ich immer kämpfen würde Anne Keßel - Die Lüge in ihrem Gesicht David Matei – Deutschland ist es wert zu kämpfen cover: jennie_laluna voice: miriam sinno    music sprengerspricht impro – by toby gad   kontakt@sprengerspricht.de

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(00:00) Zeitenwende und Wehrpflicht (44:10) Zeitenwende und Ehrlichkeit (01:29:47) Zeitenwende und Gottesanbeterin
2 Stunden 16 Minuten
Maike Möller-Engemann, Reinhard Rohn und Torsten Schulz über Fußball und Vorbilder, Kindheit und Kiten sowie Fehlurteile und Femizide! Fußball, Fiktion und Femizide. Ja, ein Genre-Mix ist bei diesem Format für die Hörenden nichts Ungewöhnliches. In den Shownotes finden sich einige Crossover-Episoden. Aber diese Konstellation? „Die ist sehr mutig, und dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Denn es es ist ein wunderbares Gespräch geworden, mit viel Tiefe und vielen Einblicken, es ist mir eine Freude dabei zu sein,“ fasst kein geringerer als Reinhard Rohn zusammen. Der Wahlkölner ist Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und war jahrelang Verlagsleiter. Bei sprengerspricht er erstmals in Ausgabe #191 (Deutsche Bahn: Die Möglichkeit eines Wunders!) Knapp zwei Jahre später ist er mit seiner neuen Krimireihe, die nicht, wie alle seine vorherigen in Köln spielt, sondern in Portugal angesiedelt ist, zu Gast: „Bewusst nicht an der Algarve, sondern in der Region, die 100 Kilometer nördlich von Lissabon liegt. Nazaré ist der Hauptort, der bis vor zehn 15 Jahren ein beinahe verschlafenes Fischerdörfchen war, bis die Profisurfer den Ort entdeckt haben.“ Und in dem sein Sohn jetzt wohnt. Der, mit dem Rohn als ehemaliger Dauerkarten-Inhaber zu jedem Spiel des 1. FC Köln gegangen ist: „Mittlerweile bin ich lieber niederklassig unterwegs und oute mich hier als Mitglied des VFL Osnabrück, das ist mein Heimatverein.“ Wie er die Chancen des Zweitliga-Aufsteigers einschätzt? Nein, diese Frage wird natürlich nicht gestellt, denn der Sport respektive der Fußball spielt in diesem Format aus vielen Gründen keine so große Rolle. Aber, es gibt trotzdem kein Vorbeikommen am Saisonauftakt 2026/2027 der Fußball Bundesliga. Die geht schließlich zeitgleich mit dieser Ausgabe an den Start. Allerdings auch dazu werden keine noch so absurden Transfersummen durchgekaut, keine Prognosen über ein eventuelles Meisterrennen und über vermeintliche Absteiger erstellt – dafür existieren unzählige Fußballpodcasts. Aber, da vor exakt 35 Jahren, 1991/1992 eine ganz besondere Saison angepfiffen wurde, wird die Geschichte eines ganz besonderen Fußballers erzählt, die von Günter, genannt Jimmy, Hoge. Hoge (*7.10.1940; † 6.11.2017) würden sicherlich noch mehr Menschen kennen und er hätte sicherlich mehr als sechs Länderspiele für die DDR absolviert, wenn er nicht ein falsches Lied angestimmt hätte. Welches? Der Spoiler fällt an dieser Stelle flach! Stattdessen wird hier gern verraten, dass, als Hoge Ende der 1960er Jahre für Union Berlin spielte, der emeritierte Professor für Praktische Dramaturgie an der Filmuniversität zu Babelsberg, Torsten Schulz, "seinen Jimmy"  als kleines Kind vergötterte! Als Scheidungskind hatte er irgendwann zwei Väter: „Beide waren eher durch Feindseligkeit verbunden, bis sie bemerkten, dass sie beide Fans von Union Berlin sind. Und – der Lieblingsspieler von beiden war eben Jimmi Hoge.“ So erkor sich der kleine Junge seinen eigenen Helden, seine eigene Vater- und Mentoren-Figur: „Ich habe Hoge im Stadion an der Alten Försterei interviewt und vor allem sehr mit ihm gesprochen, ihn oft um Rat gefragt.“ Nicht in Wirklichkeit, sondern tatsächlich nur in der Imagination. Weil der kleine Torsten eine Person zum Austausch brauchte, so wie die kleine Ella in Maike Möller-Engemanns spektakulärem Debütkrimi: „Das ist schon eine witzige Parallele, dass das auch bei mri eine Rolle spielt“. Ja und dass ist nicht der einzige Zusammenhang, wie sich schnell zeigt. Mut wird eben belohnt. Der von Maike Möller-Engemann mit einem Stipendium von den mörderischen Schwestern, einer Krimivereinigung, die bald ihren 30. Geburtstag in #296 (online ab dem 25. September 2026) feiert. „Ohne die dadurch gewonnene Zeit, hätte ich dieses Buch nicht schreiben können.“ Denn das Thema Femizid erforderte "viele Hintergrundgespräche und einer Menge Recherche." Dabei sind Möller-Engemann gleich zwei Fakten bewusst geworden: Zum einen führte sie selbst eine toxische Beziehung, die tödlich hätte enden können („ich habe mich zum Glük noch rechtzeitig getrennt") zum anderen, dass sich Bücher, Studien oder/und auch unzählige True-Crime-Podcasts sehr intensiv mit den Tätern auseinandersetzen: „Manche sogar ausschließlich, die lassen  die Opferperspektive komplett außen vor.“ . Zudem werden den Tätern noch durch ein BGH-Grundsatzurteil, das 2008 in einem Femizid Fall gefällt wurde, oftmals noch mildernden Umstände angerechnet. Deshalb: „Habe ich bewusst darauf verzichtet, den Täter zu Wort kommen zu lassen. Der ist, so viel verrate ich gerne, ein typischer deutscher Hipster aus Berlin, nur um gleich noch ein paar Vorurteile auszuräumen.“ Es war auch niemand mit Migrationshintergrund, dessen Fall der ehemalige Professor, der öfter Prozesse im Gerichtssaal beobachtet, intensiv recherchiert und der ihn sprachlos gemacht hat: „Ein Mann hatte sich heiratsmarktmäßig eine Frau aus Kuba geholt, die hier viel vermisste, ein eigenes Leben begann, tanzen ging usw.… das brachte diesen Mann, wie man es damals ausdrückte in eine suchthafte Haltung und er tötete die Frau mit mehreren Messerstichen. Ich habe mit dem Mann selbst gesprochen, viele Tonbandmitschnitte gemacht, schließlich war er aus dem erweiterten Kollegenkreis.“ Torsten Schulz, der auch preisgekrönte Drehbücher schrieb, verwarf das Projekt dennoch: „der Packen Papier liegt immer noch in meinem Keller, ich konnte und wollte darüber kein Wort schreiben." Was den Regisseur stoppte? Was ihn fassungslos machte? Das ist die Frage, die es zu beantworten gilt, um ein Exemplar von Der gefährlichste Ort  zu gewinnen. Die Antwort in die dazugehörigen Reels bei Instagram oder per mail! Spätestens bei dieser Koinzidenz an dieser Stelle in der Episode #294 und/oder beim Lesen dieser Shownotes offenbart sich einmal mehr die Erkenntnis: Auch diejeneigen, die an diesen Gesprächsrunden, an diesem Talk-Format mit dem berechtigten Beinamen autorinsights, teilnehmen und sich öffnen, beweisen Mut.  part I (00:00:34) Ball und Ballett part II (00:43:53) Anarchie und Atlantik part III (01:30:49) Furcht und Fehlurteil guests Maike Möller-Engemann Reinhard Rohn Torsten Schulz  books Maike Möller-Engemann - Der gefährlichste Ort Miguel Silva – Die Tote von Nazaré Torsten Schulz – Kindheit mit Jimmy oder die Kunst zu dribbeln  cover: jennie_laluna voice: miriam sinno    music sprengerspricht impro – by toby gad kontakt@sprengerspricht.de      

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(00:00:34) Ball und Ballett (00:43:53) Anarchie und Atlantik (01:30:49) Furcht und Fehlurteil
2 Stunden 12 Minuten
Mila Botscharow, Kerstin Schick, Andrea Sokol und Hubert Weinheimer über Taktik und Täuschung, Thrombose und Thriller, Totenbücher und Tatsachen Merkwürdig. „Sensationell merkwürdig. Das ist ein sensationell merkwürdiger Podcast“ so fasst die Moderatorin und erfolgreiche Youtuberin Andrea Sokol (Ohlala & Solalla) die Runde mit dem Maler, Musiker und Autoren Hubert Weinheimer aus Österreich, der Münchner Gefäßchirurgin Dr. Kerstin Schick und der ehemaligen Sales Managerin aus dem Rheinland, Mila Botscharow zusammen. Merkwürdig. Wer das Wort ganz langsam ausspricht, noch einmal genau hinschaut auf m e r k w ü r d i g – ahnt vielleicht schon was gemeint ist: „Denn merkwürdig ist zu Unrecht negativ besetzt – so wie ich es benutze, ist es positiv gemeint, im Sinne von etwas ist des Merkens würdig. Das ist  dann sensantionell.“ Es ist eben vieles eine Definitionssache. Zum Beispiel wenn von einem trojanischen Pferd die Rede ist. „Angriff oder Täuschung“ fällt sicher nicht nur der Coachin Sokol ein: „Das ist interessant, natürlich kann man das so auslegen als Verstellung…“ Hubert Weinheimer, dessen im Jahr 2007 gegründete Band Das trojanische Pferd heißt, von der es musikalisch aufgrund sonst anfallender Gema-Gebühren nur in Streamingportalen und leider nichts in der Episode zu hören gibt, meint: „aber ….es ist ja auch ein sehr mit der Tür ins Haus fallen, für mich. Und es ist ein erstes Beispiel für asymmetrische Kriegsführung, was man später Guerrilla Kriegsführung nennt. Ich finde es im Prinzip als Bild stark und spannend.“ Ob der gebürtige Oberösterreicher das nur auf die Musik bezieht, weil Weinheimer gleich noch aus seinem Song Sisyphus und Frankenstein zitiert? Fakt ist: es ist einmal mehr so, dass sich schnell herausstellt, es geht auch in #293 um mehr als die Bücher, es wird auch in dieser Ausgabe deep. Denn Mila Botscharows "trojanisches Pferd" führte zu einem Burnout. Deshalb kündigte sie nach zwölf Jahren ihren sicheren Job, „macht jetzt eine Ausbildung zum Anti-Burnout- und Resilienz-Coach.“ Die Thriller-Debütantin („auch, wenn ich Das rote Zimmer noch neben der Arbeit geschrieben, alles dafür selbst in die Hand genommen habe, vom Vertrieb, der Blogger-Akquise bis hin zum Cover, hat mir das ungeheure Kraft gegeben“) bedauert, dass es ein Buch wie Gefäßgeflüster nicht schon früher gab: „Das hätte mir und meiner Mama sehr geholfen. Damals gab es nur einen Wisch des Arztes, da guckst Du dann drauf und denkst nur, verarschen kann ich mich alleine?“ Ganz ernsthaft – zugegeben, mit dem typischen Schmäh, der seinem Wohnort Wien nachgesagt wird, dagegen die Frage des Mannes, der in seinem Roman, Zirkus Morgana, literarisch mit Mensch und Maschine, Zirkuszelt und Cyberwelt jongliert: „Wenn man ein Burnout hat und man schreibt einen Thriller, ist es vielleicht so, dass man im Buch ein paar Leute sterben lässt, damit man selbst überlebt?“ Zumal, wer kennt das nicht, wenn man als Autorin und/oder Protagonistin im Zug sitzt, der Mal wieder Verspätung hat. Immerhin ist auch auf Strecke Köln -Berlin herumlaufen möglich.  Da drohen im Flugzeug gleich ganz andere Gefahren.  Für die Gesundheit. Und zwar nicht nur im Thriller, sondern beim Thriller lesen. Klingt merkwürdig? Naja, dann hört doch erstmal, wer aus der Runde Bilder mit Blut malt. Das ist m e r k w ü r d i g. part I (00:00) Taktik und Täuschung part II (44:58) Trombose und Thriller part III (01:26:42) Totenbücher und Tatsachen guests Mila Botscharow Kerstin Schick Andrea Sokol Hubert Weinheimer books Mila Botscharow - Das rote Zimmer Andrea Sokol/ Kerstin Schick - Gefäßgeflüster Hubert Weinheimer – Zirkus Morgana   cover: jennie_laluna voice: miriam sinno    music sprengerspricht impro – by toby gad   kontakt@sprengerspricht.de

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(00:00) Kapitel 1 Taktik und Täuschung (44:58) Kapitel 2 Trombose und Thriller (01:26:42) Kapitel 3 Totenbücher und Tatsachen
3 Stunden 3 Minuten
Regina Denk, Simone Scharbert und Tim Sonderhüsken über anonyme Überraschungen,  den W-G-Sebald-Literaturpreis und geheimnisvolle Aussichten „Diese Frage und immer und immer wieder dieses Ausspielen Unterhaltung versus Literatur. Das finde ich ganz schwierig. Denn Menschen zu unterhalten ist eine ganz große Kunst und sie über so eine lange Strecke zu unterhalten erst recht.“ Einen denkwürdigen Satz, den Simone Scharbert sagt, während die kollektive Runde über das Roman-Debüt von Tim Sonderhüsken alias Timothy Paul schwärmt (den Prolog von Eine Liebe ohne Sommer aus dem Argon-Hörbuch gibt’s am Ende von Podcast-PaPart II) Ein Zitat, dass ganz sicher nicht nur für diesen 464-Seiten-Roman gilt. Sondern definitiv auch für dieses Podcast-Format. Denn auch, wenn der Host - wie erneut in dieser Episode - immer wieder betont, dass er keinen klassischen Bücher-Podcast, geschweige denn einen der vielen hochgelobten Literatur-Podcasts verantwortet,  so ist es doch so, dass eine frischgekrönte und überglückliche Literatur-Preisträgerin ihren ersten öffentlichen Auftritt nach der offiziellen Bekanntgabe in diesem kleinen Format absolviert. Die Rede ist natürlich von Simone Scharbert, die „immer noch nicht viel sagen kann, weil das echt noch ein bisschen weird für mich ist.“ Sieben Tage vor Veröffentlichung der #292 „hat die Deutsche Sebald Gesellschaft via Instagram ganz zart angeklopft, ob ich sie  mal bitte anrufen könnte. Ich hatte bei der Einreichung völlig vergessen meine Telefonnummer reinzuschreiben, wahrscheinlich weil ich gedacht habe, das wird eh nichts bei über 590 eingesandten Texten. Alles andere hatte ich ganz brav aufgeschrieben, Adresse und so.“ Und das „was mir am Anfang sehr komisch und merkwürdig vorgekommen ist, wendete sich um 180 Grad!“ Denn, die im bayrischen Aichach geborene, im nordrheinwestfälischen Erftstadt lebende und unter anderem bei der Volkshochschule arbeitende Simone Scharbert, erfährt so, dass sie den diesjährigen und mit 10.000 Euro dotierten W.-G.-Sebald-Literaturpreis gewonnen hat. Der Namensgeber, der deutsche Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Winfried Georg „Max“ Sebald (*18.5.1944 - †14.12. 2001)  bekannt als W. G. Sebald ist Regina Denk bestens vertraut. Den Preis an sich kennt Tim Sonderhüsken „erst seit letztem Jahr, weil er da Lena Schätte verliehen wurde. Ihr Buch Das Schwarz an den Händen meines Vaters gehört für mich zu einem der besten Bücher, die ich in den vergangenen drei, vier Jahren gelesen habe und liegt immer neben mir auf dem Sofa.“ Und der, wie Denk ebenfalls, lange im Verlag tätige,  Sonderhüsken liest viel, für seinen Blog sowie den gleichnamigem Podcast Rababum und als Lektor. Der eingereichte und preisgekrönte Text, Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa ist auf der Homepage der Sebald-Gesellchaft nachzulesen. Nachzuhören ist sonst Lyrik und Prosa von Simone Schabert in ihrem eigenen Audioformat, nahaufnahme, als Lesung für zwischendurch. Der erste Auszug des ausgezeichneten Textes, der ist erstmals und ebenfalls exklusiv in dieser Ausgabe, die damit einmal mehr dem Format-Beinamen autorinsights gerecht wird.  Und auch damit erneut, das unterstreicht, was Sonderhüsken sagt: „Die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung ist hirnverbrannt." Weitere Beispiele liefern auch Für Anna, das Buch über Anna Atkins, eine der ersten Fotografinnen, das Scharbert aus guten Gründen "eine Belichtung" nennt und Der Fährmann. Regina Denks atmosphärisch düsteres Familiendrama, das zur Zeit des ersten Weltkrieges an der deutsch-österreichischen Grenze angesiedelt ist (Die Einführung anderswo,  aus diesem Argon-Hörbuch am Ende von Part I). Ein Roman, der Tim Sonderhüsken nochmal betonen lässt: "Wer die Differenzierung zwischen Literatur und Unterhaltung macht, der hat den Schuss nicht gehört!" Oder/und diese Podcast-Episode nicht, part I (00:00) Anonyme Überraschung part II (50:25) Anonymer Besuch part III (1:52:17) Anonymer Ausblick guests Regina Denk Simone Scharbert Tim Sonderhüsken books Regina Denk – Der Fährmann Timothy Paul – Eine Liebe ohne Sommer Simone Scharbert – Für Anna cover: jennie_laluna voice: miriam sinno    music sprengerspricht impro – by toby gad   kontakt@sprengerspricht.de

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(00:00) Kapitel 1 Anonyme Überraschung (50:25) Kapitel 2 Anonymer Besuch (01:52:17) Kapitel 3 Anonymer Ausblick
2 Stunden 11 Minuten
Katja Degenhardt,  Joachim und Uli Hebel sowie Jan Kratochvil über Liebe in der Vergangenheit, Enttäuschungen in der Gegenwart und den Sport der Zukunft Wieder eine große Runde, wieder ein Crossover, wieder Mal KI – aber es gibt auch eine Premiere – bei sprengerspricht mit Joachim und Uli Hebel erstmals ein Brüderpaar. Anders als in der Abschluss-Episode von sprengerspricht #mediaandsports, in der Sportreporter Hansi Küpper mit seinen beiden Söhnen, die ebenfalls Fußballspiele kommentieren zu Gast ist, ist der Fußball, obwohl an dem Tag, an dem die 291. Episode online geht, die Saison 26/27 in der zweiten Bundesliga startet, kaum ein Thema: „Ich habe es mir sehr gewünscht, dass es nicht um Fußball geht, daher bin ich sehr glücklich“, sagt der jüngere der Hebel-Brüder. Ganz geht der Wunsch des SKY-Reporters nicht in Erfüllung, schließlich schreibt Jan Krachtovil, der sich wie die beiden Brüder in Klick & Rush auch in seinem eigenen Podcast mit Fußball auseinandersetzt, über mit dem Sport von Morgen. Dem Einfluss von Klimawandel und KI. Aber um die Chancen für den Fußball („Schiedsrichter werden trotzdem bleiben, weil die Spieler Menschen brauchen, bei denen sie sich beschweren können“) und die Aussichten fürs Eishockey („ich würde nicht daraufsetzen, dass der Eishockeysport in den nächsten zehn bis 15 Jahren in seiner Breite wachsen wird, im professionellen Bereich ist das vielleicht noch was anderes. Aber für den Rest …“) dreht es sich tatsächlich nur im dritten Part der Episode. Welche wissenschaftlichen Anwendungen der Floorball-Experte nutzt? Der Umgang der drei anderen mit KI? Der Spoiler fällt an dieser Stelle flach. Stattdessen wird hier gerne verraten, dass im ersten Part Enttäuschungen der unterschiedlichsten Art thematisiert und auch analysiert werden. Und - Tatsachen, mit denen man sich abfinden kann oder – und die Schlagzeilen des Sommers hallen ja lange noch nach – eben auch nicht: der Kinderwunsch. Und, wenn der erfüllt ist, die Partnerschaft trotzdem in die Brüche geht? Dann passiert oft das, was nicht nur die Hebel-Brüder „überhaupt nicht glauben, können, sich deshalb auch noch nie mit beschäftigt haben“, das Eltern vor Gericht streiten und Katja Degenhardt sagt, „manchmal denkst Du, du bist mitten im Trah TV gelandet. Wenn man da eine Netflix-Serie draus machen würde, würden die Leute sich an den Kopf fassen und sagen, dass es das doch gar nicht gibt! Das Schlimmste ist, es denkt niemand mehr an die Kinder. “ Dann wird sie eingeschaltet, als Verfahrensbeiständin. Das klingt nüchtern und amtlich: „Ich sehe mich immer als Anwältin der Kinder.“ Ob es helfen würde einen Blick ins Buch, das Kai Psotta (in #12 als Gast) mit den Hebel-Brüdern geschrieben hat, Hoffentlich haben die TV im Himmel, zu werfen? Jogi, „tut es immer weh, wenn Familien zerrüttet sind, wenn die sich untereinander beschimpfen: „Ich bin da immer eingeschritten, wir wären froh, wenn wir noch Eltern hätten. Deswegen habe ich es immer schade gefunden, wenn die sich untereinander streiten. Manchmal einfach auch nur des Stolzes wegen und so stehen sie sich oft selbst im Weg.“ Einfach Mal raustreten und von außen draufschauen? Oder einfach nur Mal voller Demut und Dankbarkeit hören, wie der zweifache Vater Uli schildert, „wie sie als Elf- und Dreizehnjährige innerhalb von kurzer Zeit Vater und Mutter an den Krebs verloren haben.“ Und als weiterer Mutmacher von Jogi: „Wie wir irgendwann verstanden haben, dass wir auf uns alleine gestellt sind und wir selbst anpacken müssen.“ Was daraus alles entstanden ist, was sich aus dem Gespräch noch entwickelt –ist genau das, was die Fünffach-Mutter Degenhardt oftmals Trennungs-Eltern mit auf den Weg gibt: „Es muss kein Trauma entstehen. Ganz im Gegenteil. Vielleicht zieht das Kind aus alledem Ressourcen und macht was Gutes draus!“ So wie alle aus diesem Crossover. Ob sie Sport nun mögen oder nicht... part I (00:00) Konzerte und Katzen part II (30:44) Kinder und Katastrophen part III (01:30:35 Ki und KO guests Katja Degenhardt Joachim Hebel Uli Hebel Jan Kratochvil books Katja Degenhardt – Im Namen des Kindes Joachim und Uli Hebel - Hoffentlich haben die TV im Himmel   Jan Kratochvil - Der Sport von morgen cover: jennie_laluna voice: miriam sinno    music sprengerspricht impro – by toby gad kontakt@sprengerspricht.de

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(00:00) Kapitel 1 Konzerte und Katzen (30:44) Kapitel 2 Kinder und Katastrophen (01:30:35) Kapitel 3 Ki und KO
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Über diesen Podcast

Wöchentlich ins Gespräch gebracht: Bücher-Menschen. Unterhaltsam, informativ, einzigartig. „Der vielleicht coolste Bücherpodcast im deutschsprachigen Raum“ –Wolfgang Ainetter, Autor, Ex-Ministeriums-Sprecher Denn sprengerspricht autorinsights ist kein klassischer Bücherpodcast. Es ist ein wöchentliches Talkformat in dem spannende Menschen – auch im wörtlichen Sinn – miteinander ins Gespräch gebracht werden. Über viele Dinge. Somit bringt vor allem der erste Part auch Leuten, die nicht lesen, spannende Diskussionen und Erkenntnisse. Romy Hausmann bringt den USP, das Alleinstellungsmerkmal, auf den Punkt: Kein Host, der seinen Fragenkatalog abarbeitet, einer der nicht sich, sondern seine Gäste in den Vordergrund stellt.“ Oder wie es Kolumnist und Bestsellerautor Till Raether sagt: „Ein zurückhaltender und trotzdem lenkender und inspirierender Gastgeber, vor allem in der Personen-Zusammenführung.“ Die Runden sind aus vielen Bereichen zusammengestellt, wie ein Blick in über 200 Shownotes verrät: Autorinnen und Autoren, Bloggerinnen und Blogger, Hörbuchsprecherinnen und Hörbuchsprecher, Musikerinnen und Musiker, Medienschaffende, Sportlerinnen und Sportler,  Politikerinnen und Politiker, Podcasterinnen und Postcaster. Alle verbindet mehr als die Liebe zu Büchern, die Liebe zum Lesen, alle haben viel zu sagen. Der Titel sprengerspricht steht fürs genaue Gegenteil: Christian Sprenger, Journalist und Mediencoach, ehemaliger TV-Moderator „ist der Anti-Lanz“ sagt Dozent  und Drehbuchautor Jørn Precht. So entsteht ein Wohlfühlformat, in dem es weder laut noch populistisch zugeht, in dem alle ausreden und ihre Gedanken zu Ende führen können, ganz ohne zeitliche Begrenzung. Darum wird gerne auch mal länger über alles diskutiert: Vor allem über die Menschen, nicht nur ihre Bücher, auch ihre Leidenschaften, ihre Sorgen, ihre Entwicklung und vieles mehr. „Bei sprengerspricht lernt man Leute kennen, die man schon immer kennenlernen wollte, ohne es vorher zu wissen.“  Bestsellerautor  Ralf Langroth sprengerspricht  autorinsights – jeden Freitag neu. kontakt@sprengerspricht.de Bücher  können über die Verlinkungen gekauft werden, das amazon-Partnerprogramm hat keine Nachteile für die Autorinnen und Autoren und führt beim Host nicht einmal zur Kostendeckung, geschweige denn zu Reichtum. Buchverlosungen enden, sobald eine neue Ausgabe online.
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