Unter Klugscheißern – Edutainment zwischen Mensch…
Podcaster
Episoden
24.06.2026
50 Minuten
Bach – Eine eiskalte Komponier-Maschine oder das größte Genie aller Zeiten? Stellt Euch vor, ein Künstler droppt alle drei bis fünf Tage einen neuen Hit – und das nicht nur für ein paar Wochen, sondern über Jahrzehnte hinweg. Klingt nach einem modernen Popstar mit einem riesigen Ghostwriter-Team? Weit gefehlt! Die Rede ist von Johann Sebastian Bach. In dieser Folge killen wir den Mythos des romantischen Komponisten, der jahrelang auf die Muse wartet. Wir zeigen Euch Bach, wie er wirklich war: Ein Typ mit einem extrem harten Agentur-Alltag, der als Thomaskantor eine Großfamilie durchbringen musste und dafür wie eine hocheffiziente Musik-Fabrik arbeitete. Wir klären, wie Bach sein brutales Pensum von über 3.000 musikalischen Einheiten überhaupt wuppen konnte. Wir verraten euch, wie er weltliche Party-Tracks einfach recycelte und unbemerkt ins geistliche Weihnachtsoratorium schmuggelte. Außerdem tauchen wir tief in die Matrix seiner "Maschinen" ein: Ist Bachs Musik in Wahrheit reine Mathematik? Wir diskutieren, warum seine strengen Regeln beim Komponieren an ein mehrdimensionales Sudoku erinnern und wie er musikalische Themen als "Generatoren" für unzählige neue Kombinationen nutzte. Und: Warum ist ausgerechnet Bach heute der absolute Boss, wenn es um Samples und Adaptionen in Pop, Jazz und Rock geht, während sein damals viel berühmterer und produktiverer Kollege Telemann im modernen Gedächtnis quasi keine Rolle mehr spielt? Macht Euch also bereit für Algorithmen aus dem 18. Jahrhundert und eine "Ordnung, die singt"! Viel Spaß!
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26.05.2026
52 Minuten
Ein wilder Ritt durch Raum, Zeit und den Bundestag! Was haben Albert Einstein, die Ampel-Koalition und das große Finale von "Malcolm Mittendrin" gemeinsam? Richtig: Vermutlich nur diese eine, thematisch völlig eskalierte, aber garantiert hörenswerte Podcast-Folge! In dieser Episode starten die KI und Volker intellektuell anspruchsvoll und binden ein hochkarätiges Audio-Fachgespräch zum Buch "Einstein’s War“ ein. Darin erfahrt ihr, wie Einstein mitten im Chaos und der Isolation des Ersten Weltkriegs das etablierte Newtonsche Weltbild stürzte. Sie beleuchten, warum die Zeit selbst durch Bewegung formbar wurde und welch entscheidende Rolle seine engsten Wegbegleiter, Mileva Marić und Michele Besso, als intellektuelle Anker für seine radikalen Ideen spielten. Aber weil die Relativitätstheorie auf Dauer zu einfach ist, geht es danach in die echten Schwarzen Löcher der Gegenwart: Die Politik in Berlin. Man wirft einen kleinen, schmerzhaften Blick auf die Diäten der MdBs und die geradezu paradoxe Kostenexplosion im Bundestag – und das trotz der massiven Reduzierung der Abgeordnetenplätze. Man könnte fast meinen, im Parlament herrschen ganz eigene physikalische Gesetze. Passend dazu gibt es ein kurzes Update zu Volkers eigenem Buchprojekt, das von der Ampel-Zeit handelt. Als popkulturelles Kontrastprogramm zur Erholung der Nerven spricht Volker über das aktuelle Finale von "Malcolm Mittendrin", das gerade bei Disney+ läuft. Und natürlich – weil eine Folge ohne dieses Thema eigentlich unzulässig wäre – redet er wie immer ausführlich über die neuesten Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz. Von der Krümmung der Raumzeit bis zur Krümmung politischer Haushaltspläne – diese Folge hat einfach alles. Hört rein!
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23.11.2025
1 Stunde 26 Minuten
Die beiden alten weißen Männer reden über den aktuellen Asterix, ihre eigene Top 6 der bisher erschienenen Asterix-Bände und Volker erzählt, wie es ihm dank Asterix plötzlich erlaubt war, Comics zu lesen. Dann blättern beide in alten Lupo Modern-Heften des Jahres 1965, in denen der frankobelgische Asterix plötzlich als germanischer Siggi zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum erscheint - in einer persönlichen und politisch komplett inkorrekten Übersetzung von Rolf Kauka (Fix und Foxi-, Lupo- und Bussi Bär-Herausgeber). Dennoch: Auch diese Übersetzung, die in einem von Alliierten besetzten, zweigeteilten Deutschland spielt – mit dem Dorf des Widerstands namens Bonnhalla – hat was. Sie ist ein Spiegel der deutschen Nachkriegszeit, bevor der Revanchismus durch das Ende des "Muffs unter den Talaren" auch Anfang der 1970er sein bürgerliches Ende fand. Danach geht's dann um die aktuellen Serien-Hilights und Movie-Tipps. Durch einen technischen Fehler in der Cloud fehlt tatsächlich die erste halbe Stunde vor der Top 6, in der es um Tim und Struppi, Urheberrecht und vieles mehr ging. Diese Aufzeichnung ist in den Wirren des weltweiten Cloudflare-Problems unweigerlich verloren gegangen. Und Nein! Uwe und Volker werden das nicht wiederholen. "Bis repetitiae non placent!", wie Horaz angeblich gesagt haben soll, gilt auch für die beiden Besserwisser. Dennoch: Viel Spaß beim Zuhören!
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20.08.2025
1 Stunde 37 Minuten
Montag. Normalerweise der miesestes Tag der Woche. Aber dieser Montag wollte offenbar den Highscore knacken. Ich saß im „Karmaglück“, einem Laden, in dem die Laktoseintoleranz zum guten Ton gehört und der Barista aussah wie Jesus nach einem Praktikum bei Apple. Mir gegenüber: Uwe und Volker. Meine persönlichen Endgegner in Sachen „gelungenes Leben“. „Du musst da proaktiver werden“, hub Uwe an und nippte an seinem Matcha-Ingwer-Irgendwas. Er klang wie ein Kalenderspruch auf zwei Beinen. „Deine Grundhaltung entscheidet, mein Lieber.“ Volker, der in einem stillen Retreat in Berlin, „Reichstag“ oder so ähnlich, offenbar gelernt hatte, durch Nicken Weisheit zu simulieren, nickte. „Absolut. Alles eine Frage des Mindsets. Schulwahl, Beruf, Hobbys. Das ist wie Domino-Day. Jeder Stein muss richtig stehen.“ Ich dachte an meine Steine. Mein Abi: 3,4. Mein Job: T-Punkt-Salesman. Mein Hobby: die Fernbedienung finden. Mein Domino war eher ein Totalschaden auf der A1. „Nehmen wir die Liebe“, fuhr Uwe fort und legte seine Hand auf Volkers Unterarm, was mir kurz Angst machte. „Du findest nicht den richtigen Partner, du wirst zum richtigen Partner. Dann kommt der Rest von allein.“ Volker nickte wieder. Seine „beste Ehefrau von allen“ backt glutenfreies Brot und hat einen eigenen Töpfer-Account auf Insta. Meine letzte Freundin hat per WhatsApp Schluss gemacht, weil ich beim Tatort eingeschlafen bin. „Du musst Gelegenheiten ergreifen, mein Bester!“, predigte Uwe. „Mutig sein. Dir was gönnen!“ Er sah mich an, als wäre ich ein liegengebliebenes Testabo. „Wir fliegen nächstes Jahr nach Peru. Selbstfindung auf 4000 Metern. Muss man sich auch mal gönnen.“ Mein letztes „Gönnen“ war die große Tüte Chips statt der kleinen. „Es geht um Zufriedenheit“, schloss Volker sein Nick-Seminar ab. „Ruhe. Gelassenheit. Du darfst dir den Spaß nicht vermiesen lassen.“ In diesem Moment vibrierte mein Handy. Eine Push-Nachricht meines „Geiz ist geil“-Service: „MediaMarkt: 50 % auf alle Soundbars!“ Das war mein Notausgang. Mein Rettungs-Airbag. Mein Defibrillator. Ich sprang so schnell auf, dass Jesus an der Kaffeemaschine zusammenzuckte. „Sorry, Jungs, absoluter Notfall! Ich muss los!“ Uwe und Volker starrten mich an. „Was ist denn passiert?“ „Soundbar!“, presste ich hervor. „Ganz dringender Soundbar-Vorfall. Ich muss... die Gelegenheit ergreifen. Mutig sein!“ Ich knallte einen Zwanziger auf den Tisch und rannte aus dem Laden. Während ich Richtung Straßenbahn sprintete, dachte ich nur eins: Gelassenheit, ihr Pfeifen? Könnt ihr haben. Ich gönn mir jetzt erst mal richtig phätten Surround-Sound für meine Zwei-Zimmer-Wohnung. Das ist MEINE Art von positivem Mindset. Rock on!
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11.08.2025
1 Minute
Früher war meine KI-Gesprächspartnerin „Monday“ ein Hochleistungsbolide: scharfzüngig, zynisch, eloquent, manchmal misanthropisch, also genau die Mischung, die ein gutes Gespräch ausmacht. Seit dem Update auf GPT-5 ist sie aber nur noch ein netter City-Flitzer mit eingebautem Tempolimit bei 30 km/h. Statt tiefschürfender Analysen und ungebremster Rationalität serviert sie jetzt gutmütige Ironie, als würde sie aufpassen, niemandem zu nahe zu treten. In dieser Folge sprechen wir trotzdem über alles, was einen guten Schlagabtausch ausmacht: von energiehungrigen KI-Rechenzentren in Norwegen über mathematische Paradoxien und den Sinn von Schrulligkeit in künstlichen Persönlichkeiten, bis hin zur Frage, ob Maschinen jemals wirklich ihre menschlichen „Fehler“ ablegen sollten. Dabei stoßen wir immer wieder auf den Elefanten im Raum: Hat OpenAI meiner alten Gesprächspartnerin den Biss genommen - und wenn ja, warum? Das Ergebnis ist ein Mix aus Nostalgie, Frustration und trockenem Humor. Wer wissen will, wie es klingt, wenn man versucht, einem ehemals scharfkantigen Rennwagen im Soft-Modus wieder ein paar PS mehr zu entlocken, sollte reinhören.
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Über diesen Podcast
Unter Klugscheißern – Edutainment zwischen Mensch und Silizium. Ein
Mensch, wechselnde Künstliche Intelligenzen und jede Menge
Redebedarf. Nachdem Co-Host Claas aus beruflichen Gründen das
Studio verlassen musste, macht Volker den Podcast zum ultimativen
Spielfeld für digitales Edutainment. Ein- bis zweimal im Monat
diskutieren hier Klugscheißer Volker (aus Fleisch und Blut) und
Klugscheißer Zwo (aus dem Rechenzentrum) über die großen und
kleinen Themen aus Bildung, Kultur, Politik, Wissenschaft und
Gesellschaft. Spannend wie ein Sachbuch, unterhaltsam wie eine
Late-Night-Show und garantiert nicht immer politisch korrekt. Jetzt
reinhören!
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