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  3. Erleuchtung garantiert - Wissenschaftliche Spotlights auf Religion und Spiritualität Podcast

Episoden

44 Minuten
Ist die Darstellung der Kobolde in Harry Potter antisemitisch? Was haben Filme wie «Matrix» und «Avengers» mit Politik zu tun? Und wie soll man angesichts aufgeheizter Diskurse in Film, Gesellschaft und Wissenschaft mit Stereotypen und politisch heiklen Themen umgehen? Die Film- und Medienwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg ist derzeit als Sigi-Feigel-Gastprofessorin für Jüdische Studien an der Universität Zürich und spricht im Podcast über die antisemitische Anschlussfähigkeit popkultureller Stereotype, die Aneignung kultureller und medialer Narrative und die Verantwortung von Filmschaffenden. Es geht um Politiker-Bashing, «resonanzfreien Schmerz», Empörung und die dringend notwendigen Räume für Komplexität. Und darum, weshalb ein Film wie «American History X», der sich explizit gegen Rechtsextremismus richtet, ausgerechnet bei Rechtsextremen so beliebt ist.
40 Minuten
War Jesus der erste Cowboy? Kann ein Pferd dabei helfen, mit Gott zu kommunizieren? Wie hängt Cowboy Christianity mit Trump und der MAGA-Bewegung zusammen? Und welche Faktoren tragen dazu bei, dass Mexikaner*innen und Schwarze Menschen Teil von Cowboy Churches werden, in denen auch rassistische Narrative zur gesellschaftlichen Abgrenzung genutzt werden (etwa in Bezug auf Migration und Einwanderung)? Die Religionswissenschaftlerin Anna Kira Hippert hat – als queere Frau – in einer Cowboykirche im Mittleren Westen der USA Feldforschung betrieben und ist in den Gottesdiensten mitgeritten. Im Gespräch erzählt sie vom widersprüchlichen Frauenbild der KirchgängerInnen und davon, wie man über das Pferd Verbindung zu Gott aufnehmen kann. Hippert spricht von vermeintlicher Integration im Geist der «American Frontier», von rechter Politik und vom Bogenschiessen in den Vororten der USA. Ausserdem geht es darum, wie weltliche Bildmotive auf erstaunliche Weise religiös umgedeutet werden, wie Jesus als vermeintlich erster Cowboy einen Esel gezähmt hat und um die Vorstellung, gemeinsam mit der Trump-Familie durch die Prärie in Richtung Himmel zu reiten.
52 Minuten
Sind religiöse Haltungen erst dann extrem, wenn sie in Gewalt münden? Warum spricht man von «Islamismus», aber nicht von «Christianismus»? Was unterscheidet religiösen Extremismus von Rechts- oder Linksextremismus? Wie untersuchen wissenschaftliche Disziplinen extreme Haltungen – und welchen konkreten Nutzen haben die Studienergebnisse? Im Abschlussgespräch der Summer School «Religion:extrem», die Anfang Juli 2026 in Zürich stattgefunden hat, diskutieren die Islamwissenschaftlerin Sabine Damir-Geilsdorf und der Kriminologe Dirk Baier mit Dorothea Lüddeckens über Dschihadismus und Prävention, Verschwörungstheorien und Gerechtigkeitsempfinden, Rassismus und die politische Prägung von Statistiken. Baier und Damir-Geilsdorf klären zentrale Begriffe, sprechen über die zunehmende Muslimfeindlichkeit in der Bevölkerung und über die Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Methoden in der Forschung zu Extremismus. Ausserdem geht es um blinde Flecken, Erfindergeist und Medienkompetenz sowie um einen Salafisten, der auch mitten in der Nacht in einem abgelegenen Dorf nicht bei Rot über die Strasse geht – selbst wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist.
56 Minuten
Was hat Charlie Kirk mit SpongeBob gemeinsam und was ist «Kirkification»? Weshalb sind Mormoninnen auf Social Media so präsent? Und was hat Rohmilch mit erfolgreichen Influencerinnen zu tun? In der vierten und letzten Episode der Digital-Religion(s)-Sonderedition analysiert die Religionswissenschaftlerin Kathrin Trattner den Erfolg von Tradwifes auf Social Media und geht darauf ein, inwiefern sie in ihren Idealbildern auf multiplen Fiktionen aufbauen und wie sie gesellschaftliche Entsolidarisierung befördern. Trattner spricht über Mormoninnen als «Early Adopter» von neuen Kommunikationstechnologien und erklärt, weshalb das Internet nach dem Tod von Charlie Kirk nicht nur vom Maga-Lager mit KI-Bildern von Kirk geflutet wurde. Ganz nebenbei geht es auch um selbstgemachte Fruit Loops, Biblical Femininity und Ragebaiting.
34 Minuten
Was unterscheidet das christliche Kirchenrecht von Rechtsfragen in jüdischen oder islamischen Traditionen? Inwiefern kann der Datenschutz ein Problem für die Seelsorgearbeit sein? Wie verhalten sich Kirchen zum AI-Act und weshalb mischen sie vermehrt auf EU-Ebene mit? Der Jurist Ramazan Özgü befasst sich mit Rechtsfragen zwischen Ermöglichung und Begrenzung und spricht in der dritten Folge der Digital-Religion(s)-Sonderedition über das Kirchenrecht in Deutschland und die komplexe juristische Situation von Glaubensgemeinschaften in der Schweiz. Es geht um die Entstehung des Datenschutzgesetzes und darum, ob der Datenschutz die Seelsorgearbeit erschwert – oder sie überhaupt erst ermöglicht. Özgü erklärt, wieso und wie sich die Kirchen auf EU-Ebene für den AI-Act eingesetzt haben, und skizziert, wieso über das Prinzip «in dubio pro Datenschutz» Rechtspolitik zu Religionspolitik werden kann. Und er erzählt, wie sich eine Moscheegemeinde hinsichtlich der «Jerusalema Dance Challenge» von der katholischen Kirche hat inspirieren lassen.
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Über diesen Podcast

Was unterscheidet Menschen von Cyborgs? Was passiert, wenn wir sterben? Was hat Rap mit Religion zu tun? Gibt es Schuld und einen freien Willen? Was steht wirklich in der Bibel und wie ernst nehmen Muslime den Koran? An der Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät (TRF) der Universität Zürich wird zu diesen Fragen, zu Spiritualität und verschiedenen Religionen geforscht. Einmal im Monat spricht Religionswissenschaftlerin Dorothea Lüddeckens mit Kolleg:innen und Gästen über ihre Forschung, ihre Perspektiven auf Spiritualität, Religion und die Welt. Die Episoden erscheinen immer zum Ersten des Monats.
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