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Episoden

40 Minuten
Anonyme Wettbewerbsverfahren gelten als das stärkste Instrument für Baukultur und Chancengleichheit, doch in der Praxis stehen junge und kleinere Büros vor fast unüberwindbaren Hürden. Überladene Auslobungen und stetig steigende Detailanforderungen verlangen den Teilnehmenden immense Ressourcen ab. Starre Referenzkriterien fördern nur die, die bereits gebaut haben, wofür man ein Planungsbüro sucht und sorgen für ewige Wiederholungen des Bestehenden. Jonas Tratz erlebt diese Systemkrise aus allen Blickwinkeln: Als Partner von FAKT – Office for Architecture, als Fachpreisrichter und als ehemaliges Mitglied im Ausschuss „Wettbewerbe und Vergabe” der Architektenkammer Berlin. Um dem aufgeblähten Standard etwas entgegenzusetzen, fordert er ein unbürokratisches Gegenmodell. Den Gebäudetyp E als Vorbild, soll dieses schlanke Format den administrativen Aufwand drastisch reduzieren, Kommunen die Scheu vor Verfahren nehmen und den Raum für architektonisches Experimentieren zurückgewinnen. Im Gespräch spricht er über die Verknappungsfalle bei nicht-offenen Wettbewerben, das Potenzial kollaborativer Büro-Allianzen und die Notwendigkeit, Preisgerichte diverser und generationenübergreifender zu besetzen.
16 Minuten
In dieser Sonderfolge blickt Kerstin Kuhnekath in Form eines Audio-Essays auf das Podcast-Medium selbst. Die Anzahl deutschsprachiger Architekturpodcasts ist in den Jahren seit der Pandemie enorm gestiegen. Das unbegrenzte Audio-Format eignet sich, um tiefer in spezifische Themen einzutauchen, als klassische Fachzeitschriften. Stimmen transportieren Emotionen und machen das Denken und Schaffen wichtiger Akteur*innen unmittelbar erlebbar. Ob beim Joggen, im Auto oder beim Putzen: Podcasts bieten eine freie, flexible Bühne für den Diskurs. Wie haben sich die Debatten über Politik, Technik, Klimaschutz und die Bauwende in den letzten Jahren verschoben? Warum tritt die klassische Architekturkritik zugunsten von Rahmenbedingungen in den Hintergrund? Und in wessen Auftrag wird eigentlich gesendet? Ein akustischer Deep Dive in das Denkarchiv unsere Branche.
53 Minuten
Wer ein Wettbewerbsverfahren auslobt, gewinnt mehr als einen Entwurf. Anett-Maud Joppien sitzt seit 1993 in rund 400 nationalen und internationalen Preisgerichten und beschreibt, was Auslober tatsächlich bekommen: eine Aufgabenstellung, die in der Preisrichtervorbesprechung geschärft wird, mehrere geprüfte Lösungen im direkten Vergleich, ein kollektives Urteil aus Fach- und Sachpreisrichter*innen statt Einzelgeschmack, präzise Überarbeitungshinweise für die weitere Beauftragung – und einen öffentlichen Diskurs, der Genehmigungsprozesse beschleunigt. Die Jury-Empfehlung ist nicht bindend: Auch ein zweiter oder dritter Preis kann beauftragt werden. Ein Gespräch über die Innensicht der Jury, was ein Verfahren zurückgibt und warum junge Büros stärker eingebunden gehören.
55 Minuten
Ein kleines, unerfahrenes Architekturbüro aus London gewann 1991 den Wettbewerb für das GSW-Hochhaus in Berlin, zog daraufhin in die Stadt und entwickelte sich zu einem der renommiertesten Architekturbüros Deutschlands: Sauerbruch Hutton. Heute ist das kaum mehr möglich, da aktuelle Ausschreibungen Referenzen für den jeweiligen Gebäudetypus verlangen. Kein Schwimmbad gebaut? Keine Schule realisiert? Kein Zugang. Matthias Sauerbruch beschreibt, was damals den Unterschied machte: Bauherren, die loyal blieben, als der neue Senatsbaudirektor das Projekt kippen wollte, Bezirksverordnete, die überzeugt werden mussten und eine Portion Naivität. Heute vermisst er Verfahren, die Risikobereitschaft und Erfindergeist belohnen. Ein Gespräch über Aufbruch, Zugangsbedingungen und die Frage, welche Architektur entsteht, wenn nur noch die Erfahrenen zugelassen werden und Innovation nicht mehr gefördert wird.
51 Minuten
Warum wird der Großteil öffentlicher Bauaufträge nicht über offene Architekturwettbewerbe vergeben – obwohl sie das stärkste Instrument der Qualitätssicherung sind? Christopher Schriner kennt das System aus drei Perspektiven: als Planer, als Verfahrensbetreuer und heute als Bezirksstadtrat für Straßen und Grünflächen in Berlin-Mitte. Bei C4C betreute er Wettbewerbe im gesamten Bundesgebiet, darunter das Bauhausmuseum Dessau mit 831 Teilnehmenden. Er erklärt, warum der offene Wettbewerb nicht für jede Aufgabe die richtige Wahl ist und warum das Verfahren trotzdem unterschätzt wird: als Schutz vor individueller Präferenz, als Zeitgewinn für Bauherren und als Chance, Öffentlichkeit einzubinden. Ein Gespräch über Vertrauen, Vergaberecht und Verfahrenskultur als Teil gelebter Demokratie.
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Über diesen Podcast

Der Berufsstand der Planer*innen aus Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung steht vor enormen Herausforderungen. Die große Transformation des gesamten Bausektors schreitet langsam, aber stetig voran. Sie erfordert eine neue Auseinandersetzung mit dem Beruf. Im Interview-Podcast "Architektur, Stadt, Planung" spricht Kerstin Kuhnekath mit ihren Gästen über wichtige Aspekte der Planungspraxis in Zeiten von Klimawandel und der globaler Verantwortung. Die Gäste kommen aus unterscheidlichen Disziplinen und sind Expert*innen auf ihrem Gebiet. Sie geben vielfältige Anregungen, Denkanstöße und Einblicke in ihre Arbeit.
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„Architektur, Stadt, Planung“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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