Podcaster
Episoden
02.03.2026
51 Minuten
Warum wird der Großteil öffentlicher Bauaufträge nicht über offene
Architekturwettbewerbe vergeben – obwohl sie das stärkste
Instrument der Qualitätssicherung sind? Christopher Schriner kennt
das System aus drei Perspektiven: als Planer, als
Verfahrensbetreuer und heute als Bezirksstadtrat für Straßen und
Grünflächen in Berlin-Mitte. Bei C4C betreute er Wettbewerbe im
gesamten Bundesgebiet, darunter das Bauhausmuseum Dessau mit 831
Teilnehmenden. Er erklärt, warum der offene Wettbewerb nicht für
jede Aufgabe die richtige Wahl ist und warum das Verfahren trotzdem
unterschätzt wird: als Schutz vor individueller Präferenz, als
Zeitgewinn für Bauherren und als Chance, Öffentlichkeit
einzubinden. Ein Gespräch über Vertrauen, Vergaberecht und
Verfahrenskultur als Teil gelebter Demokratie.
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05.12.2025
43 Minuten
Zwölf Architekturbüros, ein städtisches Grundstück und der Wille,
zu zeigen, dass es geht: Mit den Lanstroper Wohnhöfen soll in
Dortmund ein qualitätvolles und zukunftsfähiges Wohnquartier mit
bezahlbaren Mietwohnungen entstehen – und das ganz ohne das
vermeintliche „Allheilmittel“ des modularen oder seriellen Bauens.
Die Architekt*innen setzen auf die Analyse des Ortes sowie die
Entwicklung und Planung qualitätsvoller öffentlicher,
halböffentlicher und privater Räume. Norbert Post, einer der drei
Projektleiter, sieht in der Planung die Hauptaufgabe und -kompetenz
unseres Berufsstandes. In den gängigen Abläufen kommt sie jedoch
oft zu kurz, weil man glaubt, hier kürzen und sparen zu können.
Warum genau das teurer wird, wie es gelingt, Kommunen zu
überzeugen, und was es braucht, damit ein Entwickler sich auf die
Zusammenarbeit mit zwölf Büros einlässt, erzählt Post in dieser
Episode. Ein Gespräch über Vertrauen, Verantwortung, die
gesellschaftliche Bedeutung professioneller Planung und den Beweis,
dass Architekt*innen jenseits von konkurrierenden Wettbewerben
erfolgreich zusammenarbeiten können. Foto: Cornelia Suhan
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01.11.2025
43 Minuten
Im Rahmen seiner Doktorarbeit am Institute for Sustainable Urbanism
der TU Braunschweig hat Florian Liedtke untersucht, wie es in Tokio
gelingt, dass gewerbliche Räume Funktionen übernehmen, die
hierzulande eindeutig dem privaten Wohnraum zugeordnet sind.
Schlafen, Entspannen, Rückzug, sogar Körperpflege. Als Reaktion auf
kleine Wohnräume bieten Manga-Cafés, Kapsel- oder Lovehotels als
„dritte Orte“ nicht nur Dienstleistungen, sondern auch
Vertrautheit, Komfort und Alltagstauglichkeit. Liedtke beleuchtet,
welche Möglichkeiten und Hürden es in deutschen Städten gibt, um
das Tokioter System zu übertragen und den Wohnraummangel dadurch zu
beheben. Ein Gespräch über urbane Routinen, neue Raumkonzepte und
darüber, was wir von Tokio lernen können.
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01.10.2025
33 Minuten
Hamburg hat rund 850.000 m² leere Büroflächen – und gleichzeitig
Wohnungsnot. Emma Stiehle vom Kollektiv vonwegenleer erklärt, warum
Umnutzungen oft an Standards, Genehmigungen und Eigentum scheitern.
Doch das Pionierprojekt Pop-Up Wohnen zeigt: Temporäres Wohnen in
Bürohäusern ist möglich – und bietet gerade Studierenden eine
konkrete Perspektive.
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04.06.2025
39 Minuten
Dr. Carolin Genz forscht an der Schnittstelle von
Stadtanthropologie, Humangeografie und Planungspraxis. Im Podcast
spricht sie über aktuelle Herausforderungen kommunaler
Wohnraumversorgung – von der Transformation bestehender Wohnformen
über Suffizienzstrategien bis zur Konzeptvergabe. Sie erläutert,
wie interdisziplinäre Forschung Perspektiven öffnet, und
beschreibt, mit welchen Instrumenten gemeinwohlorientierte Boden-
und Wohnungspolitik wirksam werden kann. In ihrer Forschung lenkt
sie den Fokus auch auf Themen, die in der Wohnungsdebatte meist zu
wenig Beachtung finden –beispielsweise Gendergerechtigkeit in der
Stadtentwicklung, Gewalt im Wohnumfeld oder rechtspopulistische
Einflussnahme auf Wohnungsfragen. Genz berichtet über
internationale Wohnrealitäten zwischen Berlin, Wien und Toronto und
von ihrer Arbeit im Forschungscluster „Wohnen in der
Stadtentwicklung“ beim vhw und über ihr Buchprojekt „Wohnwissen“.
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Über diesen Podcast
Der Berufsstand der Planer*innen aus Architektur, Innenarchitektur,
Stadtplanung und Landschaftsplanung steht vor enormen
Herausforderungen. Die große Transformation des gesamten Bausektors
schreitet langsam, aber stetig voran. Sie erfordert eine neue
Auseinandersetzung mit dem Beruf. Im Interview-Podcast
"Architektur, Stadt, Planung" spricht Kerstin Kuhnekath mit ihren
Gästen über wichtige Aspekte der Planungspraxis in Zeiten von
Klimawandel und der globaler Verantwortung. Die Gäste kommen aus
unterscheidlichen Disziplinen und sind Expert*innen auf ihrem
Gebiet. Sie geben vielfältige Anregungen, Denkanstöße und Einblicke
in ihre Arbeit.
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