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Trump in Davos – Eine Lektion der Gelassenheit

19. Jan 2026 , aktualisiert: 26. Jan 2026

Donald Trump kehrte 2026 nach Davos zurück – nicht als Gast, sondern als scheinbarer Herrscher der Bühne. In dieser Episode von NZZ Akzent analysiert Beat Balzli mit David Vogel, warum Trumps Auftritt weniger Rede als Machtdemonstration war – und warum Europa künftig Coolness statt Hysterie braucht.

Bild: NZZ Akzent
Trump in Davos – Eine Lektion der Gelassenheit

In der neuen Folge von NZZ Akzent beschreibt Beat Balzli, Chefredakteur der NZZ am Sonntag, Trumps Auftritt am WEF 2026 als „Predigt oder Versuch einer Massenhypnose“ – eine Inszenierung, in der der US-Präsident nicht diskutierte, sondern proklamierte.

Balzli, der die Rede live im Saal verfolgte, nannte Trumps Behauptung, „das ganze Volk stehe hinter ihm“, die „krasseste Lüge, die ich auf einer Weltbühne je erlebt habe“. Der Fokus lag nicht auf Dialog, sondern auf Macht: Trump dominierte Medien, Politik und Atmosphäre – und ließ die Weltelite in seiner Gegenwart schweigen oder reagieren.

Umgang mit Trump: Lieber erstmal abwarten

Ein zentraler Punkt der Episode ist die Entspannung im Grönland-Konflikt – ein Moment, den Balzli als Lernchance für Europa wertet. Anders als früher zeigten europäische Akteure erstmals mehr Widerstand gegen Trumps Provokationen. Die Lehre: „Vielleicht mal zuerst ein paar Tage abwarten, ob das Stöckchen zum Drüberspringen immer noch da hängt.“ Balzli plädiert für strategische Gelassenheit – eine Haltung, die auch Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, implizit teilt, wenn er Trump als „T-Rex“ bezeichnet: „Entweder man verbündet sich mit ihm, oder er verschlingt einen.“

Die Episode beleuchtet auch die Schweizer Reaktion: Während Donald Trump die Schweiz öffentlich attackierte – „Ohne uns wäre die Schweiz nicht mehr die Schweiz“ – reagierte Bundespräsident Guy Parmelin zurückhaltend. Er kritisierte nicht, sondern stellte die neue amerikanische Weltordnung nur fest. Balzli fragt, ob es sinnvoll ist, Gastgeber einer Weltbühne zu sein, deren Ton oft respektlos ist – und ob die Schweiz nicht besser lernen sollte, nicht auf jede Drohung zu reagieren, sondern abzuwarten. In Davos 2026 ging es nicht mehr um Globalisierung – sondern um die neue Machtordnung, die Trump zu etablieren versucht.

Hier geht's zur Episode WEF: Die Lektionen für Europa nach der Trump-Show von NZZ Akzent.

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