Podcast-Trends

Maximal drei Minuten pro Folge

29. Juni 2021, 00:12 Uhr , aktualisiert: 15:03 Uhr
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Maximal drei Minuten pro Folge

Podcasts werden immer kürzer. Zukünftig maximal drei Minuten lang, wenn man Jaime Chaux von Commercial Radio Australia fragt. Was ist dran an der These?

Zahlreiche neue Dienste bereichern den Audio-Markt. Die rasanten Entwicklungen sind in ihrer Gänze schwer zu verfolgen. Expertenmeinungen sind besonders spannend, da sie helfen können, Zusammenhänge einzuordnen. Gleichzeitig versprechen sie einen Blick in die Zukunft.

In einem Interview mit dem australischen Radiosender Radio Today gibt Jaime Chaux, Head of Digital bei Commercial Radio Australia (CRA) seine Einschätzung zur Zukunft des Podcastings ab.

Podcasts in fünf Jahren

Neue Trends ergeben sich häufig aus neuen Technologien. Für Jaime Chaux wird eine der treibenden Technologien die der Transkriptions-Software sein. Sie wird zukünftig, so Chaux, die Inhalte von Podcasts erfassen und so eine bessere Auffindbarkeit von Inhalten ermöglichen.

Bessere Auffindbarkeit von Informationen soll das Medium Podcasts für noch mehr Menschen attraktiv machen. So rechnet Chaux für Australien in den nächsten fünf Jahren mit einer Verdopplung der Hörerzahlen. Gleichzeitig geht der Experte davon aus, dass die Podcasts-Episoden erheblich kürzer werden. Er spricht hierbei von Short-form Podcasts."Drei Minuten oder kürzer", lautet seine Prognose.

Podcasts werden "snackable"

Die Thesen des australischen Audio-Experten wirken griffig, und auch hierzulande gibt es ähnliche Gedanken. Paula Lotte Thurm vom Podcast Marketing Club beschrieb bereits im März gegenüber podcast.de das Potenzial von Kurzformaten:

"... die Zeit der Konsumenten ist endlich. Die Lösung: Kurzformate. Tägliche 2-3 Minuten Podcast-Folgen mit dem beliebten ’snackable Content‘ [...]"
Paula Lotte Thurm

Das Ende der Laberpodcasts?

Ist die Zeit der ausufernden Laberpodcasts also vorbei? Wohl eher nicht. Denn die großen Trümpfe des Podcastings sind die praktisch unbegrenzte Sendezeit und die intime Vertrautheit, die während langer Gespräche entsteht.

Die von Chaux und Thurm beschriebenen Kurzformate dürften sich insbesondere für professionelle Podcaster anbieten. Dazu zählen Medien, Unternehmen und Personen des öffentlichen Lebens.

Sie werden Sachinformationen oder tagesaktuelle Updates beinhalten und einzelne Fragen gezielt beantworten. Den guten alten Laberpodcast werden sie wohl auch nicht verdrängen, sondern eher das Spektrum der Podcast-Landschaft erweitern.