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  4. Personalgespräch heimlich aufgenommen? Fristlose Kündigung!
Eine Stunde Personalgespräch. Kaum Notizen. Und noch am selben
Abend ein achtseitiges Gedächtnisprotokoll mit mehr als 120
Wortbeiträgen, Satzfragmenten und sprachlichen Fehlern.

Kann sich ein Mensch so genau erinnern?

Der Arbeitgeber vermutete eine heimliche Tonaufnahme. Eine
Audiodatei hatte er nicht. Trotzdem hielt die fristlose
Verdachtskündigung vor dem Landesarbeitsgericht
Baden-Württemberg.

In dieser Folge von „Einfach Recht“ bespreche ich das Urteil vom
3. Juni 2026 – 21 Sa 63/25. Ich erläutere, welche Indizien das
Gericht überzeugten, wo die Begründung kritisch hinterfragt
werden muss und was Arbeitgeber vor einer solchen Kündigung
unbedingt aufklären sollten.

DARUM GEHT ES IN DIESER FOLGE

• Welche Besonderheiten das Gedächtnisprotokoll verdächtig
machten und weshalb ein Smartphone auf dem Tisch allein nicht
genügt.

• Warum heimliche Gesprächsaufnahmen eine erhebliche
arbeitsvertragliche Pflichtverletzung darstellen können – auch
ohne strafrechtliche Verurteilung.

• Wann objektive Indizien eine Verdachtskündigung tragen und
welche Bedeutung mögliche andere Erklärungen haben.

• Was eine ordnungsgemäße Arbeitnehmeranhörung leisten muss und
weshalb die schriftliche Anhörung in diesem Fall ausreichte.

• Welche Rolle Abmahnung, Interessenabwägung,
Betriebsratsanhörung und die Zweiwochenfrist spielen.

• Welche zusätzlichen Fragen KI-Transkriptionsprogramme aufwerfen
und warum ein scheinbar wortgetreues Protokoll noch keine
bestimmte Entstehungsgeschichte beweist.

Der konkrete Einsatz einer KI wurde in diesem Verfahren nicht
technisch nachgewiesen. Gerade deshalb lohnt sich der Blick
darauf, wie aus einzelnen Auffälligkeiten ein dringender Verdacht
werden kann – und wo die Grenzen dieser Schlussfolgerung liegen.

Die Folge richtet sich an Arbeitgeber, Geschäftsführer,
Führungskräfte und Personalverantwortliche, die schwierige
Personalgespräche führen und Kündigungsentscheidungen sorgfältig
vorbereiten möchten.

ENTSCHEIDUNGEN UND FUNDSTELLEN

LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 03.06.2026 – 21 Sa 63/25

Das besprochene Urteil zur Verdachtskündigung wegen einer
mutmaßlichen heimlichen Gesprächsaufnahme. Nichtamtliche
Volltextwiedergabe:

https://urteile.ai/e/d_g2d4ffn5v7/lag-baden-wuerttemberg-21-sa-63-25

BAG, Urteil vom 19.07.2012 – 2 AZR 989/11

Heimliche Gesprächsaufnahme und arbeitsvertragliche
Rücksichtnahmepflicht, insbesondere Randnummer 40:

https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-989-11/

BAG, Urteil vom 25.04.2018 – 2 AZR 611/17

Indizienwürdigung und Anforderungen an die Arbeitnehmeranhörung,
insbesondere Randnummern 24 und 31–34:

https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-611-17/

BAG, Urteil vom 04.12.2025 – 2 AZR 55/25

Zügige Sachverhaltsaufklärung und Zweiwochenfrist, insbesondere
Randnummern 12–14:

https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-55-25/

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

Sie möchten ein schwieriges Personalgespräch vorbereiten oder
einen konkreten Verdacht arbeitsrechtlich prüfen lassen? Unser
Team Arbeitsrecht bei Wulf & Collegen unterstützt Sie bei der
Aufklärung und den weiteren Schritten.

Sandro Wulf

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht und zertifizierter
Mediator

Rechtsanwälte Wulf & Collegen | Magdeburg und Stendal

E-Mail: info@kanzlei-wulf.de

Kanzlei und Blog: https://kanzlei-wulf.de/

Kontakt: https://kanzlei-wulf.de/kontakt/

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Hinweis: Diese Folge dient der allgemeinen Information und
ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
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