Vom Regionalkrieg zum globalen Flächenbrand | Von Hermann Ploppa

Vom Regionalkrieg zum globalen Flächenbrand | Von Hermann Ploppa

vor 4 Wochen
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Beschreibung

vor 4 Wochen

Willkommen im Dritten Weltkrieg. Der hat längst begonnen. Jetzt
werden zunehmend regionale Kriege miteinander verbunden. So
entsteht dann der „richtige“ Weltkrieg als flächendeckender
Großbrand.


Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.


Ja, ja, das hatte sich der Trump-Donald so einfach vorgestellt:
Er macht mal eben in einem Regime-Change-Manöver das iranische
Mullah-Regime platt und steht damit bei den Zwischenwahlen im
kommenden November als der strahlende Sieger da. Schließlich
hatte Trump ja das angeblich sozialistische Venezuela im
Spaziergang einkassiert und den gewählten Präsidenten Nicolás
Maduro als Jagdtrophäe nach New York verschleppen lassen.


Was kümmerte es den großen Macher, dass Militärs und
Geheimdienstleute ihn beknieten, von dem iranischen Abenteuer
abzulassen. Der Iran sei ein gänzlich anderer Schnack als die
Sandwüste des Irak oder die korrupte Regierungsclique in
Venezuela. Zusammen mit den israelischen Streitkräften ließ Trump
den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran anlaufen.
Schnell hatte Trump die Bevölkerung des Irans gegen sich
aufgebracht. Der Versuch, mal eben die iranischen Uran-Vorräte
stibitzen zu lassen, endete in der Nähe von Isfahan in einer
Kleinversion von Napoleons Waterloo [1].


Aus wenigen Stunden oder Tagen wurden kostspielige Wochen. Die
Weltwirtschaft stotterte mittlerweile. Gewisse Anflüge von
Realitätsanerkennung führten dann zum Memorandum of
Understanding. Hier wäre für den gütigen Welt-Hegemon USA ein
Ausstieg mit einem blauen Auge drin gewesen. Doch der Versuch
eines Schiffes, listig die vom Iran diktierten Regelungen für den
Transfer durch die Meerenge von Hormus zu umgehen, endete im
Beschuss eben dieses flüchtigen Schiffes. Trump ließ daraufhin
neunzig iranische Ziele beschießen. Gehe zurück auf Los. Ziehe
nicht vier Billionen Dollar ein, denn der Iran pulverisierte
nunmehr unbeschwerter denn je US-amerikanische Militärbasen in
Jordanien.


So, nun geht es ab wie auf dem Schulhof: Jeder holt sich noch
seinen großen Bruder hinzu, und bald befindet sich die ganze
Schülerschar auf dem Hof in einer Massenkeilerei. Jetzt nämlich
schaltet sich Saudi-Arabien aktiv ein, traut sich aber noch nicht
an das starke Iran sondern vergreift sich erstmal als Warnschuss
an einer Iran-freundlichen schiitischen Miliz im Irak.
Währenddessen schießen aus dem Jemen die vom Westen fälschlich
als Huthis bezeichneten Krieger der Ansar Allah mit Drohnen und
Marschflugkörpern auf Saudi-Arabien. Die Ansar-Allah-Krieger
sitzen am Ausgang des Roten Meeres an der Meerenge des Bab
al-Mandab und wollen den Saudis den Transport ihres Öls aus dem
Roten Meer zu den Kunden in Indien oder China versperren. Da die
Saudis schon daran gehindert sind, ihr Öl durch die Meerenge von
Hormus zu schleusen, hatten sie ihr Öl über eine Pipeline ans
Rote Meer gepumpt. Nun ist der Ausweg über den Bab al-Mandab auch
versperrt. Also müssen die Saudis ihr Öl durch den Suezkanal
teuer und zeitraubend über Afrika zum Endkunden transportieren.
Doch schon ist in Ägypten die erste Drohne eingeschlagen [2].
Allerdings traf es zunächst einen US-amerikanischen Tanker. Wenn
auch der Suezkanal für die Saudis gesperrt ist, dann wird es echt
eng für die Scheichs. Die Saudis müssen sich also buchstäblich
ihren Transportweg freischießen. Die kleinen Scheichtümer am
Persischen Golf sind auch gefangen in der iranischen Falle. So
wird aus einem Match zwischen Israel und den USA sowie dem Iran
auf der anderen Seite ein Regionalkrieg, an dem fast alle
Anrainerländer beteiligt sind.


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