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  3. New Work Meets Science – Arbeitspsychologie, Organisationsentwicklung, Führung Podcast
  4. Müssen wir weniger arbeiten, um mehr zu leisten, Johannes Wendsche?
„Der Sinn des Lebens ist die Muße.“

So die These Aristoteles’ vor mehr als 2.000 Jahren. Und auch im
antiken Ägypten waren Pausen fester Bestandteil des
Arbeitsrhythmus. Während monumentale Werke wie die Pyramiden
entstanden, saßen Menschen zwischendurch im Schatten der Bäume
und erholten sich.

Spulen wir vor: Aus dem Schattenplatz unter einem Baum ist ein
Schreibtisch geworden, aus dem natürlichen Wechsel von Arbeit und
Ruhe ein Kalender ohne Zwischenräume. Wir essen vor dem
Bildschirm, springen von Termin zu Termin und nehmen die offene
To-do-Liste gedanklich mit ins Bett.

Wann wurde pausenloses Arbeiten eigentlich zum Zeichen besonderer
Leistungsbereitschaft? Und wie können wir lernen, wieder richtig
Pause zu machen?

In dieser Folge von „New Work Meets Science“ spricht Dr. Theresa
Fehn mit Dr. Johannes Wendsche, Arbeits- und
Organisationspsychologe sowie Wissenschaftler bei der
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, über Pausen,
Erholung und die Fähigkeit, nach der Arbeit wirklich
abzuschalten.

Wie lange sollte eine gute Pause dauern, wann brauchen wir sie
und wo genau erholen wir uns am besten? Sollten Unternehmen
bevorzugt Menschen einstellen, die nach Feierabend gut abschalten
können? Oder eher diejenigen, deren Gedanken ständig um die
Arbeit kreisen? Ist Detachment ein angeborenes Talent oder eine
Fähigkeit, die wir trainieren können? Und was beeinflusst unser
Abschalten stärker: unsere Persönlichkeit oder die Bedingungen,
unter denen wir arbeiten?

Johannes erklärt, warum Erholung eben kein Gegenpol zur Leistung
ist, sondern eine Voraussetzung dafür, langfristig gesund und
nachhaltig leistungsfähig zu bleiben. Es geht um Schlaf, Grübeln
und Abgrenzungsrituale, um „maskierte Pausen“, Desk Detox und die
Frage, warum uns in der Pause häufig genau das guttut, was bei
der Arbeit zu kurz kommt.

Außerdem geht es um praktische Tipps und Tricks: Was können wir
selbst tun, um leichter abzuschalten? Wie können To-do-Listen,
kurze Ortswechsel oder bewusst gesetzte Grenzen helfen? Und wie
müssen Organisationen Arbeit gestalten, damit Beschäftigte sich
tatsächlich erholen können?

Eine Folge für alle, die Aristoteles’ Kunst der Muße in den
modernen Arbeitsalltag integrieren und Pausen gezielt für mehr
Erholung, Konzentration und Leistungsfähigkeit nutzen möchten.

Viel Spaß beim Hören!

Foto: IRIS FRIEDRICH PHOTOGRAPHY

Quellen & Links:

4 Erholungsformen:

Sonnentag, S., & Fritz, C. (2007). The Recovery Experience
Questionnaire: Development and validation of a measure for
assessing recuperation and unwinding from work. Journal of
Occupational Health Psychology, 12(3), 204–221.
https://doi.org/10.1037/1076-8998.12.3.204

DRAMMA-Modell (6 Erholungsformen):

Newman, D. B., Tay, L., & Diener, E. (2014). Leisure and
subjective well-being: A model of psychological mechanisms as
mediating factors. Journal of Happiness Studies, 15(3), 555–578.
https://doi.org/10.1007/s10902-013-9492-1

Zeigarnik Efffekt:

Zeigarnik, B. (1927). Über das Behalten von erledigten und
unerledigten Handlungen. Psychologische Forschung, 9, 1–85.

Literatur-Tipps:

Wendsche, J., Tschetsche, L., Lohmann-Haislah, A., Schulz, A.,
Schuller, K., & Schöllgen, I. (2025). Mentale Erholung von der
Arbeit: Abschalten lernen (2. Aufl.). Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
https://doi.org/10.21934/baua:praxis20250624Pang, A. S.-K. (2016).
Rest: Why you get more done when you work less. Basic Books.
Aktualisierte Ausgabe: Pang, A. S.-K. (2018). Rest: Why you get
more done when you work less (Updated ed.). Basic Books.

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