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Schoellhammers Welt
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Beschreibung
vor 1 Tag
Wer die Sendung unterstützen möchte, findet Mitgliedschaft und
Kontodaten weiter unten. Danke! „Abschaffung des arbeits- und
mühelosen Einkommens." „Verstaatlichung aller Monopole."
„Großzügiger Ausbau der Altersversorgung." Klingt nach einem
linken Parteitag? Es sind die Punkte 11, 13 und 15 des
NSDAP-Programms von 1920. Und bevor jetzt die eine Hälfte
triumphiert: Dieselbe Bewegung wurde am 30. Jänner 1933 von
konservativen Eliten ins Kanzleramt gehoben – und erschoss am 30.
Juni 1934 ihren eigenen „sozialistischen" Flügel gleich mit ein
paar konservativen Kritikern dazu. Wer die Nazis links nennt,
muss die Nacht der langen Messer wegerklären. Wer sie einfach
rechts nennt, den 30. Jänner. Ich schlage heute eine dritte
Antwort vor, und sie stammt aus den besten Büchern, die es dazu
gibt: Die Nazis waren eine Bewegung sui generis – eigener Art.
Tom Holland zeigt in „Dominion", was ihr eigentlicher Feind war:
der christlich geprägte Humanismus, die Idee, dass die Schwachen
zählen. Hitler nannte das Christentum den „schwersten Schlag, der
die Menschheit je getroffen hat"; Himmler beschimpfte die frühen
Christen als „ekelhaftesten Haufen von Roten"; der Propagandafilm
von 1937 predigte: „Die Schwachen müssen sich den Starken
unterwerfen." Götz Aly beschreibt den Schein-Sozialstaat, der die
„Volksgenossen" fütterte – ich lege Adam Toozes Gegenrechnung
daneben. Und Jürgen Falters Wahlforschung beantwortet, wer diese
Partei wirklich wählte: nicht „die Arbeiter", nicht „die
Bourgeoisie" – sondern die Entwurzelten aller Schichten, sortiert
nach Konfession, nicht nach Klasse. Dazu die Liste, die kaum
jemand kennt: Was vom NS-Staat bis heute in Kraft ist – vom
Einkommensteuergesetz 1934 über die steuerfreien Nachtzuschläge
von 1940 bis zur Kfz-Haftpflicht von 1939. THEMEN DER SENDUNG
Das Quiz: Drei Forderungen, eine Auflösung – das
25-Punkte-Programm von 1920
30. Jänner 1933 und 30. Juni 1934: die zwei Daten, an denen
beide Kurzschlüsse scheitern
Tom Holland: Warum die Nazis das Christentum auslöschen
wollten – Wessel-Kult, Bibelverbrennungen, Himmlers
50-Jahres-Plan
„Alles Leben ist Kampf": das Recht des Stärkeren als
Ersatzreligion
Götz Aly: die „Gefälligkeitsdiktatur" – und Adam Toozes
Gegenrechnung
Was heute noch gilt: EStG 1934, steuerfreie Zuschläge seit
1940, Kfz-Pflichtversicherung 1939, Tierschutzgesetz 1933
Jürgen Falter: Wer wählte Hitler – Konfession vor Klasse,
Arbeitslose zur KPD, sechs Millionen Nichtwähler
Warum die Nazi-Inflation von heute das Original verharmlost
BÜCHER ZUR SENDUNG Tom Holland, „Dominion" (dt. „Herrschaft") ·
Götz Aly, „Hitlers Volksstaat" · Adam Tooze, „Ökonomie der
Zerstörung" · Jürgen W. Falter, „Hitlers Wähler" · Claudia Koonz,
„The Nazi Conscience" · Johann Chapoutot, „Das Gesetz des Blutes"
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