Was Erkenntnis kostet - Odin, Mimirs Brunnen und Gedanken von heute

Was Erkenntnis kostet - Odin, Mimirs Brunnen und Gedanken von heute

vor 1 Tag
Odin, Mimirs Brunnen und Gedanken von heute
34 Minuten
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Podcast
Podcaster
Fotografie in und mit der Natur

Beschreibung

vor 1 Tag

Was sind wir bereit, aus der Hand zu geben, um etwas anders sehen
zu können?


Unter einer Wurzel des Weltenbaums Yggdrasil liegt Mimirs
Brunnen. In ihm sollen Weisheit und Verstand verborgen sein.
Selbst Odin erhält daraus keinen Trunk, bevor er eines seiner
Augen als Pfand hinterlässt.


In dieser Folge erzähle ich die überlieferte Geschichte und
frage, was sie mit uns heute zu tun haben könnte, wie sie
vielleicht auch Einfluss auf unseren Blick haben könnte.


Warum beschäftige ich mich ausgerechnet mit diesem Mythos? Weil
eine Kamera die sichtbare Welt festhalten kann, aber noch keine
Erkenntnis schafft. Wirkliches Sehen braucht Aufmerksamkeit,
Offenheit und die Bereitschaft, sich selbst von einer Begegnung
verändern zu lassen. Und manchmal geht's auch wieder ums
Loslassen.


Diese Folge ist zugleich ein Vorgeschmack auf meinen neuen
Podcast:


„Gedanken unterm Weltenbaum. Nordische Mythologie -
naturverbunden und neu betrachtet.“


Die erste Folge erscheint am 1. September
2026.
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Quellen zu dieser Folge:
Die Geschichte von Odins Auge und Mimirs Brunnen ist in der
Völuspá bezeugt und wird von Snorri Sturluson in
der Prosa Edda ausführlicher dargestellt.


Lieder Edda: Völuspá, Strophe 28. Die Passage
berichtet, dass Odins Auge in Mimirs Brunnen verborgen liegt und
Mímir aus dem Pfand des Walvaters trinkt. In der frei
zugänglichen historischen Übersetzung von Karl Simrock bei
Wikisource ist diese Passage abweichend auf die Strophen 21 und
22 verteilt. Einen Vergleich des altnordischen Textes mit
mehreren englischen Übersetzungen bietet The Comparative Vǫluspá.


Snorri Sturluson: Prosa Edda, Gylfaginning, Kapitel
15. Snorri beschreibt Mimirs Brunnen unter einer Wurzel
Yggdrasils. Im Brunnen seien Weisheit und Verstand verborgen.
Odin erhalte den gewünschten Trunk erst, nachdem er sein Auge als
Pfand eingesetzt habe. Der altnordische Text sowie eine
historische englische Übersetzung sind frei zugänglich.


Zur möglichen Bedeutung des Pfandes: Henning Kure, „Drinking from
Óðinn’s Pledge: On an Encounter with the Fantastic in Vǫluspá
28–29“, in: The Fantastic in Old Norse/Icelandic Literature,
Tagungsband der 13. International Saga Conference, Durham und
York 2006, Seiten 533 bis 540.
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