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Dentition & Zahnwechsel
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Beschreibung
vor 5 Monaten
Die kieferorthopädische Frühbehandlung
Die kieferorthopädische Frühbehandlung hat das Ziel, ausgeprägte
Zahn- und Kieferfehlstellungen bereits im Kindesalter so zu
korrigieren, dass sich Kiefer und Gebiss normal weiterentwickeln
können. Dadurch lassen sich Wachstumshemmungen, Zwangsbisse,
erhöhte Unfallgefahr für Frontzähne, Platzmangel für bleibende
Zähne sowie Probleme mit Atmung und Lippenschluss vermeiden. In
manchen Fällen kann eine spätere umfangreiche Behandlung dadurch
vereinfacht oder sogar überflüssig werden. Die Frühbehandlung
dauert meist etwa 1 bis 1½ Jahre.
Behandlungsbeginn je nach Fehlstellung
Bei stark vorstehendem Unterkiefer (Progenie) kann bereits ab dem
4. Lebensjahr begonnen werden, sofern das Kind gut
mitarbeitet.
Ab etwa dem 6. Lebensjahr – mit Beginn des Zahnwechsels – lassen
sich viele Fehlstellungen gezielt behandeln, da nun die ersten
bleibenden Zähne durchbrechen.
Typische Indikationen für eine Frühbehandlung
Seitlicher Kreuzbiss: Der Oberkiefer ist zu
schmal, der Unterkiefer weicht beim Beißen zur Seite aus.
Eine Erweiterung des Oberkiefers verhindert
Wachstumsstörungen und Kiefergelenkprobleme.
Frontaler Kreuzbiss: Untere Frontzähne
stehen vor den oberen. Eine frühe Korrektur verhindert
Belastung einzelner Zähne und Wachstumshemmungen.
Große Stufe (stark vorstehende obere
Frontzähne): Erhöhtes Risiko für Zahnverletzungen.
Funktionskieferorthopädische Geräte können die Kieferlage
verbessern, den Lippenschluss fördern und die Nasenatmung
unterstützen.
Starker Platzmangel: Nach frühzeitigem
Verlust von Milchzähnen können Nachbarzähne in die Lücke
wandern. Ziel ist es, Platz für die bleibenden Zähne
zurückzugewinnen.
Offener Biss: Fehlender Lippenschluss und
Mundatmung sind häufige Folgen. Spezielle Spangen können den
Biss schließen und die richtige Zungenfunktion fördern.
Starker Tiefbiss: Untere Schneidezähne
können die Gaumenschleimhaut verletzen. Frühzeitige
Behandlung unterstützt eine normale Bissentwicklung.
Nutzen der frühen Therapie
Durch das Ausnutzen des natürlichen Wachstums lassen sich
Fehlstellungen schonend korrigieren. Gleichzeitig werden
Funktionen wie Atmung, Schlucken und Lippenverschluss verbessert.
Fazit
Eine frühzeitige Untersuchung beim Kieferorthopäden ist
entscheidend, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen.
Kinder sollten daher spätestens im Alter von etwa 7 Jahren
vorgestellt werden – bei auffälligen Befunden auch früher.
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