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Gehen oder bleiben? – Jeder und jede von uns kennt solche Momente:
in einem Streit, in einer Beziehung, in einer Lebensphase.
Plötzlich steht die Frage im Raum: Gehe ich oder bleibe ich? Für
viele junge Menschen, die studieren, ist das keine theoretische
Frage: Bleibe ich in dieser Stadt? Ziehe ich mein Studium durch?
Halte ich an einer Beziehung fest, an einem Engagement, an der
Kirche? Oder ist es Zeit, weiterzugehen und etwas zu
verändern?Diese Spannung zwischen gehen und bleiben ist so alt wie
der christliche Glaube selbst. Schon Petrus und Paulus haben sie
erlebt. Und wir haben sie in dieser Woche – vielleicht etwas
versteckt – an ihrem Hochfest gefeiert. Von Petrus erzählt eine
alte Legende, dass er Rom verlassen will, um der Verfolgung zu
entkommen. Auf der Via Appia begegnet er Christus und fragt:
"Domine, quo vadis? Herr, wohin gehst du?" Und Jesus antwortet:
"Ich gehe nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen." Diese
Begegnung bewegt Petrus zur Umkehr. Im Gehen bleibt er. Nicht aus
Bequemlichkeit, sondern aus Liebe zu Christus und zu den
Menschen.Paulus lebt in gewisser Weise das Gegenteil – und doch
dasselbe. Er bleibt nie lange an einem Ort. Er geht weiter und
weiter, immer getragen von seiner Berufung. Sein Bleiben liegt
darin, beim Auftrag zu bleiben: hinauszugehen in die ganze Welt und
allen Menschen das Evangelium zu verkünden. Am Ende seines Lebens
kann er sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf
vollendet, den Glauben bewahrt." Gehen ist für ihn keine Flucht,
sondern Sendung.Unser christlicher Glaube kennt kein einfaches
Entweder-oder. Er lebt aus der Spannung: Bleiben bei Christus und
gehen in die Welt. Petrus und Paulus stehen für diese beiden
Bewegungen. Und beide bleiben am Ende dort, worauf es ankommt.
Vielleicht ist das eine Ermutigung für uns: Es gibt kein sinnvolles
Gehen ohne Verankerung und kein echtes Bleiben ohne innere
Bewegung. Ob wir gehen oder bleiben – wir dürfen fragen wie Petrus:
"Herr, wohin gehst du?" Und wir dürfen vertrauen wie Paulus: "Der
Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft." Was auch kommt: Wir
sind gehalten und bewegt in Christus – ob wir gehen oder bleiben.
Wir sind in ihm.
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„Gehen oder bleiben?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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