Es ist herrlich sommerlich und warm, aber nicht zu heiß. Aber es
ist auch ein bisschen die Luft raus, bei mir und vielen anderen.
Irgendwie denken wir mit vielen Menschen in Schuljahren und
Ferienzeiten und hoffen auf den Urlaub und sind vorfreudig. Aber es
ist noch eine Weile hin und da kommt die Frage auf, was ist denn
jetzt noch Schönes, worauf ich mich freuen kann. Und der Blick in
den Kalender zeigt da erstaunlich viel: die Wallfahrt nach Werl,
das Sommerkonzert unserer Franziskusschule, Wochenendbesuch meines
frischverheirateten Neffen mit seiner Frau, eine Einladung zu einem
Festabend einer anderen Ordensgemeinschaft im Nachbarstädtchen, das
geliebte Schützenfest, das die ganze Stadt in Freudentaumel
versetzt, das Finale der Fußball-WM, dass man ohne Herzklopfen
schauen und genießen kann, weil die eigene Mannschaft schon raus
ist, der 90. Geburtstag einer Bekannten, der Besuch eines guten
Freundes nach überstandener Krankheit, das Liborifest in Paderborn
und und und.Vorfreude ist etwas Tolles und belebt und macht munter
und vital, aber die Gegenwart darüber nicht zu versäumen, ist auch
gut. Denn es heißt nicht für umsonst: "Jetzt ist die Zeit, jetzt
ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es
ankommt – wenn ER kommt."Er, der Herr, wird kommen und es wird
Alltag sein oder Sonntag, Festtag oder Ferientag, in
Urlaubsvorfreude, schon in den Bergen oder an der See, zu Hause auf
Balkonien oder im langweiligem Arbeitsalltag, in der Hitze der
Großstadt oder der kühlen Brise über den Feldern. Ist da auch
Vorfreude, wenn der Herr kommt? Das ist für viele Menschen ein
fremder Gedanke aber für manche ein sehr sehnsuchtsvoller. Bei
unseren alten Schwestern höre ich nicht selten: "Es ist jetzt gut.
Ich bin bereit. Er kann kommen." – Und dabei sind sie meist sehr
zufrieden und in wirklicher Erwartung. Das Jetzt ist gefragt und
die Vorfreude. Auf alles.
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