FLECKENHÖRER vom 13.07.2026

FLECKENHÖRER vom 13.07.2026

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche
Moin und willkommen zum Fleckenhörer am 13. Juli 2026! Trotz
breiter Kritik hat der Bundestag am Freitag das
Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen
Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit
fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht
aus Sicht vieler Umweltverbände, Wissenschaft und Teilen der
Wirtschaft den gesetzlichen Klimazielen. Die Bundesregierung
beschließt ein Gesetz, das fossile Heizungen künstlich am Leben
hält und die Klimakrise weiter verschärft. Das Desaster für Klima,
Natur und Menschen konnten wir am Wochenende verspüren: eine immer
heißere und lebensfeindlichere Stadt macht das. Letzte Woche hat
sich in Berlin erneut etwas Bahn gebrochen, was nun schon seit bald
3 Jahren, konkret seit dem 7. Oktober 2023, schwelt. Die Verrohung
der sogenannten „Nahost-Debatte“ hat einen weiteren Höhepunkt
innerhalb der „radikalen Linken“ gefunden und sich in einem
bewaffneten Überfall auf die (weitestgehend gewaltlose) Besetzung
des Hausprojekts La Casa entladen. Dabei wurden schwerste
Verletzungen bis hin zum Tod von Menschen durch Wurfgeschosse auf
Kopfhöhe und Hetzjagden billigend in Kauf genommen. Hier wurde eine
rote Linie überschritten. Innerlinke Diskurs-Auseinandersetzungen
dürfen niemals derartige Ausmaße annehmen. Im Falle der
Angreifer*innen auf „Reclaim La Casa“ handelte es sich vermutlich
um den fanatisierten Kern einer sich internationalistisch und
„autonom“ verstehenden Gruppe, im Bündnis mit eher autoritär
(leninistisch bis stalinistisch) organisierten Akteuren und jungen
Leuten, die sich vor allem als „palästinasolidarisch“ verstehen.
Gemeinsam ist ihnen ein wahnhafter projektiver Antizionismus. Die
in diesen Kreisen gebetsmühlenartig wiederholte Phrase
„Antideutsche sind keine Linken“ steht dabei symptomatisch für die
Weigerung, inhaltliche Kritik und Differenz auszuhalten und
widersprüchliche politische Analysen nebeneinander stehen zu
lassen, wie dies in den letzten mindestens 50 Jahren linker
Bewegungsgeschichte üblich und möglich war. Stattdessen folgt man
einem starren, unterkomplexen Schwarz-Weiß-Denken, bei dem man
selber zu „den Guten“ gehört, einseitige und absolute
Positionierungen zu komplexen Themen einfordert und abweichende
Haltungen mit Gewalt und Ausschluss bedroht. Unsere Themen im
Fleckenhörer heute: +++ 900 Jahre Neumünster: Noch bis August
Beiträge für das Jubiläumsjahr 2027 einreichen +++ Rente dem
„Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 60 Bauarbeiter in Neumünster
sind über 63 +++ Comic-Workshop mit Saliha Soylu im Jüdischen
Museum Rendsburg Musik: Rouge Gorge (Frankreich) Dosenstolz
(Dresden) Ponys auf Pump (Berlin) Bad Manners (UK)
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