GS029 – Die Geschichte der Drachen - Vom Schutzwesen zum Teufel

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vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

Rom, 1664: Athanasius Kircher, einer der grössten Gelehrten
seiner Zeit, hält Drachen für reale Tiere – und die Schweiz für
besonders drachenreich. Er ist damit nicht allein. Bis weit in
die Frühe Neuzeit galt der Drache als seriöses
Forschungsobjekt.



In dieser Folge verfolgen wir seine Geschichte über 4.600 Jahre:
vom ältesten Drachen der Schriftgeschichte in einer sumerischen
Tempelhymne über Marduks Kampf gegen das Chaosungeheuer Tiamat,
den biblischen Leviathan und die Dämonisierung in der Offenbarung
des Johannes bis zum Heiligen Georg, zu zusammengebastelten
„Drachenpräparaten" in fürstlichen Wunderkammern und zum
Wollnashorn-Schädel, der in Klagenfurt zum Lindwurm wurde.



Ein Wesen, das es nie gab – und das doch ganze Kulturen prägte.


Für alle Abonnenten geht es direkt im Anschluss mit der
Bonusfolge weiter: der Drache in Heraldik und Politik, vom roten
Drachen von Wales bis zum Drachenorden, der dem Namen Dracula
zugrunde liegt.

Quellen & Literatur:

Altorientalische und biblische
TraditionHermann Gunkel: Schöpfung und Chaos in
Urzeit und Endzeit. Göttingen 1895.


David T. Tsumura u. a. (Hg.): Creation and Chaos. A
Reconsideration of Hermann Gunkel's Chaoskampf Hypothesis.
Eisenbrauns 2013.

F. A. M. Wiggermann: Mesopotamian Protective Spirits. 1992
(zu Mušḫuššu, Bašmu, Ušumgallu).

ETCSL (Univ. Oxford): „The Kesh Temple Hymn" (Text t.4.80.2).

wibilex (Deutsche Bibelgesellschaft): Artikel „Tannin",
„Rahab", „Leviatan", „Chaoskampf".



Antike und Mittelalter


Daniel Ogden: Drakōn. Dragon Myth and Serpent Cult in the
Greek and Roman Worlds. Oxford University Press 2013.

Jacobus de Voragine: Legenda aurea. Hg./übers. Bruno W.
Häuptli, Herder 2014 (sowie Reclam RUB 8464).

Physiologus (Reclam); Isidor von Sevilla: Etymologiae; Konrad
von Megenberg: Buch der Natur.



Frühe Neuzeit / Wissenschaftsgeschichte


Conrad Gessner: Historiae animalium (Schlangenbuch, 1587).

Ulisse Aldrovandi: Serpentum et draconum historiae libri duo.
Bologna 1640.

Athanasius Kircher: Mundus Subterraneus. Amsterdam 1664/65.

Phil Senter / LaRhonda C. Hill / Brandon J. Moton: „Solution
to a 440-year-old Zoological Mystery: The Case of Aldrovandi's
Dragon." In: Annals of Science 70 (2013), S. 531–537.



Paläontologie


Franz Unger: Naturhistorische Bemerkungen über den Lindwurm
der Stadt Klagenfurt (1838).

Roman Puschnig: „Der ‚Lindwurmschädel' von Klagenfurt." In:
Carinthia II 125/45 (1936).



Deutungsansätze


David E. Jones: An Instinct for Dragons. Routledge 2000.

Carl Sagan: The Dragons of Eden. 1977.




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